Archiv der Kategorie 'Happy Editions'

HAPPY EDITION: Spiderman, muslimischer Humor & Frauen in Comics

Adoptionsrecht, Salafismus, Mosambique lockert Abtreibungsgesetz, Vive la liberté!, Frauen in Comics, Erika Mustermann, muslimischer Humor, the real Spiderman und rassistische Vermieter.

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Nachdem in einem Mietshaus nur arabisch- und türkischstämmigen Bewohnern die Miete erhöht wurde, spricht das Gericht den Klägern nun 30.000 € zu:

Die Kernsätze des Urteils: Die Vermieterin habe „den Klägern durch ihr Verhalten zu verstehen gegeben, dass diese aufgrund ihrer Herkunft und dem hiermit im Zusammenhang stehenden kulturellen Hintergrund nicht in das Miet- und Wohnkonzept passen. Es entsteht der Eindruck, die Beklagte [Vermieterin] fürchte durch Mieter türkisch-orientalischer Herkunft beziehungsweise arabischer Herkunft eine Abwertung der Wohnanlage, die durch Mieter europäischer Herkunft nicht zu befürchten sei. Die damit vermittelte krasse Abwertung, Ausgrenzung und massive Ungerechtigkeit greift als erheblich verletzend in den Kernbereich des Persönlichkeitsrechts ein. Es wird so nicht nur deutsches Verfassungsrecht verletzt, sondern auch tragende europäische Rechtsgrundsätze.“

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Der Salafismus verursacht wohl doch nicht den Untergang des „Abendlandes“. Wie schön. ;-)

Die 7000 Salafisten sind aber bei weitem nicht alle gefährlich. Experten unterscheiden drei Strömungen, von denen lediglich Anhänger der sogenannten dschihadistischen Strömung Gewalt im Namen des Glaubens ausüben wollen. Als gefährlich gelten etwa jene 180 Personen, die aus Syrien zurückgekehrt sind, weitere 230 Islamisten in Deutschland gelten den Behörden als „Gefährder“ – die Behörden trauen ihnen also schwere, religiös motivierte Straftaten zu – die meisten davon dürften Salafisten sein.
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In einer anderen Zählung rechnet das Bundeskriminalamt insgesamt 1000 Menschen zum „islamistisch-terroristischen Personenpotential“.

Salafisten und andere Islamisten begingen zwischen 2010 und 2013 deutlich weniger Verbrechen als Rechts- und Linksextremisten. Allerdings fürchten die Behörden, dass es bei einem salafistischen Anschlag deutlich mehr Tote und Verletzte geben könnte als durch Aktionen anderer politisch motivierter Gewalttäter.

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Mosambique lockert seine Abtreibungsgesetze:

Als eines von wenigen Entwicklungsländern ermöglicht Mosambik jetzt legale Abtreibungen. Die Regierung will damit die hohe Sterblichkeit von Frauen während der Schwangerschaft und Geburt senken.

Die wichtige Änderung des Strafgesetzbuchs hat Präsident Armando Guebuza noch kurz vor Weihnachten und vor seinem Rücktritt im Februar unterzeichnet: Abtreibung ist in Mosambik nun bis zur zwölften Schwangerschaftswoche nicht mehr strafbar. In besonderen Fällen – beispielsweise nach einer Vergewaltigung – ist eine Abtreibung bis zur 16. Woche möglich. Bisher haben in Afrika nur die Kapverdischen Inseln, Tunesien und Südafrika ähnliche Gesetze.

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„Wir sind das Volk“? Na, Gott sei Dank eben doch nicht:

In der Umfrage, die einen Tag nach dem Anschlag auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ durchgeführt wurde, wurde gefragt, ob man Verständnis für die „Pegida“-Bewegung aufbringe. Das Ergebnis: 72 Prozent der Befragten sagten Nein, 22 Prozent sagten Ja. Am Montag und Dienstag vor der Bluttat zeigten 21 Prozent Verständnis für „Pegida“, 76 Prozent lehnten es ab.

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Wissenschaftlich korrekter Spiderman (ich will davon bitte einen Kinofilm!!)

