Archiv der Kategorie 'Massive Dynamix'

Betitteter Mistkäfer

Vor zwei Wochen erklärte Redaktionsleiterin Christiane Florin im Editorial, warum sie eine Anzeige des katholischen Hilfswerks Kirche in Not abgelehnt hat. Hauptargument: In der Anzeige lautete ein Punkt „Gegen den Strom von Meinungsdiktatur und Political Correctness“. „Meinungsdiktatur“ sei keine Kritik an der Demokratie, sondern Diffamierung. Auch in der Kirche gehe offenbar Pegida-Vokabular um, hieß es im Editorial. Danach erreichten die Redaktion so viele Zuschriften wie noch nie in den vier Jahren von Christ&Welt in der ZEIT. Uns hat überrascht, mit welchen Worten Christentum und Abendland verteidigt werden.

Pfui (Triggerwarnung).

Kostprobe:

Schmeißen Sie diesen betitteten Mistkäfer raus, die soll zu den Grünen gehen, als Putze.

Ernsthaft. Das steht da. Mit vollem Namen unterschrieben.
Gerade eben war ich noch angekotzt wie Sau. Aber jetzt habe ich Bilder im Kopf, aus denen Berufenere ein Comic machen sollten.

Ich übergebe das Wort an Herrn Widmann:

(Via.)

HAPPY EDITION: Spiderman, muslimischer Humor & Frauen in Comics

Adoptionsrecht, Salafismus, Mosambique lockert Abtreibungsgesetz, Vive la liberté!, Frauen in Comics, Erika Mustermann, muslimischer Humor, the real Spiderman und rassistische Vermieter.

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Nachdem in einem Mietshaus nur arabisch- und türkischstämmigen Bewohnern die Miete erhöht wurde, spricht das Gericht den Klägern nun 30.000 € zu:

Die Kernsätze des Urteils: Die Vermieterin habe „den Klägern durch ihr Verhalten zu verstehen gegeben, dass diese aufgrund ihrer Herkunft und dem hiermit im Zusammenhang stehenden kulturellen Hintergrund nicht in das Miet- und Wohnkonzept passen. Es entsteht der Eindruck, die Beklagte [Vermieterin] fürchte durch Mieter türkisch-orientalischer Herkunft beziehungsweise arabischer Herkunft eine Abwertung der Wohnanlage, die durch Mieter europäischer Herkunft nicht zu befürchten sei. Die damit vermittelte krasse Abwertung, Ausgrenzung und massive Ungerechtigkeit greift als erheblich verletzend in den Kernbereich des Persönlichkeitsrechts ein. Es wird so nicht nur deutsches Verfassungsrecht verletzt, sondern auch tragende europäische Rechtsgrundsätze.“

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Der Salafismus verursacht wohl doch nicht den Untergang des „Abendlandes“. Wie schön. ;-)

Die 7000 Salafisten sind aber bei weitem nicht alle gefährlich. Experten unterscheiden drei Strömungen, von denen lediglich Anhänger der sogenannten dschihadistischen Strömung Gewalt im Namen des Glaubens ausüben wollen. Als gefährlich gelten etwa jene 180 Personen, die aus Syrien zurückgekehrt sind, weitere 230 Islamisten in Deutschland gelten den Behörden als „Gefährder“ – die Behörden trauen ihnen also schwere, religiös motivierte Straftaten zu – die meisten davon dürften Salafisten sein.
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In einer anderen Zählung rechnet das Bundeskriminalamt insgesamt 1000 Menschen zum „islamistisch-terroristischen Personenpotential“.

Salafisten und andere Islamisten begingen zwischen 2010 und 2013 deutlich weniger Verbrechen als Rechts- und Linksextremisten. Allerdings fürchten die Behörden, dass es bei einem salafistischen Anschlag deutlich mehr Tote und Verletzte geben könnte als durch Aktionen anderer politisch motivierter Gewalttäter.

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Mosambique lockert seine Abtreibungsgesetze:

Als eines von wenigen Entwicklungsländern ermöglicht Mosambik jetzt legale Abtreibungen. Die Regierung will damit die hohe Sterblichkeit von Frauen während der Schwangerschaft und Geburt senken.

Die wichtige Änderung des Strafgesetzbuchs hat Präsident Armando Guebuza noch kurz vor Weihnachten und vor seinem Rücktritt im Februar unterzeichnet: Abtreibung ist in Mosambik nun bis zur zwölften Schwangerschaftswoche nicht mehr strafbar. In besonderen Fällen – beispielsweise nach einer Vergewaltigung – ist eine Abtreibung bis zur 16. Woche möglich. Bisher haben in Afrika nur die Kapverdischen Inseln, Tunesien und Südafrika ähnliche Gesetze.

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„Wir sind das Volk“? Na, Gott sei Dank eben doch nicht:

In der Umfrage, die einen Tag nach dem Anschlag auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ durchgeführt wurde, wurde gefragt, ob man Verständnis für die „Pegida“-Bewegung aufbringe. Das Ergebnis: 72 Prozent der Befragten sagten Nein, 22 Prozent sagten Ja. Am Montag und Dienstag vor der Bluttat zeigten 21 Prozent Verständnis für „Pegida“, 76 Prozent lehnten es ab.

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Wissenschaftlich korrekter Spiderman (ich will davon bitte einen Kinofilm!!)

