UFOs, Mörderinnen & Schiedsrichterinnen

Beschamhaarte Svhaufensterpuppen, Magazin für feministische Mutterschaft, Schiedsrichterinnen, sexualisierte Gewalt und Tierrechte, Verbote für Schwangere, UFO über Bremen?, Pille danach, sexuelle Vielfalt im Lehrplan, Mörderinnen und bürokratische Wartezeit nach Vergewaltigungs-Anzeige.

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Die Mädchenmannschaft macht sich Gedanken über Verbote für Schwangere:

Studienergebnisse scheinen die Warnungen ja nicht unbedingt zu bestätigen. Und komischer Weise sind es gerade “die am besten informierten und sozial integrierten Mütter” beziehungsweise die ”am besten ausgebildeten Teilnehmerinnen der Studie”, die zugeben, Alkohol in der Schwangerschaft zu trinken. Warum? Weil sie ihre Schlüsse aus den vorliegenden Informationen ziehen? Oder weil sie sich in einer priveligierteren Position befinden als weniger gut ausgebildete und marginalisierte Mütter, deren Erziehungskompetenzen schon beim kleinsten Fehltritt angezweifelt werden? Schließlich ist es für Frauen, deren Mutterschaft sozial erwünscht ist, sehr viel leichter gegen Normen zu verstoßen oder solche Verstöße zuzugeben. Aber nein, das sind nicht die Gründe, die der Artikel nennt. Die best informierten Mütter trinken gelegentlich Alkohol, denn sie sind nicht “unabhängig genug, um ihren Lebensstil in der Schwangerschaft zu ändern.” Aha.

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Realitätschaos über die Pille danach:

Ein Kondom kann reissen. Die Pille kann nicht wirken. Einmal, zweimal oder siebzehnmal die Pille danach zu nehmen, wird „uns“ wohl kaum über den Styx jagen.

n der Twitter Debatte fiehl auch mehrere Male das Argument, dass auch Schmerzmittel schädliche Nebenwirkungen hervorrufen können, diese aber auch rezeptfrei zu erhalten sind. Spahns Reaktion daraufhin war, dass es genau deshalb ja auch immer wieder Debatten für eine Rezeptpflicht gibt. Aber selbst dann erhielte ich immernoch eine 10er Packung, eben auf Rezept, und nicht nur eine Tablette.

Hier wird auf die gesunde Urteilsfähigkeit der Menschen vertraut (und die Hoffnung, dass sie sich nicht selbst verletzen wollen/werden). Ähnlich bei Hustensaft und der Pille „davor“. Warum dann nicht auch bei der Pille danach?

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Antje Schrupp bespricht ein Buch über Mörderinnen

Frauen töten – anders als Männer – fast ausschließlich in ihrem privaten Umfeld. Fast immer ist ihr Opfer der Ehemann oder Beziehungspartner, ansonsten ihre eigenen Kinder (wobei die Juristenterminologie unterscheidet zwischen „Neonatizid“ und „Infantizid“, wieder was gelernt) oder, an dritter Stelle, ihnen anvertraute Menschen wie etwa im Fall von Pflegerinnen, die ihre Patient_innen umbringen. So gut wie nie töten Frauen Fremde, oder aus Habgier, oder weil sie andere dominieren möchten. Das fast einzige Motiv tötender Frauen ist, dass sie sich aus belastenden Beziehungsstrukturen befreien möchten.

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„Umstandslos“ – ein Magazin für feministische Mutterschaft:

Ziel ist eine Vernetzung (queer)feministischer Mütter* und das Sichtbarmachen ihrer Belange. 16 Autorinnen werden auf “umstandslos” Bücher für Groß und Klein besprechen, Muttermythen enttarnen, DIY-Anleitungen geben und von persönlichen Erfahrungen berichten. Außerdem wird es Möglichkeit zum Austausch und Besprechen von Schwierigkeiten und Lebensrealitäten jenseits der Heterokleinfamilie und eine allgemeine Be-/Erziehungs-Frage-Antwort-Ecke geben.

