Archiv für Mai 2014

Rinderzucht, Grundgesetz und Sextips

Generation Babyboom und Politik, Pam Anderson über Mißbrauch, alternative Rinderzucht ohne Qual, Oranienplatz-Flüchtlinge suchen Kirchenasyl, Film „Fattitude“, Photoshop bei Gemäldeschönheiten, Kermanis Rede zum Jubiläum des Grundgesetzes, Sextip von Les Petits Plaisirs, MONAliesA braucht Support, Paulchen Panther-Melodie auf Nazidemos erlaubt, Saudis sanktionieren Holländer und Kleinerdrei für Grimme Online Award nominiert.

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Ein Balinger Rinderzüchter hat sich das Recht erstritten, seine Tiere auf schonende Weise auf der Weide selbst zu schlachten – Probleme bekommt er nun, weil er sich immer noch weigert, den Kälbern Marken ins Ohr zu stanzen:

Im Ohrmarkenstreit ist Maier auch deshalb so stur, weil sein ganzes Konzept gefährdet ist. „Wenn man verlorene Ohrmarken bei erwachsenen Tieren neu einstanzen muss, ist das ein Affentheater“, sagt er. Der Landrat, der ihm die Ausnahmegenehmigung erteilt hat, sieht sogar Lebensgefahr für Maier, wenn der seinen „verwilderten Tieren“ Ohrenmarken einziehen müsste. Maier sagt: „Durch das Einstanzen der Ohrmarken wird das Vertrauen zwischen Mensch und Tier schon in den ersten Lebenstagen nachhaltig gestört.“ Wenn sie ihm nicht mehr vertrauen würden, käme er nicht mehr so nah an die Tiere heran, wie es zum Schießen notwendig ist. Und anders will er seine Tiere nicht schlachten.

Europa schreibt die Ohrmarken bei Schlachttieren vor, weil Tiere auch nach dem Verkauf zweifelsfrei erkannt werden müssen. Doch Maiers kaufen und verkaufen keine lebenden Tiere.

Maiers Rinder haben Namen. Amber zum Beispiel. Oder Schneeflocke. Er sagt, er erkenne sie zweifelsfrei. Jeder andere kann sie mit einem Lesegerät, das aussieht wie eine große Lupe, identifizieren. Maier setzt den Tieren einen reiskorngroßen Transponder an der Schwanzwurzel ein. Pferde werden so markiert. Und Kampfstiere. Das ist für Maier der Gipfel: „Stierkämpfe sind die größte Sauerei, die auf unserem Kontinent passieren. Und dort darf man die Marken weglassen?“

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Pamela Anderson spricht über ihren in der Vergangenheit erlebten sexuellen Mißbrauch:

„Ich habe Menschen sehr lange nicht getraut“, sagte Anderson am Wochenende in einer Rede in Cannes, aus der unter anderem der „Guardian“ zitiert. „Meine Eltern haben zwar versucht, mich zu beschützen. Aber die Welt war für mich kein sicherer Ort.“ Schon als Kind sei sie von einer Bekannten der Familie sexuell belästigt worden, sagte Anderson.

Später, als Zwölfjährige, sei sie dann von einem 25-Jährigen vergewaltigt worden – „mein erstes sexuelles Erlebnis“, sagte Anderson laut „Daily Mail“ vor 200 Gästen. In der Schule habe ihr Freund dann beschlossen „dass es lustig wäre, mich mit sechs seiner Freunde zu vergewaltigen. Ich wollte nicht mehr auf dieser Erde sein.“

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Was, wenn die Schönheiten auf berühmten Gemälden durch Photoshop heutigen Schönheitsstandards angepaßt würden? Kann man auf takepart sehen:
Goyaphotoshop

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Bei einer Nazidemo das Paulchen Panther-Lied spielen? Die Staatsanwaltschaft München hat kein Problem damit:

Mit der Erkennungsmelodie der Zeichentrickserie Der rosarote Panther war ein Video unterlegt, in dem der NSU seine Opfer verhöhnte. Die Staatsanwaltschaft sah in dem Abspielen des Liedes bei einer Demonstration am 21. Januar 2012 wegen der zeitlichen Nähe zur Festnahme Zschäpes eine Billigung der NSU-Mordtaten.

Der OLG-Senat folgte aber der Vorinstanz und befand, die Melodie dürfe nicht isoliert betrachtet werden. In der Gesamtschau mit der Rede Bordins stelle das Abspielen „aus unserer Sicht eine Billigung von Straftaten nicht dar“ sagte der Vorsitzende Richter. Bordin hatte sich in seiner Rede von den zehn Morden des NSU distanziert.

