Archiv der Kategorie 'Weiterführendes'

Snowden hat soeben erfolgreich den Frieden privatisiert.

Als jetzt auch noch XKeyscore kam, hab ich beschlossen, aufzurüsten.
So ein bißchen Ahnung hat man ja schon, aber um TOR zweckmäßig zu nutzen, muß man schon umdenken – ein Selbstversuch.
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Achselhaare, Spanner-Bürgermeister & (keine!) Alternative für Deutschland

Serena Williams verharmlost Steubenville-Vergewaltigung, warum die AfD scheiße ist, Pille danach bald rezeptfrei und kostenlos in NRW und BaWü?, Programmieren für Mädels, bayrischer Bürgermeister fotografiert unter Frauenröcke, Seehofer will die Leistung im AKW Gundremmingen hochfahren, Körperhaare, Amina Tyler, WHO: Gewalt gegen Frauen hat epidemische Ausmaße und Kristina Schröder will Armut mit Basteln bekämpfen.

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Der Bayrische Ministerpräsident Seehofer setzt wieder voll auf Atomkraft und hält es für eine gute Idee, die Leistung im AKW Gundremmingen zu erhöhen – ein AKW, das baugleich mit dem Fukushima-Kraftwerk ist und zwei längst veraltete Siedewasserreaktoren besitzt:

Das Kraftwerk plant nach Angaben des Technischen Geschäftsführers Michael Trobitz eine Steigerung der elektrischen Leistung „um gut 20 Megawatt“ je Reaktorblock – ohne Änderungen an der Anlagentechnik vorzunehmen. Dieses Konzept vergleicht Naturschützer Frey mit dem „Frisieren eines Mopeds“. „Die Leistung des Motors wird erhöht, aber Chassis und Bremsen bleiben gleich.“

Gundremmingen ist das letzte Kraftwerk Deutschlands mit Siedewasserreaktoren. Experten bezeichnen diese als veraltet, auch in Fukushima standen Meiler dieses Typs. Im Zuge der Energiewende sollen die Gundremminger Reaktoren 2017 und 2021 abgeschaltet werden.

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Keine spaßige, aber aufschlußreiche Lektüre: über die „Alternative für Deutschland:

In der taz analysiert Lalon Sander, wie die „Alternative für Deutschland“ soziale Medien für ihr rechtspopulistisches Anliegen nutzt:

Es ist schon erstaunlich: Die marktradikale, eurokritische, rechtspopulistische Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) gibt es erst seit vier Monaten und schon ist sie eine der größten Parteien Deutschlands – wenn man von Facebook-Likes ausgeht.

Mehr als 36.600 Fans haben sie, am Dienstag überholten sie die Grünen (ca. 36.100) und bald könnte es bei der SPD (38.300) ebenfalls so weit sein. Dass es da keine wirkliche Korrelation zwischen Parteigröße und Facebook-Fans gibt, zeigen eben diese Statistiken: Die Seite der Piratenpartei ist die erfolgreichste, SPD und Grüne liegen beide vor der CDU.

Etwas älter, aber trotzdem lesenswert:

Der AfD-Vordenker Peter Oberender (Universität Bayreuth) plädiert zum Beispiel dafür, dass Hartz-IV-Empfänger zur Verbesserung ihrer Finanzen ihr Organe verkaufen dürfen sollten, während das AfD-Vorstandsmitglied Roland Vaubel, Volkswirtschaftsprofessor an der Universität Mannheim, den „untersten Klassen“ das passive Wahlrecht entziehen will. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs einer langen Liste von Unglaublichkeiten aus dem Umfeld der AfD.

Passend dazu auch ein entlarvender Artikel von Konrad Adam, Vorstand AfD, aus der „Welt“:

Wie immer sind die Finanziers des Ganzen – gewöhnliche, rechts- und gesetzestreue Steuer- und Beitragszahler – die Dummen. Damit sie das nicht ewig bleiben, sollten sie sich ein Herz fassen und es genauso machen wie die Gegenseite, die Anonymität also durchbrechen und ihre Klagen nicht länger ans System richten, sondern an Personen. Jeder von ihnen könnte und sollte jeden Arbeitslosen, jeden Rentner und jeden Studenten danach fragen, mit welchem Recht er davon ausgeht, daß er ihm den Lebensunterhalt, die Rente oder das Studium bezahlt. Das könnte etwas Licht ins Dunkel bringen.

