Hitzlsperger, Blüm & nackte Frauenkörper

Sexuelle Vielfalt im Unterricht, nackte weibliche Körper, Frauen und Autos, IT-Rolemodels, Norbert Blüm, Bilder von Ninia und Reaktionen auf Hitzlspergers Coming-Out.

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Da schüttelt man immer den Kopf, wie kämpferisch-verbissen es zugeht, wenn’s um Auto fahrende Frauen in Saudi-Arabien geht. Aber hier scheint auch diese Mentalität zu herrschen: Frauen und Autos! GeschlechterKAMPF, Bastionen erobern!!! Meine Güte… wieso ist es ein Angriff, wenn Frauen sich mit Autos beschäftigen?
Egal. Trotzdem informativer und interessanter Artikel (auch wenn man bei Formulierungen wie „Aber kaum, dass eine zarte Hand ans Steuer griff, gab es auch schon die ersten Skeptiker, (…)“ die Krise kriegt)

Interessanterweise wirkt die Werbung der Hersteller vor dem Zweiten Weltkrieg oft sehr viel fortschrittlicher als heute, weil sie gezielt die Frauen als Fahrerinnen und Käuferinnen in Szene setzte. Damals gab es sicher auch schon selbsternannte Frauenversteher in den Vorstandsetagen, aber dieses rätselhafte Ding namens Frauenauto wurde erst sehr viel später erfunden. Natürlich waren auch früher schicke Damen zum Shoppen und zum Freundinnentreff mit dem eigenen Gefährt in die City. Aber ihr Frauenauto wog durchschnittlich drei Tonnen, verfügte kaum über technische Hilfsmittel wie Servolenkung oder einem durchgängig synchronisierten Getriebe, und es war nicht knuffig.

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Karnele regt sich (zu Recht!) über einen Haufen Pfeifen, auf die meinen, die Welt geht unter, wenn in Schulbüchern nicht nur Heteros vorkommen – und von diesen Leuten gibt’s schockierend viele:

Mit der Bildungsplanreform 2015 soll die Akzeptanz „Sexueller Vielfalt“ in die fünf Leitprinzipien (Berufliche Orientierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Prävention/ Gesundheitsförderung; Verbraucherbildung) eingearbeitet und künftig in Schulen thematisiert werden.

Gewisse Kreise und Zeitungen wie die mit den vier Buchstaben sprechen von „Schwulsein wird Schulfach“ und Protest formiert sich. In einer Petition, die bereits über 16.000 Menschen unterschrieben haben, wird gefordert: „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“.

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Schöne Bilder
gibt’s bei Ninia LaGrande:

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Überhaupt sind die sogenannten Konservativen gerade ziemlich laut; C. Rosenblatt nimmt sich Norbert Blüm vor:

Seit Neustem dann wohl doch, taucht doch da plötzlich der Norbert Blüm auf und “kritisiert” die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts Karlsruhe zum sog. “Ehegattensplitting” auch bei homosexuellen PartnerInnen.
Nicht nur ein CDU- Altmännergeblubber á lá “Es kann nicht jeder* machen/ haben/ sein was er* will”, sondern auch saftige Homophobie vermischt sich in den Rest des Textes.

So schreibt er: “Die Familie ist die Elementareinheit der Gesellschaft, die auf ihr Weiterleben angelegt ist. Diese Funktion vermögen gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht einzulösen”. Seiner Ansicht nach, hätte das Bundesverfassungsgericht dies berücksichtigen müssen: “Kinder, ihr Kommen und Gedeihen, spielen offenbar beim Hohen Verfassungsgericht eine niedere Rolle.”

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Neue Webserie über weibliche IT-Rolemodels:

Eine Webserie über weibliche* Role Models. Aus IT und Technik, aus Sport und Kunst, aus Unternehmerinnentum. Die Umsetzung des Plans hat sogar schon begonnen. Und zwar in der Planung der Serie und der ersten Folge. Leider gibt es noch einen kleinen Haken. Obwohl es super cool ist, wenn im Netz alles frei verfügbar ist und damit für so gut wie jede_n abrufbar, die Herstellung von Inhalten kostet trotzdem Geld. Deswegen gibt es aktuell ein Crowd Funding Projekt, das die Pilotfolge (also eine lange erste Folge) der Serie finanzieren soll.

Unterstützen, wer kann!!

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Antje Schrupp über den Blick auf nackte, weibliche Körper und deren Darstellung und empfiehlt ein Buch, das interessant klingt:

Nackte geile Frauen gibt es im Museum zu sehen, ist das nicht sowas von geil?

Auf ähnlich “lustige” Weise wird häufig auch für Ausstellungen geworben, die prähistorische Figurinen zeigen. Zum Beispiel wurde für die Ausstellung der Venus von Willendorf in Österreich mit einem Plakat geworben, das sie als Call-Girl (mit Telefonnummer) zeigt.

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Sind die Reaktionen auf Hitzlspergers öffentliches Coming-Out wirklich so positiv, wie die Presse behauptet?

Und schließlich liefert Herr Bruchhagen auch die Erklärung dafür, warum sich bisher erst 0,019 Prozent der Fußballbundesligaspieler (in Worten: einer) zu seiner Homosexualität bekannt hat: “Es ist aber auch so, das muss ich aber auch sagen, dass die, sagen wir mal, proportional an der Gesellschaft, dass Fußball eben ein starker Männersport ist und dass es jetzt nicht so ist, ich kann das jetzt prozentual nicht benennen, aber es gibt sicherlich eine prozentuale Zahl von homosexuellen Neigungen in unserer Gesellschaft, ob die sich gerade im Männerfußball zu hundert Prozent widerspiegelt, habe ich doch große Zweifel. Das soll jetzt kein Prä des Männerfußballs sein, aber ich glaube, dass das Fakt ist.”


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