Maskulismus, Masturbation & Mandela

Die Inszenierung von Antifeminismus als Tabubruch, Prism/Tempora und deren Bedeutung, Sichtbarkeit im Netz, die Instrumentalisierung Mandelas, Masturbation, Brav_a sucht Beiträge, Cyberstalking, Analyse von Shades of Grey, Zitate, Mädchen aus Footballteam ausgeschlossen, sexuelle Übergriffe beim Militär trifft auch Männer, und: Make love, not rape!

___________________

Amanda Hess geht der Frage nach, warum Frauen nicht so oft masturbieren wie Männer:

Female masturbation is a logistical challenge, particularly for women who share their bed with a partner every night of their lives. When a single woman fails to orgasm from a one-night-stand, she’s free to go home and privately finish herself off; once she’s partnered up, she has no other bed to run to. As the developers of HappyPlayTime note, “women in longer relationships tend to masturbate less.” And it’s not just because they’re getting enough pleasure from their partners. According to a 2007 study on the sexual behavior of people age 45 and older, single men and women masturbate more frequently than those in relationships. Partnered men who are physically dissatisfied in their relationships also compensate by masturbating more. Not so for sexually frustrated females: Women who claim to be physically dissatisfied in their relationships still don’t turn to their own (battery-powered) devices.

**********************

Das Brav_a Zine sucht Beiträge für die dritte Ausgabe – mitmachen!

Wir suchen nach Beiträgen für Brav_a #3, die im Herbst rauskommen soll!! Die Deadline ist der 31. August 2013.

***************

Gefunden:

**************

Eine Bloggerin wird jahrelang per E-Mail gestalkt und bedroht. Polizei und Juristen scheinen arg überfordert, mit dieser Situation angemessen umzugehen (rechtlich ist das Netz halt eben doch irgendwie #neuland):

Der Stalker kann mit einem Klick herausfinden, wo sie wohnt. Name und Adresse stehen im Impressum. Weil sie nicht weiß, wie sie reagieren soll, fragt die Bloggerin die Polizei. Über die „Internetwache“, ein Onlineformular. Sie denkt, dass sie dort Fachleute erreicht.

Aber die Cybercops leiten ihre Anfrage an einen Beamten der örtlichen Polizeiwache weiter. Der wertet ihre Anfrage als Anzeige gemäß § 238 StGB – Nachstellung – und lädt die Bloggerin zur Zeugenvernehmung. „Da hat er mir erzählt, dass es im Internet keine Regeln gebe“, sagt sie. „Und dass man den Absender einer E-Mail eh nicht ermitteln könne.“

**************

Sexuelle Übergriffe beim US-Militär werden in letzter Zeit heiß diskutiert. Callie Beusmann spricht einen Aspekt an, der bisher in der Debatte übersehen wurde, nämlich, daß auch männliche Soldaten oft Opfer von sexueller Belästigung sind:

Earlier this year, the Pentagon estimated that 26,000 service members experienced unwanted sexual contact in 2012 (up from 19,000 in 2010). This led many — including President Obama — to rightfully claim that sexual assault in the military has reached epidemic proportions. Quite a few Republican responses to these findings, though, were (predictably) sexist and shitty and furthermore minimized the issue entirely — for instance, Sen. Saxby Chambliss (R, Georgia) blamed the increased rate of assaults on „hormones.“ Not only do responses like this make it seem that sexual assault has something to do with unfettered (heterosexual) lust, it also erases completely the suffering of male victims.

*******************

Die Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss im Interview bei an.schläge über Maskulismus/Maskulinismus und die Inszenierung von Antifeminismus als Tabubruch:

Antifeministische Denkmuster können in unseren von Individualisierung, Entsolidarisierung und Spaltungspolitiken geprägten Gesellschaften leicht Anschluss finden. Statt Gesellschafts- und Kapitalismusanalyse und -kritik wird eine einfache und monokausale Schuldzuweisung vorgenommen, deren Argumentation logisch und selbstverständlich klingt. Für die Bildungsmisere und zunehmende Gewaltbereitschaft ist dann die „Feminisierung der Erziehung“ verantwortlich und nicht verfehlte Arbeitsmarkt-, Ausbildungs- und Wirtschaftspolitik und die daraus resultierende Perspektivenlosigkeit ganzer Generationen. Der Geburtenrückgang ist auf die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen und ihr Selbstverwirklichungsbedürfnis und nicht auf eine mangelhafte institutionelle Kinderbetreuung zurückzuführen usw.