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Trotz Diskriminierung fühlen sich Einwanderer in Deutschland im Durchschnitt ganz wohl:

Weder die Sprache noch das Alter beim Zuzug spielen eine Rolle. Aber je länger jemand in Deutschland wohnt, desto wohler fühlt er sich. Soziale Kontakte und Freundschaften machen zufrieden, Diskriminierung sorgt für Frust. Wichtig sind auch wirtschaftliche Faktoren: Wer einen Job hat, ist zufriedener. Wer einen gut bezahlten Job hat, ist noch zufriedener.

Dass Menschen mit Migrationshintergrund häufig schlechter bezahlte Jobs haben und sich trotzdem wohl fühlen, begründen die Autoren der Studie mit dem Vergleich zum Herkunftsland. Im Schnitt verdienen Migranten in Deutschland doppelt so viel wie in ihrem Herkunftsland.

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Das bewegte Leben der Erika Mustermann:

Zehn Jahre lang war Erika Mustermann die deutsche Ausweis-Ikone, dann wechselte die Bundesdruckerei sie 1997 gegen eine jüngere Kollegin aus: Erika II, Ausweis Nummer 1220000016, war auf der neusten Version des Passes zu sehen, erstmals in Farbe. Und schon 2001 war erneut ein neues Mustermann-Bild fällig, weil die Ausweise nun mit Hologrammen gesichert wurden. Seit im November 2005 der Perso im Scheckkartenformat eingeführt wurde, ist nun die vierte Erika im Amt. Doch keine der Nachfolgerinnen kam an den Mythos des Originals von 1982 heran.

Denn als die Bundesregierung 1982 in Anzeigen und auf Werbeplakaten mit dem Konterfei der Unbekannten für den neuen Ausweis warb, war die Neugier groß: Die Boulevardpresse ging der Frage nach, wer die unbekannte Schönheit ist. Mit Erfolg. Die „Bunte“ behauptete, hinter Erika Mustermann verberge sich Renate P., eine Mitarbeiterin in der Produktion der Bundesdruckerei. Es folgte ein skurriler Hype: Massenweise erhielt die Enttarnte Briefe, Männer baten um ein Treffen und schickten Heiratsanträge. Die unbekannte Frau aus der Produktionsabteilung der Bundesdruckerei wurde über Nacht zum Star.

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Betül Ulusoy über muslimischen Humor:

Nasreddin Hoca, einer Art türkisch-islamischer Eulenspiegel, den jedes Kind vom Balkan bis Zentralasien kennt. Seine Witze sind nie heroische Darstellungen muslimischer Gesellschaften, sondern bilden die breite Palette menschlicher Eigenschaften ab. Der Hoca trug übrigens das Pendant zum Kopftuch von Frauen: einen Turban. Dass diese Kopfbedeckungen als rein äußerliche Merkmale herzlich wenig über Charakter oder Eigenschaften einer Person aussagen, erzählt folgende Geschichte: Einst kam ein Mann mit einem Brief zu Nasreddin Hoca. Er konnte nicht lesen und bat deshalb den Hoca, ihm den Brief vorzulesen. So sehr sich dieser aber bemühte, er konnte das in einer fremdartigen Sprache Geschriebene nicht entziffern. Schließlich gab der Hoca den Brief zurück und empfahl, ihn von einer kundigeren Person vorlesen zu lassen. Der Mann reagierte entrüstet. “Und du willst ein Gelehrter sein? Schäm dich deines Turbans!”, rief er Nasreddin zu. Dieser nahm daraufhin seinen Turban ab und setzte ihn dem Mann auf: “Wenn du meinst, das Wissen hinge am Turban, dann lies nun du den Brief!”, sagte er.

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Dokumentation über Frauen in Comics:

Und Bitch Magazine interviewt die Filmemacherin Samantha Maldonado:

When I was first drawing up the pitch for this film, I was thinking of doing something that was more focused on the issues of harassment and discrimination that women have faced in comics, but I decided after thinking about it a lot that I wanted to contribute something that was uplifting and had a more inspiring message. I didn’t want people to come away thinking, “It sucks to be a woman in comics, I shouldn’t even try, I have an interest in reading comics but now I’m not going to try at all.” I wanted it to be inspiring. To me the biggest compliment is hearing from viewers that immediately after the film was over, they went to their desk and starting drawing.

