Männerängste, Superheldinnen & Fat Body Pics

Immer feministischere Superheldinnen, Lewitscharoffs Verbalerguß, Fat Body Pics, Raus zum 8. März!, Schweiz erlaubt Waffenexporte, Hebammen, Körper, Männerängste und Rassismus im Duden.

_____________________

Fast so lustig wie Sarrazin! Vorhang auf für Frau Lewitscharoff:

Gegen Onanie, künstliche Befruchtung und Samenspende für unfruchtbare oder lesbische Paare wendet sich die Autorin in scharfen, verletzenden Worten. Künstliche Befruchtung nennt sie „abartige Wege“.
Vor Kindern, die so gezeugt worden sind, sei sie voller „Abscheu“. „Halbwesen“, „zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas“, nannte Lewitscharoff solche Kinder. „Das ist gewiss ungerecht, weil es den Kindern etwas anlastet, wofür sie rein gar nichts können. Aber meine Abscheu ist in solchen Fällen stärker als die Vernunft“, sagte Lewitscharoff und fragt rhetorisch, „Wie verstörend muss es für ein Kind sein, wenn es herausbekommt, welchen Machinationen es seine Existenz verlangt“.

***************

Europäer und Afrikaner – auch im Duden nicht gleichberechtigt:

Der Begriff des Afrikaners baut auf der Abstammungshypothese auf, der des Europäers auf der Assimilationshypothese. Der Begriff des Afrikaners ist hier statisch, eindimensional angelegt während der Begriff des Europäers dynamisch, mehrdimensional angelegt ist.

Das gefällt mir nicht. Ich halte die Form und den Kontext indem der Duden Online die Hervorhebung der biologischen „Andersartigkeit“ des Afrikaners [im Vergleich zum Europäer] praktiziert für gefährlich, weil sie hilft, einen Nährboden für den Rassismus zu bereiten.

***************


Fat Body Politics sucht nach Fotos
:

On March 25th I will be doing a presentation at Oakland University in Rochester Hills, Mi titled “Dissenting Bodies – Visibility, Fat Politics and Challenging Normal” during their Women’s History Month Series. Part of the presentation will center on people reclaiming their bodies by becoming visible. This will be very similar to what I wrote about in my post on selfies and how they can be used to challenge the gaze on your body by having control over how your body is visible.

******************

Die Schweiz auf Abwegen:

Schweizer Waffen dürfen künftig auch in Länder geliefert werden, in denen „Menschenrechte systematisch und schwerwiegend verletzt werden“. Das bislang gültige Verbot derartiger Exporte hob der Nationalrat in Bern, das Schweizer Parlament, am Donnerstag mit der denkbar knappen Mehrheit von 94 zu 93 Stimmen auf. Entscheidend war dabei die Stimmabgabe des Parlamentspräsidenten.

Künftig sollen damit Waffenexporte nur noch unterbleiben „wenn ein hohes Risisko besteht, daß diese Waffen für Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden“. Begründet wird die Lockerung der Bestimmung von ihren Befürworten – den vier bürgerlichen Mitte-und Rechtsparteien – mit der „momentan schwierigen wirtschaftlichen Situation der Schweizer Rüstungsindustrie“.

******************

Comic-Superheldinnen und ihr feministisches Potenzial:

Nach all diesen Punkten bleibt die Frage: warum sich trotzdem mit Superheldinnen befassen? Die Antwort gilt für viele popkulturelle Phänomene: Selbst in vielen klassischen Superheldinnenzeichnungen lassen sich empowernde Momente ausmachen. Die Heldinnen fügen sich nicht in kleine, vorgefertigte Kästchen ein, die fein säuberlich Weiblichkeitsvorstellungen sortieren. So passt beispielsweise Wonder Woman auf das „Ms.“-Cover. Oder Leser_innen erfreuen sich an Batwoman, der ersten lesbischen Superheldin, die ihre eigene Comic-Reihe hat. Und dann gibt es Menschen, die mit all diesen Superheld_innen im Bewusstsein aufwachsen, neue Möglichkeiten erahnen und vielleicht selbst beginnen Comics zu zeichnen, in denen noch viel mehr Mauern durchbrochen werden. Das Internet scheint für deren Publikation und vor allem weitere Verbreitung ein wundervoller Ort zu sein.

****************

Antje Schrupp philosophiert über den eigenen Körper, wie er in der Gesellschaft „steht“ – in Teil 1 und in Teil 2:

Es gibt Fälle, in denen Menschen es als notwendig ansehen, abzutreiben, sich zu prostituieren, Suizid zu begehen, in denen sie es nicht als Wahl empfinden. Und das bedeutet, dass sie auch dann abtreiben, sich prostituieren, Suizid begehen, wenn ihnen das aufgrund der äußeren Umstände eigentlich unmöglich gemacht wird.