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Die Unionspolitiker_innen stören sich an Kermanis kritischer Rede zum Grundgesetz-Jubiläum:

„Wir können das Grundgesetz nicht feiern, ohne an die Verstümmelungen zu erinnern, die ihm hier und dort zugefügt worden sind“, sagte der Schriftsteller mit iranischen Wurzeln. Nur wenige Eingriffe hätten dem Text gutgetan. Besonders scharf kritisiert er die „Entstellung des Artikels 16a“, in dem es in Absatz 1 heißt: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“. Ausgerechnet das Grundgesetz, „in dem Deutschland seine Offenheit auf ewig festgeschrieben zu haben schien“, sperre inzwischen diejenigen aus, die auf diese Offenheit am dringlichsten angewiesen seien. Der „wundervoll bündige Satz“ des ersten Absatzes sei 1993 zu einer monströsen Verordnung aus 275 Wörtern geworden, um eines zu verbergen: „Dass Deutschland das Asyl als ein Grundrecht praktisch abgeschafft hat.“ Dem Recht auf Asyl sei der Inhalt, dem Artikel 16a seine Würde genommen worden. „Möge das Grundgesetz spätestens bis zum 70. Jahrestag seiner Verkündung von diesem hässlichen, herzlosen Fleck gereinigt sein“, sagte er.

Der komplette Wortlaut hier. Lohnt sich.

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Realsatire
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Der niederländische Abgeordnete [Geert Wilders] hatte bereits vor etwa fünf Monaten grüne Aufkleber drucken lassen, die der saudischen Flagge ähneln. Anstelle des Satzes „Es gibt keinen Gott außer Gott und Mohammed ist sein Prophet“, der auf der saudischen Flagge steht, ließ Wilders auf seine Aufkleber in arabischer Sprache drucken: „Der Islam ist eine Lüge, Mohammed ist ein Verbechrer, der Koran ist Gift.“

Obwohl sich die Regierung in Den Haag von der Aktion des Parlamentariers distanziert hatte, sollen niederländische Firmen ab sofort nicht mehr bei Ausschreibungen in Saudi-Arabien berücksichtigt werden.

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Die Flüchtlinge vom Oranienplatz suchen nun Kirchenasyl:

Doch was soll eine Gemeinde tun, wenn Flüchtlinge ihr Nein zum Kirchenasyl nicht akzeptieren? Aus seiner Ratlosigkeit macht Pastor Martin Germer keinen Hehl. Am Wochenende durften die ungebetenen Gäste vorübergehend in die Kapelle ziehen, weil auf dem Breitscheidplatz davor Tausende Fußballfans das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern und Borussia Dortmund feierten. Dann suchte die Kirche nach Räumen, die besser für eine Unterbringung der Afrikaner geeignet waren als ein Gotteshaus, in dem täglich Hunderte Touristen ein- und ausgehen.

Zunächst schien es, als bliebe ihr gar nichts anderes übrig, denn vertreiben konnte sie die Männer nicht, auch wenn es ihr Bürgersteig ist, auf dem sie kampierten. Die Afrikaner hatten ihre Aktion als Demonstration angemeldet. „Alles ganz legal“, hieß es bei der Polizei.

Am Dienstag aber nahm die Polizei die Männer dann doch fest. Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte es so verfügt, im Alleingang, ohne Rücksprache mit dem Senat.

Plötzlich standen 120 Polizisten vor der Kirche. Sie kontrollierten die Papiere der Flüchtlinge, nahmen sie mit zur Wache – und schickten sie dorthin zurück, wo ihr Asylverfahren läuft: nach Sachsen-Anhalt. Ein Akt, der Stärke demonstrieren sollte.

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Mithelfen, damit MONAliesA wieder durchstarten kann:

Die Frauenbibliothek MONAliesA entstand in den Wendejahren in Leipzig. Seit 1990 ist sie Ort der Bildung und des Austauschs von Frauen und Mädchen verschiedener Generationen – als Bibliothek, als Treffpunkt und Veranstaltungsraum. Sie wurde somit zum unverzichtbaren Ort der feministischen Auseinandersetzung in Leipzig.

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste die MONAliesA Ende letzten Jahres den Bibliotheksbetrieb einstellen. Damit ist auch ein großer Teil der personellen und finanziellen Infrastruktur weggefallen. Die Schließung der MONAliesA? Das darf kein Dauerzustand sein!

Wir möchten diese einzigartige Sammlung nicht Geschichte werden lassen. Mit einem neuen Trägerverein wollen wir die MONAliesA wiedereröffnen und dabei mit neuen Ideen auf Altem aufbauen. Das geht jedoch nicht ohne Geld. Die MONAliesA braucht dringend Spenden.

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Kleinerdrei ist nominiert für den Grimme-Online-Preis:

Heute Vormittag wurden in Köln aus über 1.300 Vorschlägen die 23 nominierten Online-Angebote bekanntgegeben und vorgestellt. Die Awards werden in den vier Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung und Spezial verliehen. Neben Kleinerdrei sind unter anderem auch nominiert: Demenz für Anfänger, Make Love und die Reportage “Pop aufm Dorf” über das Haldern-Pop-Festival. Nicole und Daniel vom kleinerdrei-Team sind gerade noch vor Ort und beantworten Fragen zu dem, was wir hier so machen.

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Die Babyboomer werden 50; was hat das politisch für Konsequenzen?