Außerdem noch informativ: Interview mit Andreas Kemper über die AfD:

In einer sehr extremen Weise werden hier Freiheit – im Sinne von unbegrenzter Profit- und Reichtumsmaximierung – und Gleichheit gegenüber gestellt. Sozialpolitik ist nur dann okay, wenn sie nicht der Profitmaximierung der Reichen im Wege steht. Vaubel bezieht sich in seinen Argumentationen auf einen Ökonomen aus dem 19. Jahrhundert (Knut Wicksell), der die Einführung des Parlamentarismus zwar begrüßte, aber unter dem Vorbehalt, dass über Steuerentscheidungen nur in „Einstimmigkeit und Freiwilligkeit“ entschieden werden dürfe, um die „Tyrannei“ der unteren Klassen zu verhindern.

Er ergänzte seine Idee, sogenannten „unteren“ Klassen das passive Wahlrecht zu entziehen, mit dem Hinweis: „Wussten Sie, dass auch unser Grundgesetz – Art. 137, Abs. 1 – Beschränkungen des passiven Wahlrechts (für Angehörige des öffentlichen Dienstes!) zulassen würde? “
In den Texten Vaubels fällt auf, dass er die Bevölkerung in „Bürger“ und „Tyrannei der Mehrheit“ unterscheidet. So sei durch die Charta der Grundrechte der Europäischen Union die „Freiheit der Bürger“, die Vertragsfreiheit, bedroht. „Vertragsfreiheit“ ist ein Paradoxon, da Verträge zunächst die Freiheit einschränken. Und Verträge können aufgrund von Machtverhältnissen diskriminierend oder arbeitsrechtlich bedenklich sein. Nicht zuletzt, um die Freiheit der Schwächeren zu schützen, stehen die Grundrechte über die Vertragsfreiheit.

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Die Mädchenmannschaft kommentiert die zynischen Vorschläge Kristina Schröders (hat diese Frau eigentlich mal irgendwann was richtig gemacht??), armen Familien könne mit ein bißchen Basteln geholfen werden:

Alles, was Schröderle während der Präsentation der Gesamtevaluation ehe- und familienbezogener Leistungen so zu erzählen hatte hörte sich (a) nach einem wirklich alten Gruselkonzept oder (b) nach neo-liberaler Phrasendrescherei oder (c) nach etwas an, das eine Kristina Schröder halt ohne mit der Wimper zu zucken sagen würde.


Simone Schmollack
bringt es auf den Punkt:

Zynischer kann man wohl nicht sein: Wenn Eltern ihren Kindern jeden Tag etwas vorlesen, vorsingen oder mit ihnen basteln, dann sind „die negativen Effekte von familiärem ökonomischem Druck auf die Kinder wissenschaftlich nicht feststellbar“. Rums. Genau so sagte das Familienministerin Kristina Schröder am Donnerstag bei der Vorstellung der Evaluation sämtlicher familienpolitischer Leistungen.

Zugespitzt formuliert läse sich dieser Satz auch so: Wenn ein Kind nicht mit zur Kita-Fahrt kann, weil die Eltern das nicht bezahlen können, dann singen sie ihrem Sprössling einfach ein Seemannslied vor – und schon fühlt es sich wie am Meer.

Feine Kommentare dazu auch von Friedrich Küppersbusch:

Herrlich:

Verrückte Idee, aber könnte die Bundesregierung auch mal was machen für Leute, die’s brauchen?

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Tennisstar Serena Williams fühlte sich dazu berufen, die Steubenville-Vergewaltigung zu kommentieren und verharmlost dabei übelst – Victimblaming ist auch dabei. Eris Zion Venia Dyson im Guardian dazu:

Late last night, I read Serena Williams‘ comments in Rolling Stone on the Steubenville, Ohio rape case:

„Do you think it was fair, what they got? They did something stupid, but I don‘t know. I‘m not blaming the girl, but if you‘re a 16-year-old and you‘re drunk like that, your parents should teach you: don‘t take drinks from other people. She’s 16, why was she that drunk where she doesn‘t remember? It could have been much worse. She’s lucky. Obviously I don‘t know, maybe she wasn‘t a virgin, but she shouldn‘t have put herself in that position, unless they slipped her something, then that’s different.“

Thank you, Serena, for implying that:

1. Rape is your fault if you‘re 16 years old girl.
2. Rape is your fault if you‘re drunk.
3. Rape is your fault if your parents didn‘t teach you not to take drinks from other people.
4. Rape is your fault if you‘re too intoxicated to remember it.
5. Rape could possibly be your fault if you aren‘t a virgin.
6. Rape isn‘t a position you should put yourself in.
7. Rape is only a problem if you were „slipped something“ … that’s different.