Auch als Abtreibungen noch bestraft wurden, haben Frauen abgetrieben. Sie mixten sich Abführmittel, stocherten mit Nadeln in ihrer Vagina herum, stürzten sich von Treppen in der Hoffnung auf eine Fehlgeburt. Menschen, die für sich keine Möglichkeit des Weiterlebens sehen, begehen Suizid, auch wenn ihnen keine organisierte Sterbehilfe zur Verfügung geht – die Abläufe sind nur, ebenso wie bei der Abtreibung, unvergleichlich grausamer. Und Frauen, die keine andere Möglichkeit haben oder sehen, sich oder ihre Kinder zu ernähren, werden Sex für Geld verkaufen, auch wenn Prostitution gesetzlich verboten ist. Sie machen es dann eben unter schlechteren Bedingungen.

****************

Bei Bollocks & Bitches kann man nachlesen, warum man zum Verständnis „des männlichen Geschlechts“ vielleicht nicht unbedingt eine JOY zu Rate ziehen sollte:

„Wir Männer fürchten, was wir nicht kenne. Egal, ob äthiopisches Essen, das Gertrudenberger Höhlensystem oder eben Muschis.“
Eine glanzvolle Aufzählung, ganz ehrlich.
Ergänzt wird dieser Absatz mit Geschwurbel über die „Vagina dentata“, die reißzähnige Vagina. Und darüber, dass er nicht weiß, was da unten eigentlich was ist und welchen Zweck die Klitoris erfüllt. Ich glaube fast zu wissen, was EIGENTLICH sein Problem ist…

Zusammenfassend kann man sagen: Die Frauen sind Schuld. Die Männer SIND ja eigentlich das starke und furchtlose Geschlecht – wären da nicht die Frauen mit ihrer blöden Existenz. So ein Scheiss aber auch. Ich möchte fast schon sagen, dass dieser Artikel vor Frauenhass trieft, aber das trifft es nicht richtig. Er verbindet Klischees, Vorurteile und „lustige“ Anekdoten zu einem Text, der Frauen wie Männer beleidigt. Man könnte sogar fast denken, der Autor ist noch nie in Kontakt mit einem weiblichen Wesen gekommen. Und wenn ich so drüber nachdenke, ist das vielleicht auch gar nicht mal so verkehrt.

*****************

Bei Drop the Thought wird Rabatz für Hebammen gemacht:

Ich musste mir anhören, dass „das Problem bekannt sei“ und dass das bereits es „ein Erfolg sei“. Stattdessen hat dieses Land in den letzten vier Jahren ein Leistungsschutzrecht bekommen, die grundgesetzwidrige Vorratsdatenspeicherung kehrt wie ein Zombie jährlich auf die politische Agenda zurück und die Praxisgebühr wurde abgeschafft. Wo ein Wille ist, da ist ein Weg – das demonstrierten uns die Regierungen immer wieder eindringlich. Bei den Hebammen mangelt es nicht an den Wegvorschlägen, wohl aber am Willen.

Und wenn mir, den „#Aufschrei-Frauen“, uns jetzt jemand mit einer Kampfparole zur „richtigen“ Geburt kommt, wenn Bundestagsabgeordnete das verbreiten, dann nehme ich das persönlich. Damit werden vier Jahre unentgeltliche, ehrenamtliche Arbeit unsichtbar gemacht und entwertet. Es wird übergangen, wer seit Jahren nicht aus den Puschen kommt. Ich verstehe den Unmut, dass die Situation sich kontinuierlich verschlechtert. Ich verstehe das sehr gut. Aber “too posh to push” ist kein Aufruf, noch mal ‘ne Schippe drauf zu legen, sondern verschiebt die Schuld am Status Quo. Aussagen

**************

Was tun am 8. März? Immerhin ein Samstag!

Links zu Veranstaltungen gibt’s bei der Mädchenmannschaft.

Außerdem gibt es eine Baden-Württemberg-weite Aktion der Aids-Hilfen zum Internationalen Frauentag; auch in der Landeshauptstadt ist was los.
In Österreich oder der Schweiz dürfte man sich genau so wenig langweilen.


1 Antwort auf „Männerängste, Superheldinnen & Fat Body Pics“


  1. 1 Unsicheres AKW Gundremmingen, Rechtsruck in Deutschland & YAY, 8. März!!! « Reality Rags Pingback am 08. März 2014 um 5:15 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× eins = drei