Peinlichkeiten, Ladyfest & Masturbationsanleitung

Wenn die Tochter Sex hat, Friedensnobelpreis für Manning?, Anleitung zum Masturbieren, Ladyfest Berlin, sexistische Ekelwerbung, wenn Männer „Feminismus machen“, Brav_a will Eure Peinlichkeiten, DNS-Analyse, Italiens Integrationsministerin Cécile Kyenge im Interview, Diskriminierung in Bildungseinrichtungen, Spähaffäre, Interview mit Ninia LaGrande und Parteien als Männerverein.

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Interview mit Cécile Kyenge, Italiens Integrationsministerin, über Rassismus und Einwanderung:

Es ist kein Zufall, dass meine Ernennung als Integrationsministerin eine so heftige Debatte auslöste, denn sie ereignete sich in einem besonderen Moment unserer Geschichte: Bis vor wenigen Jahren waren viele in Italien der Meinung, dass die Massenmigration aus Afrika, Asien und Südamerika ein vorübergehendes Phänomen sei. Italien war lange ein Transitland für Migranten, die nach Nordeuropa wollten. Doch inzwischen sind viele von ihnen bei uns ansässig geworden und haben dadurch die Gesellschaft verändert. Viele junge Menschen, die zur zweiten Migrantengeneration gehören, haben in den letzten Jahren ihr Studium oder Berufsleben begonnen. Sie werden dadurch viel selbstsicherer auch im Bezug auf ihre kulturelle Identität. Sie haben nun die Möglichkeit, die Gesellschaft, in der sie leben, aktiv zu verändern. Einigen Menschen gefällt diese Vorstellung nicht.

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Eine Gleichstellungsbeauftragte beschwert sich über eine nicht zu verleugnend frauenverachtende Werbung – und erntet massive Gegenwehr (und knickt leider ein):

Damit hatte Stefani Müller nicht gerechnet, nicht hier, nicht in ihrer „Heile-Welt-Kommune“, wie sie ihr Nordhausen nennt, eine Stadt mit rund 40.000 Einwohnern im Norden Thüringens. Als sie eines Junimorgens das örtliche Anzeigenblatt „Kleine Nordhäuser Zeitung“ aufschlägt, fällt ihr sofort ein Motiv ins Auge: Eine bäuchlings liegende Frau ist darauf zu sehen. Besser gesagt: Vor allem ihre Brüste, nur notdürftig verdeckt durch ein dunkles Top. Darunter der Spruch: „Kommt schneller als die Alte, ist besser gebaut und macht, was man ihr sagt.“

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Unter dem Motto „Feminist Yourself“ startet am 15. 8. das Ladyfest Berlin. Hingehen! Ich hab leider keine Kohle, da hinzufahren, aber wenn ich an vergangene Ladyfests in Berlin denke, muß ich sagen: Lohnt sich!!!
Ladyfest Berlin 2013

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Mit Gleichstellung der Frauen Wahlkampf machen ist einfach. Aber deswegen in der eigenen Partei die Frauen unterstützen? Ach nö… insbesondere die unwählbare FDP ist (nicht grad ne Überraschung…) ein Herrenklub:

Vor allem die FDP zeigt sich betont maskulin: Auf ihrer Liste für das bevölkerungsreichste Nord-Bundesland Niedersachsen beträgt der Frauenanteil gerade 12,5 Prozent, nur drei der 24 Kandidaten sind weiblich. Auf den anderen Landeslisten sieht es ähnlich aus; in Mecklenburg-Vorpommern gar findet sich unter den zehn Namen nicht ein einziger weiblicher – ungeachtet des Passus im Parteiprogramm: „Wir wollen mehr berufliche Aufstiegschancen für Frauen in unserem Land.“ Oder der Aussage, dass „gemischte Teams oft überlegen“ seien. Mit der Aufstellung solcher „gemischten Teams“ haben die Liberalen aber ihre Schwierigkeiten.

(nicht nur die Liberalen haben damit Schwierigkeiten, möcht ich anmerken…)

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Anleitung zur Selbstbefriedigung in der Bravo (via @Katey1985):
Masturbation

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Die fabelhafte Brav_a will Eure Peinlichkeiten!

In der nächsten Brav_a soll es außerdem zum ersten Mal den Versuch geben eine ‚Voll-Peinlich‘-Rubrik einzuführen. Und dabei soll es nicht (nur) darum gehen, Belustigung für alle zu schaffen, sondern wir glauben, dass durch ‚peinliche‘ Geschichten auch bestimmte Sachen klarer und manches entspannter werden kann. Und ein bisschen lustig darf es natürlich trotzdem sein. Deshalb: Schickt uns gerne eure ‚peinlichen Erlebnisse’, falls euch was dazu einfällt. Wir denken da grade an so Begebenheiten aus der ersten Begegnungen mit der linken oder queeren „Szene“.. ;) Eine Geschichte sollte einen Satz bis eine halben (A5) Seite lang sein.