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YES! YES! YES! Baden-Württemberg und NRW planen eine kostenlose und rezeptfreie Abgabe für die Pille danach:

Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wollen sich am 5. Juli im Bundesrat dafür stark machen, dass Frauen die „Pille danach“ kostenlos und ohne Rezept bekommen können. Die beiden Landesregierungen haben im Auftrag der rot-grün regierten Bundesländer einen entsprechenden Antrag ausgearbeitet.

„Wir haben dabei sichergestellt, dass die Frauen bei der Abgabe in der Apotheke kompetent beraten werden“, sagte Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) den Stuttgarter Nachrichten (Freitag). Im Südwesten habe das Landeskabinett den Vorstoß bereits gebilligt, in Nordrhein-Westfalen werde ein entsprechender Beschluss am kommenden Dienstag erwartet.

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Und da soll nochmal einer sagen, sexuelle Belästigung sei in Deutschland kein Thema: ganz toll, wenn es sich dabei um einen Bürgermeister handelt – der Frauen unter den Rock fotografiert:

Was am Freitag im polizeilichen Pressebericht trocken als „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte nach Beleidigung auf sexueller Grundlage“ zu lesen war, dürfte in einer oberbayerischen Gemeinde für Wirbel sorgen: Nach SZ-Informationen steht ihr Bürgermeister in Verdacht, am Donnerstagmittag auf der Rolltreppe am Stachus über längere Zeit mit einer Kamera Frauen unter die Röcke fotografiert zu haben. Bei der Festnahme habe er derart um sich geschlagen, dass ein Beamter leicht verletzt worden sei, berichtet die Polizei. Es ist offenbar nicht das erste Mal, dass der Bürgermeister als Spanner verdächtigt wird.

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Katrin Roenike kommentiert den Fall der tunesischen Femen-Aktivistin Amina Tyler:

Nacktheit ist interessanter Weise etwas, das derzeit die Gesellschaft spaltet – und zwar auch und gerade hier in Europa, wenn über die Ereignisse in Tunesien oder die Haltung von Femen debattiert wird. Der Umgang mit Femen ist erstaunlich. Das findet auch Ed2Murrow. In Deutschland sei eine Meinung zu all dem sehr häufig und in verschiedenen Zeitungen zu lesen gewesen: „Die radikalen und einseitigen Ansichten von Femen unterscheiden sich nicht besonders von der Einstellung jener, die Aminas Bestrafung forderten.“ Es ist so einfach, sich zu empören und Femen als rassistische Krawalltruppe darzustellen. Das ist eine Einstellung die auch und gerade in feministischen Kreisen sehr populär geworden ist. Hinterfragt man diese Einstellung gilt man schnell selbst als rassistisch oder sonstwie “istisch”

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Wie man Mädels das Programmieren näher bringen könnte:

Wer auf die Bilder des Mainstream achtet, die Kinder und Jugendliche heute immer noch größtenteils umgeben, die Stereotype, mit denen sie aufwachsen, dann ist es immer noch so (und sogar: wieder verstärkt), dass Mädchen größtenteils vermittelt wird, dass die Welt von Technik, Computer, Internet und Tüftelei über das nächste Facebook-Event hinaus nicht die ihre ist.

Und trotzdem wird ihnen dann, nach 18 Jahren voller Busenwunder und Lillifee, Barbie Dreamhouse und “In Mathe bin ich Deko”, Topmodel und Hollywood, vorgeworfen: “Wie, und jetzt hast du das Gefühl, Informatik passt nicht zu dir? Naja, selbst dran blöd!” Natürlich ist das deutlich überspitzt und verkürzt ausgedrückt, aber unterm Strich ist die Tatsache, dass im Bereich Berufsbilder immer noch sehr hartnäckige Geschlechterstereotype am Werk sind, die sich etwa die Spielzeugindustrie auch wirtschaftlich zu nutze macht, nicht zu leugnen.

