Opferabonnenten, Rachepornos & Neneh Cherry

Hausarbeit immer noch „Frauensache“, männliche Opferabonnenten, Deos mit Aluminium vermeiden, Missy interviewt Neneh Cherry, Broken Age, verzögerte Inklusion in NRW, Reporter ohne Grenzen kritsieren zunehmende Netzüberwachung, Feldzug gegen Rachepornos, freiwillige Prostitution und Watschn von der Kaltmamsell.

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Beim Deokauf in Zukunft besser auf Begriffe wie „Ammonium Alum“ und „Potassium Alum“ achten – aluminiumhaltige Deos sind eher kritisch zu betrachten:

In vielen handelsüblichen Deos wie Nivea, Dove oder Rexona steckt Aluminium. Genau genommen handelt es sich dann nicht um ein geruchsminderndes Deodorant, sondern um ein Antitranspirant. Aluminium verhindert Schwitzen auf zwei Wegen: Es zieht die Hautporen zusammen. Außerdem bildet es zusammen mit Proteinen einen gelartigen Komplex, der temporär „wie ein Propfen“ (BfR) die Schweißkanäle verschließt. Das ist der gewünschte Effekt. Unerwünscht ist dagegen die Aufnahme in den Körper. Laut BfR dringt der Stoff über frisch rasierte oder verletzte Haut besonders gut ein.

Studien bringen Aluminium immer wieder mit Brustkrebs und Alzheimer in Verbindung. Das BfR hält die wissenschaftlichen Belege dafür derzeit für nicht ausreichend, allerdings sei die Datenlage widersprüchlich, mehr Forschung nötig.

Für Nervensystem, Knochenentwicklung, Fruchtbarkeit und für Embryos seien große Mengen Aluminium jedoch nachweislich gefährlich. Zwar werde der Stoff bei gesunden Menschen über die Nieren ausgeschieden. Langfristig reichere er sich jedoch in Lunge und Skelett an. Eine „abschließende Risikobewertung“ wagt das BfR nicht. Dennoch solle eine regelmäßige Zufuhr über einem bestimmten Schwellenwert vermieden werden.

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Das Missy Magazine interviewt die wunderbare Neneh Cherry:

Dieser Herzschlag von Womanhood, Feminismus und Stolz darüber, wer wir sind in einer Art Sisterhood, ist essentiell. Wenn ich zurück blicke und daran denke, was ich gelernt habe aus meiner Beziehung und meiner Freundschaft mit Ariane oder Tessa Pollitt, Viv Albertine und anderen Frauen aus dieser Runde – für mich waren diese Frauen sehr inspirierend. Sie haben mir gezeigt, dass alles möglich ist. Ari ist ja vor zweieinhalb Jahren gestorben und ich glaube, bis heute ist ihre Relevanz für Frauen in der Musik vollkommen unterschätzt worden. Als ich das erste Mal Björk gehört habe, hat es mich sofort an Ari erinnert! Ich glaube, dass sie sicher eine große Inspiration für sie war. Es ist wichtig, dass wir Frauen uns daran erinnern, dass wir auf einer Reise sind und dass wir nicht aufhören dürfen, zu kämpfen. Es ist einfach, rumzusitzen und zu sagen, dass wir es doch schon so weit gebracht hätten und so vieles besser sei. Faktisch sind viele Sachen das noch nicht.

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Hausarbeit dürfen hauptsächlich immer noch Frauen erledigen – immer noch kein Auslaufmodell:

Die Ungleichgewichte haben aber nicht immer damit zu tun, dass die Frau zu Hause bleibt, um auf die Kinder aufzupassen, während der Mann im Büro das Geld verdient. Auch in Partnerschaften, so zeigen Studien, in denen beide Partner Vollzeit arbeiten, bleibt das Gros der Haushaltsarbeit an der Frau hängen. Im Durchschnitt müssen Männer, die mit einer Partnerin zusammenleben, weniger im Haushalt arbeiten, als wenn sie alleine leben. Leben Frauen hingegen mit einem Partner zusammen, bringen sie mehr Zeit für den Haushalt auf, als wenn sie alleine wohnen.

