AfD, AKWs & 10.000 Abschiebungen

Greenpeace besetzen AKW – und Japan will das gefährlichste wieder hochfahren, Goa Gil!, McConnelling, AfD-Jugend gegen Feminismus, Kampf gegen die eigene Pädophilie, Gedanken- und Seifenblasen, 2013 10.000+ Abschiebungen aus D, Women painting Women und Gender Pay Gap.

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Von der Fukushima-Katastrophe gänzlich unbeeindruckt, plant Tokio, das als gefährlichstes der Welt geltende AKW wieder ans Netz gehen zu lassen:

Die Mehrheit der Japaner ist gegen Kernenergie. Nachdem am vergangenen Wochenende mehrere Anti-AKW-Demos stattfanden, bestätigte Abe – ausgerechnet am Vorabend des Jahrestages der Tsunami- und Nuklearkatastrophe – im Parlament, er werde „sichere Meiler“ möglichst bald wieder ans Netz lassen. Zuvor werde man Anwohnern deren Sicherheit und Notwendigkeit erklären. Unterdessen wehren sich die Betreiberfirmen derzeit noch vehement gegen neue Sicherheitsauflagen: In einigen Fällen bestreiten sie sogar die Existenz von nachgewiesenen Erdbebenbruchlinien. Andere schummeln einfach. „Strenge Regeln alleine nützen nichts“, sagt der Chef der neuen Atomaufsichtsbehörde, Shunichi Tanaka. „Die Betreiberfirmen brauchen eine fundamental andere Sicherheitskultur.“
(…)
Der Besucherpavillon von Hamaoka ist einem Reaktor nachempfunden, hier wirbt der Betreiber um Vertrauen in seine Technik. Gerade hat man mit dem Bau eines gigantischen Tsunami-Schutzwalls begonnen, 1,6 Kilometer lang, 22 Meter hoch. 40 000 Tonnen Stahl werden verbaut. Sollten die Fluten den Wall überwinden, schalten sich energieautonome Pumpsysteme ein. Bis vor drei Jahren war es tabu, von Notfallmaßnahmen in Atomkraftwerken überhaupt zu reden – meist gab es gar keine –, jetzt macht der Besucherpavillon Schüler-, Rentner- und Beamtengruppen mit jedem ihrer Details vertraut. Im Pavillon funktionieren sie reibungslos.

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Auf Zehenspitzen macht Seifenblasen-Beobachtungen:

Frauentag war auch. Ich habe Stadträtinnen und Gemeinderätinnen und Ehrenbürgerinnen gezählt, obwohl ich ihre Abwesenheit auch so schon wusste. Ich muss mir erklären lassen, dass das Thema Kaiserschnitt die Leser (sic!) nicht interessiert und das Binnen-I den Blick auf wichtigere Themen der Gleichberechtigung verstellt.

Ich suche ein Bild für diesen Beitrag und scheitere beinahe daran, auf den Kunstblogs, die ich immer wieder durchstöbere, Werke von Frauen zu finden.

Und dann sitzt mir die alte Dame beim Interview gegenüber und erzählt von ihren beiden Hüftoperationen, die sie ihren fünf Kindern zu verdanken hat – jahrelange Hausarbeit mit einem Baby auf der Hüfte haben ihr Tribut gefordert. Sie erzählt mir von auslaugenden Stilljahren und davon, dass sie sich die Haare färbt, weil ihr Mann das so will.

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Trauriger Anstieg bei Abschiebungen aus Deutschland:

Damit mussten 2013 so viele Menschen zwangsweise das Land verlassen wie seit 2006 nicht mehr. Damals wurden fast 14 000 Migranten abgeschoben. Laut Innenministerium mussten vor allem Serben und Mazedonier in ihr Heimatland zurück, gefolgt von Kosovaren, Türken und Russen. Eine Abschiebung wird vor allem gegen abgelehnte Asylbewerber angeordnet, die nicht freiwillig ausreisen, sie kann aber auch andere Personengruppen treffen: Migranten mit abgelaufenem Visum oder abgelaufener Aufenthaltserlaubnis etwa oder auch Ausgewiesene.