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Trotz Diskriminierung fühlen sich Einwanderer in Deutschland im Durchschnitt ganz wohl:

Weder die Sprache noch das Alter beim Zuzug spielen eine Rolle. Aber je länger jemand in Deutschland wohnt, desto wohler fühlt er sich. Soziale Kontakte und Freundschaften machen zufrieden, Diskriminierung sorgt für Frust. Wichtig sind auch wirtschaftliche Faktoren: Wer einen Job hat, ist zufriedener. Wer einen gut bezahlten Job hat, ist noch zufriedener.

Dass Menschen mit Migrationshintergrund häufig schlechter bezahlte Jobs haben und sich trotzdem wohl fühlen, begründen die Autoren der Studie mit dem Vergleich zum Herkunftsland. Im Schnitt verdienen Migranten in Deutschland doppelt so viel wie in ihrem Herkunftsland.

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Das bewegte Leben der Erika Mustermann:

Zehn Jahre lang war Erika Mustermann die deutsche Ausweis-Ikone, dann wechselte die Bundesdruckerei sie 1997 gegen eine jüngere Kollegin aus: Erika II, Ausweis Nummer 1220000016, war auf der neusten Version des Passes zu sehen, erstmals in Farbe. Und schon 2001 war erneut ein neues Mustermann-Bild fällig, weil die Ausweise nun mit Hologrammen gesichert wurden. Seit im November 2005 der Perso im Scheckkartenformat eingeführt wurde, ist nun die vierte Erika im Amt. Doch keine der Nachfolgerinnen kam an den Mythos des Originals von 1982 heran.

Denn als die Bundesregierung 1982 in Anzeigen und auf Werbeplakaten mit dem Konterfei der Unbekannten für den neuen Ausweis warb, war die Neugier groß: Die Boulevardpresse ging der Frage nach, wer die unbekannte Schönheit ist. Mit Erfolg. Die „Bunte“ behauptete, hinter Erika Mustermann verberge sich Renate P., eine Mitarbeiterin in der Produktion der Bundesdruckerei. Es folgte ein skurriler Hype: Massenweise erhielt die Enttarnte Briefe, Männer baten um ein Treffen und schickten Heiratsanträge. Die unbekannte Frau aus der Produktionsabteilung der Bundesdruckerei wurde über Nacht zum Star.

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Betül Ulusoy über muslimischen Humor:

Nasreddin Hoca, einer Art türkisch-islamischer Eulenspiegel, den jedes Kind vom Balkan bis Zentralasien kennt. Seine Witze sind nie heroische Darstellungen muslimischer Gesellschaften, sondern bilden die breite Palette menschlicher Eigenschaften ab. Der Hoca trug übrigens das Pendant zum Kopftuch von Frauen: einen Turban. Dass diese Kopfbedeckungen als rein äußerliche Merkmale herzlich wenig über Charakter oder Eigenschaften einer Person aussagen, erzählt folgende Geschichte: Einst kam ein Mann mit einem Brief zu Nasreddin Hoca. Er konnte nicht lesen und bat deshalb den Hoca, ihm den Brief vorzulesen. So sehr sich dieser aber bemühte, er konnte das in einer fremdartigen Sprache Geschriebene nicht entziffern. Schließlich gab der Hoca den Brief zurück und empfahl, ihn von einer kundigeren Person vorlesen zu lassen. Der Mann reagierte entrüstet. “Und du willst ein Gelehrter sein? Schäm dich deines Turbans!”, rief er Nasreddin zu. Dieser nahm daraufhin seinen Turban ab und setzte ihn dem Mann auf: “Wenn du meinst, das Wissen hinge am Turban, dann lies nun du den Brief!”, sagte er.

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Dokumentation über Frauen in Comics:

Und Bitch Magazine interviewt die Filmemacherin Samantha Maldonado:

When I was first drawing up the pitch for this film, I was thinking of doing something that was more focused on the issues of harassment and discrimination that women have faced in comics, but I decided after thinking about it a lot that I wanted to contribute something that was uplifting and had a more inspiring message. I didn’t want people to come away thinking, “It sucks to be a woman in comics, I shouldn’t even try, I have an interest in reading comics but now I’m not going to try at all.” I wanted it to be inspiring. To me the biggest compliment is hearing from viewers that immediately after the film was over, they went to their desk and starting drawing.

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Ab nächstem Jahr haben österreichische Nicht-Heteros das volle Adoptionsrecht:

Momentan ist es homosexuellen Paaren zwar erlaubt, den Nachwuchs der_des jeweiligen Partner_ins als Stiefkind zu adoptieren, doch bleibt die Fremdadoption ein Privileg heterosexueller Eheleute.

Dieses Gesetz verstößt nicht nur gegen das Diskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention (Artikel 14), sondern liegt für diese Ungleichbehandlung auch “keine sachliche Rechtfertigung” vor. Grundsätzlich ist es durch die Stiefkindadoption möglich, als nicht-heterosexuelles Paar in eingetragenen Lebenspartner_innenschaften Kinder zu haben. Das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Lebenspartner_innenschaften ist demnach die logische Konsequenz. Bis zum 31. Dezember muss der österreichische Nationalrat das Gesetz dementsprechend umformulieren.