Studien zeigen allerdings auch, dass sich eine faire Aufteilung der Hausarbeit für Paare lohnen kann: Je gleicher die Aufgaben im Haushalt verteilt sind, desto zufriedener sind die Partner mit der Beziehung – und desto weniger Ärger gibt es.

In den Kommentaren (von Männern zumindest) ganz lustig, daß viele z. B. Handwerkliches („Männersache“ also) von Frauen nicht zu Hausarbeit zählen.
Klar, weil natürlich jede (Haus-)Frau erstmal wartet, bis der Erretter abends nach Hause kommt, um einen Nagel in die Wand zu hauen oder schwere Möbel zu verrücken, damit sie staubsaugen kann! ;)
Einfach mal durchlesen; doch wirklich, diesmal sind die Trolle wirklich putzig – wie sie sich gegenseitig versichern, wie „echt männlich“ („ich brauch nur 5 Minuten zum Putzen höhöhö), überlegen sie (selbst) bei der Hausarbeit sind. =)
„…und wenn sie nicht gestorben sind, so tummeln die Trolle sich noch heute fröhlich auf Z.O. …“, hach man merkt, es wird Frühjahr!
Nein, ganz ernsthaft – lest hier mal die Kommentare und ihr habt Einblick, wie es in so manchem deutschen Haushalt zugeht.
Beispielsweise Kommentar #28 ist sehr lustig (Hervorhebungen von mir):

ich, der Mann im Hause, kümmere mich um die körperlich anstrenden Sachen wie z.B. zweimal im Jahr bei je zwei Autos den Reifenwechsel, der Haussinstandhaltung und um die geistig anspruchsvolleren Angelegenheiten z.B. Immobilienfinanzierung, Versicherungswesen und um Software- und Hardwarepflege der IT-Systeme des PC, Laptop, Android-Smartphone und Tablett inkl. W-LAN, Accounts und Security.
Zudem repariere ich die Fahrräder und tune das technisch ansruchsvolle RC-Car (verbastle LiPo Akku mit angemessenen Servo) und sorge für entsrechenden Ladestrom der dem Akkutyp angebracht ist.

Meine Frau macht halt die Hausarbeit und Hausaufgabenbetreuung des Kindes.
Für uns beide vollkommenn normal.

Tcha. Finde den Fehler in diesem Bild.

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Die Kaltmamsell teilt aus, zum Beispiel gegen Homophobe:

Ich muss mich immer wieder dazu disziplinieren, besonders bescheuerte homophobe Argumente nicht einfach dezent zu ignorieren (es fühlt sich für mich immer ein bisschen unhöflich an, Menschen durch Gegenargumente zu unterstellen, dass sie diesen Blödsinn jetzt wirklich ernst gemeint haben – völlig fehlgeleitetes Fremdschämen). Sondern mit Argumenten und Fakten gegenzuhalten.

Als da wäre der Vorwurf, Homosexualität sei unnatürlich. Wie bei allen Argumenten mit Natur würde ich am liebsten einen Schritt zurück gehen und fragen, was eigentlich “Natur” ist und “natürlich”, denn das ist ein hochinteressantes und schrecklich unordentliches Gebiet, aber die Frage wäre – so sozial kompetent bin ich dann doch – in diesen Situationen unangebracht. Also verweise ich darauf, dass es zahllose Arten gibt, die gleichgeschlechtliche Paarungen kennen.

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Aram Lintzlel über männliche Opferabonnenten:

Matussek ist nicht allein, es sind zwei, drei viele Matusseks! Fans und Freunde huldigen ihm wie einem Messias.

Was seinen Facebook-Clan zusammenhält, ist das erhabene Gefühl, Opfer zu sein: Opfer eines maßlosen Terrors der Minderheiten. Das können die nervigen Homos sein, die nicht erkennen wollen, dass es jetzt mal genug ist mit ihrer „schrillen“ Überpräsenz. Das können auch Frauen sein, die zu weit gehen mit ihrem Gleichstellungskrieg. Provo-Meister Harald Martenstein, Matusseks Bruder im Geiste, schrieb neulich in seiner Schenkelklopf-Kolumne im Zeit-Magazin über den Feminismus: „Ab einem gewissen Maß an Übertreibung wird das zu einer für die Umwelt nicht ungefährlichen Geisteskrankheit.“

