Casual Sex, Pick Up Artists & besorgte Eltern

Sexarbeit und Mutterschaft, Forenkriege und Begrifflichkeiten, Plus Size Photoshop Experiment, Ka Schmitz, Pick Up Artists, Geschichte des Feminismus als Comic, Casual Sex, Einwanderungsstatistik, derStandard positioniert sich gegen Forenmacker, Männer und Rechtsextremismus, besorgte Eltern, Laurie Penny und feministischer Jahresrückblick.

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Die Geschichte des Feminismus als Comic!!

In diesem Jahr hat mich ein Projekt beschäftigt, das jetzt kurz vor der Vollendung steht: Zusammen mit der Zeichnerin Patu habe ich einen Comic zur Geschichte des Feminismus im euro-amerikanischen Kontext gemacht.

Von Adam und Eva bis fast heute auf 88 Seiten dieses Thema abzuhandeln (und das auch noch mit lauter Bildern dazwischen, hehe), ist natürlich ein bisschen wahnsinnig. Aber es hat ungeheuren Spaß gemacht.

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Zahlen und Fakten
zur Einwanderung; beispielweise das hier:

In Deutschland lebende Ausländer entlasten den Sozialstaat außerdem in Milliardenhöhe. Das zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Danach sorgten die rund 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass im Jahr 2012 für einen Überschuss von insgesamt 22 Milliarden Euro.

Jeder Ausländer zahlt demnach pro Jahr durchschnittlich 3 300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben, als er an staatlichen Leistungen erhält.

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der Standard positioniert sich zu diskriminierenden Kommentaren:

Egal in welchem Ressort, sobald Frauen im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen, sind wir immer wieder mit sexistischen, abwertenden und frauenfeindlichen Postings konfrontiert. Wir veröffentlichen diese Postings klarerweise aufgrund unserer Forenregeln nicht. Das bringt uns Zensurvorwürfe, Unverständnis und Beleidigungen ein.

Da wir zukünftig auf den forenfreien Dienstag auf dieStandard.at verzichten und somit an sieben Tagen die Woche auch dort ein Diskussionsforum garantieren, möchten wir noch einmal genau erklären, warum welche Postings auf unseren Seiten nicht publiziert werden.

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Casual Sex in der Zeit, Interview mit Paartherapeut Ulrich Clement:

Clement: Eine Freundschaft mit Vorzügen ist auch eine interessante Lösung für das Dauerdilemma zwischen Bindung und Freiheit. Einerseits erlebt man freundschaftliche Verbindlichkeit, fühlt sich aber andererseits nicht gefesselt durch Ausschließlichkeit und Treue. Das kann – unabhängig davon, wie man es moralisch bewerten möchte – psychologisch eine kluge Lösung sein.

ZEIT ONLINE: Und was ist der Preis dafür, Sex und Liebe zu entkoppeln – mal abgesehen davon, dass es zu Treffen führt, die eher an Turnstunden erinnern?

Clement: Mich erinnert es nicht an Turnstunden. Aber ich verstehe Ihre Frage schon. Casual Sex funktioniert oft nur theoretisch, weil man die Rechnung ohne Verliebtheit macht, ohne Eifersucht, ohne Bindungswünsche, ohne Heimatbedürfnis. Gelegenheitssex ist eine Teillösung. Er kann während einer bestimmten Lebensphase wichtig sein, in der man vielleicht keinen Partner hat oder auf dem Absprung ist. Ich halte es nicht für das Zukunftsmodell, zu dem sich die menschliche Beziehung entwickelt, sondern eher für etwas, das vorübergehend und schadensarm praktiziert wird.

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Auf dem Mädchenblog werden zweimal die „Pick-Up-Artists“ auseinandergenommen:

Es mag in dem Kontext wohl richtig sein, daß es keine sexuellen Übergriffe in „traditioneller“ Weise sind, da die Übergriffe indirekt von der Frau akzeptiert werden, weil sie eben durch die perfide Methode des „Ausfrierens“ manipuliert werden, gleichwohl es wohl dann doch nur „flüchtige Bekanntschaften“ dann werden, aber für den Sex, sprich eine intime Vereinigung, bedarf es, und wird es immer!, eine ausdrückliche Zusage beider Parteien. Dabei ist die gezielte Manipulation, sei es durch Worte oder dezentes Ignorieren, genauso entwürdigend und sexistisch, wie auch in extremen Dimensionen frauenverachtend, wie jedwede andere Übergriffe, welche das Selbstbestimmungsrecht der Frau schädigt. Das nicht gefährlich zu nennen, ist naiv. Es ist auch deswegen gefährlich, weil die Interpretationen diesbezüglich immens sind und Vergewaltigungen legitimieren könnten, allein der Manipulation wegen.

Leute, SO wird’s doch nichts mit dem Selbstbewußtsein. Das ist eher Selbsthaß an Frauen ausleben, vom Gefühl her eine Stufe vorm Heiratsschwindler, nur daß es nicht um Geld, sondern um Egobefriedigung geht, das ist doch ärmlich… den Kursteilnehmern wird Kohle dafür abgenommen, um ihnen das unreife Sexualverhalten eines berechnend-notgeilen 17jährigen beizubringen, das sie in ihren Teenagerjahren offenischtlich irgendwie verpaßt haben.
Diese unreife Einstellung „Ich bin nur was wert, wenn ich möglichst viele scharfe Weiber rumkrieg“ macht das Selbstwertgefühl doch wiederum immer noch abhängig von – Frauen. Wie bei Frauen, die meinen, sie seien nur etwas wert, wenn sie von möglichst vielen Typen angehimmelt werden. Auf dieses Niveau wollt Ihr? Ernstahft?