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Generation Sarrazin, Stromsparen und Frühsexualisierung

Zauber der Sexualität, Selbstbestimmung psychisch Kranker, Stromverbrauch, französische Zeichner gegen Pegida, Kellnern, Klassismus und männliche Abstiegsangst, Depri, Generation Sarrazin und „Frühsexualisierung“.

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Die Freuden weiblicher Lohnarbeit in der Gastronomie:

Mehr als einmal hatte unsere Chefin gemerkt, dass ihr Personal von ihren Gästen angefasst und belästigt worden war. Ihre Reaktion ging von Ignoranz bis zu einem „Musst du dich nicht wundern, so, wie du angezogen bist.“ Sie gab denen, die angegriffen wurden, die Verantwortung für das Geschehene – nie denen, die angegriffen hatten.
Es enttäuschte mich, von einer Frau so fallen gelassen zu werden. Ich wollte und will mich nicht demütigen und beschämen lassen und meine persönlichen Grenzen abgeben. Ich will nicht, dass Halbfremde über meine Sexualität spekulieren und mich prüde nennen. Schon gar nicht will ich, dass ich das alles wegstecken muss, weil ich dafür bezahlt werde, freundlich zu Gästen zu sein. Es gibt Grenzen, und wenn die überschritten werden, wehre ich mich. Vielleicht denkt meine Chefin, diese Grenzen seien überflüssig.

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Klassismus und männliche Abstiegsangst
– Interview mit Andreas Kemper:

Mit rassistischen Diskriminierungen gehen oft klassistische einher, letztere werden aber weitaus seltener thematisiert. Wie finden diese Verschränkungen aktuell statt?

Die europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien kennen keine klassenbezogenen Diskriminierungen. Als vor 15 Jahren Heterosexismus aus dem Gesetzeskatalog herausfallen sollte, warnte die Homosexuelle Initiative Wien vor einer Diskriminierungshierarchie, die bestimmte Benachteiligungen mehr fokussiert als andere. Diese Diskriminierungshierarchie besteht auch hinsichtlich des Klassismus: Die Benachteiligung von Arbeiter_innenkindern, von Obdachlosen oder Arbeitslosen usw. – sie gilt in Europa offiziell nicht als Diskriminierung.

Rassismus und Klassismus lassen sich aber kaum trennen. Vom Kastensystem bis zur „Rassenhygiene“ finden sich immer wieder deutliche Verschränkungen. Klassismen wirken häufig rassistisch, zugleich werden Klassen ethnisiert. Wenn zum Beispiel Thilo Sarrazin behauptet, die „Unterschicht“ habe eine erblich bedingt niedrigere Intelligenz, dann liegt ein „Klassenrassismus“ vor, der Klassen als „Rassen“ behandelt. Sarrazin wurde nicht aus der SPD geworfen, weil sein Rassismus mit seinem Klassismus entschuldigt wurde: Er habe sich zwar abwertend gegenüber Türken geäußert, sich aber auch diffamierend gegenüber der deutschen „Unterschicht“ geäußert – daher sei er nicht rassistisch.

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Vicky Amestie beschreibt den Zauber der Sexualität:

Die Sexualität hatte ein Leben, bevor sie auf dem Seziertisch landete. Sie hatte einen Zauber. Dieser lebte durch ihre männliche und ihre weibliche Seite. Beide ergänzten sich. Aber sie waren niemals deckungsgleich. Eine Symbiose war daher ebenso ausgeschlossen, wie durchdringendes Verständnis für einander.

Die männliche und weibliche Seite waren Gegenpole und die Spannung zwischen diesen das Entscheidende, zauberhafte.

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Charlie Hebdo & Co. haben keinen Bock auf falsche Freunde:

„Wir, die französischen und frankofonen Zeichner, sind entsetzt über die Ermordung unserer Freunde. Und wir sind angewidert, dass rechte Kräfte versuchen, diese für ihre Zwecke zu instrumentalisieren“, heißt es in dem Flugblatt. Die klare Aussage: „Pegida, verschwinde!“

In einem Aufruf an die Dresdner fordern sie, sich gegen Pegida einzusetzen: „Im Andenken an unsere ermordeten Freunde und Kollegen müssen wir uns in Dresden gegen diesen Akt der Instrumentalisierung erheben. Sonst würde man sie ein zweites Mal töten.“ Die Vereinnahmung dieser Morde durch Kräfte, die das Gegenteil von dem repräsentierten, „für das unsere Freunde zeitlebens warben, gleicht einer Grabschändung. Pegida steht für all das, was sie durch ihr Werk und ihr Leben bekämpften“.