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Die Mutter eines Opfers geht gegen einen sog. „Rachepornoseiten-Betreiber“ vor – bewundernswert beharrlich und vor allem erfolgreich:

Das FBI verspricht Ermittlungen, erste Zeitungen berichten über den Kampf der Mutter gegen das Ekel aus dem Internet. Sie schickt Briefe an mehr als 50 Politiker und freundet sich mit einem Facebook-Manager an – »so konnte ich mit nur einem Anruf dafür sorgen, dass Hunter Moores Profil dort immer wieder gesperrt wird«. Über einen Kontakt zum Internet-Bezahlsystem PayPal kann sie verhindern, dass Racheporno-Fans Geld an Hunter Moore spenden können. Der Druck nimmt zu.

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Reporter ohne Grenzen kritisiert scharf die zunehmende Netzüberwachung:

Die zentrale Rolle von Behörden wie der NSA und dem GCHQ bei der flächendeckenden Überwachung von Millionen Menschen wiege umso schwerer, als sie jeder westlichen Kritik an autoritären Staaten wie China, Saudi-Arabien oder Turkmenistan den Wind aus den Segeln nehme, sagte ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp. „Wer selbst massenhaft Bürger ausspäht, kann andere Regierungen kaum glaubwürdig zu mehr Achtung der Informationsfreiheit im Internet drängen.“

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Etwas älterer Beitrag über Prostitution in Deutschland, aber kann nicht oft genug drüber debattiert werden:

Alles hänge von der Freiwilligkeit ab. Und wer definiert was freiwillig ist? „Wenn man sich bewusst für die Prostitution entschieden hat, dann ist sie freiwillig, egal, ob man dies aus Spaß macht oder aus ökonomischen Gründen. Das ist wie bei jedem anderen Beruf auch“, so die Hamburger Prostituierte Johanna Weber. Das, was jetzt geschehe, die Forderung, Prostitution abzuschaffen, so wie es Schwarzer und mit ihr Politiker und Prominente fordern, habe nichts mit der Bekämpfung der Zwangsprostitution zu tun, sondern diene nur der Durchsetzung anderer Moralvorstellungen.

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Für Gamer: Charlott empfiehlt „Broken Age“.

Broken Age erzählt parallel zwei Geschichten, welche entweder nacheinander oder im Wechsel gespielt werden können, und welche sich natürlich als verknüpft herausstellen, auch wenn dies zu Beginn sehr abwegig erscheint, so unterschiedlich sind die Welten der Protragonist_innen Shay und Vella. Shay lebt (mehr oder weniger) allein auf einem Raumschiff, wo sein Alltag aus dem Spielen fiktiver Missionen besteht. Vella hingegen wohnt in einem kleinen Dorf, welches sich auf ein Opferfest vorbereitet, in welchem auch Vella dem Monster Mog Chothra dargeboten werden soll. Beiden Figuren gleich ist der Wunsch sich nicht ihrem so klar vorgezeichnetem Schicksal ergeben zu wollen, sondern gegen dieses anzukämpfen.

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Was in diesem Land wohl alles erreicht werden könnte, wenn die zuständigen Einrichtungen sich produktiven Dingen zuwenden würden statt rumzuzicken?? In NRW zum Beispiel hätte man sich schon vor ner Weile auf Inklusion von behinderten Schülern vorbereiten können:

Der Streit über die Finanzierung hat für Städte und Gemeinden den Vorteil, dass er von eigenen Versäumnissen ablenkt. In Ratingen bei Düsseldorf sei keine einzige Schule auf die Inklusion vorbereitet, sagt Karin Keune, die einen Platz an einer allgemeinen Schule für ihren geistig behinderten Sohn sucht. „Die Stadt hat bis zum Schluss gepokert, dass die Inklusion doch nicht kommt.“ Auch ihr Sohn besucht derzeit die vierte Klasse der Grundschule.

Das Schulamt hat ihr eine Liste mit weiterführenden Schulen gegeben, doch hätten diese kein Konzept für den gemeinsamen Unterricht. Stattdessen heißt es: „Wenn im Sommer die Sonderpädagogin kommt, schauen wir mal, wie das läuft.“ Keune befürchtet, dass ihr Sohn letztlich auf einer Förderschule landet, weil sich keine allgemeine Schule vorbereitet.


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