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Daß Gewalt gegen Frauen „epidemische Ausmaße“ hat, bestätigt nun auch die WHO:

Unter den Folgen der Gewalt gegen Frauen nennt die WHO Depressionen und Alkoholprobleme. Vergewaltigte Frauen seien eineinhalbmal so oft mit Geschlechtskrankheiten infiziert wie andere. Außerdem sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, doppelt so groß wie bei anderen Frauen. Die WissenschafterInnen stellten auch fest, dass jene Frauen, die in ihrer Beziehung immer wieder Gewalt erleben, Gefahr laufen, Kinder mit einem bis zu 16 Prozent geringeren Geburtsgewicht als normal zur Welt bringen.

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Loki thematisiert im Mädchenblog die Körperbehaarungsfrage:

Und so viel hat sich ja inzwischen nicht geändert. Eher im Gegenteil, inzwischen sieht man so gut wie gar keine Frau mehr mit behaarten Achseln oder Beinen. Auch bei Männern nimmt der Trend zu, sich der Achselbehaarung zu entledigen. Immer öfter wird auch die männliche Brust enthaart. Allerdings – wenn ein Mann sich diese Stellen nicht rasiert, wird das nicht großartig kommentiert oder als eklig empfunden. Anders bei Frauen.

Gewalt gegen Männer, Chemo-WG & Patti Smith

Drohnen gegen Sprayer, Maskulistentrolle, politische Bildung nur noch auf deutsch, häusliche Gewalt gegen Männer, Belästigung im öffentlichen Raum, Chemo-WG, Vergewaltigungsanzeigen, Patti Smith, Kritik an Menschenhandelsstudie & „Lemmy, I‘m a feminist!“

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Inklusion sieht anders aus: da wird immer so getan, als würden die ach so bösen Migrant_innen sich nicht ums Verrecken in „die deutsche Gesellschaft“ integrieren wollen – und gleichzeitig legt man ihnen Steine in den Weg, um sie aus eben dieser Gesellschaft rauszudrängen. Ein besonderes Gschmäckle hat das, wenn es um politische Teilhabe geht – das Innenministerium will keine mehrsprachigen Wahlfibeln mehr rausgeben; politische Bildung gibt’s nur noch auf Deutsch:

Die Grüne Cramon verweist auf die unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung der Migranten und wirft Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) „borniertes, provinzielles Denken“ vor. „Natürlich haben eingebürgerte Deutsche gute deutsche Sprachkenntnisse“, räumt sie ein. Dennoch halte sie es „für extrem sinnvoll, über das komplizierte deutsche Wahlsystem in den Muttersprachen zu informieren – denn nur das, was ich genau verstehe, kann ich auch unterstützen“.

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Kritik an der in der Presse vielzitierten Studie, die von liberalen Prostitutionsgesetzen auf einen Anstieg beim Menschenhandel schließen:

Auch der Heidelberger Wissenschaftler und seine KollegInnen sehen die Datenlage problematisch: für ihre statistische Querschnittsanalyse werteten sie einen Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2006 aus. Der „Report on Trafficking in Persons: Global Patterns“ trägt Daten von 113 internationalen Organisationen sowie Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen, Forschungseinrichtungen und den Medien zum Menschenhandel in 161 Ländern zusammen. Kritik an der Datenlage der Studie übte auch LEFÖ-IBF: Die lückenhafte Datenlage schränke die Aussagekraft enorm ein, hieß es. Um Aussagen über den Zusammenhang von liberalen Prostitutionsgesetzen und Menschenhandel treffen zu können, müsste eine Panelstudie durchgeführt werden, die unterschiedliche Zeitpunkte – etwa vor und nach Einführung eines Prostitutionsverbots – berücksichtigt, erläuterte die Opferschutzeinrichtung für Betroffene von Frauenhandel.

