Schamhaare, Creepy Ronald & Prostitution

Doña Carmen vs. Schwarzer, Horrorfilmexpertin im Interview, junge Moslems, Nachwuchsband sucht Mitstreiterinnen, Prostitutionsgesetze, Schamhaarentfernung, feministische Kunst aus Russland, der gruslige Original-Ronald McDonald & das Körperselbstbild der Salzburgerinnen.

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Interessante Analyse und Kommentar über den Trend zur Schamhaarentfernung:

Eine komplett enthaarte weibliche Scham ist dem Augenschein nach ein Kindergenital. Sind also all die jungen John Ruskins verkappte Kinderschänder? Natürlich ist das Quatsch. Aglaja Stirn aber gibt zu bedenken: »Frauen, die sich enthaaren, entfernen gewissermaßen ihre sekundären Geschlechtsmerkmale. Sie verwandeln sich rein optisch in präpubertäre Körper. Damit signalisieren sie vor allem eines: Reinheit und Ungefährlichkeit. Das hat heute eine große Anziehungskraft.«

So paradox es scheint: Zum einen verweist der Trend auf so »schmutzige« Dinge wie Pornografie, auf Oralsex und ein aktives Sexualleben. Und doch kann er, so Stirn, als »Sexualabwehr« interpretiert werden: »Die Sexualität soll vom Triebhaften gereinigt werden. Mit Haaren assoziiert man Tierisches: Schmutz, Geruch, Unreinheit.«

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Für einen absoluten Bauch-Fan wie mich eine irritierende Nachricht – die Salzburgerinnen mögen ihre Bäuche nicht:

Gegenüber einem Körperteil sind Frauen besonders kritisch: „Der Bauch ist Hassobjekt Nummer eins“, erläutert Aline Halhuber-Ahlmann von ISIS. Ganze 52 Prozent der Befragten sind mit ihrer Körpermitte unzufrieden, gefolgt von Beine (36,6 Prozent), Po (33,6 Prozent) und Hüften (32,8 Prozent).

Um etwas gegen ihre Unzufriedenheit zu tun, sind die Frauen sehr streng gegenüber sich selbst und setzten rigide Mittel wie Diäten, viel Sport und gesunde Ernährung ein, um gegen ihr Problemzonen zu kämpfen. Doch: „Umso unzufriedener die Frauen sind, desto restriktiver wird ihr Essverhalten, und desto mehr Heißhungerattacken haben sie“, sagt Halhuber-Ahlmann.

Riot, don't diet!

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„Feministitskij Karandasch“ -Feministisch-politische Kunst aus Russland:

Im heutigen Russland ist die Gleichberechtigung von Frau und Mann bei weitem nicht selbstverständlich, ganz zu schweigen von der Vorstellung, sich außerhalb des Geschlechtlichen zu befinden, wie «keine Angabe» oder «anderes» im Formularfeld «Geschlecht» ankreuzen zu können.
(…)
In diesem Kontext ist die Durchführung einer Ausstellung junger Künstlerinnen, die eine feministische Herangehensweise zu Anderssein und Schwächersein anwenden, ein herausragendes Ereignis, das eine große öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

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Awesomeness! Die an.schläge interviewen die Horrorfilmexpertin Julie Miess:

Das Final Girl erfüllt sicher auch die interessante Funktion, dass sich ein Teenie-Junge mit diesem Mädchen identifiziert. Aber wie ist denn das Final Girl? Sie muss immer crafty sein, kann unter Umständen auch ein Auto kurzschließen – was ja eigentlich toll ist –, aber sie ist meistens auch asexuell. Meistens gibt’s das ja auch bei den Slashern: Die Kids, die Sex haben, müssen zuerst dran glauben. Das Final Girl ist meistens die brave, die das nicht macht. Ich fände es interessanter, wenn sich ein Junge mit einer sexuellen, aggressiven, unvernünftigen Frau identifizieren würde. Deswegen finde ich das Final Girl nicht das interessanteste, aber auf jeden Fall ein interessantes Phänomen.

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Kommentar zur Prostitutionsdebatte:

Vielleicht war es aber auch die Einsicht, dass Armutsprostitution nicht durch Totalverbot zu bekämpfen ist. Das Beispiel Schweden zeigt, wohin es führt, wenn Frauen in den Untergrund getrieben werden: Dort sind sie ihren Freiern weit mehr ausgeliefert und von Gewaltverbrechen bedroht. Wenn man schon die Bedingungen in den Herkunftsländern nicht kurzfristig ändern kann, wäre es hierzulande zumindest möglich, das Arbeitsverbot für Flüchtlinge aufzuheben. Damit hätten die betroffenen Frauen eine Erwerbsalternative.

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Auch Doña Carmen hat mit Moralaposteln zu kämpfen:

Alice Schwarzer – so das Gericht – verletze mit nachweislich unwahren Behauptungen zwar in einem „die Grenze der Unerheblichkeit übersteigenden Maß“ das Persönlichkeitsrecht der Antragsteller (Doña Carmen e.V.). Doch könne das Gericht in „Abwägung der hier maßgeblichen Umstände“ keine „besonders schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung“ erkennen. Denn Schwarzers „Unzulässigkeiten“ beschränken sich „nur auf einen kleinen Teil des Druckwerks“. Letzteres stimmt in der Tat: Schwarzer ist nur auf drei Seiten ihres Skandal-Buchs über Doña Carmen hergezogen. Das war offensichtlich zu wenig. Doña Carmen muss daher die Veröffentlichung und Verbreitung der dort behaupteten Unwahrheiten ertragen!

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I want every girl to pick up a guitar and start screaming!

- Courtney Love

Und in diesem Sinne:

Das ist die richtige Einstellung! :D

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Richtig guter Text über (fehlende) Anerkennung junger Moslems:

Es ist wirklich nicht so, dass ich nicht versucht hätte, zu verstehen. Aber es gibt immer wieder diese blinde Voreingenommenheit, die jede Kommunikation von der ersten Sekunde an verhindert. Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass ich Muslimin bin, wurde ich in meiner Heimatstadt mit einem „Herzlich willkommen in Deutschland!“ begrüßt. Kaum auszuhalten, dass mir das jemand in der Stadt, in der ich geboren wurde, mit erschreckender Selbstverständlichkeit ins Gesicht sagte, vermutlich sogar in dem Glauben, das sei nun eine Art von Freundlichkeit.

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Creepy!! Ehrlich, gegen den Original- Ronald McDonald ist „Es“ fast schon ein schlechter Witz! :o

Made long before a new health-conscious generation prompted the sale of salads and juice beneath the golden arches, the commercial shows off the clown’s prolific hamburger-eating ability.

He sports a special belt which magically produces three hamburgers in a row, and at the end of the clip happily skips off to a McDonald’s restaurant.


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