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Bemerkenswerter Text von Heinz-Jürgen Voß über die bekloppte „Frühsexualisierungs“-Debatte:

Allen Eltern und Fachkräften in Kindereinrichtungen ist klar, dass Kinder bereits als Säuglinge lustvolle Gefühle haben und im Anschluss suchen. Das ist etwa der Fall, wenn sie an der Brust (oder der Flasche) Milch saugen und diesen Vorgang als sättigend und wohltuend erleben. Es ist auch der Fall, wenn sie ab einem bestimmten Zeitpunkt selbst merken, dass sie kacken und pullern und das entstehende Häuflein als ihr eigenes Produkt ansehen und stolz darauf sind. Im Arm gehalten werden, die Nähe von vertrauten Personen spüren, das sind oft als angenehm wahrgenommene Situationen, in denen Eltern wissen, dass sich die Säuglinge und Kleinkinder wohlfühlen. All diese Prozesse werden in der Sexualwissenschaft als „sexuell“ verstanden.[1] Gleiches gilt, wenn Kinder einige Körperstellen häufiger berühren – das können, müssen aber nicht die Genitalien sein –, weil sie auch das als angenehm empfinden. Die heutige Sexualwissenschaft macht hieraus keine ‚Dramen‘, sondern sagt etwa, dass dieses Erkunden okay ist und dass die Pädagogik im Stil der 50er Jahre falsch lag, die dieses Berühren gleich im Sinne erwachsener Sexualität verstand, Moral und Ordnung als bedroht ansah und gar mit körperlicher Gewalt ein ‚Das macht man doch nicht!‘ durchsetzte.

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Nützlicher Stromcheck
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Der Erhebung zufolge verbraucht jeder Deutsche im Schnitt 1500 Kilowattstunden Strom. Das entspreche Kosten von rund 400 Euro im Jahr, heißt es. Wird das warme Wasser in Bad und Küche elektrisch erhitzt, was in gut einem Drittel der Haushalte der Fall sei, so erhöhe sich der Verbrauch um 400 Kilowattstunden, was gut 108 Euro entspricht.

Neben der elektrischen Warmwasserbereitung und der Haushaltsgröße beeinflusst vor allem die Gebäudeart die Höhe des Verbrauchs. So verbrauche ein Haushalt im Mehrfamilienhaus durchschnittlich 33 Prozent weniger Strom als ein vergleichbarer Haushalt im Einfamilienhaus, heißt es in der Erhebung.

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Rappen gegen Sarrazin!

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Über das viel zu wenig diskutierte Recht psychisch Kranker, über sich selbst zu bestimmen:

Wegen ihrer Krankheit musste Bauer ihr Musikstudium abbrechen. Später hat sie eine einjährige Ausbildung gemacht, um als Psychiatrieerfahrene andere psychisch kranke Menschen zu unterstützen und als Dozentin zu arbeiten. Wenn es ihr gut geht, hält sie Vorträge in verschiedenen Städten, um Psychologiestudenten oder Sozialarbeitern zu erklären, wie es ist, Stimmen zu hören oder wie Betroffene mit einer Essstörung umgehen können. Wenn es ihr schlecht geht, traut sie sich nicht aus der Wohnung, sie fühlt sich bedroht, manchmal kommt sie tagelang nicht aus dem Bett. Bauer hat viele Klinikaufenthalte hinter sich. „Oft hieß es: ‚Wenn Sie nicht freiwillig gehen, weisen wir Sie ein.‘ Das war ein sanfter Zwang, aber es war trotzdem Zwang“, sagt sie. Zwang, der vielleicht gut gemeint ist, den aber viele Betroffene ablehnen. „Man sollte nicht mit Druckmitteln arbeiten, sondern mit Einsicht“, sagt Reinhard Wojke von der Berliner Organisation Psychiatrie-Erfahrener und Psychiatrie-Betroffener. Den Betreuern fehle aber oft die Zeit, um zu überzeugen, statt einfach zu entscheiden.

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Interview mit Undine de Rivière, Pressesprecherin des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen:

Woran arbeiten Sie momentan?

Wir haben gerade eine Unterschriftenkampagne gegen die von der regierenden Koalition geplante Zwangsregistrierung von Sexarbeitern abgeschlossen. Eine solche polizeiliche Erfassung hat es zuletzt in den 1940er Jahren gegeben. Das sogenannte „Prostituiertenschutzgesetz“ führt unserer Meinung nach zu Entmündigung, nicht zu Empowerment. Dabei geht es natürlich nicht um die Steuern – die zahlen wir selbstverständlich.

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Magda erklärt den bizarren Zusammenhang von Politik und Körpergewicht:

Wir leben in einer Zeit, in der die Angst vor dem Fettwerden gesellschaftliche Normalität ist, in der Kinder in Diätcamps mit minimalster Kalorienzufuhr gesteckt werden und Ärzt_innen FdH (»Friss die Hälfte«) für einen angemessenen Ernährungstipp halten. Wir leben in einer Zeit, in der Lehrer_innen aufgrund eines Body-Mass-Index (BMI) von über 30 in manchen Bundesländern nicht verbeamtet werden können. (1) Wir leben in einer Zeit, in der Diäten, Diätpillen, Magenverkleinerungen und dickenfeindliche Sprüche und ihre verheerenden Auswirkungen auf Körper und Seele für »gesünder« als ein dicker Körper als solcher gilt. Die Fixierung auf einen schlanken Körper und die Angst vor Fett(sein) nehmen absurde Dimensionen an: Die Kompetenzen einer Politikerin werden angezweifelt, weil sie einen dicken Körper hat und nicht etwa, weil sie kritikwürdige politische Entscheidungen in ihrer Berufskarriere gefällt hat. Sexismus, Dickenfeindlichkeit und die Nicht-Thematisierung von rassistischer Politik reichen sich die Hand.

