Mansplaining, Polizeigewalt & Kopftuch

Edward Snowdens Konzernschelte, Rassistaz, schönes Mansplaining-Beispiel, schwäbische (Vorstands-) Wahl, „auch schön“ sein dürfen, Feine Sahne Fischfilet-Oben-Ohne-Skandälchen, Polizeigewalt & Kopftuch.

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Roomservice at Tearriffic’s! Und zwar das Luxusmenu, so ausgiebig und 101, wie Heng dort schreibt:

Weiterhin wirkt sich dieses, nicht gerade vorbildliche Verhalten vieler Frauen, indirekt auch auf andere Frauen aus. Leider. Oft trifft es dann die Falschen. Oft sind es dann die Frauen, die super nett, freundlich, witzig, offen, ehrlich, sympathisch, sehr hübsch … sind.

- Ein Typ, der sich das Recht nimmt, das Verhalten von Frauen* in “vorbildlich” und “unvorbildlich” einzustufen, geht noch weiter und ordnet die “Falschen” Betroffenen ein. All diese Adjektive, dann auch noch “sehr hübsch”. Wer also nicht “sehr hübsch” ist, darf ruhig garstig sein, denn die möchte eh niemand ansprechen, oder was?

Es täte so manchem gut, diesen Text+Kommentare zu lesen. Maln bißchen Frauenperspektive schnuppern und so.

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Schönes Beisiel für das, womit sich gerade Locations mit explizit nicht-sexistischem Regelwerk rumschlagen müssen:

Nun denn, den AJZ-Hatern, die sich da gerade im Internet aufblasen, und so tun, als sei das AJZ eine “Feminazi”-regierte “No-Go-Area”, sind solche Details egal. Es geht gegen das AJZ, gegen Linke, gegen Anti-Sexist_innen – klar, da muss man dabei sein und mitpöbeln, was das Zeug hält. Vom “Terror der Traumatisierten” ist die Rede, von “total albernen” Hausverboten, die irgendwer mal im AJZ bekommen hat, wegen “angeblich” sexistischen Verhaltens. Klar, “angeblich” und “sexistisch”, das ist ein Wortpaar, gehört zusammen wie Jacke und Hose. Dass da eventuell auch des Öfteren mal etwas dran sein könnte, wenn jemandem Sexismus vorgeworfen wird, ist ja undenkbar. Jede_r kennt irgendwen, der/die schon mal was Doofes im AJZ erlebt hat, deshalb muss der Laden ja doof sein, die Leute, die ihn aufrecht erhalten und betreiben, sowieso. Wer so drauf ist, in seiner/ihrer Freizeit nicht-kommerzielle Veranstaltungen und Konzerte zu organisieren, von herrschaftsfreien Räumen wenigstens zu träumen, muss einfach einen gehörigen Knall haben. Außerdem haben die dreckige Klos, manchmal ist das Bier warm, und rauchen darf man da ja auch nicht mehr…

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Das Mädchenblog nimmt sich der Kopftuchdebatte an:

Moslemische Mädchen leben nicht nur „im Islam“. Sie leben auch im Patriarchat. Wurden vom Leben also möglicherweise doppelt beschissen.

Soweit ich weiß, geht die Kopftuch-These ja so: die Frauen sollen das Haar (bzw. bei manchen auch mehr) verstecken, damit es die Männer nicht reizt, sie in irgendeiner Form abschleppen zu wollen.

Und da liegt halt der Hund begraben – anscheinend funktioniert das Ding hier in Deutschland.
Wer gegen das Kopftuchdiktat mit Ablegen protestiert, kriegt die ganzen Baggerheinis inklusive. Evtl. halt auch noch andere Unannehmlichkeiten, und ich mein hier nicht elterliche Kontrolle und moslemische Community…

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Kritik an einem weiteren taz Rassismus-Fail und eine Erinnerung an alle, wie nichtweiße Menschen in Deutschland die Welt beispielsweise sehen, daß für sie Rassismus und Diskriminierung sehr penetrante Alltagserfahrungen sind:

Vorweg: Ich habe eine Sehnenscheidenentzündung im Arm (das ist das Tolle am chronischen: Es kommt immer wieder), zwei Deadlines im Nacken und vielmehr Lust über das Whitewashing der Hip Hop (Platten-)Industrie in Deutschland zu schreiben, aber…mich hat da was gestört. Konkret: die Taz, der folgende Brief bezieht sich auf diesen Artikel.