Aber was macht das eigentlich mit einem Land, wenn die größte deutsche Alterskohorte 50 wird? Einerseits nichts, andererseits sehr viel. Denn die Spitzenjahrgänge der frühen sechziger Jahre torpedieren jene natürliche Generationenfolge, die mal für Phasen der Konsolidierung, mal für dialektische Erneuerung sorgt. Diese Masse von Menschen wird im nun gerade beginnenden sechsten Lebensjahrzehnt nicht kürzer treten, wie noch deren Eltern und Großeltern es taten, sondern politisch relevant bleiben wollen. Plötzlich stehen nicht mehr die Jungen gegen die Alten, sondern die Alten gegen die Jungen. Das wird eine spannende Auseinandersetzung, denn die Babyboomer sind eine im Kern unpolitische, vor allem auf Sicherheit und Wohlstand bedachte Kohorte, die für die Anspruchsgesellschaft längst vergangener Zeiten steht. Reformen? Nein, danke! Umbau von Sozialsystemen? Bloß nicht! Generationengerechtigkeit für die Jüngeren und ganz Jungen? Mit uns auf keinen Fall!

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Das Missy Mag berichtet über den Film „Fattitude“ und interviewt die Filmemacherin:

Um Gesetze durchzubringen, muss man erst mal der Öffentlichkeit klar machen, warum es überhaupt neue Gesetze braucht. Ich habe den Eindruck, dass die meisten Menschen ihre Verachtung gegenüber dicken Körpern im Moment berechtigt und legitim finden. Die erkennen das nicht als Vorurteil, sondern sehen es als moralische Überlegenheit. Und sie neigen dazu, ihre Vorurteile mit einer Gesundheitsideologie zu begründen: Dicksein ist ungesund, deswegen ist es okay für mich, dicke Körper zu verachten. Wir müssen das ganze Klima ändern, die Art, wie im Moment über dicke Menschen gesprochen und gedacht wird.

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Und last but not least gibt es auf Les petits plaisirs den ultimativen Sextip:

Präsenz bedeutet für mich sich seiner Selbst (was auch immer das nun heißen mag), bewusst zu sein, in der Situation. Es heißt, bei sich zu sein. Als Mensch in die sexuelle Interaktion einzutreten, als der, der man ist. Ich zumindest ziehe die Freude aus sexueller Interaktion daraus, das Gefühl zu haben, gemeint zu sein. Dass die Person gerade mit mir Sex haben will, weil sie MICH interessant findet. Es ist ein schönes Gefühl, sich gemeint zu fühlen. Ich will nicht einfach nur irgendjemand sein. Und mein sexueller Gegenüber ist auch nie irgendjemand.
Präsenz ist somit eine Einstellung mir selbst gegenüber. Sie kann nicht von außen, vom anderen hervorgelockt werden, sondern ich bringe sie mit ein.
Sie heißt auch zu versuchen, im Jetzt zu sein. In der Situation, bei sich und beim anderen. Also sich nicht in eine Ebene der Sorgen und Gedanken um das was passiert zu begeben. Das ist vielleicht das schwierige. Sich nicht Gedanken zu machen, über die körperliche Verfassung, darüber wie man wohl ankommt, sondern zu relaxen.

Präsenz im Bett heißt nicht, das Geschehen steuern zu müssen oder nicht auch passiv sein zu können. Es heißt viel eher sich mit Haut und Haaren, mit all der Möglichkeiten zur sinnlichen Erfahrbarkeit ins Geschehen einzulassen, hinein zu stürzen in die Empfindsamkeit. Was können wir nicht alles wahrnehmen. Und das heißt erfahren. Wir sind Menschen voller Sinne die nur danach lechzen gereizt zu werden.

Black Fairy, böse Mütter & Riot Grrrl TV

Wiener Tagung von NGOs und Sexarbeiterinnen, Kritik an § 177 StGB, Black Fairy, Skandal wegen Schülern im Rock, Riot Grrrl TV, Adoption und Wurzelsuche, der Film „Timbuktu“, böse Mütter, Heteros auf Queerpartys, Frauenrollen im deutschen Film und Debattenkultur im Netz.

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„Frauen gegen Gewalt“ erklären, warum der §177 StGB nicht unbedingt hilfreich ist, um die Anzeigebereitschaft von Vergewaltigungsopfern zu stärken:

Konkret heißt das, dass es nicht ausreicht, wenn eine Frau ausdrücklich und mehrfach Nein sagt oder vielleicht auch weint. Die Betroffenen müssen sich körperlich wehren bzw. nur dann nicht körperlich wehren, wenn konkrete Gewaltdrohungen ausgesprochen wurden oder sie dem Täter schutzlos ausgeliefert sind.

Durch die enge rechtliche Auslegung der „schutzlosen Lage“ werden zahlreiche sexuelle Übergriffe strafrechtlich nicht verfolgt. Denn es bleibt unberücksichtigt, dass häufig die gesamte Situation einer Vergewaltigung für Betroffene bedrohlich wirkt und sie sich ohnmächtig und hilflos fühlen. Betroffene befürchten lebensbedrohliche Verletzungen und haben Angst, oft ohne dass der Täter konkrete Drohungen aussprechen muss. Viele lassen die Tat ‚wie erstarrt‘ über sich ergehen.