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Belästigung im öffentlichen Raum – Ninia LaGrande informiert darüber, was man alles tun kann:

Was kann ich tun, wenn ich als Mitfahrer/in oder Anwesende/r eine schwierige Situation miterlebe? Nur die wenigsten trauen sich, alleine zwischen Täter und Opfer zu gehen. Ich würde mich das, allein schon aus körperlichen Gründen, selbst auch niemals trauen. Was aber jede/r machen kann: Mitmenschen mobilisieren. Aufstehen und Menschen direkt ansprechen. Nicht sagen: „Da muss doch jemand was machen!“ Sondern auf Menschen zugehen und sagen: „Du und du und du! Ihr helft mir jetzt, wir gehen gemeinsam dazwischen.“ Gemeinsam zwischen Opfer und Täter stellen und verbal (!) auf die Täter einwirken. Währenddessen kann eine/r direkt aus der Situation heraus die 110 wählen und schildern, was passiert. Sollte es tatsächlich sehr brenzlig werden, gibt es außerdem die Möglichkeit, die Notbremse zu ziehen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Wenn das Opfer dies möchte, begleitet es bis zur Ziel- oder Endhaltestelle, bleibt als Gruppe zusammen und merkt euch so viele Details wie möglich.

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Das Mädchenblog
verweist auf ein geniales Video von Half Girl, in dem Julie Miess ausruft: Lemmy, I‘m a feminist!

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Der Guardian bringt ein Porträt der unvergleichlichen Patti Smith<3:

Then there was the way she announced her presence in the first line of the first song on Horses: „Jesus died for somebody’s sins, but not mine.“ She was such an iconoclast that she didn‘t even obey the newly formed rules of punk – rather than two-minute revolts against all that had gone before, Horses climaxed with a 10-minute, stream-of-consciousness tribute to the protagonist of a William Burroughs novel. She happily talked of herself in the same breath as Rimbaud, Whitman and Dylan.

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Und gleich nochmal Patti Smith-Coolness:

Patti

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Wir wußten es irgendwie schon immer – die Wahrheit über Maskulistentrolle ist, daß sie einfach nur traurige Leute mit zu viel Zeit sind, die nichts beizutragen haben:

I am not a prolific feminist writer, by any means, but I‘ve already experienced rape threats, death threats, and I have to wade through the daily fodder of sexist epithets and condescending remarks about how stupid I am. No wonder so few women speak out when this is what awaits them. I bet there are scores of young women who want to speak out, who want to fight for feminist values, but are too scared to do so because of the backlash they will face every day. I wish I could tell them that it wasn‘t this way, but the continual flood of anti-feminist trolls proves otherwise.

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Eindringlicher Bericht auf Don‘t degrade Debs, Darling!, über den Versuch, eine Vergewaltigung anzuzeigen (Triggerwarnung!):

Mein Hals krächzt „ich möchte eine anzeige machen“. Der Pförtner: „Kommen sie morgen wieder.“ Ich starre ihn an. Traue meinen Ohren nicht. Spüre den Boden unter meinen Füßen nicht mehr. Kann nicht atmen. Aber auch nicht weinen – gott sei dank. Ich starre ihn weiter an. „Aber ich möchte eine Anzeige machen.“. Ich weiß nicht was ich tun soll. „Ne, da müssen sie in den Abschnitt, hier ist maximal bis 15.00“ 15.02 ist es und ich bin immernoch wie festgewachsen. „Aber wo muss ich denn dann hin?“ „Worum geht‘s denn? Nur so‘n Stichwort.“ Nur ein Stichwort… Stichworte sind Randnotizen, klein. Vergewaltigung ist kein Stichwort. Mir würde kaum ein Wort einfallen, dass weniger ein Stichwort ist. „Vergewaltigung“ Ich kann es selbst kaum hören. „Wie bitte?“ „Vergewaltigung!“ jetzt sind sie da, die Tränen… „Jetzt gerade? Oder schon länger her?“ Er mustert mich und ich habe das Gefühl meine Knie geben gleich nach. „Länger her“ presse ich aus mir raus. „Dann tut‘s mir leid. Müssen sie morgen wieder kommen. Anzeige können sie wenn‘s länger her ist nur zwischen 9.00 und 15.00 machen. Naja lieber 14.00. Wenn die Beamten mal früher gehen.“

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Wegen ihrer Krebserkrankung mußte Friederike Kaup wieder zu ihren Eltern ziehen – nun will sie aber eine WG für Krebskranke gründen, um der Eigenständigkeit und gegenseitiger Unterstützung willen:

Jetzt, wo es der Soziologie-Studentin wieder besser geht, entwickelt sie in Koblenz genau das, was sie damals so dringend gesucht hat. Eine Wohngemeinschaft für junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen: die Chemo-WG.

