Brillen, Mindestlohn & 25 Jahre Roseanne!

Die eßbare Stadt, Mindestlohn, Flowmarkt, Comiczeichnerinnen, Teamwork, Alice Munro, Hartz IV und Menschenrechte, Privatsphäre, Fallopian Fighter, Brillentragen, Herbst, Urheberideen, Feedback für die An.Schläge, obdachlose Osteuropäer und 25 Jahre „Roseanne“.

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Ute Hausmann erklärt im Zeit-Interview, weshalb die Hartz IV-Sanktionen ihrer Meinung nach menschenrechtswidrig sind:

Die größte Gruppe sind alleinerziehende Frauen. Sie leben besonders oft in Armut, und stecken häufig zurück, damit wenigstens ihre Kinder ordentlich zu essen bekommen. Für Kinder ist eine gesunde Ernährung ja besonders wichtig. Daneben Pflegebedürftige in Altenheimen, die stark vom Personal abhängig sind, das nicht die Zeit hat sich zu kümmern. Oder nehmen Sie Flüchtlinge, die mancherorts noch durch Essenspakete versorgt werden. Wie man sich ernährt, hängt auch mit kulturellen und religiösen Aspekten zusammen. Aber den Flüchtlingen wird nicht zugestanden, frei über ihr Essen zu entscheiden. Das kratzt an der Menschenwürde.

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Sieht so aus, als würde Deutschland demnächst doch endlich sowas wie einen Mindestlohn einführen – da schau her:

Als Gegenleistung fordert Seehofer, dass die Union bei dem Sondierungstreffen einen vergleichbaren Erfolg erzielt. „Denn sonst sagen unsere Leute, wer hat jetzt eigentlich die Wahl gewonnen?“ Dies könne in einer Einlösung des Unions-Versprechens bestehen, Steuern und Staatsschulden nicht zu erhöhen. „Für mich ist alles überragend: keine Steuererhöhungen und keine neuen Schulden“, sagte Seehofer. „Das ist für mich so wichtig im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum und auf die Arbeitsplätze.“

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Uuuund: Jubiläum!!! 25 Jahre Roseanne!!!

Tabubrüche am laufenden Band

Gegen den Willen von ABC schrieb Roseanne Barr mehr und mehr schwule und lesbische Figuren in die Serie – ihr Antrieb dafür waren die Homosexualität ihres Bruders und ihrer Schwester. Für Aufregung sorgte in der sechsten Staffel die Folge „Don‘t Ask Don‘t Tell“, in der eine lesbische Figur Roseanne Conner auf den Mund küsst. ABC weigerte sich, die Episode auszustrahlen. Im Anschluss an eine mediale Auseinandersetzung mit Roseanne Barr lief die Folge im März 1994 doch – versehen mit einer Warnung für Erziehungsberechtigte. Mehr als 30 Millionen Zuschauer schalteten ein. In einem Artikel in der New York Times stand 1997 anlässlich des Endes der Sitcom, sie habe das Bewusstsein der Massen verändert. Darüber hinaus hieß es: „Die Show hatte dadurch sogar Einfluss auf Menschen, die die Show niemals gesehen hatten.“

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Obdachlos und „falsche“ Herkunft
– und man ist doppelt beschissen:

Bertold Reetz, Leiter der Wohnungslosenhilfe der Inneren Mission Bremen, kennt die „Jakobushaus-Camper“. „Was unser Innenminister über diese Menschen sagt, ist absoluter Quatsch“, sagt er. Damit meint er das von Hans-Peter Friedrich (CSU) kolportierte Bild von ArmutsmigrantInnen, die nur herkommen, um das Sozialsystem zu schröpfen: „Die Menschen wollen arbeiten und für ihr Leben aufkommen“, sagt Reetz. Bloß: Viele dürfen nicht, „und sie dürfen auch nicht dauerhaft im Jakobushaus unterkommen.“

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Bei Ms Pr0 wird über Privatsphäre diskutiert:

Der Kontrollverlust trifft alle gleich. Doch nicht alle haben das gleiche zu verlieren. Der Politiker bekommt größere Probleme, als der Normalmensch, wenn beispielsweise amoralische Dinge über ihn ans Licht kommen. Auch die Eintrittswahrscheinlichkeit ist höher. Sein Leben, seine Vergangenheit (und zum Beispiel seine wissenschaflichen Arbeiten) werden stärker durchleuchtet. Eine Institution wie die NSA ist vom Kontrollverlust mindestens genau so getroffen, wie sie Vorteile aus ihm zieht. Seit Snowden ist die NSA quasi gelähmt. Alle Prozesse und Clearings müssen überprüft werden. Keiner vertraut mehr irgendwem. Alexander will aus Angst vor Leaks den Großteil aller Systemadministratoren wegautomatisieren. Viel Glück kann man ihm da nur wünschen.

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„Eßbare“ Stadt
– interessantes Projekt:

“Es ist eine Revolution”, sagt Pam Warhurst, “aber wir sind sanfte Revoluzzer. Alles, was wir tun, basiert auf Güte.” Die Bewohner des englischen Städtchens Todmorden “revoluzzen” mit Kartoffeln und Bohnen, Himbeeren und Salat. Unter dem Motto “Incredible edible” (unglaublich essbar) haben die Bürger 70 private und brachliegende Grundstücke mit Obst und Gemüse bepflanzt. Das Besondere: Jeder kann selbst pflanzen – und ernten, was er braucht.