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Schüler aus Nantes protestieren gegen Sexismus, wozu die Jungs sich Röckchen anzogen. Das war für einige Verklemmte aber scheints der Anfang vom Untergang des Abendlandes:

„Die Jungen im Rock – sollen die Mädchen mit Bart erscheinen?“, höhnte Frigide Barjot, Gallionsfigur der Kampagne gegen die Homo-Ehe. „Schüler aufzufordern, einen Rock zu tragen, ist keineswegs harmlos“, wetterte auch Ludovine de La Rochère. Das sei vielmehr „Travestie und eine Negation ihrer sexuellen Identität“. Die Aktion der Schüler, so die Präsidentin des Dachverbands, sei „eine Provokation zu viel“.

Die Aufregung, welche die Moralapostel im Netz schürten, griff sogar kurz auf das Parlament in Paris über. „Das ist eine ideologische Verirrung“, schimpft die Oppositionspolitikerin Véronique Louwagie. „Unsere Jugend braucht Orientierung“, so die Abgeordnete der konservativen UMP. Hier handele es sich um „eine systematische Vernichtung von Vorgaben, die unsere Kinder formen“. Alles falsch, entgegnete der sozialistische Erziehungsminister Benoît Hamon. Die Opposition verbreite Lügen, diese seien vorformuliert von „radikalen Organisationen“.

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Cristina Nord empfiehlt den Film „Timbuktu“, der momentan beim Filmfestival in Cannes im Rennen ist:

„Timbuktu“ legt einen Handlungsstrang um eine Hirtenfamilie etwas akzentuierter an als die übrigen Stränge, doch vor allem entwirft Sissako ein Panorama, und mit wenigen Strichen gelingen ihm einprägsame Miniaturen: Wie der Imam versucht, die Dschihadisten davon abzuhalten, mit Waffen die Moschee zu betreten, und sie in einen Disput über die Auslegung des Korans verwickelt. Wie eine Marktfrau sich zu wehren versucht, als die Männer sie dazu zwingen wollen, Handschuhe zu tragen. „Wie soll ich den Fisch denn dann waschen?“, hält sie den Bewaffneten entgegen.

Wie die Dorfnärrin sich einem der Jeeps in den Weg stellt und später erzählt, dass das Erdbeben, das am 12. Januar 2010 Haiti verwüstete, sie durch die Erdkruste hindurch getrieben habe. Und ausgerechnet an diesem Ort sei sie wieder aufgetaucht. Noch später tanzt einer der Extremisten einen exaltierten Tanz auf der Terrasse der Närrin.

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Neuer Youtube-Channel mit dem simplen, aber vielversprechenden Namen „Riot Grrrl TV“ und einer symapthisch-engagierten, wie sagt man da, „Moderatorin“.

Bemerkenswert auch, welche Videovorschläge Youtube einem dann hinterher präsentiert…

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Auf Zehenspitzen nimmt sich dem elendiglichen Thema der „Rabenmütter“ an:

Da wäre die Helikopter-Mutter, deren Kind in einer Gummizelle an Zuwendung lebt, die Eislauf-Mutter, die ihr Kind generalstabsmäßig mit Freizeitaktivitäten verplant, die depressive Mutter, die das Kind im leeren emotionalen Raum lässt, die späte Mutter, die später als in der Evolutionsbiologie vorgesehen Mutter wird (ähm?), und die Über-Mutter, die den Boden für Größenwahnsinn bereitet.

So weit so schlicht. Es lebe die ignorante Kausallogik!

Am unglaublichsten finde ich allerdings die Erklärung, warum die Mütter und nicht etwa die Väter oder Eltern generell Schuld an allem sind: “Nur vier bis sieben Prozent aller Väter nehmen eine Kurzzeitkarenz überhaupt in Anspruch. Schätzungsweise 150.000 Mütter in Österreich ziehen ihre Kinder im Alleingang auf. Dem gegenüber stehen 19.000 statistisch erfasste Solo-Väter.” Ach so! Da gäbe es möglicherweise noch weitere mit-verantwortliche Personen für Kindererziehung. Die nehmen diese Aufgabe aber nicht wahr. Egal, Schuld an allem sind die, die die Aufgabe wahrnehmen müssen. Außerdem: Rahmenbedingungen? Who cares? Wie einfach Gesellschaftspolitik und Gesellschaftskritik doch sein können!