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Bei der Mädchenmannschaft gibt’s einen feministischen Jahresrückblick, praktischerweise alphabetisch:

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

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Die Bundeszentrale für politische Bildung fragt: Warum fühlen sich gerade Männer vom Rechtsextremismus so angezogen?

Warum sind insbesondere Männer im Rechtsextremismus aktiv? Das Rollenangebot und das Versprechen „wahrer Männlichkeit“ scheinen für junge Männer nach wie vor anziehend zu sein. In ihren Bezugnahmen auf die faschistische Verklärung von Volk, „Rasse“ und Maskulinität erscheinen die Neonazi-Akteure als jugendkulturell modernisierte Nachahmer ihrer verehrten NS-Vorgänger.

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umstandslos interviewt 2 Sexarbeiterinnen über ihre Mutterschaft:

Haben Sie im Arbeitsumfeld bzw. von Menschen, die wissen, dass Sie Sexarbeiterin sind, oder von Behördenseite negative Kommentare bezüglich Schwangerschaft/Mutterschaft erhalten?

ANNA: “Mein Partner weiß es – er passt auf die Kinder auf, wenn ich im Studio bin. Er findet keine Arbeit. Bei der Versicherung hat man mich einmal dumm angeredet – besser gesagt: Während meiner Gegenwart über mich als ‘so eine’ gesprochen. Die haben gedacht, dass ich nicht Deutsch kann. Dass ich Deutsch verstehe, zeige ich auch nicht immer, da ich mit diesen Leuten nicht viel sprechen will. Das habe ich durch das österreichische Finanzamt gelernt – oft ist es besser ‘nix verstehen’ zu sagen.”

KRISTYNA: “Mein Mann weiß es und auch meine Schwester. Freundlich ist niemand am Amt zu Prostituierten – da lernt man damit leben.”

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Frauen und Sex – Laurie Penny über ihr neues Buch:

Wir bemerken den Sexismus nicht mehr, weil unsere Gesellschaft glaubt, sie sei sexuell befreit. Wir sitzen hier in Soho, dem Quartier der Schwulen und der Sexarbeiterinnen. Aber selbst hier hat die sexuelle Revolution nie stattgefunden. Weil es den Frauen und den Queers nach wie vor nicht erlaubt ist, Begehren in der gleichen Art auszudrücken und auszuleben wie den Männern – und wahllos rumzuvögeln.

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Plus Size Bloggerin Marie Ospina ließ sich per Photoshop verändern:

Das Verhältnis von Schönheit und Gewicht nehme jeder anders war. Als Plus-Size-Bloggerin habe sie sich gefragt: Was machen die Photoshopper mit meinen runden Wangen, mit meinem Doppelkinn?

Ospina schreibt, die Idee für das Projekt sei ihr nach der Aktion der US-Journalistin Esther Honig gekommen. Diese hatte im Juli ein ungeschminktes Selbstporträt an die Photoshop-Künstler dieser Welt verschickt.

Das Ergebnis ihres Experiments habe sie überrascht, erklärte Ospina nun. Nur drei Länder hätten sie merklich verschmälert: die Ukraine, Mexiko und Litauen. Einige Länder wie Indien und Sri Lanka hätten merklich mit Airbrush gearbeitet, um ihr einen weicheren Look zu geben. „Aber im großen und ganzen war ich tatsächlich ziemlich überrascht zu sehen, dass ich in der großen Mehrheit der Fotos noch wie ich selbst aussah.“

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Frau Dingens diskutiert die rauhen Umgangsformen im Netz und ordnet dankbarerweise die Begrifflichkeiten:

Bei Mobbing kennen sich Täter und Opfer meist persönlich, schon allein dadurch, dass sie einer gemeinsamen Gruppe angehören. Mobbing zeichnet außerdem aus, dass es andauernd über einen längeren Zeitraum stattfindet. Über Mobbing im Gefüge Feminst_innen / Anti-Feminist_innen zu sprechen ist insofern falsch, da erstens die Ausübenden Anti-Feminist_innen den Betroffenen selten persönlich bekannt sind (meistens bleiben sie komplett anonym), sie keiner gemeinsamen Gruppe angehören und drittens die Art und Weise der Gewalterfahrung eine andere ist.

Ein Shitstorm ist dagegen eine heftige, zeitlich begrenzte, in Masse stark nach oben ausschlagende Erfahrung von Kritik. Von Shitstürmen spricht man meist dann, wenn Medien oder Einzelpersonen durch undurchdachte Kommentare, Taten oder Aktionen in Kritik geraten. Dabei kommt die Kritik meist von Aktivist_innen und richtet sich gegen inhaltliche Aussagen, weniger gegen Persönlichkeitsmerkmale oder Personen per se. Ein Shitstorm kann somit auch konstruktiv als Korrektur dienen.

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Via.


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