Dort sollen drei bis vier Patienten zusammenwohnen. „Andere Krebspatienten können viel besser nachvollziehen, was man während einer Chemotherapie erleiden muss“, sagt Friederike. Doch für Erkrankte in Friederikes Alter gibt es kaum spezielle Angebote, das Gesundheitssystem unterstützt vor allem alte Menschen und Kinder. Für die Kinderkrebshilfe gelten Anfang Zwanzigjährige nicht mehr als Kinder. Dabei kommt die Erkrankung bei jungen Erwachsenen in einer Phase, in der sie gerade erst gelernt haben, einigermaßen selbstständig zu leben.

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Willkommen bei George Orwell! Die Deutsche Bahn will mit Mini-Drohnen aufrüsten, um gemeingefährliche Graffity-Sprayer aus der Luft zu verfolgen:

In einer Höhe von rund 150 Metern soll die Drohne fast geräuschlos auf Abstellgleisen und Güterbahnhöfen nach Sprayern suchen: „Überall dort, wo die Sprayer besonders aktiv sind“, so Voß. Wo genau der Mini-Helikopter eingesetzt werden soll, ist noch geheim: „Das soll ein Überraschungseffekt sein.“ Klar ist aber, dass die Bahn die Drohne aus Datenschutzgründen nur im Luftraum auf ihrem eigenen Gelände einsetzen wird.

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Laut einer Studie des Robert Koch Instituts geht häusliche Gewalt öfter von Frauen aus:

„Gewalt ist nicht ausschließlich eine Erfahrung von Frauen“, sagt Hölling. „Uns haben die Ergebnisse überrascht.“ Der Befund: Frauen sind „häufiger als Männer Ausübende körperlicher Partnergewalt, aber auch Ausübende von Gewalt gegenüber sonstigen Familienmitgliedern“.

Konkret war etwa nach Schlägen, Ohrfeigen, Tritten und an den Haaren ziehen gefragt worden. Auch psychische Gewalt – Beleidigungen, Bedrohungen, Beschimpfungen, Schikanen – ging in Partnerschaften häufiger von Frauen als von Männern aus. „Psychische Gewalt kann in ihren Folgen mindestens genauso dramatisch sein wie körperliche“, sagt Hölling.

Die Ergebnisse zeigen einen wenig beachteten Aspekt der Diskussion über Gewalt auf, wie die Autoren schreiben: „Die Themen ‚Frauen als Gewalttäterinnen‘ und ‚Männer als Gewaltopfer‘ sind gesellschaftlich noch weitgehend tabuisiert“ – erst allmählich richte sich der Blick der Forschung darauf.

Menstruationshütten, Misogynie in Butch Communities & The Grrrl Gang Sewing Project

Nepalesinnen zerstören Menstruationshütten, The Grrrl Gang Sewing Project, sexistische Witze, gescheiterte Vergewaltigungsversuche, Misogynie in Butch Communities, Rassisten ohne Selbsterkenntnis und geplante Streichung finanzieller Mittel für die Gesundheit von Lesben, Bisexuellen und Transpersonen.

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Gretchen Koch geht der Frage nach, warum immer noch über sexistische Witze gelacht wird:

It actually hadn‘t occurred to me that if you‘re one of these people-- male or female-- who views sex and love in adversarial terms, you‘re not only likely to likely to appreciate sexist jokes, but likely to appreciate (or at least not be offended by) sexist jokes against your own gender. That is, if you go through life assuming that people of the opposite sex are in some sense the enemy, trying to manipulate members of your sex into getting what they want, you‘re not likely to be surprised when they make jokes at your gender’s expense. In fact you‘d expect this, because it’s not like you can have a battle with only one side fighting, can you? It’s all in good fun to trash people of the opposite sex because a) it’s so true (that’s why we‘re laughing), and b) hey, they do it too.