Liebe Taz-Redaktion im Allgemeinen, liebe Astrid Kaminski im Besonderen,

An dem Artikel von Astrid Kaminski gibt es allerlei zu beanstanden, aber der rassistische Vogel wird mit diesem Absatz abgeschossen:

”Vier Wochen, in denen Rassismus groß geschrieben und so oft thematisiert wurde, dass es durchaus penetrant wirkt, und in denen das politische Anliegen sich teils deutlich vor das künstlerische stellte.”

Wissen Sie, was so richtig penetrant ist?

Jeden Tag Rassismus zu erleben. Jeden Tag aufs Neue daran erinnert zu werden, ”anders” zu sein, weil die Haare zu schwarz und zu lockig sind, keine Wohnung zu bekommen, weil der Name nicht arisch genug klingt, zu sehen, das zehn Jahre lang weiße Menschen, meine Geschwister töten können (NSU-Mordserie) und danach nichts folgt außer fünf Seiten “Empfehlungen”.

Wissen Sie, was so richtig penetrant ist?

Die Zeitung aufzuschlagen und nicht irgendwo die eigene Realität, die eigene Perspektive zu lesen. Das Radio einzuschalten und nicht eine Stimme zu hören, die eine Geschichte erzählt, in der Menschen wie ich wie Menschen beschrieben werden und nicht in der fünften Generation immer noch ihre Migrationshaft absitzen.

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Riotmango legt den Deppensatz „übergewichtige Frauen sind auch schön“ auseinander und erklärt idiotensicher, weshalb das kein Kompliment ist:

“übergewichtig” (genau wie der klinische begriff “adipös”) ist ein begriff, der durch die fat-shamende mainstream-medizin legitimiert wird, ein vermeintliches “zu viel” konstruiert und deshalb in die gesellschaftliche mülltonne gehört. ich wünsche mir, dass widerständige selbstbezeichnungen, die eine empowernde politische dimension haben und nicht absurde bewertungsmaßstäbe reproduzieren, im deutschsprachigen raum stärker diskutiert und mit politischen botschaften gefüllt werden.

unser fett ist und bleibt politisch und wird verdammtnochmal nicht in einen bewertungsmaßstab von “unter” und “über” gequetscht.

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Snowden übt Kritik an Facebook, Apple und Google:

Andere große IT-Unternehmen wie Google, Facebook. Microsoft, Yahoo und Apple müssten sich angesichts der Arbeit von Lavabit fragen lassen, warum sie nicht in ähnlicher Weise für die Interessen der Bürger einträten wie die kleinen Internetfirmen. „Sie entschuldigen sich damit, dass sie Gesetze befolgen müssen, die ihnen nicht gefallen, aber wenn sie ihre Dienste abschalten würden, könnten sie an einem einzigen mehr erreichen als 100 Lavabits“, sagte der Ex-Geheimdienstmitarbeiter.
(…) Lavabit hatte seinen Kunden zugesagt, dass deren E-Mails auf den Servern des Unternehmens verschlüsselt werden und dass ein Zugang zu den Mails nur mit dem Passwort des Nutzers möglich sei. Lavabits Erklärung lässt vermuten, dass die US-Behörden möglicherweise Zugang zur E-Mail-Korrespondenz von Snowden, zu anderen Informationen über ihn oder zum Schlüssel seiner Mails bekommen wollten oder sogar einen Zugang zu den Daten der Hunderttausenden anderen Lavabit-Kunden.

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Deutsche Polizeigewalt
fällt so langsam auf. Wer kann schon Menschen vertrauen, die „immer Recht haben“?:

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beklagt schon länger, dass es Fälle „rechtswidriger Polizeigewalt“ in Deutschland gebe. Tödlich enden Polizeieinsätze jedoch relativ selten. In Berlin wurden seit 2008 sechs Menschen mit Schüssen aus Polizeiwaffen getötet, wie Innensenator Frank Henkel (CDU) nun auf eine Anfrage der Grünen antwortete. Zwölf weitere Menschen erlitten danach Verletzungen.

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Schwäbischer Wahlrückblick:

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Melanie über das Reizwort „Fremdbetreuung“

“ich möchte mein kind nicht so früh fremd betreuen lassen/abgeben…” höre ich oft. wenn ich dann nachbohre, was “fremdbetreuung” heißt, stehen dahinter konkrete formen von betreuung, die nicht erwünscht sind: betreuung, für die bezahlt wird. anders kann ich es mir oft nicht erklären, warum es ok ist, dass oma an vier vormittagen das kind bespaßt, aber die tagespflege oder die kita abgelehnt werden. und zwar auch von menschen, die sich solche betreuung grundsätzlich finanziell leisten können.

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