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Ab nächstem Jahr haben österreichische Nicht-Heteros das volle Adoptionsrecht:

Momentan ist es homosexuellen Paaren zwar erlaubt, den Nachwuchs der_des jeweiligen Partner_ins als Stiefkind zu adoptieren, doch bleibt die Fremdadoption ein Privileg heterosexueller Eheleute.

Dieses Gesetz verstößt nicht nur gegen das Diskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention (Artikel 14), sondern liegt für diese Ungleichbehandlung auch “keine sachliche Rechtfertigung” vor. Grundsätzlich ist es durch die Stiefkindadoption möglich, als nicht-heterosexuelles Paar in eingetragenen Lebenspartner_innenschaften Kinder zu haben. Das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Lebenspartner_innenschaften ist demnach die logische Konsequenz. Bis zum 31. Dezember muss der österreichische Nationalrat das Gesetz dementsprechend umformulieren.

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Happy Edition: Klopapierstricken & Fett gegen das Patriarchat!

Happy Edition! – Weil man manchmal einfach gehäuft eher gute Nachrichten braucht:
Baden-Württemberg befragt seine Queers, die eigene Kneipe eröffnen, Twittern gegen Dateguru, Fat Up!, Trans-Hochzeitsglückwünsche, Kopapierstricken, Mindestlohn und musikalischer Adventskalender bei differentneeds.

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Fabelhafter Twittersturm trifft „Date-Guru“:

And Lookadoo wasn’t ready for the after-show Q&A. From local station WFAA:

Students circled around the speaker and hurled questions about his philosophies.

“Why did you tell girls to get out of abusive relationships instead of telling guys not to be abusive in the first place?” one student asked.

“I’ve done about 4,000 programs. That’s never happened,” Lookadoo confessed.

#lookadouche became a trending topic. News and media outlets picked up the story and are still running with it. Nate Beer, newsman, had to take a Twitter break because he was overwhelmed by the response (not all of it positive, I’m sure). And of course Twitter-at-large took up the cry, which is how the story came to my attention today.

I’m a bit embarrassed to admit that for a moment, when I heard about the speaker’s message, I was worried for these students; afraid that they’d actually buy into this bullshit and internalize it. And perhaps some did. But one thing is certain: Justin Lookadoo, misogynist “motivational speaker,” did motivate RHS students. Just not the way he intended.

Go, Richardson High School. You give me hope.

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Fun:

Das Problem daran, wenn man eine Kneipe eröffnet, ist: Jeder glaubt, sich auszukennen. Das ist etwas anderes, als wenn man beispielsweise eine Firma zum Vertrieb von Mikrosystemchips gründet. Wenn das abends jemand auf einer Party erzählt, dann lächeln die Leute freundlich und sagen: „Aha, Mikrosystemchips, interessant, ja wofür braucht man die denn?“

Sie fragen dann vielleicht noch so etwas wie: „An welche Firmen verkaufst du denn diese Chips?“, der Befragte gibt irgendeine Antwort, und danach hat er auch schon wieder seine Ruhe. Erwidert man hingegen auf die Frage „Was machst du denn so?“: „Ich habe eine Kneipe“, ist das ein ganz anderer Film. Weil: „Kneipe? Echt? Mensch, toll! Was ist das denn für eine und wo, und was gibt’s da so?“ Meist dauert es dann nur noch wenige Sekunden, und schon kommen die Experten zum Vorschein.

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Rückt näher: Mindestlohn auch für Praktikant_innen und Azubis:

Selbst im Entwurf zum Koalitionsvertrag vom Dienstag ist die Ausnahmeklausel noch enthalten: Der Mindestlohn gilt nicht für Auszubildende, für Praktikanten, die ihr Praktikum im Rahmen einer Schul- oder Studienordnung absolvieren, sowie für Schüler bis zum Ende der Schulpflicht, heißt es in dem Papier. Doch im Abschlusstext ist alles anders. Kein Satz zu Praktikanten, kein Satz zum Mindestlohn für Auszubildende mehr. Stattdessen lediglich eine wachsweiche Formulierung, derzufolge Probleme bei der Umsetzung des Mindestlohns „im Dialog mit Arbeitnehmern und -gebern“ berücksichtigt werden sollen.

