Sexistische GNTM-Kritik, Rebel Girl & Feminist Sailor Moon

Rebel Girl! statt „Stutenbeißen“, Sailer Moon als feministische Inspiration, Frauenquote fördert kompetente Männer, GNTM-Kritik oft selbst sexistisch, Erinnerung an Solingen, das Phänomen der „infantilen Frau“, Gründe gegen Facebook-Mitgliedschaft, und Fotos von Frauen, die ihre Welt veränderten.

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High On Clichés präsentiert gute Gründe, um sich von Facebook zu trennen:

Während Bilder oft online bleiben, die gegen den Willen der Aufgenommenen veröffentlicht wurden, wurden andere Bilder entfernt, weil sie zu sexuell seien – wie etwa Bilder von Stillenden.

Ich weiß nicht, wer bei Facebook fürs die Moderation verantwortlich ist, aber ich weiß, ich finde sie scheiße. Und ich finde es zunehmend moralisch nicht mehr tragbar, dort mit einem Profil vertreten zu sein. Ich weiß noch nicht, wie ich weiter vorgehe, aber: ich habe die Schnauze voll

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Soleil Ho erinnert sich, wie sie ausgerechnet über Sailor Moon viel über Gender und Macht lernte:

Now that I’m an adult, describing Sailor Moon is a little embarrassing… but here’s the deal: Sailor Moon is a magical girl who goes to middle school by day and uses miraculous powers to battle evildoers from outer space by night. Everything about her is feminine, from her pleated mini skirt to the sparkling backdrop of her transformation sequence. She is also a clumsy gluttonous crybaby, an F-student, and as boy-crazy as a cat in heat throughout the first season. Despite all of her personal shortcomings, she dedicates her life to fighting for, as she puts it, “love and justice.”

This was a world where girls were fighters. Where they could eat all the food they wanted. Where they could cry.

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Frauenquoten helfen offenbar auch Männern – zumindest den kompetenten:

Der renommierte Ökonom Torsten Persson von der Universität Stockholm wollte es genau wissen. Mit seinem Team analysierte er penibel die Wahllisten aller Kommunalwahlen in Schweden seit 1988. Er wollte herausfinden, was sich ab 1993 änderte, nachdem die dortige sozialdemokratische Partei eine „Reißverschlussquote“ einführte. Frauen und Männer wurden auf der Kandidatenliste abwechselnd aufgestellt. Und siehe da, es kam ein erstaunliches Ergebnis zutage: Nicht Männer generell, sondern lediglich weniger kompetente Kandidaten hatten das Nachsehen.

Genderquoten und die Krise des mittelmäßigen Mannes nannte Persson daher vergangene Woche im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung seinen mit Statistiken und Tabellen vollgepackten Vortrag. Die Quintessenz: Quote und Qualität sind keineswegs Gegensätze – im Gegenteil. Die zur Förderung von Frauen kreierte Quotierung dient nicht nur der sozialen Gerechtigkeit, nein, sie ist auch im höchsten Maße effizient.

Die Quote entpuppte sich als Qualitätsentwickler der Männlichkeit und somit quasi als Männerförderung. („Kompetenz“ machte Persson dabei an verschiedenen Kriterien fest: Neben der Ausbildung wurde etwa das Gehalt der Kandidaten im Vergleich zum Landesdurchschnitt in ihrem jeweiligen Beruf gemessen.)

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Ann Friedman macht sich Gedanken über weibliches Konkurrenzverhalten und setzt dem entgegen, daß man sich mit anderen Frauen, die man bewundert, stattdessen einfach anfreunden soll:

Here’s my solution: When you meet a woman who is intimidatingly witty, stylish, beautiful, and professionally accomplished, befriend her. Surrounding yourself with the best people doesn’t make you look worse by comparison. It makes you better.

I’m not immune to that icky feeling you can get in the pit of your stomach when you meet a woman who seems so together. But I confess that I was always pretty good at quashing it. Still, I didn’t actively seek out powerful women as friends until many years into my career. “I don’t shine if you don’t shine” is a lesson I learned from my best friend Amina, who is effortlessly stylish (she’s been mixing prints since 2007 — get in line, Jenna Lyons), frighteningly intelligent (she speaks a handful of languages and is adept at cracking wise in all of them), and beautiful, too. We met at a Gossip Girl viewing party in 2009 (hey, it was relevant back then) in Washington, D.C., a city where a lot of people — not all of them women — see other people’s success as cause for insecurity, not celebration.

