Sailor Moon Biker Gang, Heilpflanze Cannabis & Was wollen die Männer?

Sex & Käsekuchen, aktiv gegen Überwachung, was wollen die Männer?, Mobbing, Shell Shock, Sony World Photography Awards, Gewalt gegen Männer/Frauen, Sailor Moon Biker Gang, Echo, Telefon-Metadaten, sexistische Werbung, Heilpflanze Cannabis undMythos Pillenknick.

_____________________

Bildstrecke bei der Süddeutschen von den Amateurarbeiten der Sony World Photography Awards!!
Besonders cool finde ich dieses hier (ist nur ein Ausschnitt, Link dahinter):

******************

Die Juristin Berit Völzmann im Interview mit der Mädchenmannschaft zu sexistischer Werbung:

Die juristische Forschung zu sexistischer Werbung ist überschaubar. Sie ist fast ausschließlich auf das UWG bezogen. Es gibt nicht Wenige, die die Möglichkeit einer juristischen Regulierung ablehnen – meist mit dem Hinweis darauf, dass Recht und Moral zu trennen sind. In diesem Rahmen wird häufig auch darauf verwiesen, dass Nacktheit heute nicht mehr anzüglich sei und nur die Prüden und Ewig-Gestrigen ein Problem mit „diskriminierender Werbung“ hätten. Das reduziert sexistische Werbung zum einen auf einen sehr kleinen Ausschnitt und es verkennt, dass Sexismus und Sexualität nicht kongruent sind und Nacktheit an sich nicht das Problem ist. Überwiegend wird der grundgesetzliche Bezug zu Art. 3 Abs. 2 GG nicht erkannt.

****************

Gewalt gegen Frauen, Gewalt gegen Männer – die Soziologin Carol Hagemann-White im Interview:

Wenn man schaut, was dieses Drittel erlebt hat, dann wird am häufigsten „schubsen und stoßen“ genannt. Ist das nicht etwas, was beiden Geschlechtern widerfährt?

Wenn man das Schubsen weglässt, sind es immer noch 25 Prozent, die Gewalt erfahren haben. Vor allem treten die leichteren Formen häufig zusammen mit den schwereren auf – und die üben Frauen nicht so häufig aus.

Aber ist es nicht an der Zeit, dass man auch Männer nach ihren Gewalterlebnissen befragt? So suggeriert man, Frauen würden nie Gewalt anwenden.

Im Prinzip haben Sie recht. Wir diskutierten zwei Jahre im Beirat des Familienministeriums, wie man eine Studie zu Gewalterfahrungen von Männern anlegen könnte. Das Problem ist: Soll man ihnen die gleichen Fragen stellen wie Frauen? Eine Pilotstudie hat gezeigt, dass Männer anders Gewalt erfahren, es geht öfter um Waffen oder auch um Militärerfahrungen.

*************

Interessanter Artikel über die aus dem 1. WK heimkehrenden Soldaten – und wie die Nervenärzte mit deren Trauma umgingen (Triggerwarnung):

Myers deutete diese Symptome schnell als psychosomatisch und bezeichnete sie mit dem Terminus „Shell Schock“, weil es einen Zusammenhang mit der Explosion von Granaten zu stehen schien, die in der Nähe der Soldaten eingeschlagen waren.

Bereits nach sechs Monaten Krieg litt eine so große Anzahl von Soldaten unter der Erkrankung, dass die Armeeführungen sich gezwungen sahen, irgendwie damit umzugehen. Allerdings fiel es den Militärs schwer, die seelischen Verletzungen als echte Wunden anzuerkennen. Solche Traumata liefen dem Gedanken zuwider, dass Soldaten gelernt haben, Kämpfe auszuhalten. Und Sigmund Freud hatte 1895 in den „Studien zur Hysterie“ körperliche Reaktionen auf nicht sichtbare oder unterdrückte Traumata als weibliche Neurose beschrieben.