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Immerhin – kein schelchter Anfang: Baden-Württemberg befragt seine queeren Bürger_innen.

Die Onlineumfrage wird vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren verantwortet. Ziel sei es, die bisher völlig ungenügende statistische Datenlage zur Lebenssituation queerer Menschen in Baden-Württemberg zu verbessern.

Neben Fragen zur sexuellen und geschlechtlichen Identität werden beispielsweise Erfahrungen als Jugendlicher oder als Teil einer Regenbogenfamilie, in der Schule, bei der Arbeit und mit der Polizei erfasst. Der zeitliche Umfang der Onlinebefragung beträgt ungefähr 30 Minuten. Die Ergebnisse der Befragung sollen in die Erstellung des Aktionsplans „Für Akzeptanz und gleiche Rechte“ einfließen. Die FamilienForschung Baden-Württemberg übernimmt die Auswertung und sichert die Anonymität sowie den Schutz der Daten zu.

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Das möglicherweise erste Paar Transsexueller, die ohne Geschlechts-OP Hochzeit feiert – und Nachwuchs kriegt. Glückwunsch!!!

In Argentinien hat erstmals ein Bräutigam hochschwanger den Bund der Ehe geschlossen. Alexis Taborda wurde zwar als Frau geboren und hat sich auch keiner Geschlechtsumwandlung unterzogen, wird von den Behörden aber auf eigenen Wunsch als Mann geführt.

Seine Braut Karen Bruselario wiederum kam nicht mit ihrer jetzigen Identität als Frau zur Welt, sondern als Junge. Das Paar, das sich durch das Engagement für die Rechte Transsexueller kennengelernt hatte, heiratete am Freitag in Victoria im Nordosten des Landes standesamtlich.

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Fat UP
! Fette Fotos gegen das Patriarchat! :)
Fat Up!

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Fröhliches Klopapierstricken auf kleinerdrei:

Wenn ihr länger auf dem Klo festsitzt, euer Smartphoneakku leer und euch langweilig ist könntet ihr ja mal … Klopapier stricken.

Die Anleitung (von Anna Hrachovec) ist easy-peasy; man kann sie als Mindless Knitting auch an Wartestellen runterstricken. Kuschelklopapier bricht das Eis an frostigen Tagen und eignet sich als Scherz auf einem Klorollenhalter eurer Wahl. (Aber nur, wenn ihr richtiges Klopapier in der Nähe lasst oder damit leben könnt, euer Strickwerk benutzt zu sehen.)

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Musik-Adventskalender
bei differentneeds:

In diesem Jahr soll es nicht (nur) um coole Pop-Ikonen gehen, sondern vor allem um Popsongs. Ab dem ersten Dezember werde ich hier jeden Tag einen Song vorstellen. Und zwar einen Song, dessen Titel ein Frauenname ist. Ich nenne die Reihe #SayMyName. (Ja, den Destiny’s Child-Ohrwurm habe ich jetzt auch.)

HAPPY!-Edition: Das ist behindert!, radikale Nonne & Ladyfest in Heidelberg

HAPPY!-Edition: heute ausnahmsweise mal prinzipiell nur Good News! =)
Abschied vom Besitz, erstes Heidelberger Ladyfest, eine radikale Nonne, „DAS ist behindert!“, All Girl Summer Fun Band, rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften, Zusammenhalt gegen Sexismus und mutige Väter sind glücklicher.

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Das BVerfG stellt die Lebenspartnerschaft der Ehe rechtlich fast gleich:

66 Prozent der Splittingvorteile gehen an Ehegatten mit kindergeldberechtigten Kindern. Weitere 25 Prozent der Steuervorteile erhalten Ehepaare mit Kindern, die aber altersbedingt nicht mehr von den Eltern unterhalten werden. Der geringere Kinderanteil in Homo-Ehen genüge dagegen nicht als Rechtfertigung für den Ausschluss vom Splitting, Denn dies „liefe auf eine mittelbare Diskriminierung gerade wegen der sexuellen Orientierung der Partner hinaus“, argumentieren die Verfassungsrichter um Präsident Andreas Voßkuhle.

