Punkrock Fairytales, NSA spielen & Revolution Girl Style Now!

Punkrock Fairytales, Hilfsbereitschaft anyone?, selber NSA spielen, Tschüs Google!, Revolution Girl Style Now!, persönliche Grenzen, Körpernormierungen, Landays, Fifty Shades of Grey, NSA-Überwachung und 30 junge Südafrikaner wegen einer rituellen Beschneidung gestorben.

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Tschüs Google
! Nach den Snowden-Enthüllungen suchen viele nun Alternativen zu Google & Co.:

Wer solche Überwachungsmaßnahmen erschweren will, findet Hilfe bei Anbietern, die auf Datenschutz setzen – und darauf scheinen Nutzer nun mehr Wert zu legen. So leitet etwa Startpage die Suchanfragen über eine verschlüsselte Verbindung. Ein Geheimdienst würde hier nur Datenmüll erhalten. Zudem verzichtet der Anbieter auf Cookies – kleine Dateien, die es Seitenbetreibern ermöglichen, das Verhalten von Nutzern auch über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Auch die IP-Adresse, die Nutzer identifizierbar macht, speichert Startpage nicht.

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Punkrock Fairytales

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Jakob Augstein findet klare Worte zur NSA-Überwachung:

Wann ist Kontrolle totale Kontrolle? Wenn man sich ihr freiwillig unterwirft – und sie dann nicht einmal mehr spürt. In Deutschland sind die USA diesem Ziel schon sehr nahe gekommen. Das zeigt der Umgang weiter Teile der deutschen Öffentlichkeit mit dem Überwachungsskandal. Und das zeigt auch die Reaktion der deutschen Regierung. Herunterspielen und verharmlosen: Unsere verantwortlichen Politiker zucken mit den Achseln und geben dabei mit ihrer eigenen Souveränität unsere Rechte ab. Ihre medialen Büchsenspanner applaudieren. Wenn die Deutschen sich das gefallen lassen, haben sie aus zwei Diktaturen nichts gelernt.

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Drop the Thought schreibt über „Landays
“, zweizeilige paschtunische Gedichte :

Nicht mal einen Wikipedia-Eintrag gibt es für „Landays“ – kein Wunder, denn diese Zweizeiler sind Gedichte der Paschtun_innen, die oft nur mündlich wieder gegeben werden. Auch und gerade für Analphabet_innen sind sie daher eine Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken. Allerdings sorgt all dies nicht unbedingt dafür, dass Landays international oder als Kunstform große Beachtung erfahren.

Wenn Schwestern zusammen sitzen, loben sie immer ihre Brüder.
Wenn Brüder zusammen sitzen, verkaufen sie ihre Schwestern an andere
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Antje Schrupp analysiert Körpernormierungen:

Hingegen zu sagen, dass eins sich dick fühlt, dass dieses Stück Kuchen jetzt eigentlich zu viel ist, dass man eigentlich fünf Kilo abnehmen müsste, das passiert häufig. Ich höre es von Kolleginnen beim Mittagessen, neulich sogar von einer Wildfremden an der Käsetheke. Zu sagen: „Ich bin zu dick“ ist viel einfacher, als über andere Dinge zu sprechen, bei denen eins sich ungenügend gefühlt. Es wird schneller verstanden, ist sozial akzeptiert und nicht weiter erklärungsbedürftig. Aber es erfüllt eben dennoch den Zweck: das chronische Gefühl des Nicht-Genügens einfach mal rauszulassen, mit anderen zu teilen.

Zumal heutzutage Mittelmäßigkeit ja nicht mehr erlaubt ist. Das zeigt sich zum Beispiel in einem veränderten Verhältnis der „normalen Leute“ zu den „Stars“. Früher waren Stars etwas zum Anhimmeln, zum „Vergöttern“ (die Garbo), aber nichts, was eins ernsthaft auf sich selbst bezog. Die Garbo war die Garbo, und meine Mutter eine ganz normale Hausfrau. Heute hingegen sind Stars „Benchmarks“ für alle.

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In Südafrika starben 30 junge Männer bei einer rituellen Beschneidung:

Ihr Zustand sei „beängstigend“, sagte Behördensprecher Sizwe Kupelo. „Ihre Geschlechtsteile sind zerstört. Sie sind schwer beschädigt.“ Etwa 300 weitere Jugendliche würden im Krankenhaus behandelt. Einige von ihnen hätten keine Genitalien mehr. Andere würden wegen Dehydrierung oder Verwundungen behandelt.