Der „Shell Shock“ erschien den Militärs als Verweichlichung, als „männliche Hysterie“, die mit allen Mitteln ausgetrieben werden musste.

************

Mobbing und der Blick auf die Opfer:

Geärgert habe ich mich, dass Luca, der doch das Opfer des Bullying ist, als psychisch krank (zu ängstlich, wehrt sich nicht) abgestempelt wird, anstatt dass die Verantwortung bei den Bullies und bei den Kindergärtnerinnen, die nicht einschreiten, gesucht wird. Und das sind doch Wissenschaftler, die die Fachliteratur zum Thema Bullying kennen sollten.

Dann dachte ich: vielleicht überreagiere ich. Vielleicht ist einfach nur gemeint, dass ExpertInnen und KindergärtnerInnen aufmerksam wahrnehmen, was da los ist, und dafür sorgen, dass das Bullying endet. Im Moment denke ich wieder: Das Problem wird doch bei Luca und nicht bei den Bullies gesucht. Warum wird kein Beispiel gebracht von einem aggressiven Kind, das schon im Kindergartenalter dadurch auffällt, dass es immer der Anführer sein will und zwar nicht durch gute Ideen, sondern indem es andere Kinder einschüchtert? Warum werden die Bullies nicht als Kinder gesehen, die Unterstützung brauchen, um anderes Verhalten zu lernen, gerade im Kindergarten?

******************

Frei.Wild und der Echo versuchen’s wieder miteinander. Dazu im Interview Florian Drücke, der Geschäftsführer des Bundesverbands der Musikindustrie, mit der ZEIT. An und für sich kein sonderlich interessantes Thema, der Echo, aber das Interview hat doch einige Stellen, die sehr interessant sind.

ZEIT ONLINE: Frei.Wild sind mittlerweile zum Symbol für einen grassierenden Rechtsrock geworden. Dennoch hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien eine Indizierung mehrmals im Sinn der Kunstfreiheit abgelehnt. Der Berliner Senat stuft Frei.Wild nicht als politische Band ein. Sie schließen sich der institutionellen Meinung an und widersprechen den vielen Kritikern aus dem gesellschaftlichen und kulturellen Bereich. Braucht man wirklich eine neue Kommission, um zum selben Urteil zu kommen? Das ist doch Makulatur.

Drücke: Ich glaube nicht, dass man es sich so leicht machen sollte. Dieser Echo-Beirat hat sich in einer sehr intensiven Diskussion mit dem Gesamtkontext und den Texten von Frei.Wild auseinandergesetzt. Und er hat sich darin bestätigt gefunden, dass auch die Bundesprüfstelle die Band nicht indiziert hat.

ZEIT ONLINE: Wenn man eine solche Kommission einsetzt, könnte man ihr moralische Grundsätze an die Hand geben. Zum Beispiel, ein mögliches Urteil auf der Folie aktueller politischer Ereignisse zu überprüfen: Wie wirkt die Nominierung von Frei.Wild, während in Hellersdorf, Lichtenhagen und Barsinghausen gegen Asylbewerberheime protestiert wird?

Drücke: Das läuft vielleicht in der Berichterstattung irgendwann zusammen. Aber das hat nichts mit der Frage einer Nominierung zum Echo zu tun. Der Beirat ist unabhängig von tagesaktuellen Ereignissen berufen.

****************


Sailor Moon Biker Gang
!!!
Sailor Moon Biker Gang

**************

Der sogenannte „Pillenknick“? Offenbar ein Mythos!

Obwohl es die Pille seit 1961 gab, stieg die Geburtenrate noch fünf Jahre lang weiter (ihren Höchststand erreichte sie 1966 mit 2,54 Kindern pro Frau). Der Zenit des Babybooms lag auf beiden Seiten des Atlantiks also um ein Jahrzehnt auseinander, obwohl die Antibabypille fast gleichzeitig auf den Markt kam.

