Menschenhandel, Joss Whedon & KiTas

Interview mit Joss Whedon, Darstellung von Menschenhandel/Prostitution, Nerds nicht nur männlich und Kritik an Kita-Zuständen

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„Menschenhandel Heute“ kritisiert heftig die Darstellung der Fakten (bzw. Mangel derselben) über Prostitution und Menschenhandel in letzten „Spiegel“:

Prostitutiertenorganisationen, im Englischen „sex workers’ rights groups“ genannt, wie z.B. das International Committee on the Rights of Sex Workers in Europe und zahlreiche andere Organisationen, werden von den Autor_innen als „lautstark[e] Minderheit“ bezeichnet. Sie vermitteln dabei den Eindruck, als hätten diese Organisationen mehr Macht als mancher Konzern. Kein Gesetz, das die Wirtschaft betrifft, wird ohne vorheriges (und teures) Lobbying der Wirtschaftsunternehmen verabschiedet. Sexarbeiter_innen, jedoch, die sich am politischen Prozess beteiligen wollen, werden von den Autor_innen als Anomalie abqualifiziert.

Spätestens an dieser Stelle entsteht beim Lesen des Artikels der Eindruck, als hätte Alice Schwarzer den Beitrag redigiert, sodass selbstbestimmte Sexarbeit wieder einmal nur als Zerrbild dargestellt wird; Fakten stören da nur. Selbstbestimmte Sexarbeiter_innen werden als Gegner_innen stilisiert, obwohl sie als direkte Betroffene von Prostitutionsgesetzen die Ersten sein sollten, die in den demokratischen Prozess miteinbezogen werden. Aber offensichtlich hat Der Spiegel noch immer ein Problem damit, dass Prostituierte in einer Demokratie mitwirken wollen, und dass ihre politische Partizipation die Erfüllung des demokratischen Ideals darstellt. Das wöchentliche Nachrichtenmagazin mit der bundesweit höchsten Auflage setzt somit einen repressiven Diskurs fort, in dem Prostituierte ausgeschlossen, stigmatisiert, kontrolliert und degradiert werden – so wie es auch nach wie vor der LGBT-Community widerfährt.

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Nach einer unangenehmen Erfahrung auf einer Sci-Fi Convention stellt Emily Finke klar, daß die Nerdszene nicht als rein männlich besetzter Raum behandelt werden darf:

Unfortunately, the default assumption of convention space is “male space” The really annoying thing about this whole discussion? Convention space has never been a space that was solely the domain of men. From the very beginning of the fandom that I chose to represent at Balticon — Star Trek — conventions had women. Women creating costumes, dressing as Klingons. Women discussing gender and racial politics in the series. Women participating in collaborative remixing of the canon. There have always been women objecting to “warrior women” on the covers of books and magazines and protesting the misogynistic habits of male writers who enjoy pinching and groping. There have always been women using science fiction to rewrite gender assumptions. They were there. They are there. They’ve always been there. The history of geekdom is not a history of men, it’s a history of invisible women.

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Warum die Kritik an den KiTa-Zuständen vielzusehr ins Reaktionäre abdriftet:

Hier findet sich ein typisches Argumentationsmuster konservativer Kita-Kritik: Offiziell zielt sie auf die Qualität von Krippen und Kitas, also auf Dinge wie den Betreuungsschlüssel, pädagogische Konzepte und die Ausbildung von Erzieher_innen. Inoffiziell geht es in den Texten aber meist nicht um den Vergleich von guten versus schlechten Kitas – der eigentliche Maßstab bleibt weiterhin die Betreuung der Kinder zuhause in der Familie. Beispielsweise fordert Juul eine Langzeitstudie, die zwischen Kindern in Kita- und Familienbetreuung vergleicht (und nicht etwa zwischen verschiedenen Kita-Konzepten). Als sein vermeintlich progressives Vorbild nennt “eine kleine Bewegung von Eltern, die sagen: Wir wollen ein Recht darauf haben, unsere Kinder von der Geburt bis zur Einschulung selber zu erziehen” (und nicht etwa eine Bewegung von Eltern, die sich für einen kleineren Betreuungsschlüssel in ihrer Kita einsetzen).

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Klar brauchen wir mehr Superheldinnen! Interview mit Joss Whedon:

Toymakers will tell you they won’t sell enough, and movie people will point to the two terrible superheroine movies that were made and say, You see? It can’t be done. It’s stupid, and I’m hoping The Hunger Games will lead to a paradigm shift. It’s frustrating to me that I don’t see anybody developing one of these movies. It actually pisses me off. My daughter watched The Avengers and was like, “My favorite characters were the Black Widow and Maria Hill,” and I thought, Yeah, of course they were. I read a beautiful thing Junot Diaz wrote: “If you want to make a human being into a monster, deny them, at the cultural level, any reflection of themselves.”

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