******************

Inspirierende Zitate beim Wolverette Zine:

Our deepest fear is not that we are inadequate. Our deepest fear is that we are powerful beyond measure. It is our light, not our darkness that most frightens us. We ask ourselves, Who am I to be brilliant, gorgeous, talented, fabulous? Actually, who are you not to be? You are a child of God. Your playing small does not serve the world. There is nothing enlightened about shrinking so that other people won’t feel insecure around you. We are all meant to shine, as children do. We were born to make manifest the glory of God that is within us. It is not just in some of us; it is in everyone. And as we let our own light shine, we unconsciously give other people permission to do the same. As we are liberated from our own fear, our presence automatically liberates others. ~Marianne Williamson, A Return to Love: Reflections on the Principles of “A Course in Miracles,” 1992

******************

Eine 12-jährige wird aus dem Footballteam ausgeschlossen – weil sie die Jungs spitz machen würde:

12-year-old Madison Baxter has been playing football since second grade. She played on her football team in sixth grade. But this year she was told not to come to tryout for the seventh-grade team because she is provoking “impure thoughts.” Baxter’s mother says this was the explanation offered by Patrick Stuart an administrator at the Strong Rock Christian Academy private school Madison attends. Cassy Blythe, Madison’s mother, told Atlanta’s WXIA-TV,

*******************

Antje Schrupp bloggt über die Sichtbarkeit im Netz:

„Ihr seid nicht in all diesen Blogrankings drin, weil ihr falsch bloggt, weil ihr nicht aufeinander verlinkt, weil ihr euch gegenseitig nicht retweetet, likt und so weiter“, wurde uns gesagt. Und wir haben brav unsere Hausaufgaben gemacht, und zwar mit Erfolg, denn inzwischen finden sich durchaus auch Blogposts zu „unseren“ Themen in den einschlägigen Rankings.

Aber jetzt stellen wir fest, dass uns das gar nicht so sehr viel bringt in Bezug auf Traffic und Aufmerksamkeit (und das ist es doch, worum es letztlich geht): Selbst wenn wir mit „unseren“ Themen auf diesen Rankings stehen, ändert das halt wenig an der Tatsache, dass „die Leute da“ uns uninteressant finden. Was also tun?

*****************

Nelson Mandela geht es immer schlechter. Und zusätzlich muß sich der Held Südafrikas von Zuma & Co. schonungslos instrumentalisieren lassen:

Als er Mandela am Sonntagabend in der Klinik besuchte, habe dieser bereits geschlafen, teilte Zuma mit. Welche Botschaft der Präsident vermitteln will, ist klar. Dort liegt der Mann, den sie „Madiba“ nennen, der Freiheitsheld, der Friedensnobelpreisträger, ein Mann, den sie weltweit wie Gandhi verehren und in Südafrika wie einen Heiligen vergöttern. Und er, Jacob Zuma, ist ganz nah dran.

Zuma zeigt diesmal nicht die übliche Show, der bullige Staatschef hat dazugelernt. Noch im April war Zuma mit einem Fernsehteam zu Mandela gezogen. Mandela, der wohl altersdement ist, wurde umlagert von einem lachenden Präsidenten und dessen Anhang. Mit leerem Blick musste der kranke Greis sich zur Schau stellen lassen, ein Zuma-Begleiter zückte gar die Handykamera und rief Mandela „Smile“ zu. Mandela sei guten Mutes, meinte Zuma hinterher.

*************

Über die Dimensionen, die der Prism/Tempora-Skandal hat:

Da mögen Verfassungsgerichte Grundsatzurteile sprechen. Da mag die EU-Kommission eine neue Datenschutzrichtlinie auflegen. Da mögen Parlamente und Bürgerrechtsorganisationen über Jahre um die Vorratsdatenspeicherung ringen oder um die Weitergabe von Fluggastdaten an die USA oder um Telefonüberwachung und Staatstrojaner – jeder dieser Diskurse, mit denen unsere westlichen Gesellschaften auszuhandeln suchten, wo die Grenze zwischen Freiheit und Sicherheit, Privatsphäre und staatlichen Eingriffsrechten verläuft, wird konterkariert.

***************

Die israelische Soziologin Eva Illouz analysiert den Erfolg von „Shades of Grey“ und kommt zu dem Schluß, daß die Begeisterung für dieses Buch aus einem „weiblichen Bedürfnis“ nach Ordnung und Hierarchie in einer Partnerschaft resultiert:

Wen aber meint Eva Illouz, wenn sie von den Frauen respektive den Leserinnen des Romans spricht? Bei Illouz herrscht eine ungeheuer schlichte Dichotomie zwischen der Frau, die dieses Buch „fasziniert“, und dem Mann, dem ob Stil und Handlung „die Haare zu Berge stehen“. Die zahlreichen Verisse des Romans, die von Frauen verfasst wurden, lässt Illouz unerwähnt. Vielleicht, weil die Kritiken, die das Buch als antifeministisch gebrandmarkt haben“ ihrer Ansicht nach sowieso „völlig daneben liegen, was manchen Leserinnen freilich auch aufgefallen ist.“


0 Antworten auf „Maskulismus, Masturbation & Mandela“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


+ zwei = fünf