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Bei einer Tagung in Wien sprachen Sexarbeiterinnen und NGO-Vertreter_innen über die Verdrängungspolitik in der Prostitution:

[Die Sexarbeiterin Frau Schwartz] selbst sieht viele Vorteile in ihrer Arbeit als Escort: „Das Tolle ist, dass ich mir die Zeit einteilen kann. Das lässt sich wunderbar kombinieren, wenn man Alleinerzieherin ist.“ Somit kommt Schwartz auf eine zentrale Herausforderung von Frauenpolitik allgemein zu sprechen, nämlich das mangelnde Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen. Dieses habe es ihr schwer gemacht, in ihrem erlernten Job als Bürokauffrau und den damit verbundenen Arbeitszeiten zu arbeiten. Von daher lautet auch eine wichtige Forderung des Berufsverbands, Sexarbeit mit anderen Berufen gleichzustellen. Ihr sei es völlig unverständlich, warum die Polizei für Kontrollen in den Betrieben zuständig ist, so Schwartz. So könne man keiner Frau helfen, die zur Arbeit gezwungen werde oder gar Opfer von Menschenhandel sei. Außerdem komme in einer Bäckerei auch das Gewerbeamt. Gleiches müsse auch für Betriebe gelten, die sexuelle Dienstleistungen anbieten.
(…)
Einen weiteren Vorteil sieht Schwartz darin, selbstbestimmt arbeiten zu können: „Wenn ich einmal keine Lust habe oder merke, ich brauche eine Pause, kann ich sie nehmen.“ Dass das nicht für alle SexarbeiterInnen gilt, räumt sie allerdings ein: „Ich bin bestimmt kein Betreiber-Freund“, so Schwartz. Auch wolle sie keineswegs negieren, dass in den Betrieben Opfer von Menschenhandel zur Arbeit gezwungen werden. Die hohen Zahlen, die in den Debatten oftmals genannt werden, bezweifelt sie allerdings. Eine weitere Forderung der Sexarbeiterinnen und ihrer VertreterInnen lautet auch, die Themen Sexarbeit und Menschenhandel klar zu trennen.

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In der Zeit beschäftigt sich Firat Kaya, der als Kind adoptiert wurde, mit seinen türkischen Wurzeln:

Im Studium habe ich mich intensiv mit dem Islam beschäftigt. Meine beiden Promotionen in katholischer Theologie und Linguistik beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Islam und Westen, also mit „uns“ und „denen da“.

Ich habe meine wissenschaftliche Arbeit nicht unbedingt als Verarbeitung meiner Herkunftsgeschichte begriffen, trotzdem war es nicht ein Aufenthalt wie jeder andere, als ich in Istanbul und Ankara für meine theologische Doktorarbeit recherchierte. Hier war meine ursprüngliche Heimat, das Land meiner Väter, wie man so sagt. Hat man etwas im Gepäck, das daran erinnert? Sind die Gene so, dass sie bei der Begegnung mit Türken etwas zum Vorschein bringen, was zu Hause, in Deutschland, nicht aufkeimen kann? Nun, während meines Aufenthalts habe ich nichts dergleichen erkennen können.

Ein guter Freund von mir ist Türke. Er lebt in Berlin, wie ich. Wir machen zusammen Sport, sehen uns also regelmäßig. An seiner Biografie sehe ich, wie mein „türkisches“ Leben hätte verlaufen können. Ein Blick in die parallele Welt: Gastarbeiterfamilie, drei Geschwister, großer familiärer Zusammenhalt. Ein gewisser unternehmerischer Geist, der überall in Deutschland sichtbar wird in Tausenden von Kleinbetrieben, bei denen die ganze Familie mitarbeitet.

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Heidi Daleys „Black Fairy“:

In all the stories, art, and myths about Fairies, none have made mention of any Black Fairies… so I made one

\"Black Fairy\" by Heidi Daley

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Katrin Roenicke empfiehlt den Vortrag von Teresa Bücker auf der Re:Publica und macht sich Gedanken über Debattenkultur und hat dazu auch gute Links:

Darf man gar nicht mehr kritisieren? Oder ist es vielleicht okay, die Mittel zu kritisieren, wenngleich man das gleiche Ziel verfolgt? Welche Kritik ist überhaupt legitim, wenn man doch vermeintlich auf der “gleichen Seite” steht? Was für Mechanismen sind am Werk, wenn Freundschaften gekündigt werden, weil man öffentlich das öffentliche Verhalten anderer kritisierte (nicht ad hominem wohlgemerkt – die Reaktionen sind dann aber gerne mal ad hominem)?

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Laufmoos bittet knutschende Hetero-Pärchen um Zurückhaltung auf Queer-Partys:

Wenn ich nach Gründen für heterosexuelle Performances in queeren Räumen suche, dann lande ich sehr schnell bei Aneignung.
Ich gehe davon aus, dass die Tanzfläche blockierende knutschende Heteropärchen dem Drang nachgehen, in diesem (huch!) perversen, anderen, queeren, nicht einschätzbaren und verunsichernden (denn ich habe die Regeln nicht verstanden!) Raum die eigene, gesellschaftlich dominante Normalität wieder herstellen zu müssen. Demonstrativ (in der Mitte des Raumes) zur Schau gestelltes (das kommt euch vielleicht nicht so vor, anderen aber umso mehr) hetero erscheinendes Knutschen ist also im Grunde genommen eine Re-Aneignung des Raumes, ein Besetzen eines temporär nicht-normativen Ortes. Es ist eine stabilisierende Reaktion auf die Verunsicherung der eigenen heterosexuellen Identität. Es ist eine Demonstration, wer sich gesellschaftlich was leisten kann, ohne sanktioniert zu werden.
Im Grunde ist es auch ein sehr verdrehtes Eingeständnis: Diese Umgebung macht Angst, die Queerness, das Unverständliche, das Andere und das Perverse, es ist nicht aushaltbar, wenn es nicht sofort als etwas markiert wird, zu dem ich nicht gehöre.