Die Zahlen lassen einen Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Asylbewerbern vermuten. Serben und Mazedonier zählen zu den Hauptherkunftsländern von Asylbewerbern, häufig handelt es sich um verarmte Roma, die jedoch in der Regel nicht als politisch verfolgt anerkannt werden. Im vergangenen Jahr hatten die Behörden zudem viele Russen aus Tschetschenien registriert, die in Deutschland Asyl beantragt haben – ebenfalls mit einer geringen Erfolgsquote.

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Schönes Blog: Women painting women.

The website arose out of online discussions about how contemporary women artists are handling women as subjects.

Inspired by these discussions but failing to find any single, comprehensive online resource cataloguing contemporary women artists painting the female figure, artists Alia El-Bermani, Diane Feissel and Sadie Valeri established the site in March of 2009; since then the site has featured the work of hundreds of women painters from around the globe. Out of the overwhelming positive response to the website grew a desire to create opportunities for women artists from diverse locations to gather and share inspiration and technique, and to promote and exhibit their work

Eins meiner absoluten Favoriten:

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Nachfolgeartikel über den Pädophilen, dessen Kampf gegen seine Neigung in der ZEIT vor einem Jahr schon erzählt wurde:

Salvacyl entzieht den Knochen Kalzium und erhöht so womöglich das Osteoporoserisiko. Alle paar Wochen fuhr Jonas deshalb weiterhin zur Kontrolle in die Charité. Manchmal trafen wir uns danach, sprachen über Berufliches, über die neue Nähe zu seiner Schwester und seinen Eltern. Die Missbrauchsbilder waren kein Thema mehr.

Im Mai 2013, fast ein Jahr nach Abschluss der Therapie, erzählte Jonas mir, dass er das Medikament aus gesundheitlichen Gründen wohl würde absetzen müssen.

Was soll man darauf sagen?

Es gibt keine bessere Therapie, es gibt kein stärkeres Medikament, die einzige Alternative, Androcur, hatte bei Jonas kaum gewirkt.

Gut finde ich auch den Kommentar #25:

Ich begrüße so sachliche Artikel über ein so aufgeladenes Thema wie sexuelle Gewalt gegen Babies, Kinder und Jugendliche.

Aber ich würde mir als Stiefmutter eines inzwischen volljährigen jungen Mannes und Mutter eines 8 Monate alten Jungen wünschen, dass mein Nachbar offen zu mir kommt und z.B. sagt: „Könnten Sie Ihrem Sohn im Planschbecken bitte eine Badehose anziehen, ich habe pädophile Neigungen.“

Besser, als wenn ich den Mann unnötig in sexuelle Erregung versetze und mein Kind (oder andere) gefährde. Dann schicke ich den Kleinen auch nicht rüber, mal ein Paket abholen, oder was man unter Nachbarn so macht. Trotzdem, oder grade für die Offenheit, respektiere ich den Mann, der sich das trauen würde.

Leider ist aber der Fackeln tragenden Mob die Regel und genau der verhindert dann das, was er zu tun vorgibt: den Schutz unserer Kinder. Im Gegenteil, er verhindert den Schutz, denn pädophile Männer outen sich nicht, der soziale Rückhalt fehlt, der psychische Stress steigt und damit die Gefahr, Gewalt gegen Kinder auszuüben oder anzusehen/unterstützen.

Word.

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Eigentlich war’s ja Zeit und paßt gut in die Igittbäh-Politik der AfD:

*würg*

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Greenpeace besetzt AKW Fessenheim:

Vor acht Uhr waren nach Angaben des Innenministeriums zwanzig Demonstranten von der Polizei festgenommen worden. 15 weitere befanden sich dagegen noch auf dem Reaktordach. Mit ihrer spektakulären Aktion wollten die Greenpeace-Aktivisten, die 14 verschiedenen Nationalitäten angehören, im Vorfeld eines EU-Energiegipfels gegen die Atomkraft demonstrieren.