Als die Geburtenraten in den Sechzigern und Siebzigern purzelten, war die Pille außerdem gar nicht weit genug verbreitet, um einen so großen Effekt zu haben.

Super informativ auch die total verschiedenen Rezeptionen der Pille/Verhütung weltweit:

Dass der Geburtenrückgang nach dem Babyboom ganz andere Gründe haben könnte als die Pille, sieht man nirgendwo besser als in Japan: Dort knickten die Geburtenraten schon in den Fünfzigern massiv ein. Und das ganz ohne Pille.
Die Pille war und ist dort immer schon ein Tabu. Nur etwa ein Prozent der Japanerinnen nehmen sie. Wesentlich radikaler als Verhütungsmittel beeinflusste dort übrigens der Aberglaube die Geburtenrate: Weil Frauen, die in den „Feuerpferd-Jahren“ des chinesischen Kalenders geboren werden, angeblich Unheil über die Familie bringen, kam es im Feuerpferd-Jahr 1966 zu deutlich mehr Abtreibungen und Kindstötungen.

*********************

Forscher aus Stanford wollten testen, was sich mit Telefon-Metadaten alles rausfinden läßt – offenbar eine ganze Menge:

Nur anhand der Metadaten konnten sie auf Geschlechtskrankheiten, außereheliche Affären, Waffenbesitz, Drogenhandel schließen. In ihren Datenbeständen offenbarten sich in harten Fakten die schlimmsten Befürchtungen der Bürgerrechtler. Da war etwa ein Studienteilnehmer, der im Verlauf von drei Wochen erst bei einem Baumarkt, dann bei einem Gartencenter und zum Schluss noch bei einem Laden für Cannabiszubehör anrief. Ein anderer telefonierte erst mit einem Waffengeschäft, das auf das halb automatische Sturmgewehr AR-15 spezialisiert ist, und dann in ausufernden Gesprächen mit dem Kundendienst des Herstellers der Waffe.

Andere Anrufe gingen an Familienplanungsorganisationen, Scheidungsanwälte, an die Anonymen Alkoholiker, Gewerkschaften, Strip-Clubs, Parteizentralen oder Abtreibungskliniken. In manchen Fällen schienen die offenbarten Verbindungen und die dahinterliegenden menschlichen Schicksale derart intim zu sein, dass das Forscherteam ihnen nicht weiter nachgehen wollte und davon absah, die Teilnehmer für eine Bestätigung ihrer Vermutungen zu kontaktieren.

****************

Noch eine gute Antwort
auf Mariam Laus „feminismuskritischen“ Text:

Was will das Weib? Mit dieser Frage endet der Artikel meiner Kollegin. Es ist ein Zitat: Sigmund Freud stellte diese Frage seiner Patientin und Freundin Marie Bonaparte, denn er selbst kenne auch nach 30-jährigem Studium darauf keine Antwort. Allerdings ist das fast 100 Jahre her. Es war also zu einem Zeitpunkt, als Frauen nur in Ausnahmfällen das Wort ergriffen, weshalb man auf sie blickte, wie man auf den Stamm Eingeborener blickte, deren Sprache man nicht verstand.

Die letzten Jahrzehnte aber hat die Frau sich die Finger wund geschrieben darüber, was sie will und was sie nicht will: kein Frauenthema, zu dem es noch kein Buch gibt. Es wäre also an der Zeit, die Gegenfrage zu stellen: Was will denn der Mann? Will er reden oder machen? Will er Geld oder Glück? Will er Treue oder Abenteuer? Will er Liebe oder Macht? Am 29. Mai ist der sogenannte Herrentag. Ein schöner Anlass, statt Bier zu trinken und den Bollerwagen durch die Gegend zu ziehen, ein paar Antworten zu geben.