Casual Sex, Pick Up Artists & besorgte Eltern

Sexarbeit und Mutterschaft, Forenkriege und Begrifflichkeiten, Plus Size Photoshop Experiment, Ka Schmitz, Pick Up Artists, Geschichte des Feminismus als Comic, Casual Sex, Einwanderungsstatistik, derStandard positioniert sich gegen Forenmacker, Männer und Rechtsextremismus, besorgte Eltern, Laurie Penny und feministischer Jahresrückblick.

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Die Geschichte des Feminismus als Comic!!

In diesem Jahr hat mich ein Projekt beschäftigt, das jetzt kurz vor der Vollendung steht: Zusammen mit der Zeichnerin Patu habe ich einen Comic zur Geschichte des Feminismus im euro-amerikanischen Kontext gemacht.

Von Adam und Eva bis fast heute auf 88 Seiten dieses Thema abzuhandeln (und das auch noch mit lauter Bildern dazwischen, hehe), ist natürlich ein bisschen wahnsinnig. Aber es hat ungeheuren Spaß gemacht.

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Zahlen und Fakten
zur Einwanderung; beispielweise das hier:

In Deutschland lebende Ausländer entlasten den Sozialstaat außerdem in Milliardenhöhe. Das zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Danach sorgten die rund 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass im Jahr 2012 für einen Überschuss von insgesamt 22 Milliarden Euro.

Jeder Ausländer zahlt demnach pro Jahr durchschnittlich 3 300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben, als er an staatlichen Leistungen erhält.

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der Standard positioniert sich zu diskriminierenden Kommentaren:

Egal in welchem Ressort, sobald Frauen im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen, sind wir immer wieder mit sexistischen, abwertenden und frauenfeindlichen Postings konfrontiert. Wir veröffentlichen diese Postings klarerweise aufgrund unserer Forenregeln nicht. Das bringt uns Zensurvorwürfe, Unverständnis und Beleidigungen ein.

Da wir zukünftig auf den forenfreien Dienstag auf dieStandard.at verzichten und somit an sieben Tagen die Woche auch dort ein Diskussionsforum garantieren, möchten wir noch einmal genau erklären, warum welche Postings auf unseren Seiten nicht publiziert werden.

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Casual Sex in der Zeit, Interview mit Paartherapeut Ulrich Clement:

Clement: Eine Freundschaft mit Vorzügen ist auch eine interessante Lösung für das Dauerdilemma zwischen Bindung und Freiheit. Einerseits erlebt man freundschaftliche Verbindlichkeit, fühlt sich aber andererseits nicht gefesselt durch Ausschließlichkeit und Treue. Das kann – unabhängig davon, wie man es moralisch bewerten möchte – psychologisch eine kluge Lösung sein.

ZEIT ONLINE: Und was ist der Preis dafür, Sex und Liebe zu entkoppeln – mal abgesehen davon, dass es zu Treffen führt, die eher an Turnstunden erinnern?

Clement: Mich erinnert es nicht an Turnstunden. Aber ich verstehe Ihre Frage schon. Casual Sex funktioniert oft nur theoretisch, weil man die Rechnung ohne Verliebtheit macht, ohne Eifersucht, ohne Bindungswünsche, ohne Heimatbedürfnis. Gelegenheitssex ist eine Teillösung. Er kann während einer bestimmten Lebensphase wichtig sein, in der man vielleicht keinen Partner hat oder auf dem Absprung ist. Ich halte es nicht für das Zukunftsmodell, zu dem sich die menschliche Beziehung entwickelt, sondern eher für etwas, das vorübergehend und schadensarm praktiziert wird.

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Auf dem Mädchenblog werden zweimal die „Pick-Up-Artists“ auseinandergenommen:

Es mag in dem Kontext wohl richtig sein, daß es keine sexuellen Übergriffe in „traditioneller“ Weise sind, da die Übergriffe indirekt von der Frau akzeptiert werden, weil sie eben durch die perfide Methode des „Ausfrierens“ manipuliert werden, gleichwohl es wohl dann doch nur „flüchtige Bekanntschaften“ dann werden, aber für den Sex, sprich eine intime Vereinigung, bedarf es, und wird es immer!, eine ausdrückliche Zusage beider Parteien. Dabei ist die gezielte Manipulation, sei es durch Worte oder dezentes Ignorieren, genauso entwürdigend und sexistisch, wie auch in extremen Dimensionen frauenverachtend, wie jedwede andere Übergriffe, welche das Selbstbestimmungsrecht der Frau schädigt. Das nicht gefährlich zu nennen, ist naiv. Es ist auch deswegen gefährlich, weil die Interpretationen diesbezüglich immens sind und Vergewaltigungen legitimieren könnten, allein der Manipulation wegen.

Leute, SO wird’s doch nichts mit dem Selbstbewußtsein. Das ist eher Selbsthaß an Frauen ausleben, vom Gefühl her eine Stufe vorm Heiratsschwindler, nur daß es nicht um Geld, sondern um Egobefriedigung geht, das ist doch ärmlich… den Kursteilnehmern wird Kohle dafür abgenommen, um ihnen das unreife Sexualverhalten eines berechnend-notgeilen 17jährigen beizubringen, das sie in ihren Teenagerjahren offenischtlich irgendwie verpaßt haben.
Diese unreife Einstellung „Ich bin nur was wert, wenn ich möglichst viele scharfe Weiber rumkrieg“ macht das Selbstwertgefühl doch wiederum immer noch abhängig von – Frauen. Wie bei Frauen, die meinen, sie seien nur etwas wert, wenn sie von möglichst vielen Typen angehimmelt werden. Auf dieses Niveau wollt Ihr? Ernstahft?

