Manosphere, Rosamarketing & Sinti in Deutschland

Flüchtling oder Abenteurer?, Social Media vs. Homophobia, Mutter in Führungsposition, Lou Schleimer gestorben, „unfreundliche Personen“, Sinti in Deutschland, Rosamarketing, algerische Flüchtlinge und Manosphere

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Bisi Alimi kämpft via Social Media gegen Homophobie in Afrika:

Alimi schwärmt von den Möglichkeiten, über das Netz endlich öffentlich zu machen, was viel zu lange verschwiegen oder von den Medien entstellt wiedergegeben wurde: Verbrechen an Schwulen und Lesben in Afrika, Diskriminierung und Verfolgung, das Versagen der Politik in vielen Staaten und das Unverständnis, dass der Kampf für Homosexuellen-Rechte nicht losgelöst werden darf vom Kampf für politische und soziale Menschenrechte. Mit Begeisterung erzählt er von einer steigenden Zahl von Afrikanern, die sich öffentlich bekennen und damit auch ein immenses persönliches Risiko eingehen.

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Star Trek-Produzent Lou Scheimer ist gestorben:

Lou Scheimer, Gründer der Zeichentrickschmiede FILMATION ist am 17.10.2013 im Alter von 84 Jahren verstorben. Neben bekannten Serien wie Marshall Bravestarr war er die treibende Kraft hinter der He-Man Trickserie aus den 80er Jahren.

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Eine Mutter in Führungsposition im Interview mit der taz:

Das Thema Familie und Kinder ist nach wie vor hauptsächlich mit der Mutter verbunden. Die Väter werden in der Diskussion häufig außer Acht gelassen. Aber machen wir uns nichts vor: Eine Führungsposition ist mehr als ein normaler 40-Stunden-Job. Wenn die Hütte brennt, muss man einsatzbereit sein und kann keine Rücksicht nehmen, weder auf Kitaschließzeiten noch auf kranke Kinder. Egal, ob den Job ein Mann oder eine Frau macht. Die Familie bleibt da zu Teilen auf der Strecke.

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Guter Artikel über das Rosa-Marketing der Spielzeugindustrie:

Zumindest mit der Interpretation der Farbe an sich hat Plan gar nicht einmal so unrecht. Denn so alt ist die Festlegung von Mädchen auf Rosa und von Jungs auf Blau gar nicht. Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhundert war vor allem Weiß die Farbe der Wahl für kleine Kinder (weiße Stoffe konnte man gut kochen und bleichen), Jungen trugen Kleider, bis sie sechs oder sieben waren.

1918: Pink für Jungen und Blau für Mädchen

Als dann geschlechtsspezifische Farben langsam aufkamen, war die Farbzuweisung zunächst sogar umgekehrt: „Es gilt die generell anerkannte Regel, dass Pink für Jungen gebräuchlich ist und Blau für die Mädchen“, heißt es 1918 in einem amerikanischen Branchenblatt für Kinderbekleidung. „Der Grund liegt darin, dass Pink eine entschlossenere und stärkere Farbe ist, die Jungen eher entspricht, während Blau, das zarter und eleganter ist, hübscher für das Mädchen ist.“

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Zeit Online erzählt die Geschichte eines algerischen Flüchtlings:

Was Asyl ist, wusste ich vorher nicht. Ich dachte, man kommt nach Europa und sucht sich eine Arbeit. Ich weiß aber, dass ich kein Asyl bekomme. Dass die Europäer Angst vor Flüchtlingen haben, kann ich verstehen. Aber ich kann nicht nach Algerien zurück, auch wenn meine Mutter mich anfleht, dass ich zurückkehren soll.

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Welcome to the dark side – über die „Manosphere“, wo Maskulisten sich auskotzen:

[W]hen a woman is on the receiving end of this misogyny, the Manosphere is unflinching in its attacks.

„Women who are targeted by these sites get a tidal wave of hate mail with rape threats and death threats,“ Jaclyn Friedman, founder of Women, Action & the Media, told „20/20.“

Anita Sarkeesian, a media critic and blogger, learned this the hard way after campaigning on Kickstarter to raise funds for a web series on the roles of women in video games. The attacks from the Manosphere were swift.

„It was … thousands of people coming after me,“ Sarkeesian told „20/20.“ „Threats of rape, threats of death, threats of violence,“ she said.

„They would Photoshop and manipulate pornographic images and put my face on them,“ Sarkeesian said. Her fellow gamers even designed a special video game about her named „Beat the [expletive] Up.“

„Players were invited to click on the screen, and an image of me would become increasingly battered and bruised,“ Sarkeesian said.

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In der taz läßt sich nachlesen, wie Sinti abseits der Klischees leben und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben:

Ein neues Selbstbewusstsein kann Reinhold Lagrene auch in seiner Familie beobachten. Einmal rief seine Tochter in einem Restaurant an, in dem sie ihre Tasche vergessen hatte. Man sagte ihr, die Tasche sei sicher geklaut worden: „Bei uns waren Zigeuner!“ Ihre Antwort: „Ich bin die Zigeunerin.“ Fiel wiederum in der Schule das Wort „Zigeuner“, stand Lagrenes 20-jährige Enkelin Jenise auf und diskutierte. „Ich spreche fließend Deutsch, ich weiß, was sich gehört, ich bin gut erzogen. Typische Klischees erfülle ich nicht. Deswegen finde ich es schwachsinnig, mich zu schämen, mich zu verstecken.“

Die jungen Sinti haben neue Gräben zu überbrücken: „Ich werde öfter mit den Armutseinwanderern aus Südosteuropa in eine Schublade gesteckt“, sagt Jenise, „das kläre ich dann aber auf.“

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Antje Schrupp analysiert, wie sie zu einer „unfreundlichen Person“ wurde:

Auf diese Weise begann es, dass ich unfreundlich wurde, unfreundlich zu Männern. Ich begann auch, Männer zu unterteilen in solche, mit denen ich gegebenenfalls Sex haben könnte und solche, mit denen ich das ausschloss. Und überhaupt nur mit ersteren fing ich irgendeine Art von freundschaftliches Verhältnis an. Ich dachte mir, wenn die mich dann irgendwann vergewaltigen würden, wäre es immerhin nicht so schlimm. Es war sozusagen eine Art kalkuliertes Risiko meinerseits (es gibt alte Tagebuchaufzeichnungen, die beweisen, dass ich wirklich so reflektierte).

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Wahre Worte von Noah Sow:

Wir verlangen, dass Flüchtlinge nicht allein aus wirtschaftlichen Interessen zu uns herüberkommen dürfen, sondern erst ihr eigenes Land auf die Reihe kriegen sollen. Gleichzeitig aber feiern wir in fünf verschiedenen Fernsehsendungen Weiße, die ohne guten Grund und ohne Kultur- oder Sprachkenntnisse in andere Länder gehen, weil sie sich davon mehr Wohlstand und ein glücklicheres Leben erhoffen. »Auswanderer« und »Abenteurer« nennen wir die dann und sind von ihrem Mut fasziniert. Sind sie aber Schwarz oder Afrikaner, sind Leute mit genau demselben Verhalten für uns plötzlich »Wirtschaftsflüchtlinge« und »naiv« und werden nicht als Helden oder mutig sondern als Bedrohung empfunden und dementsprechend behandelt.
Und wir denken uns nicht einmal etwas dabei.


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