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Eigentlich eine prima Sache, daß „Rassist“ in unserer Gesellschaft ein Schimpfwort ist, das keiner auf sich sitzen lassen will. Nur blöd, daß dieses Stigma auch bewirkt, daß sich inzwischen noch nicht mal Rassisten so nennen lassen wollen; beispielsweise Christoph Kerkovius, der Rösler die NSU an den Hals wünschte:

Ich bin absolut kein Rassist, zu Null Komma Null Null Null Prozent! Ich habe selbst einen Patensohn in Togo, der mich meistens „father“ nennt.

(Taz:)Rassismus kann auch unterschwellig existieren, obwohl man schwarze Freunde hat.

So bin ich absolut nicht, nicht mal in homöopathischen Dosen! Ich habe mich mit großem persönlichen Einsatz für Asylanten [sic!] stark gemacht und an Aktionen gegen Rechts auf Facebook teilgenommen. Ich würde jeden Menschen jeder Hautfarbe jederzeit aufnehmen. Das zeigt doch, dass man kein Rassist ist!

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Auf Autostraddle wird Misogynie in den Butch Communities thematisiert:

I asked my femme friends to tell me about experiences they‘ve had where butches were misogynistic towards them or other femmes. I received an overwhelming response of instances that ranged from the ridiculous to the downright terrifying. I felt ashamed and uncomfortable, and all too aware of how rape culture still permeates the queer spaces I call home, the ones that I want to be safe and aware and committed to empowerment, not cheap imitations of the places where I‘ve felt endangered and alone.

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Nepalesische Aktivistinnen reißen Menstruationshütten nieder, um gegen die „Chhaupadi“ genannte Praxis, blutende Frauen in Lehmhütten oder Ställen zu verfrachten, vorzugehen:

Die Frauen gehen gegen Chhaupadi nicht nur aus gesundheitspolitischen Gründen vor: Neben der völligen Isolation der Frauen während ihrer monatlichen Blutung sterben auch jedes Jahr Nepalesinnen, weil sie in diesen Hütten von Schlangen gebissen werden, erfrieren oder verbluten. Außerdem kommt es in diesen Hütten immer wieder zu Vergewaltigungen. Erfährt der Ehemann davon, gilt die Frau als „nutzlos“.

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Grrrl Gang Sewing Project:

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Petition gegen die Streichung finanzieller Mittel für die Gesundheit von Lesben, Bisexuellen und Transpersonen:

Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales streicht der Lesbenberatung Berlin e.V. mitten im Jahr finanzielle Mittel in der Höhe von 15.000 Euro.
15.000 Euro sind eine nicht zu akzeptierende Summe für die Gesundheitsversorgung von lesbischen und bisexuellen Frauen und Trans* Menschen in dieser Stadt. 15.000 bedeuten für die Lesbenberatung 17% der Zuwendungsgelder des noch verbleibenden zweiten Halbjahres. Damit hat das Land Berlin 28.000 Euro seit 2006 in der Lesbenberatung gekürzt.

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Ein 22jähriger Münchner hat mit einem Messer bewaffnet versucht, drei Frauen zu vergewaltigen – und scheiterte am Widerstand der Frauen; eine nahm ihm sogar die Waffe ab:

Der Vorsitzende Richter Thomas Denz wunderte sich, dass ein beinahe noch Jugendlicher auf solch brutale Weise versucht, sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Doch der Trieb war nicht sein einziges Motiv. Armin H. hatte schon etwa ein Dutzend Freundinnen, und zehn Mal war er auch im Bordell. Um was es ihm dann bei den Überfällen gegangen sei, fragt der Richter. Der Lehrling überlegt hin und her und meint dann: „Den Frauen überlegen sein.“

Feministische Countrymusic Playlist, Cybersexismus & Barbie ohne Make-Up

Barbie ohne Make-Up, Game of Thrones, feministische Country Playlist, Sexismus im Fußball, „Postgeheimnis“, Islamhasser-Hetze, Panel zu Sexismus im Netz, und Laura Bates erzählt von Haßmails und Spuren hinterlassenden Geschichten beim Everyday Sexism Project.