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Bei der Mädchenmannschaft gibt’s einen feministischen Jahresrückblick, praktischerweise alphabetisch:

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

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Die Bundeszentrale für politische Bildung fragt: Warum fühlen sich gerade Männer vom Rechtsextremismus so angezogen?

Warum sind insbesondere Männer im Rechtsextremismus aktiv? Das Rollenangebot und das Versprechen „wahrer Männlichkeit“ scheinen für junge Männer nach wie vor anziehend zu sein. In ihren Bezugnahmen auf die faschistische Verklärung von Volk, „Rasse“ und Maskulinität erscheinen die Neonazi-Akteure als jugendkulturell modernisierte Nachahmer ihrer verehrten NS-Vorgänger.

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umstandslos interviewt 2 Sexarbeiterinnen über ihre Mutterschaft:

Haben Sie im Arbeitsumfeld bzw. von Menschen, die wissen, dass Sie Sexarbeiterin sind, oder von Behördenseite negative Kommentare bezüglich Schwangerschaft/Mutterschaft erhalten?

ANNA: “Mein Partner weiß es – er passt auf die Kinder auf, wenn ich im Studio bin. Er findet keine Arbeit. Bei der Versicherung hat man mich einmal dumm angeredet – besser gesagt: Während meiner Gegenwart über mich als ‘so eine’ gesprochen. Die haben gedacht, dass ich nicht Deutsch kann. Dass ich Deutsch verstehe, zeige ich auch nicht immer, da ich mit diesen Leuten nicht viel sprechen will. Das habe ich durch das österreichische Finanzamt gelernt – oft ist es besser ‘nix verstehen’ zu sagen.”

KRISTYNA: “Mein Mann weiß es und auch meine Schwester. Freundlich ist niemand am Amt zu Prostituierten – da lernt man damit leben.”

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Frauen und Sex – Laurie Penny über ihr neues Buch:

Wir bemerken den Sexismus nicht mehr, weil unsere Gesellschaft glaubt, sie sei sexuell befreit. Wir sitzen hier in Soho, dem Quartier der Schwulen und der Sexarbeiterinnen. Aber selbst hier hat die sexuelle Revolution nie stattgefunden. Weil es den Frauen und den Queers nach wie vor nicht erlaubt ist, Begehren in der gleichen Art auszudrücken und auszuleben wie den Männern – und wahllos rumzuvögeln.

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Plus Size Bloggerin Marie Ospina ließ sich per Photoshop verändern:

Das Verhältnis von Schönheit und Gewicht nehme jeder anders war. Als Plus-Size-Bloggerin habe sie sich gefragt: Was machen die Photoshopper mit meinen runden Wangen, mit meinem Doppelkinn?

Ospina schreibt, die Idee für das Projekt sei ihr nach der Aktion der US-Journalistin Esther Honig gekommen. Diese hatte im Juli ein ungeschminktes Selbstporträt an die Photoshop-Künstler dieser Welt verschickt.

Das Ergebnis ihres Experiments habe sie überrascht, erklärte Ospina nun. Nur drei Länder hätten sie merklich verschmälert: die Ukraine, Mexiko und Litauen. Einige Länder wie Indien und Sri Lanka hätten merklich mit Airbrush gearbeitet, um ihr einen weicheren Look zu geben. „Aber im großen und ganzen war ich tatsächlich ziemlich überrascht zu sehen, dass ich in der großen Mehrheit der Fotos noch wie ich selbst aussah.“

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Frau Dingens diskutiert die rauhen Umgangsformen im Netz und ordnet dankbarerweise die Begrifflichkeiten:

Bei Mobbing kennen sich Täter und Opfer meist persönlich, schon allein dadurch, dass sie einer gemeinsamen Gruppe angehören. Mobbing zeichnet außerdem aus, dass es andauernd über einen längeren Zeitraum stattfindet. Über Mobbing im Gefüge Feminst_innen / Anti-Feminist_innen zu sprechen ist insofern falsch, da erstens die Ausübenden Anti-Feminist_innen den Betroffenen selten persönlich bekannt sind (meistens bleiben sie komplett anonym), sie keiner gemeinsamen Gruppe angehören und drittens die Art und Weise der Gewalterfahrung eine andere ist.

Ein Shitstorm ist dagegen eine heftige, zeitlich begrenzte, in Masse stark nach oben ausschlagende Erfahrung von Kritik. Von Shitstürmen spricht man meist dann, wenn Medien oder Einzelpersonen durch undurchdachte Kommentare, Taten oder Aktionen in Kritik geraten. Dabei kommt die Kritik meist von Aktivist_innen und richtet sich gegen inhaltliche Aussagen, weniger gegen Persönlichkeitsmerkmale oder Personen per se. Ein Shitstorm kann somit auch konstruktiv als Korrektur dienen.

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Via.

Häschenmaschine, Hurenrechte & Rio Reiser vs. Störkraft

Nein heißt Nein, Babypinguinroboter, Körperwahrnehmung statt Diätfraß, Rio Reiser vs. Störkraft ’92, GDL-Streik, queerfeministischer Kalender, Hurenrechte (und -pflichten) in Österreich, #EMMAistfürmich, Häschenmaschine, islamophobe „Focus“-Ausgabe und aus der Waldwohnung geworfen.