Der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) zeigte sich „erschüttert“ über die neuen Todesfälle und rief dazu auf, die Beschneider medizinisch zu schulen, damit „ein verwurzelter und notwendiger Teil unseres kulturellen Gewebes“ sicherer werde.

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Spreeblick erklärt, wie man selbst NSA spielen kann:

Wer über einen Gmail-Account und Chrome verfügt, kann ganz leicht selbst mal NSA spielen und in den Meta-Daten der eigenen Mails schnüffeln.

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Kübra fragt sich, wie es um die Bereitschaft, seinen Mitmenschen zu helfen, steht:

Mich beschäftigt ernsthaft die Frage, wie es um die Zivilcourage und die Hilfsbereitschaft in Teilen des Landes steht. Gibt es da ein Problem? Und wenn ja, woher rührt dieses Problem? War es früher wirklich anders? Was ist passiert? Hat es mit der Größe einer Stadt zu tun? Eventuell, dachte ich mir, ist in Kleinstädten, wo jeder jeden kennt, und in Großstädten, wo zwar Anonymität herrscht, aber gleichzeitig auch eine anonyme Nähe besteht, mehr Hilfsbereitschaft vorhanden, als in den Städten dazwischen. Dort, wo Menschen vielleicht hin- und hergerissen sind zwischen den beiden Mentalitäten: Das ist mein Nachbar, der gehört zu mir, dem helfe ich; und: Wir sind eine Großstadt, ich kann unverbindlich und folgenlos helfen, denn ich werde den Menschen vermutlich nie wieder treffen. Das Helfen ist kein Eindringen in die Privatsphäre des jeweils anderen, weil wir es ohnehin gewohnt sind, mehr Privates zu teilen als woanders.

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Die Soziologin Eva Illouz rezensiert „Fifty Shades of Grey“:

Erzählungen wie die in „50 Shades of Grey“ drücken für viele Leserinnen die Erfahrungen von widersprüchlichen Anforderungen an sie und ihr Liebesleben aus. Und dass das Ganze im Buch über eine sexuelle Praktik ausverhandelt und anscheinend sogar aufgelöst werden kann, liefert einen weiteren guten Grund, zu dem Buch zu greifen. Dass dies vor allem Frauen taten, erklärt Illouz damit, dass sich noch immer vorwiegend Frauen – Verwirrung hin oder her – dem Gelingen sozialer Bindungen und der „Liebesarbeit“ widmen.

Ob das gut oder schlecht ist, ob die romantische Liebe überhaupt gerettet werden soll, noch dazu um jeden Preis, lässt Illouz offen. Sie interessieren lediglich die sozialen Phänomene und die Frage, welche soziokulturellen Entwicklungen bei diesen mitmischen.

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Wie Riot Grrl das Leben verändern kann: „I believe with my wholeheartmindbody that girls constitute a revolutionary soul force that can, and will, change the world for real“.

Even after the movement drifted apart, its influence lingered on. Russian art-activist collective Pussy Riot have spoken of how important riot grrrl was for them, stating „what we have in common is impudence, politically loaded lyrics, the importance of feminist discourse and a non-standard female image“. It has been inspirational too for a variety of girls too young to have participated, who relish the radical permissiveness, the sense that their thoughts and feelings matter.

At the end of her introduction, Darms drops for a moment the tone of the archivist and speaks instead in riot grrrl’s own passionate tongue: „While I have tried to be objective in representing various aspects of the riot grrrl movement in this book, ultimately I do have an agenda. I hope this book will be a manual: a set of instructions for remaking the world. Use it to learn from riot grrrl’s successes and its mistakes. And then go out and start your own revolution.“ I‘m with her. Bring it on. Revolution Girl Style Now!

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Sehr persönlicher Text über Belästigung und persönliche Grenzen – bringt einen zum Nachdenken:

Even before that ride I had noticed that said driving teacher had the bad habit of lightly patting on my thigh when he wanted me to drive faster or slower. But in a really unsuspicious manner (if you can say that at all) so that I was a bit annoyed but not really uncomfortable.

But on that ride at night, after like 15 minutes, his hand stayed there on my thigh, quite close to my crotch.

Again, I kept my mouth shut. The only reaction of mine was passive aggressive, like being not really friendly – maybe even bitchy. The whole ride I felt extremely dirty and helpless, it was indeed awful. I had forgotten about it 1 or 2 months afterwards, so it wasn’t really „bad“. But that’s not the point.

In the last 2 cases I totally knew what they were doing was wrong, that it was misuse and absolutely creepy!

Nevertheless my long-term memory didn’t file this under „sexual harassment“. I don’t know why.


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