Schwangerschaft und Feminismus, 50/50-Quoten & All Women X-Men

All Women X-Men, häusliche Gewalt, Veranstaltungen gegen Rechts, 50/50-Quoten, Schwangerschaft und Feminismus, Sexismus in Kinderbüchern, Amina Tyler vor Gericht, Femen-Kritik und Facebook will nach Protest nun gegen Sexismus vorgehen.

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Andrej Holm vom Freitag nimmt die Studie unter die Lupe, die den Spiegel veranlaßt hat, zu behaupten, daß Männer öfter Opfer von häuslicher Gewalt seien. Letztendlich sagt die Studie etwas ganz anderes aus:

Schauen wir uns also auf der Suche nach den männlichen Opfern partnerschaftlicher Gewalt die Ergebnisse der Studie genauer an. Welche Fakten werden dort präsentiert:

Die Erfahrung von körperlicher Gewalt in der Partnerschaft liegt bei Frauen (1,2%) um ein Drittel höher als bei Männern (0.9%).
Während 1,3% der Frauen angeben, selbst körperliche Gewalt in der Partnerschaft ausgeübt zu haben, berichten nur 0.9% der Männer davon, diese erlebt zu haben.
Auf der anderen Seite haben 1,2% der befragten Frauen Gewalt in der Partnerschaft erfahren, aber nur 0,3% geben an, selbst gewalttätig gewesen zu sein.

Können diese Zahlen, die Männer-sind-häufiger-Opfer-These bestätigen? Nein. Sie zeigen jedoch,

a) dass mehr Frauen als Männer von Gewalterfahrungen in der Partnerschaft berichten und

b) Männer sich selbst in Bezug auf Gewalt in der Partnerschaft häufiger als Opfer denn als Täter sehen. Die Gewalterfahrungen von Frauen deuten jedoch auf eine erhebliche Dunkelziffer männlicher Gewalttäter in Partnerschaften.

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Sabrina Smiths „feministische Schwangerschaftsberatung“ im Wolverette Zine:

Pregnancy is one of the few things that most women will experience. What I mean is, most women will get pregnant at one stage or another in their lives; however feminism seems to turn a blind eye to this occurrence, especially third wave feminism and younger feminists. There are countless third wave feminist message boards and websites that speak about music, but very few that address pregnancy, motherhood and birth. This leaves feminists vulnerable to media-led and un-feminist views about one of the most natural and collective experiences of womanhood. Currently, All I would like to do is address some of the myths and some of the facts and perhaps generally discuss my overall experience of being pregnant and being a feminist. I’m not saying “rush out and get pregnant” or anything like that. I just want to express how it’s felt for me and perhaps one day you’ll think back to this article, if you ever get pregnant, and be armed with a little bit of extra knowledge that they don’t tell you!

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Die Aktion der Feministinnen, wegen FB-Seiten mit „Vergewaltigungswitzen“ über Werbungs“entzug“ Druck auf Facebook auszuüben, war erfolgreich. Nun will Facebook anfangen, gegen Sexismus auf ihrer Seite vorzugehen:

Das Social-Media Unternehmen kündigt nun Verbesserungen der Richtlinien für die Kontrolle von Beiträgen an und erklärte, dass es dabei auch die Unterstützung von ExpertInnen suche. Damit reagiert Facebook auf eine von Feministinnen gestartete Initiative: Sie forderten nicht nur Facebook auf, frauenfeindliche und gewaltverherrlichenden Content zu löschen, sondern haben gezielt Werbekunden von der Social-Media-Seite auf Facebook-Seiten hingewiesen, die Gewalt gegen Frauen verherrlichen.
(…)
Die Folge: Nach Medienberichten in den USA sollen mehrere Unternehmen angekündigt haben, wegen der Vorfälle ihre Werbung von Facebook zurückzuziehen. Unter ihnen sei auch der japanische Automobilhersteller Nissan, berichtete die „New York Times“.

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Kotzendes Einhorn kritisiert Femen:

Verkürzt und verknappt wird provoziert, bevormundigt und Rassismus gepflegt. So wurde gar mit Hakenkreuzen gegen Sexarbeit demonstriert und “Arbeit macht Frei” auf die Tore der Herbertstraße gesprüht. Irgendwie erinnert das absurderweise an den K.I.Z. Albumtitel “Sexismus gegen Rechts”. Nur, dass es bei Femen nahezu schon “Sexismus gegen Sexismus” heißen müsste. Und so finden sich lobende Artikel nicht nur in Publikationen von EMMA bis Spiegel, sondern auch auf Webportalen, die sonst hauptsächlich Nacktbilder nah an der Grenze zur Parthenophilie posten.