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Märchenstunde mit Onkel Michi
– die Parolen der Partei „Die Freiheit“ und der Protest dagegen:

Ein Freund der „Freiheit“ hält ein Kruzifix in die Höhe, daneben zwei Plakate: „Christus ist die Wahrheit. Mohammed ist die Lüge.“ Stürzenbergers Mitstreiter sind an diesem Tag aus ganz Deutschland angereist, aus Schleswig-Holstein, Thüringen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen. Und aus Berlin. Nach sechs Stunden steigt René Stadtkewitz einen Meter nach oben. Er ist der Bundesvorsitzende der Partei „Die Freiheit“, er ist der Star der Szene, Stürzenberger läuft mit der Filmkamera um ihn herum. Stadtkewitz gibt sich smart, seine Aussagen aber unterscheiden sich im Kern nicht von denen Stürzenbergers. Er bezichtigt den bayerischen Innenminister, der die „Freiheit“ in Bayern und PI-München beobachten lässt, der „Lüge“ und kündigt juristische Schritte an.

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taz.lab-Panel zu Cybersexismus
mit Anke Domscheit-Berg, Anke Wizorek, Bernd Schlömer und Katrin Rönicke:

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Auch Anne Wizorek, die mit ihrem Aufschrei-Ausruf auf Twitter unglaublich viele Frauen motivierte, ihre Erfahrungen mit Sexismus im Alltag offen zu legen, meint, Twitter sei zeitweise für sie nicht mehr nutzbar. „Wenn solche Frauen wie du ihre Vötzchen und ihre Titten rausstrecken“, hätte ihr kürzlich einer geschrieben, „und bei dem Namen, könne sie ohnehin gleich zurück nach Polen“. – Zum Sexismus komme also gleich noch Rassismus dazu, meint sie.

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Kritik an dem vermeintlich feministischen Frauenbild
in der Fernsehserie „Game of Thrones“:

G. R. R. Martin sagte der britischen Zeitung Daily Telegraph kürzlich im Interview: „Ja, es handelt sich um Fantasy, aber die Charaktere müssen trotzdem realistisch sein.“ Dabei mag er übersehen, dass diese angestrebte Echtheit immer nur aus den Kategorien und Stereotypen zusammengesetzt sein kann, die unsere Gesellschaft und unsere eigenen Erfahrungen innerhalb dieser Gesellschaft uns ermöglichen. Einen Krieg ohne Vergewaltigungen darzustellen mag den Krieg verharmlosen, Martins Explizitheit hingegen droht, das Problem zur quasi-natürlichen Normalität zu erklären und öffnet dem Voyeurismus der Serie Tür und Tor.

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Via postsecret

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Die Jungle World
über das Sexismusproblem im Fußball:

Bei Männern wird fußballerisches Interesse und entsprechender Sachverstand vorausgesetzt, ihnen wird nie die Was-ist-Abseits-Testfrage gestellt, auch nicht, wenn sie zum ersten Mal ein Spiel sehen. ›Ihr‹ Sport ist männlich (und heterosexuell), nicht wenige wünschen sich, »dass einer dem anderen die Knochen poliert« (Hoeneß), und Männlichkeitsrituale werden von einigen auf der Tribüne oder vor dem Stadion zelebriert und bewundert: die tiefer-gelegten, grölenden Stimmen, die gemeinschaftlich entblößten Oberkörper, das Gerede von männlichen Geschlechtsorganen (»Eier«), das gemeinschaftliche Pinkeln gegen Hauswände, Hecken oder Zäune vor dem Spiel (wird so das Revier markiert?), das Biertrinken bis zum Umfallen, und was echte Kerle eben so von Mädchen unterscheidet.

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Für all diejenigen, die sich je gefragt haben, wie Barbie aussieht, wenn sie morgens aus dem Bett steigt:
Barbie ungeschminkt

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Bitch Magazine präsentiert die ultimative Feminist Country Music Playlist (leider ein bißchen kurz):

Feminist Country Playlist

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Laura Bates vom EverydaySexism-Project über Horrorstorys und Haßmails:

And the huge success of the project wasn‘t the only thing I didn‘t anticipate. One of the earliest entries read: „You experience sexism because women are inferior in every single way to men. The only reason you have been put on this planet is so we can fuck you.“ The message ended: „Please die.“ The sheer level of vitriol took me by surprise, as hate-filled missives poured in, ranging from graphic descriptions of domestic violence to threats of torture, death and rape.