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Väter, die keine Angst davor haben, in ihrem Leben Veränderungen zugunsten der Familie vorzunehmen, sind glücklicher:

Dabei beschränkt sich die Zufriedenheit der “mutigen Väter”, so die Kategorisierung, nicht nur auf die Familie und das Privatleben, sondern auch auf den Arbeitsbereich. „Sie haben die beste ‘Work-Life-Balance’”, so ÖIF-Forschungskoordinator Olaf Kapella. Sie machen etwa ein Fünftel der Befragten, alles Männer mit Kindern unter drei Jahren, aus. Sie haben längerfristige Änderungen im Job durchgeführt, machen weniger Überstunden oder nehmen sich Pflegeurlaub, wenn der Nachwuchs einmal krank wird.

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Heidelberg veranstaltet sein erstes Ladyfest!

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Tracy Moore beschwört die Männerwelt – „Together we can make it!“:

Can you not see that we are the ones who don‘t want you to be on the hook to pay us money our entire lives to divorce us? That we want to be able to square away our own money, a fair and equal wage, so that when we come together, it is in the spirit of authentic unity: come as you are, leave as you came. And if you cannot, for all the mixed messages and gleaming bullshit the system has fed you about your natural entitlement, see that and join us, than the rest, to quote Marsellus Wallace in Pulp Fiction, is just pride, fuckin‘ with you.

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Rolling Planet fragt sich, weshalb es anscheinend kein Problem zu sein scheint, wenn die GNTM-Gewinnerin ständig alles, was sie doof findet, als „behindert“ bezeichnet – und zeigt ein paar Beispiele dafür, was das wirklich heißt – „behindert“:

Silke Schönfleisch-Backofen (Staatsanwältin)
Das ist behindert: Wenn Du als 114 Zentimeter kurze Powerfrau zwei Meter lange Volldeppen und Kleinkriminelle vor Gericht bringst und als Juristin schlau genug bist, niemals einen Knebelvertrag mit Klums Vater zu unterschreiben.

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jetzt.de interviewt Sebastian Küpers, der sich radikal von seinem Besitz getrannt hat:

Auslöser war ein anstehender Umzug. Ich habe mich gefragt, warum ich jetzt meine ganzen Sachen in eine neue Wohnung bringen soll, obwohl ich gar nicht alle benutze. Mir ist klar geworden, dass ich eigentlich nur sehr wenige Dinge wirklich brauche und dass die wirklich wichtigen Dinge diejenigen sind, die ich im Leben selbst bewege. Ich hab dann angefangen, immer weiter runterzukürzen, was dann in der Idee gipfelte, sogar eine möblierte Wohnung zu mieten. Ich hatte nicht das Ziel, auf unter 100 Dinge zu kommen. Es waren am Ende einfach weniger als 100 Dinge übrig.

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Just for Fun und die gute Laune: All Girl Summer Fun Band’s „Later Operator“!

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Eine Nonne organisiert den radikalen Aufstand – die Benediktinerin Teresa Forcades kämpft entschlossen für eine bessere Gesellschaft:

„Die Krise in Spanien hat einen Punkt erreicht, an dem sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet“, meint Forcades. „Dieser Zusammenhalt ist in Griechenland bereits zerstört. Die Unsicherheit wächst immer schneller, und die Leute wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Es besteht die Gefahr, dass es zu Aufständen kommt.“ In ihrem Papier plädiert sie daher für einen total umgekrempelten Staat, verstaatlichte Banken und Energieversorger sowie einen Austritt aus der Nato. Sie will den Geist der „Indignados“, der Empörten, wiederbeleben, die 2011 in Spanien viele Plätze besetzten und nicht mehr räumen wollten. „Für mich wie viele andere“ – so Forcades – „wurde es unumgänglich, sich einzumischen. Ich dachte, man sollte die Unzufriedenen sammeln, um das tiefe Gefühl der Enttäuschung zu kanalisieren. Ich will keine Partei gründen oder bei Wahlen antreten. Das ist keine Mission für eine Benediktinerin.“