Dass Aufmerksamkeit ergattern auch intelligenter und noch vorführender geht, zeigte z.B. die Aktion tits4humanrights, bei der der Presse Brüste aus Solidarität zu den hungestreikenden Refugees am Brandenburger Tor im letzten Jahr versprochen wurden. Statt Titten gab es stattdessen die klare Aufforderung über das Asylrecht zu sprechen.

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Wichtig: die Mädchenmannschaft sammelt Termine gegen Rechtsextremismus:

m Rahmen unserer “Gender und Rechtsextremismus”-Reihe haben wir heute ein paar Veranstaltungshinweise zusammengestellt. Wir freuen uns über eure Ergänzungen in der Kommentarspalte!

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Nochmal Femen: die Tunesierin Amina Tyler steht nun vor Gericht

Das Gericht teilte mit, Amina werde nicht mehr nur der Besitz von Pfefferspray vorgeworfen, für den sie demnach eine Geldbuße von umgerechnet rund 150 Euro zahlen muss. Ihr würden zudem Sittlichkeitsvergehen, die Beteiligung an einer „kriminellen Verschwörung“ und die Schändung eines Friedhofs zur Last gelegt. Der Prozess solle am 5. Juni fortgesetzt werden. Amina bleibt demnach in Haft.
(…)Amina war am 19. Mai festgenommen worden. Sie hatte das Wort „Femen“ auf eine Mauer nahe einem Friedhof geschrieben, um gegen besonders konservative Islamisten zu protestieren, die sich in der Nähe versammeln wollten. Ihr drohen bei einer Verurteilung nach den neuen Vorwürfen der Verschwörung nun bis zu 18 Jahre Haft.

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Bitch Magazine interviewt Jeanine Schaefer
, Marvel-Herausgeberin der neuen All-Woman X-Men Serie:

I’ve long said that there’s nothing you have to make sure exists in your comic (or movie or TV show or book) to specifically get women interested, you just need to make sure there’s not a giant sign on it saying, “No girls allowed.” And I think my point of view is probably inherently one of being more sensitive to things that might turn women off from comics. Though I also can’t speak for all women, either. So while this isn’t aimed only at women, yeah, I hope that female readers who might be looking for something that could speak directly to them will find something here.

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Warum Leitmedium seiner kleinen Tochter nicht die heile Welt von Janosch & Co. zumuten möchte:

Es stellt sich generell die Frage, inwiefern ein kritischer Umgang mit historischen Kinderbüchern wichtig ist. Gerade erst lief eine Debatte über den weiteren Gebrauch von problematischen Begriffen. Diese Diskussion entfachte sich an klaren Kritikpunkten, da die strittigen Wörter einzeln benennbar sind. Doch wie steht es um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Kinderbüchern, wenn man vom Gebrauch einzelner Worte absieht?

Das kritische Hinterfragen einer Handlung ist weniger scharf zu umreißen, aufwändiger und wenn man ehrlich ist, bei Kinderbüchern nicht gerade ein attraktives Diskussionsthema. Doch es geht darum, wie wir Kindern ihre Umwelt vermitteln und man sollte sich davor hüten in retrospektiver Erinnerung zu schwelgen und über verstörende Elemente hinwegzusehen. Wenn einen das Gefühl beschleicht, eine Geschichte sei irgendwie nicht gut, sollte man sie einfach nicht vorlesen. Und das gilt sogar für Grimms Märchen. Die gehören zwar zu unserem Kulturerbe, sind aber sicher nicht Pflichtlektüre im Kinderzimmer. Brennende Hexen, tödliche Schwiegermütter, zu neugierige und sterbende Frauen können auch später noch rezipiert werden.

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Antje Schrupp nimmt die Idee von 50/50-Quoten kritisch unter die Lupe:

Das Streben nach halbe-halbe in einzelnen Bereichen (bei manchen Eltern, bei manchen Konferenzveranstaltern) wird also als Argument genommen, warum man sich politisch mit dem Gender-Gap in diesen Bereichen nicht mehr beschäftigen will. Das Streben nach halbe-halbe wird selbst schon als politische Lösung angepriesen. Es ist aber keine, und kann es rein mathematisch gar nicht sein.

Damit das öffentliche Sprechen nicht mehr von Männern dominiert wird, müsste es genauso viele Konferenzen mit Frauenüberschuss wie mit Männerüberschuss geben, und damit Kleinkinderbetreuung nicht mehr Frauensache ist, muss es genauso viele Kinder geben, die hauptsächlich von Männern versorgt werden, wie Kinder, die von Frauen versorgt werden. Und so weiter.


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