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Katja Nicodemus kritisiert die Frauendarstellungen in (deutschen) Filmen:

Ach die Brille! Dieses Ungetüm, das immer ein bisschen zu groß und zu hässlich aussieht. Es ist gewissermaßen das Zentralrequisit der deutschen Erfolgskomödie. Schon Katja Riemann setzte die Brille vor zwanzig Jahren in Sönke Wortmanns Der bewegte Mann erschrocken auf und ab, als sie das positive Ergebnis ihres Schwangerschaftstests betrachtete. In Til Schweigers Keinohrhasen wird die Brille im Gesicht der Kindergärtnerin Anna (Nora Tschirner) zur Insignie der Verkniffenheit. Nadja Uhl trägt die Brille wie ein Stigma durch Doris Dörries Alles inklusive, und Karoline Herfurth verrutscht sie schon bei ihrem ersten linkischen Auftritt in Fack ju Göhte auf dem Nasenrücken. In Frauke Finsterwalders Finsterworld wird die Brillen-Streberin von Mitschülern während eines Ausflugs ins Konzentrationslager in den Verbrennungsofen gesperrt. Danach ist sie brillen- und willenlos und trägt, endlich hübsch, die Haare offen – als buchstäblich finale Rache am weiblichen Intellektualismus. In der deutschen Komödie hat die Brille der Heldin nur eine Funktion: vom Helden abgenommen zu werden. So wie in einem Subgenre des Pornofilms, das aber effizienter und ehrlicher funktioniert: Krankenschwestern und Sekretärinnen legen die Brille weg und können richtig rangenommen werden.

Roma in Frankfurt, Männer in Kitas & echte Arier

Hohe Strafe für homophobe Fußballfans, Plus Size Fashion, volles Wahlrecht für Behinderte!, Lady Pen, Roma in Frankfurt, Wählen als wohnungslose_r, Kinder „fett“ nennen erhöht Chancen, daß sie übergewichtig werden, May Ayim, Teeniejungs und Mädchenschuhe, Mo Asumang sucht „Die Arier“ und Sexismus in der Technoszene.

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Gleich zum Anfang die wunderbare Ellen de Generes, über die „Lady Pens“ von Bic ( ja genau, also Stifte extra für Frauen):

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Eine amerikanische Langzeitstudie kommt zu dem Schluß, daß genau die Kinder später übergewichtig wurden, denen man sagte, sie seien fett – und zwar unabhängig davon, ob sie als Kind wirklich dick waren:

Mädchen, die in frühen Jahren zu hören bekommen, sie seien übergewichtig, leiden mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als junge Frauen tatsächlich unter Fettleibigkeit. Für sie ist es 1,6 Mal wahrscheinlicher, dick zu werden. Das ist das Ergebnis der Studie, die in der Juniausgabe des Fachjournals Jama Pediatrics vorgestellt werden soll und bereits online einzusehen ist.

Besonders interessant: Der beobachtete Zusammenhang zwischen Hänseleien und dem, was die Waage später anzeigt, gilt unabhängig vom tatsächlichen Gewicht und weiteren Einflussfaktoren – etwa dem sozioökonomischen Status der Eltern oder dem Zeitpunkt der ersten Periode. Das bedeutet, dass sich die Mädchen ein „Du bist fett“ zu Herzen nehmen, ganz egal, ob sie tatsächlich etwas mollig sind oder normalgewichtig. In der Studie gehe es also nicht nur um schwerere Mädchen, die als fett bezeichnet würden und dann Jahre später immer noch dick seien, sagt Psychologin Tomiyama. „Allein die Zuschreibung ‚fett‘ erhöht die Wahrscheinlichkeit, später tatsächlich fett zu werden.“

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Kate Miller, Berliner Techno DJ, über Sexismus und Belästigung:

Wenn Kate auflegt, wird sie oft angemacht. „Irgendein Spruch kommt immer“, sagt sie. In einer Nacht vor drei Wochen war es anders, da kam mehr. Kate spielt im Chalet in Kreuzberg. Männer machen ihr Komplimente. Einer findet ihre Beine sexy, ein anderer fragt, wie sie als Frau so gut auflegen könne. Kate glaubt, die Männer trauen sich das, weil sie im Rampenlicht steht. Auf der Bühne sind die Regeln anders, die Grenzen verschwimmen. Als ihr Gig vorbei ist, bedrängt ein Mann sie. Er drückt sie gegen eine Wand, versucht immer wieder, sie zu küssen – und haut ab. So erinnert sich Kate an den Abend.