Und das ist ganz im Sinne von Bikini Kill’s „Rebel Girl“: That girl thinks she’s the queen of the neighborhood / She’s got the hottest trike in town /That girl she holds her head up so high -I think I wanna be her best friend, yeah!!

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Zum 20. Jahrestag der Brandanschläge in Solingen kommen bei vielen Erinnerungen hoch. Kübra Gümüsay hat in ihrer Familie nachgefragt, wie die Stimmung damals, vor 20 Jahren war:

Es ist das erste Mal, dass er mir im Detail Geschichten aus seiner Jugend erzählt, von Hamburgs Straßen vor zwanzig Jahren und dem Leben in den Gastarbeitervierteln. Davon, wie seine Freunde und er am Wochenende nach Bergedorf fuhren, um dort Neonazis zu verprügeln. “War Rassismus damals Thema bei euch?”, frage ich. “Natürlich.” Mein Onkel erzählt von Solingen, Mölln, Hoyerswerda und Rostock. Von der Wut, dem Ärger. Und wie sie damals aus Hamburg gemeinsam nach Solingen fuhren, um zu demonstrieren.

Es ist das erste Mal, dass er mir die Türen zu einem anderen Hamburg öffnet. Das erste Mal, dass ich einen neuen, persönlichen Blick auf die Brandanschläge bekomme, die sich diese Woche zum zwanzigsten Mal jähren. Es ist aber auch das erste Mal, dass ich ihn frage.

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Auf Zehenspitzen klagt, daß die Sexismuskritik an Germany’s Next Topmodel allzuoft selbst Sexismen produziert:

Das Format finde ich furchtbar. Ja. Aber sich deswegen an den Protagonistinnen abarbeiten? Immer und immer wieder. Zugegeben, manche tun das durchaus mit Witz. Besonders perfide: das Bashing im großen Stil gegen die “naiven Jugendlichen”. Oder wahlweise auch deren Bemitleiden als “arme Opfer”. Und es entspricht auch vielfach meiner ersten ad-hoc-Reaktion. Aber! Einmal ein bisschen länger nachdenken wäre an dieser Stelle angebracht.

Oder sich der Frage stellen, wie Wirklichkeiten entstehen. Oder warum. Oder wer sie kreiert. Und weshalb. (Die Model-Kandidatinnen sind übrigens mit dem Reality-Show-Format groß geworden. Sie haben es möglicherweise schon in der Volksschule konsumiert. Es ist also darüber hinaus ziemlich daneben, der Wirklichkeit junger Mädchen einfach keine Bedeutung beizumessen.)

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Lippy Answer über das Phänomen der „infantilen Frau“:

Handelt eine Frau einigermaßen rational/klug/einfallsreich bekommt sie übermäßigen Applaus bzw. erntet ‚wohlwollendes‘ Erstaunen. Nicht weil die Leistung übermäßig war, sondern weil mann es der Frau generell nicht zutraut so zu handeln. Die Sache mit dem falschem Lob ist diese. Klugheit, Durchsetzungsvermögen und Führungskompetenz ( um nur wenige zu nennen ) werden unabdingbar mit einer männlichen Person verknüpft. Wer bereits an einem Führungskräfteseminar teilgenommen hat, weiß wovon ich rede.

„Ich bekomme eine Preisauskunft von einer FRAU? Irre!“
„SIE können mir erklären wie die Technik funktioniert? Nicht doch!“
„Die Landung war aber sanft, obwohl der Pilot eine FRAU ist?“

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Phils Borges hat Frauen fotografiert
, die ihre Welt verändert haben. Wunderschöne Fotografien, inspirierende Geschichten:

Through his exhibition „Stirring the Fire,“ photographer Phil Borges is shedding light on gender issues worldwide and celebrating women and girls who have become catalysts for change in their communities. Many had to break through the same kind of barriers to achieve social and economic justice. Click through the gallery to see their courageous stories.


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