*******************

Teil 2 der Sexkolumne auf kleinderdrei; dieses Mal mit Käsekuchen :)

Wirklich gestellt habe ich mir zuletzt die Frage, wie Sex eigentlich ist, bevor ich das erste Mal welchen hatte. Was Sex für mich beinhalten kann (aber nicht muss), habe ich nach und nach herausgefunden und irgendwann nicht mehr darüber nachgedacht. Das, was ich so mit der Zeit herausgefunden hatte, ist zwar im Moment so ein bisschen vergraben. Aber je mehr ich in den letzten Tagen überlegte, umso klarer wurde mir, dass ich im Prinzip schon sehr gut weiß, was Sex für mich “gut” macht und was ich will: Menschen welchen Geschlechts_welcher Geschlechter ich attraktiv finde, und zwar so attraktiv, dass ich mit ihnen ins Bett oder sonstwo hin will; was mich anmacht; was ich nicht möchte; auf welche Praktiken ich stehe; wie ich zu safer sex stehe; wie ich mit meinen Sexpartner_innen umgehe und was ich mir von ihnen wünsche. Im Vergleich zu damals, vor meinem ersten Sex, bin ich also eigentlich schon ein ganzes Stück weiter, und dass ich weiß, was ich will, ist auf dem Weg zu schönem Sex doch schon einmal kein ganz schlechter Anfang. Jetzt muss ich eigentlich nur noch Menschen finden, die ähnliche Sachen mögen wie ich und ein bisschen Käsekuchen Sex mit mir haben.

*********************

Noch ein Teil 2, und zwar einer Doku von Dr. Sanjai Gupta über Cannabis als Heilpflanze :

Warum Patienten in den USA, deren erster Drogenzar Harry Anslinger die Cannabis-Prohibtion mit grotesken Gefahrszenarien zuerst zu Hause durchsetzte und dann als Drogenbeauftrager der neu gegründete UNO weltweit in die Strafegsetze hievte, es sehr viel besser haben als in Deutschland hat auch mit den Mainstream-Medien zu tun, die sich in Sachen Cannabis zunehmend einer objektiven, rationalen Bericherstattung zuwenden und auf das propagandistsiche Nachplappern von Drogenkriegsparolen verzichten. Ein Beispiel dafür lieferte der medizinische Chefreproter des TV-Senders CNN, Dr. med. Sanjay Gupta, der im vergangenen Jahr in einer Dokumentation ( “Weed” ) seine Konversion vom Marihuanagegner zum Legalisierungsbefürworter schilderte und über die erstaunlichen und universellen medizinischen Eigenschaften der Hanfpflanze berichtete. Jetzt hat er einige der im 1. Teil vorgestellten Patienten erneut besucht – darunter an schwerer Epilepsie leidende Kinder, deren Zustand sich durch die simple und nebenwirkungsfreie Gabe von Cannabis auf wunderbare Weise verbesserte.

*****************

Anne hat beschlossen, was gegen die ausufernde Überwachung zu unternehmen und sucht Mitstreiter_innen:

Ich habe mir vor ein paar Wochen mit einigen Leuten überlegt, dass wir nicht gut damit weiterleben, das einfach so hingenommen zu haben. Es wird auch schwierig werden, es unseren Kindern zu erklären.

Wir wollen uns gemeinsam mit vielen anderen überlegen, was wir tun können. Das kann viel sein: Demonstrationen, direkte Aktionen, mehr Briefe (naja), ein Bündnis der Gruppen und Personen, die sich mit dem Thema beschäftigen und das gemeinsam lauter ist. Eine Plakatserie, ein Slogan, eine Kampagne für den nächsten Wahlkampf. Und das sind bloß die Sachen, die mir in ein paar Minuten einfallen. Um gemeinsam zu überlegen und dann gemeinsam zu planen, gibt es am 5. April ein Barcamp in Berlin. Kein Gezeter, kein Bullshit, keine Flügelkämpfe. Was tun.

Und wir wollen, dass Ihr kommt.


0 Antworten auf „Sailor Moon Biker Gang, Heilpflanze Cannabis & Was wollen die Männer?“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sieben − zwei =