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Körperwahrnehmung schulen statt Diätfraß mümmeln, yesyesyes:

SPIEGEL ONLINE: Was genau verstehen Sie unter somatischer Intelligenz?

Frankenbach: Somatische Intelligenz ist die Fähigkeit unseres Körpers, durch Lust, Abneigung und Bekömmlichkeit zu zeigen, was er braucht und was nicht. Jeder Mensch braucht zum Beispiel Zucker, um das Gehirn laufen zu lassen und Organe und Muskeln zu versorgen. Wenn ein Mensch unterzuckert ist, bekommt er Lust auf Süßigkeiten. Da muss er keinen Ernährungsberater anrufen oder im Lexikon nachschauen, sondern sein Körper sendet ein eindeutiges Signal, nämlich Heißhunger auf Süßes.

SPIEGEL ONLINE: Viele Menschen haben aber ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihrem Heißhunger auf Süßigkeiten nachgeben.

Frankenbach: Das sollte man deshalb nicht haben. Besser wäre es, sich zu fragen: Warum will ich das jetzt essen? Brauche ich das wirklich? Wenn Ihnen etwas nicht bekommt, wird Ihr Körper Ihnen das mitteilen, in Form von Blähungen, Sodbrennen, Bauchkrämpfen, unruhigem Magen oder verschlechterter Stimmung. Langfristig oft auch mit Problemen bei Haut und Haaren.

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„Aussteiger“
find ich jetzt zu hoch gegriffen, trotzdem schade:

Es ist nicht das erste Mal, dass Baumeister im Wald schläft. Nach einem Auslandsaufenthalt in Ghana hatte er 2012 in Bingen am Rhein schon einmal einige Monate abwechselnd bei Freunden und im Wald übernachtet. Seinen Tagesablauf betreffend, ist er trotzdem kein klassischer Aussteiger. Tagsüber geht er in die Uni. Ein- bis zweimal die Woche jobbt er, trifft Freunde. Tagsüber Stadtleben, nachts die Stille des Waldes.

„Für mich ist das kein Rückzug aus der Gesellschaft, sondern eine Variante von befreitem Leben ohne Mietlast und zu viel materiellen Besitz“, erklärt er seine Entscheidung. Was ihn antreibt, ist auch die Sehnsucht nach der Natur.

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Roboter-Pinguin-Atrappe
– also ich muß zugeben, daß ich allein das Bild schon übelst niedlich finde! Was aber auch hauptsächlich an dem Blick der echten Pinguine liegt:

Nähert sich ein Mensch, um die Werte abzulesen, sind die Pinguine sofort gestresst – und damit die Werte verfälscht. Im schlimmsten Fall werden sie sogar von ihrer Brut abgelenkt.

So kamen die Wissenschaftler auf die Idee, Roboter einzusetzen. Doch auf die ersten Versionen ohne Kostüm reagierten die Pinguine ähnlich wie auf Menschen. Erst die sechste Variante des Rovers, mit Babypinguin-Outfit, konnte sie überzeugen. Statt zu flüchten, nahmen die Pinguine den kleinen Roboter freundlich in ihre Reihen auf.

Einige Pinguine hätten in dem Rover wohl einen potenziellen Spielgefährten für ihren Nachwuchs gesehen, sagt Le Mahon: „Sie waren sehr enttäuscht, dass er nicht geantwortet hat. Das nächste Mal werden wir einen Rover haben, der Lieder abspielen kann.“

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„Wie islamophob ist der ‚Focus‘?“

“Ein Glaube zum Fürchten”, so lautet die Überschrift des aktuellen Focus-Titels. Es geht, Überraschung, um den Islam. In dem Text, der eigentlich ein Pamphlet ist, werden “acht unbequeme Wahrheiten” über diese Religion versprochen. Leider offenbart die Lektüre auch eine Reihe unbequeme Wahrheiten über den Focus.

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Interview mit Kunsttheoretiker Jonathan Crary:

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Schlaf denken?

Unser Schlaf ist Überbleibsel einer vormodernen Ordnung, wie sie über Tausende von Jahren existierte. Erst seit Kurzem kommt es zu Störungen dieser Zeitlichkeit. Unser Leben ist in Zyklen von Aufwachen, Arbeiten und Pausieren strukturiert. Und der Prozess der Regeneration ist untrennbar verbunden mit dem agrarischen Universum, welches auch das soziale und ökonomische Leben in saisonale Zyklen unterteilt. Nicht nur in den Rhythmus von Tag und Nacht, sondern auch in den der vier Jahreszeiten. Damit einhergehend haben wir ein nachhaltiges Verhältnis zur Landwirtschaft und zu den symbolischen Ordnungen des Lebens entwickelt. Die industriell geprägte Zivilisation hat bereits viele dieser Muster zerstört. Aber der menschliche Schlaf ist nicht so einfach modifizierbar, wie es uns die Wirtschaftswissenschaften suggerieren. Ich sehe den ungestörten Schlaf durchaus auf sicherem Grund: Er gehört in ein Zeitintervall, das nicht einfach eliminiert und auch nicht ohne Weiteres kapitalisiert werden kann.

