Hexen, BHs und Spirale

Über „Hexen“, Amina Tylers Geschichte, Spirale auch für Teenager, Soliprojekt für Ägypterinnen, unnütze BHs & radikale französische Gleichstellungsgegner.

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Solidarität mit den ägyptischen Frauen zeigen österreichische Künstlerinnen mit einem „Haarprojekt“ namens „Global Curls for Egyptian Girls:

Im Herbst 2013 sollen in Ägypten die nächsten Parlamentswahlen stattfinden. Mit ihrer internationalen Solidaritätsaktion „Global Curls for Egyptian Girls“ machen die beiden österreichischen Künstlerinnen Karin Hannak und Ilse Hirschmann auf die derzeitige Situation aufmerksam: „Mit ihren Haaren, die ein Symbol für Kraft sind, unterstützen Frauen aus der ganzen Welt die Forderung der ägyptischen Frauen nach fairen und demokratischen Bedingungen.“

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(Bild von Christinacats)

Der Mythos von feministischen BH-Verbrennungen war gestern. Heute wird diskutiert, ob man die Busenverpackung überhaupt noch braucht. Ein Politikum ist es nicht – diskutiert werden hauptsächlich „ästhetische“ Aspekte:

Rouillon, Professor an der Universität Besancon, nahm 15 Jahre lang Messungen an 320 Frauen vor und untersuchte den Einfluss von Büstenhaltern auf Brustgewebe, Haltung, Form und Umfang der Brust.

Sein Ergebnis: Das Tragen von BHs macht die Brust abhängig von der Stützfunktion des Kleidungsstücks, sorgt dafür, dass das Brustgewebe schlaff wird und das Eigengewicht der Brust nicht mehr ohne Hilfskonstruktion ergo BH getragen werden kann. Auch auf die Haltung und Rückenmuskulatur habe das regelmäßige Tragen negative Auswirkungen.

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Im Mädchenblog wird der Hänsel & Gretel -Film analysiert:

In den Märchen der Grimmschen Sammlung ist das Böse oft weiblich und als nationale Eigenheit eine Hexe. Erst durch ihre Vernichtung wird die bürgerliche Ordnung wieder hergestellt. Die Dualität von Gut und Böse findet sich auch im Frauenbild der Märchen, welches auf mythologische Wurzeln zurückgreifen kann. Denn hier stehen sich zwei scheinbar gegensätzliche Eigenschaften der Frauen gegenüber: Sinnlichkeit, Leidenschaft, Sexualität und Mütterlichkeit, Bescheidenheit, Folgsamkeit.

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Nochmal Maggie Thatcher, nochmal Hexen: statt die berechtigte Kritik an ihr auf ihre politischen Abartigkeiten zu konzentrieren, wird sie als „Bitch“ und „Witch“ abgestempelt:

Der Hass auf eine radikalliberale Politik wird hier offenbar durch eine weibliche politische Repräsentantin nochmal besonders beflügelt. Welche Töne angeschlagen worden wären, wenn Thatcher ein Mann gewesen wäre, wissen wir nicht. Eines aber schon: Bestimmt nicht Hexe oder Bitch.

Dabei gäbe es doch beileibe genügend inhaltliche Kritik, die selbstverständlich auch am Todestag der PolitikerIn geäußert werden kann und soll(…)

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Die Gleichstellungsgegner in Frankreich werden aggressiver und warnen vor „Blut auf den Straßen“:

Nachdem der französische Senat mit deutlicher Mehrheit den Gesetzesentwurf zur Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule angenommen hat und dieser nun zur finalen Abstimmungen an das Abgeordnetenhaus retour geht, scheinen bei den GleichstellungsgegnerInnen, die in den vergangenen Wochen offen ihre Homophobie zur Schau getragen haben, die Sicherungen vollends durchzubrennen. Nun warnt die Anführerin, die Komikerin Frigide Barjot vor ‘Blut’. Die homophobe Rhetorik zeigt bereits Auswirkungen, sind doch die homophoben Übergriffe um 200 % gestiegen.
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Nach der Abstimmung im Senat demonstrierten erneut die GleichstellungsgegnerInnen rund um “La Manif pour tous”, die bereits öfters zu Massenkundgebungen aufgerufen hat. Wie schon bei der Massenkundgebung Ende März in Paris mit rund 300.000 TeilnehmerInnen (thinkoutsideyourbox.net berichtete), kam es auch bei dieser Kundgebung zu gewalttätigen Ausschreitungen, als einige hundert Personen versuchten, das Senatsgebäude zu stürmen (thinkoutsideyourbox.net berichtete).
Bereits in den ersten Monaten des Jahres 2013 kam es zu einem Anstieg von homophoben Übergriffen von 200 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012, wie Elizabeth Ronzier, Vorsitzende der Anti-Homophobie-Organisation “SOS Homophobie” gegenüber “Raw Story” erklärte.
(…)
Der Fortschreitende Prozess der Gleichstellung von Lesben und Schwule scheint nun bei den GleichstellungsgegnerInnen – trotz dem dramatischen Anstieg von homophoben Übergriffen – völlig “die Sicherungen durchbrennen” zu lassen.

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Der Freitag rekonstruiert die Geschichte der tunesischen Femen-Aktivistin Amina Tyler, inklusive übersetztem Transskript des Interviews vom 06.04.2013 mit Amina Tyler bei Canal+, wo sie auch Kritik an den Femen-Aktionen übt:

Ich habe sie nicht gesehen, aber davon gehört, dass sie islamische Fahnen vor einer Moschee in Paris verbrannt haben. Da bin ich dagegen, weil das sich gegen mich wendet, weil sie Amina auf ihren Körper geschrieben haben und jetzt jeder glaubt, dass ich sie dazu ermutigt habe. Es ist inakzeptabel auf eine derart radikale Weise zu reagieren, weil sie damit nicht nur den Typ von Muslime beleidigt haben, die Extremisten sind, sondern alle Muslime, das ist inakzeptabel.

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Bisher hieß es, die Spirale als Verhütungsmittel sei für junge Frauen ungeeignet. Jetzt geben Mediziner Entwarnung:

Auch Teenager und junge Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, können mit der Spirale verhüten, so das Ergebnis einer neuen Studie. Ein Team um die Medizinerin Abbey Berenson von der University of Texas Medical Branch at Galveston entkräftete damit die Bedenken vieler Gynäkologen, das Intrauterinpessar könne bei jungen Frauen vermehrt Komplikationen wie Entzündungen und Eileiterschwangerschaften verursachen. Dem sei nicht so: Bei weniger als einem Prozent der Frauen gebe es Probleme – und das unabhängig vom Alter


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