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Wenn Männer „Feminismus machen“: Kathleen Hannah über das Lied „On Franternity“:

Getting back to the guy who wrote a song that seems to be sympathetic with women called ‘On Fraternity’ under the name ‘Dead Girlfriends’ and putting it out on an ep called ‘Stop Pretending’. Has anyone noticed that the title ‘Stop Pretending‘ was already used by perhaps the best all girl garage group of all time, The Pandora’s ??? So in addition to everything else, dude accidentally ripped off both a song and album title by an amazing all girl band. I mean it’s almost like a crazy psychedelic feminist musical nightmare. Though again, I do like the song and appreciate what he’s trying to do. I hope this whole thing doesn’t deter his further experiments because he has really got people talking and blogging …he got me to write something and I have been seriously slacking on my blog! I also just want to applaud him for putting himself out there and making mistakes, because how else is anything left of bland ever going to happen?

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Diskriminierung von allen möglichen Menschen ist gang und gäbe in deutschen Bildungsanstalten:

An Schulen und Universitäten gehört Diskriminierung einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zufolge zum Alltag. Nach dem 450-seitigen Ergebnisbericht fühlt sich jeder vierte Schüler oder Student mit Migrationshintergrund diskriminiert. Sechs Prozent der Befragten mit einer Behinderung gaben an, benachteiligt, ausgegrenzt oder gemobbt worden zu sein. Genauso berichteten homosexuelle Schüler von Beleidigungen.

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Eine Kampagne fordert, Bradley Manning solle den Friedensnobelpreis kriegen. Schön. Bin ich auch für. Allein schon, weil’s Obama stinken würd:

Unterstützer des verurteilten Wikileaks-Informanten und US-Soldaten Bradley Manning haben ihn für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Eine entsprechende Petition mit 103.000 Unterschriften übergaben die Initiatoren am Montag an das Nobel-Institut in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

„Keiner hat mehr getan für den Kampf gegen das, was (der US-Bürgerrechtler) Martin Luther King Junior einst als ‘Irrsinn des Militarismus‘ bezeichnet hat als Bradley Manning“, hieß es im Petitionstext.

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Spähaffäre: Warum hat in einer Demokratie die Regierung so viel Angst vor der Bevölkerung?

Möchte der Bürger wirklich, dass man weiß, über welche Krankheiten er sich im Internet schlau gemacht hat, ob er regelmäßig einen Psychiater oder Neurologen konsultiert, an einer Demonstration teilgenommen hat (weil sich sein Handy in der entsprechenden Funkzelle eingeloggt hat), einen Hostess-Service beauftragt oder politische Literatur bei Amazon gekauft hat? Man weiß schon lange, dass sich das Verhalten von Menschen unter der Überwachung ändert. Und so stellt sich die eigentlich interessante Frage: Warum überwachen demokratische Gesellschaften ihre eigene Bevölkerung so hautnah?
(…)Sicherheit wird technokratisiert. Die Soziologin Susanne Krasmann spricht davon, dass Sicherheitstechnologie gewissermaßen zum Ersatz für soziale Sicherheit wird. Sicherheit und Überwachung nähern sich an. Fast jeder gesellschaftliche Bereich wird überwacht, durchsucht, fast überall werden Profile erstellt – sei es in der Wirtschaft, Politik, Kultur, beim Militär oder im Alltagsleben.

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Wenn die Tochter Sex ha
t (dann wünscht man ihr Spaß!!):

Look, I love sex. It’s fun. And because I love my daughter, I want her to have all of the same delights in life that I do, and hopefully more. I don’t want to hear about the fine details because, heck, I don’t want those visuals any more than my daughter wants mine. But in the abstract, darling, go out and play.

Because consensual sex isn’t something that men take from you; it’s something you give. It doesn’t lessen you to give someone else pleasure. It doesn’t degrade you to have some of your own. And anyone who implies otherwise is a man who probably thinks very poorly of women underneath the surface.

(Via Spreeblick)

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Rehacare.de interviewt Ninia LaGrande:

REHACARE.de: Was wollen Sie im Leben noch erreichen?
Ninia Binias: Sehr viel! Entweder: Erfolgreiche Moderatorin im Fernsehen, mit schnieker Wohnung, Kind und Mann in der Großstadt (und Hund!). Oder: Einsame Schriftstellerin auf dem Weg zum Nobelpreis, in einem Burgkeller mit Zigarren und Wein.

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Robert Glashüttner über Gesundheitsvorsorge/DNS-Analyse und das Problem damit:

Gesundheitsrisiken, Erbkrankheiten, Medikamentenunverträglichkeiten, Ahnenforschung – die Ergebnisse eines ausführlichen DNA-Tests können durchaus reichhaltig ausfallen. Über gesundheitliche Besonderheiten rechtzeitig Bescheid zu wissen, kann in der Kommunikation mit Ärzten tatsächlich hilfreich sein und die eigene Gesundheitsvorsorge effektiver gestalten. Darüber hinaus ist der Preis für die Analyse von vormals circa 1000 in jüngster Zeit auf unter 100 Euro gesunken.

Nur: Sollte man seine eigenen DNA-Daten, also quasi den eigenen Bauplan, wirklich ebenso kaufen können wie ein neues Paar Schuhe? In den Warenkorb legen? Wer nimmt einen Angst und Sorge im Falle besorgniserregender Testresultate, wenn hier nur Speichel und Ergebnisbögen via Post hin und her geschickt werden? Und nicht zuletzt: Will man diese Daten, die auch etwa für Versicherungsunternehmen von großem Wert sein könnten, wirklich einfach mal so einer US-amerikanischen Firma zur Verfügung stellen?


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