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Auf Gleisbauarbeiten gibt’s Kommentare zu Alice Munro:

So, wie ich sie auch für mich entdeckt habe, im New Yorker, mit diesen Erzählungen, die eher mit Tschechow zu tun haben, als mit der nordamerikanischen Form der Short Story, wie sie etwa Hemingway geschrieben hat. Munro hat die Architektur einer Erzählung, die Art und Weise, wie die Zeit im Erzählen vergeht und als Raum durchschritten wird, geradezu revolutioniert, aber auf eine Weise, die der Leserin erst im Nachhinein bewusst wird, wenn sie erkennt, dass die Zeiten, von denen und in der sie sich erzählen ließ, vergangen sind, auf je verschiedene Weise, und zugleich nie vergehen können. Munro hat in einem festumrissenen Territorium und in scheinbar eindeutigen historischen Bezügen Geschichten von zeitloser Gültigkeit geschaffen, weil sie die Wahrheit über das, was zwischen den Menschen geschieht, die sich lieben und schlagen, hassen und behüten, erzählt hat. Neben Jane Austen und Virginia Woolf ist sie die für mich bedeutendste Autorin.

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Die an.schläge wollen Feedback:

Seit wann lest ihr die an.schläge, was gefällt euch besonders, was fehlt euch in den an.schlägen? Wir freuen uns auf eure Antworten! Und schenken euch dafür wiederum etwas: Unter allen Teilnehmer_innen verlosen wir Büchergutscheine von ChickLit, Comics vom avant-verlag, Musik von Fettkakao und Monika Records und vieles mehr!

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Radikale Urheberidee eines Drehbuchautors:

Fred Breinersdorfer ist nicht nur (Dreh)buchautor (sein bekanntester Film ist vermutlich Sophie Scholl – Die letzten Tage), sondern auch Anwalt – er kennt sich mit Urheberrechtsfragen daher aus verschiedenen Richtungen aus. Und er ist ganz offenbar ein kluger Kopf, denn in der SZ schlägt er nicht nur vor, den illegalen Film-Angeboten Konkurrenz zu machen, sondern – das ist sehr wichtig – er fordert auch radikale Maßnahmen, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

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Heng macht sich Gedanken über Teamfähigkeit:

Vor allem bei Gruppenprojekten wie dem Theater, in dessen Kostümgruppe ich aushelfe, oder beim Sport bin ich verunsichert, ob ich mit dem ganzen Uni- und Arbeitsstress, dem Aktivismus und meinen sich abwechselnden Depressions- und Manieschüben fähig bin, mich zu verpflichten. Ich will es, ich will es so unglaublich gern. Ich habe nur die Befürchtung, dass ich mich in schwierigen Zeiten nicht dazu bringen kann, ehrlich zu sagen, dass mir alles über den Kopf wächst. Diese Angst hält mich zum Beispiel davon ab, endlich mit Roller Derby anzufangen. Ich hab so unglaublich Lust drauf, diesen Sport zu machen und in einer Mannschaft zu spielen. Gleichzeitig will nicht ständig das Gefühl haben müssen, egoistisch zu sein und das Team in Stich zu lassen, weil ich es zum Training nicht schaffe. Und überhaupt, wie viel Belastung ist gewöhnlich? Wie viel Zeit für mich darf ich mir überhaupt nehmen?

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Herbstempfehlungen von den Travelettes:

The Travelettes of the Northern hemisphere can’t deny it any longer – autumn is going strong! And while we wishfully browse through the Flickr and Instagram accounts of our Australian or South African friends, we gotta admit that this season has its advantages as well. Finally a chance to wear that cute knit again, great excuses to spend a night inside instead of wandering the city’s rainy streets, all those delicious flavors from seasonal fruit and vegetables – I could go on and on.

In order to enjoy these weeks of autumn, we put together a Travelettes Guide to Autumn including our favourite survival strategies for a cozy day at home, the desire to taste fall and some of those last sunny days of the year!

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Bei der Spiegeleule gibt’s schöne Bilder vom „Flowmarkt“:

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Ashley Reese fragt sich: Finden Kerle Brillen unattraktiv? Und weshalb sollte einen das interessieren??

I’ve worn glasses since I was in 2nd grade, back when Spice Girls ruled the airwaves and it was still cool to wear light-up shoes. My first pair were circular, wire framed monstrosities and I felt so dorky with them, but there was still a sense of novelty that came with wearing them that only a seven-year-old can really appreciate.

As I’ve gotten older and as glasses have become cool, my glasses pride has grown. I mean, I think that I look pretty cute in them, if I do say so myself. But has that ever stopped my parents from suggesting that I invest in some contacts or making sure that I took my glasses off for all of my yearbook pictures? No. Have I always listened to them? Definitely not.

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Gefunden:
Fallopian Fighter

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Comic makin‘ Ladies – eine Auswahl, darunter wohl die (momentan) bekannteste, Marjana Satrapi:

Satrapi is one of the only female graphic novelists to take on the important socio-politial topic of growing up a woman in a Middle Eastern, muslim country. Persepolis is set in Iran, shortly after the Iranian Revolution, in which the last Shah of Iran was deposed and muslim extremists took power over the country. Satrapi’s parents were Marxist revolutionaries, which gives her a unique perspective on the events which unfolded during the late 1970s in Iran. She takes on topics which range the gamut with bravery and wisdom, making the story, which is told through the innocent voice of a child, even more the powerful.


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