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Irgendwie find ich die Aktion witzig: American Apparel zeigt in einem Laden seine Dessouskollektion mit schambehaarten Schaufensterpuppen:

Offenbar ist die Modemarke selbst nicht sicher, ob sie tatsächlich einen Trend zu mehr Natürlichkeit lostreten will: Vorsichtshalber sind die Schaufensterpuppen nur in einer Auslage in New Yorks Lower East Side zu sehen. Eine Ausweitung der Kampagne auf ganz Manhattan oder gar den Rest der USA ist derzeit nicht geplant.

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Gefunden:

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Das Mädchenblog regt sich über die Instrumentalisierung von sexualisiserter Gewalt in der Tierrechtsbewegung auf (Triggerwarnung):

Ich gehe davon aus, dass den meisten, die Vergewaltigungsvergleiche verwenden, weder bewusst ist, wie tief verletzend diese Vergleiche sind (es geht hierbei nicht um Kritik am Mensch-Tier-Vergleich), noch was diese Vergleiche auslösen können oder wie groß die Dimension sexualisierter Gewalt in unserer Gesellschaft ist. Ich hoffe, mit diesem Artikel für das Thema sensibilisieren zu können. Mir geht es nicht darum anzuprangern, sondern um die Bewusst- und Sichtbarmachung von Leid und erneuter Traumatisierung, die damit unbeabsichtigt ausgelöst werden.

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Don‘t degrade Debs, Darling wartet immer noch, daß sich bei ihrer Vergewaltigungsnazeigeb etwas tut:

„Sie hören jetzt erstmal eine Weile nichts“ war die Formulierung der Beamtin. Bei „Weile“ hatte ich nicht an Jahre gedacht, sondern an Wochen, durchaus Monate, aber nicht Jahre. Eine klare Aussage, mit einer realistischen Prognose hätte mir vielleicht an ganzes Stück Unruhe erspart. Wenn ich mir so etwas wünsche, ist mir klar, dass feste allgemeine Aussagen schwierig sind, aber diese Orientierungslosigkeit, in einer ohnehin schon wahnsinnig verunsichernden Situation, ist ein zusätzlicher Stressfaktor, macht ein Abschalten manchmal unmöglich und denkt meine Situation nicht mit.

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Ninia über die Hindernisse von Schiedsrichterinnen:

Laut Vorsitzendem Herbert Fandel ist Bibiana Steinhaus „die weltbeste Schiedsrichterin und macht in einer der stärksten 2. Ligen [der Herren] der Welt einen bemerkenswerten Job“. Offenbar aber immer noch nicht gut genug. Denn nur die besten Zweitliga-Schiedsrichter_innen können in die erste Liga aufrücken. Zweiundzwanzig Schiedsrichter sind also immer noch besser als die „weltbeste Schiedsrichterin“. Soso.

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kleinerdrei über die Reaktionen darauf daß das Thema sexuelle Vielfalt in die Lehrpläne von Baden-Württemberg aufgenommen wird:

Laut Petition ist die Thematisierung von LSBTIIQ-Kontexten im Unterricht gefährlich, weil ein “LSBTTIQ-Lebensstil” “negative Begleiterscheinungen” habe “wie die höhere Suizidgefährdung unter homosexuellen Jugendlichen”. Das suggeriert, dass LSBTTIQ-Jugendliche nicht etwa unter dem Druck ihrer heteronormativen Umgebung zerbrechen, sondern dass mit ihrer Entdeckung ihrer sexuellen Identität gleichermaßen auch ihre Suizidgefährdung steigt. Das ist zwar praktisch für die intolerante Umgebung, die sich Moral und Werte auf ihre Fahnen schreibt, hat aber mit der Wahrheit nur begrenzt zu tun.

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Leider doch kein UFO über Bremen:

Nach der Auswertung von mehr als 50 Hinweisen zu dem unbekannten Flugobjekt und etlichen Zeugenbefragungen seien sich die Ermittler jedoch sicher, dass keine Menschen an Bord waren. Das Fluggerät, das vor etwa zwei Wochen den Flugverkehr behinderte, sei wahrscheinlich von einem Hobby-Modellflieger gelenkt worden. Gezielte Ermittlungen gegen Personen aus der Szene waren Siemering zufolge bislang erfolglos.


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