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Anschauen!

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Häschenmaschine

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Klarer, guter Kommentar zu Justizminister Maas‘ Vorstoß zur Reform des Strafrechts in punkto Vergerwaltigung(Triggerwarnung):

Nun ja, die Initiative hat sicher einen Symbolcharakter. Vielleicht hat sie auch Auswirkungen auf die Zahl der zur Anzeige gebrachten Vergewaltigungen. Aber solange eine vergewaltigte Person ihr nein nicht auf Band aufnimmt, wird es wohl vor Gericht keine Beweislast haben. Schließlich sind Täter und Opfer in der Regel zu zweit.

Aussage gegen Aussage. Und die Tatsache, dass über ein einfaches Nein beraten wird steht ja vielleicht auch für einen Wechsel in der Wahrnehmung. Bisher schwingt in den Vergewaltigungsprozessen noch immer die Frage mit, ob sich das Opfer auch angemessen zur Wehr gesetzt hat. Was es an hatte, wie es sich sonst verhalten hat.

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Zum GDL-Streik:

Eingeschränkte Mobilität, das ist das alltägliche Versagen der Deutschen Bahn. Das sind unendlich steigende Ticketpreise im Nah- und Fernverkehr (bei 19,20 Euro ALG II für den ÖPNV pro Monat), Ausfälle und Verspätungen wegen beschädigter Bahnen und Strecken, ein lückenhaftes Streckennetz, immer mehr geschlossene Bahnhöfe, kaum funktionierender Ersatzverkehr bei Störungen, und das Winterprinzip (Pro Schneeflocke eine gecancelte Fahrt). Das ist die Konsequenz von Privatisierung öffentlicher Güter.

Eingeschränkte Mobilität, das sind die Barrieren, die Leute mit Rollstuhl, Rollator, Krücken vom Reisen abhalten, das sind Zugfahrer_innen, die keine Zeit haben, die Rampe auszufahren, das sind fehlerhafte oder undeutliche Durchsagen, das sind überfüllte, stickige, zu heiße oder zu kalte Wagen. Das ist Ableismus.

Eingeschränkte Mobilität, das sind die inneren EU-Grenzen, die nur für weiße Menschen easy zu überqueren sind, das ist Racial Profiling bei Ticket- und Ausweiskontrollen, das ist Polizeigewalt und rassistische Schikane durch Behörden und Beamte, das sind die äußeren EU-Grenzen, an denen Leute ertrinken, verhungern, verdursten und ermordet werden. Das ist Rassismus.

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Die kostenpflichtige wöchentliche Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten, die für österreichische Prostituierte vorgeschrieben ist, könnte in Zukunft umsonst, anonym und freiwillig geschehen:

Bereits 2010 klagte das Sexworker-Forum Wien in einem Schattenbericht an die Uno über Verletzung der Menschenwürde durch die Pflichtuntersuchung. Auch die Weltgesundheitsbehörde äußerte ihre Bedenken.

In manchen Bundesländern sollen Frauen laut Augenzeugen aufgereiht und am Unterleib entblößt auf ihre Untersuchung warten müssen, ohne einen Sichtschutz dazwischen. Auch, dass in einigen Ländern Gebühren verlangt werden und in Wien etwa nicht, steht rechtlich auf wackligen Beinen.

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Antje Schrupp kommentiert die #EMMAistfürmich-Twitterlawine:

Es stimmt: An EMMA war schon immer problematisch, dass Alice Schwarzer sehr klar definiert, was ihrer Ansicht nach feministisch ist und was nicht, und dass sie Frauen mit anderen Ansichten als quasi vom Patriarchat gekauft diffamiert anstatt sie einer ernsthaften Auseinandersetzung würdig zu erweisen.

Aber die Haltung „Soll halt jede machen und meinen was sie will“ ist nicht das Ziel feministischer Politik, sondern lediglich ihr Anfang.

Ihr Anfang deshalb, weil die Vorstellung, dass Frauen machen, was sie wollen – und nicht, was sie nach Ansicht von Männern oder aufgrund der Natur oder laut dem Willen Gottes tun sollen – tatsächlich die symbolische Revolution ist, die der Feminismus gebracht hat. Weibliche Souveränität und weibliche Subjektivität war in Zeiten vor der Frauenbewegung nicht vorgesehen, nicht einmal denkbar. Frauen, die damals (was natürlich vorkam) souverän waren und ihren Subjektstatus behaupteten, taten das der herrschenden symbolischen Ordnung zufolge obwohl sie Frauen waren, markierten also sozusagen die Ausnahme, die die Regel bestätigte.

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Mädchenblog-Terminkalender für gelangweilte Feminist*innen:

Auch haben Menschen unterschiedliche Planungsbedürfnisse. Manche sind eher spontan, was mache ich heute? Andere (so wie ich zum Beispiel), wollen alles bereits wochenlang im voraus minutiös durchorganisieren. Langer Rede, kurzer Sinn:
Es gibt einen Kalender.

Aktuell mit langwieriger URL, das Design lässt zu wünschen übrig und ins Mädchenblog selbst ist er noch (!) nicht eingebunden. Aber: ihr könnt ihn euch anschauen und nutzen. Terminvorschläge sind via Twitter, aber auch dem Kontakt-Formular gerne gesehen.