In einem Communiqué fordert Greenpeace den französischen Staatspräsidenten François Hollande und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel auf, in ihren Staaten und der übrigen EU, „gestützt auf die erneuerbaren Energien, (eine) wahre Wende ohne atomare Risiken“ einzuleiten.

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Immer noch: Gender Pay Gap.

Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind auch im Jahr 2013 nicht kleiner geworden. Frauen verdienen insgesamt 22 Prozent weniger als Männer, das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Die Differenz bleibt damit das vierte Jahr in Folge unverändert.

Frauen verdienen den Angaben zufolge im Schnitt 15,56 Euro brutto pro Stunde, Männer kommen auf 19,84 Euro. Vor allem im Westen verdienen Frauen weniger als Männer. Dort ist die Lücke mit 24 Prozent dreimal so hoch wie im Osten. In den neuen Bundesländern verdienen Frauen rund acht Prozent weniger.

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Endlich mal ein Netztrend, den ich lustig finde – McConnelling:

Nun ist es zwar nicht so, dass sich McConnell und das Internet diametral entgehenstehen. Mitch McConnell hat 134.000 Anhänger bei Facebook und einen durchaus gut gepflegten Youtube-Auftritt. Aber das alleine macht aus einem ergrauten US-Republikaner noch kein Netzphänomen. Dafür reichte ein Youtube-Clip aus, in dem McConnells Wahlkampfteam einige Video-Fetzen ihres Chefs zusammenmontierte. Das Filmchen sollte in der parteiinternen Vorwahl zeigen, wie hart der Senator für seine Bürger arbeitet. „McConnell Working for Kentuckians“ heißt das Video, in dem der Politiker knapp zweieinhalb Minuten lang nichts sagt – und dafür viel lächelt.
Der Clip war nicht lange online, da geschah etwas Überraschendes: Das Netz war verzaubert von einem Mann und seinem Lächeln und die Kreativen im Internet bemerkten: Mitch McConnell wäre der perfekte Protagonist für so ziemlich jedes Intro einer TV-Serie.

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Regina Frey fragt sich: Was will die ZEIT?

Diese Zeitung beteiligt sich inzwischen ohne jegliche Recherche und Information über den aktuellen Stand geschlechterpolitischer Debatten am allgemeinen „Feminismus-Bashing“. Undifferenziert verbreitet die Autorin Mariam Lau Un- und Halbwahrheiten über „den Feminismus“ und seine vermeintliche Schuld an den derzeitigen Geschlechterbeziehungen. So seien an der Kriminalisierung von Prostitution „die“ Feministinnen schuld, es gebe in Europa inzwischen einen Staatsfeminismus und das Schlimme am Feminismus sei, dass er Misstrauen zwischen den Geschlechtern schaffe. Er verhindere die Suche nach Glück, trage dazu bei, dass Akademikerinnen keine Männer und Kinder mehr bekämen, die Ehen nicht hielten und die Zahl Alleinerziehender hoch sei. Auch die Aufdeckung von Kindesmissbrauch durch Väter und Bademeister in Krimiserien wie dem Tatort schüre das Misstrauen. „Wer sich in Beziehung begibt, kommt darin um“, so ein Fazit der Autorin. Klar, in anderen Ländern wie Ägypten, Saudi-Arabien oder dem Iran, so Lau weiter, sei das Thema wichtig, da dort ja ein blutiger Kampf um die „Verfügung über den weiblichen Körper“ geführt werde. Aber bei uns in Westeuropa stünden „Feministinnen längst auf der historischen Bühne“, wüssten nicht mehr, was zu tun sei und außerdem zeige „sich immer wieder – viele Feministinnen kennen die Frauen eigentlich nicht besonders gut“.
Diese Aussagen werden weder belegt, noch wird ihnen eine andere Meinung gegenübergestellt.


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