Sie entscheidet sich, die Sache öffentlich zu machen. Auf Facebook schreibt sie: „Ich will nicht mehr nett und höflich sein. Der Nächste, der mir sagt, dass ich schöne Beine habe, kriegt ein blaues Auge.“

Kate will ein Zeichen setzen gegen die Diskriminierung von weiblichen DJs. Sie bittet ihren Freund, ihr die Haare abzuschneiden. So kurz es geht. Mit einem Rasierer trimmt er Kates Haare auf wenige Millimeter. Danach sieht sie so aus wie er, nur kleiner.

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Wer darf eigentlich wählen, wer nicht und warum? Behinderte, die eine Vollbetreuung brauchen, sind ausgeschlossen:

Bislang sind all jene Menschen mit Behinderung ausgeschlossen, die gerichtlich komplett unter Betreuung gestellt wurden und in keinem einzigen Lebensbereich selbstständig entscheiden dürfen. Das seien rund 10.000 Betroffene, berichtet Zeitung unter Berufung auf den Verein Lebenshilfe.

Bentele sprach im Hinblick auf den Ausschluss Behinderter von der Wahl von Stigmatisierung, die nicht der Realität entspricht und verwies auf die Behindertenrechtskonvention. Diese schließe die politische Teilhabe an allgemeinen Wahlen ein und verlange, Behinderte ins politischen Gemeinwesen einzubeziehen.

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Hürden bezüglich des Wahlrechts haben auch Obdachlose; wählen gehen können sie prinzipiell dennoch:

Jeder Mensch geht mit dem Umstand, nicht mehr in einer Wohnung zu leben, anders um. Viele Obdachlose richten sich in ihrem Kiez ein. Andere sind mobil, halten sich heute in Kreuzberg auf, morgen in Charlottenburg. Als ich den o. g. Flyer gelesen habe, stieß ich auf den Stichtag. Bei der Wahl am 22. September wurde mir am Telefon von einer Mitarbeiterin des Landeswahlleiters der 18. August als Stichtag genannt. Nachgewiesen werden muss die Identität. Normalerweise wird der Personalausweis gezeigt, oder der Reisepass. Viele Menschen, die auf der Straße leben, haben weder Ausweis noch Pass. Niedrigschwellige Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe können Besuchern, die sie zum Teil seit Jahren kennen, Name und Aufenthalt bescheinigen. Beim Wahlamt ist dann zu erklären, dass sie nicht oder nicht durchgängig im Melderegister registriert sind und sich gewöhnlich in Deutschland aufhalten.

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Die Mädchenmannschaft stellt Alex vor, Modebloggerin und in der Ausbildung zur Modedesignerin. Ein Gespräch über Plus Size Fashion:

Am Anfang war es mir noch ziemlich unangenehm zu posen und überhaupt Ganz­körper­fotos von mir machen zu lassen. Aber ich wollte mir und der Welt beweisen, dass Dicke modisch sind, dass wir auch das Recht haben, uns selbst gut zu finden und uns nicht verstecken müssen. Ein Aspekt, der meiner Meinung nach häufig unterschätzt wird, ist der Effekt, die Kleidung, in der eins sich gut fühlt und die gefällt, auf eine_n haben kann. Gerade wenn ich etwas trage, dass mir gefällt, fühle ich mich besonders wohl und selbst­bewusst. Ich finde es so schade, wenn sich eine Person etwas nicht anzuziehen traut, weil es zu auffällig/bunt/kurz/eng/ärmellos/ausgefallen ist und ich hoffe, dass ich als Bloggerin da vielleicht meinen Teil dazu beitragen kann, solche von Gesellschaft und Medien ein­zementierten Vorstellungen etwas auf­zubrechen.

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Tim Rühlig empfiehlt den Dokumentarfilm „Roma in Frankfurt“:

Es sind bewegende Geschichten, beeindruckende Menschen und erschreckende Verhältnisse, die mit der öffentlichen Diskussion um Sozialschmarotzer, Arbeitsverweigerer und Kriminalität nichts zu tun haben. Einmal mehr merkt man: Nicht über Roma müssen wir sprechen, sondern mit ihnen.
Im Film fasst dies Ahmed Bourchada, Schüler einer Schule nahe Frankfurt, so zusammen: „Normalerweise hat jede Kultur ihre Vorurteile und man weiß eigentlich auch, dass diese Vorurteile nicht stimmen. Bei den Sinti und Roma kennt man nur die Vorurteile, wir kennen gar nicht die wahre Seite.“

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Bollocks & Bitches über verzweifelte Jungs und Mädchenstyling:

Styling ist für Mädchen wichtig. Sehr wichtig, wie wir wissen. Fast so wichtig wie Jungs zu gefallen. Damit wir das auch um Himmels Willen nicht vergessen, hat es sich die BravoGIRL zu Aufgabe gemacht, uns alle zwei Wochen an diese biologische Notwendigkeit des Hübsch-Seins zu erinnern.

Aber trotz der 30-seitigen Beautyspecials, den Fotostrecken, der Modetipps und der Aufklärung über die richtige Blowjob-Technik scheint es noch nicht zu allen Mädchen vorgedrungen zu sein: Es ist UNFASSBAR wichtig, Jungs zu gefallen. Melli hat diese Wichtigkeit nicht erkannt. deswegen hat sich ihr Freund, der Raffa, an die BravoGIRL gewandt. In einem Artikel voller manly tears beklagt er sich herzzerreißend über diesen Missstand. Ich kommentiere ihn hier auf meine gewohnt charmante Weise.

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Mo Asumang über ihren absolut sehenswerten und gelungenen Dokumentarfilm „Die Arier“, in dem sie unter anderem eine NPD-Demo oder den Ku Klux Klan besucht:

Ich spreche mit jedem Menschen auf dieselbe Art und Weise, auch wenn er Rassist ist. Ich stecke den nicht gleich in eine Schublade, so wie er es mit mir macht, sondern versuche meine Offenheit zu behalten. Das ist der größte Kampf. Den Rechtsextremen wünsche ich echtes Selbstbewusstsein. Dass sie nicht andere für ihre Probleme verantwortlich machen, sondern sie selbst in die Hand nehmen. Das ist purer Eigennutz: Wer selbstbewusst ist, feindet mich nicht an.

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Das Missy Magazine widmet sich der verstorbenen Dichterin und Aktivistin May Ayim:

Ermutigt von Lorde veröffentlicht May Ayim 1986 ihr erstes Buch „Farbe Bekennen“, damals noch unter dem Namen May Opitz. Der Sammelband wird ein Schlüsselmoment für die afrodeutsche Community. Das Sprungbrett. Oder vielleicht eher ein Stück Treibholz auf offener See, auf das man sich retten kann. „Wir haben zum ersten Mal einen Begriff für uns selbst entwickelt, um nicht den herkömmlichen Bezeichnungen ausgesetzt zu sein.“ Ayim und ihre MitstreiterInnen reißen diese Fremdzuschreibungen ab, errichten sich eine eigene Identität als Schwarze Deutsche und geben sich selbst einen Namen: afrodeutsch. May Ayim hatte diesen Namen ihrer Muttersprache mit Mühen abgerungen, das war ihre Spezialität. Sie kämpfte gerne um Freiräume in der deutschen Sprache „mit ihren rassistischen Elementen, die oft gegen mich selbst gerichtet sind“. Im selben Jahr gründen sie und andere den Verein „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“.

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Lisa Mayr schreibt im Standard über die Tagung „Männer in Kitas“:

Brandes und sein Team hatten das Verhalten der Männer in Kitas über mehrere Jahre qualitativ erforscht. Mit einem differenzierten Schluss: „Männer in Kinderbetreuungseinrichtungen sind weder Heilsbringer noch Katastrophe“, fasst Brandes zusammen – um den Blick auf die wichtige Frage der Ausbildungsqualität zu lenken. Wichtiger als das Geschlecht der Betreuungspersonen sei deren fachliche Qualifikation. So konnte Brandes feststellen, dass sowohl männliche als auch weibliche Betreuungspersonen mit Mädchen eher beziehungsorientiert-narrativ und mit Burschen eher sachlich-gegenstandsbezogen umgehen.

Das heißt konkret: Betreuungspersonen beiderlei Geschlechts malen mit Mädchen eher Bilder, teilen mit ihnen Geschichten und Emotionen. Mit Burschen wird dagegen eher mit groben Materialien gebastelt und in Wettbewerbssituationen getreten. Offenbar haben also sowohl Männer als auch Frauen sehr starke Annahmen davon, wie Buben und Mädchen „ticken“, und verfestigen bestimmte Verhaltensweisen durch ihren Umgang mit den Kindern. Die Reflexion über die eigene Rolle sei daher sowohl für Frauen als auch für Männer notwendig, so Brandes: „Die meisten agieren emotional engagiert, aber fachlich wenig reflektiert.“

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Wegen eines homophoben Plakats müssen vier Bayern-Fans eine hohe Geldstrafe zahlen sowie Sozialstunden leisten:

Die Eltern der vier jungen Südtiroler FC-Bayern-Fans, die am 11. März während des Champions-League-Achtelfinales gegen Arsenal London im Münchner Stadion ein als homophob kritisiertes Banner hochhielten, haben sich jetzt zur Begleichung einer Geldstrafe bereit erklärt. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung vereinbarten sie bei einem Treffen mit Vertretern des FC Bayern in München die Zahlung von je 2000 Euro.

Die Jugendlichen aus der Nähe von Meran hatten im April ein selbst gemaltes Banner mit einer Kanone, die unter dem Schriftzug „Gay Gunners“ auf das Hinterteil eines entblößten Spielers zielt, in die Kameras gehalten. Deshalb hatte der europäische Fußballverband (Uefa) den FC Bayern zu einer Strafe von 10.000 Euro verdonnert. Zudem musste im Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United von den Münchnern ein kompletter Zuschauerblock geschlossen bleiben – Hunderte Eintrittskarten konnten nicht verkauft werden.