Archiv für Oktober 2013

Manosphere, Rosamarketing & Sinti in Deutschland

Flüchtling oder Abenteurer?, Social Media vs. Homophobia, Mutter in Führungsposition, Lou Schleimer gestorben, „unfreundliche Personen“, Sinti in Deutschland, Rosamarketing, algerische Flüchtlinge und Manosphere

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Bisi Alimi kämpft via Social Media gegen Homophobie in Afrika:

Alimi schwärmt von den Möglichkeiten, über das Netz endlich öffentlich zu machen, was viel zu lange verschwiegen oder von den Medien entstellt wiedergegeben wurde: Verbrechen an Schwulen und Lesben in Afrika, Diskriminierung und Verfolgung, das Versagen der Politik in vielen Staaten und das Unverständnis, dass der Kampf für Homosexuellen-Rechte nicht losgelöst werden darf vom Kampf für politische und soziale Menschenrechte. Mit Begeisterung erzählt er von einer steigenden Zahl von Afrikanern, die sich öffentlich bekennen und damit auch ein immenses persönliches Risiko eingehen.

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Star Trek-Produzent Lou Scheimer ist gestorben:

Lou Scheimer, Gründer der Zeichentrickschmiede FILMATION ist am 17.10.2013 im Alter von 84 Jahren verstorben. Neben bekannten Serien wie Marshall Bravestarr war er die treibende Kraft hinter der He-Man Trickserie aus den 80er Jahren.

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Eine Mutter in Führungsposition im Interview mit der taz:

Das Thema Familie und Kinder ist nach wie vor hauptsächlich mit der Mutter verbunden. Die Väter werden in der Diskussion häufig außer Acht gelassen. Aber machen wir uns nichts vor: Eine Führungsposition ist mehr als ein normaler 40-Stunden-Job. Wenn die Hütte brennt, muss man einsatzbereit sein und kann keine Rücksicht nehmen, weder auf Kitaschließzeiten noch auf kranke Kinder. Egal, ob den Job ein Mann oder eine Frau macht. Die Familie bleibt da zu Teilen auf der Strecke.

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Guter Artikel über das Rosa-Marketing der Spielzeugindustrie:

Zumindest mit der Interpretation der Farbe an sich hat Plan gar nicht einmal so unrecht. Denn so alt ist die Festlegung von Mädchen auf Rosa und von Jungs auf Blau gar nicht. Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhundert war vor allem Weiß die Farbe der Wahl für kleine Kinder (weiße Stoffe konnte man gut kochen und bleichen), Jungen trugen Kleider, bis sie sechs oder sieben waren.

1918: Pink für Jungen und Blau für Mädchen

Als dann geschlechtsspezifische Farben langsam aufkamen, war die Farbzuweisung zunächst sogar umgekehrt: „Es gilt die generell anerkannte Regel, dass Pink für Jungen gebräuchlich ist und Blau für die Mädchen“, heißt es 1918 in einem amerikanischen Branchenblatt für Kinderbekleidung. „Der Grund liegt darin, dass Pink eine entschlossenere und stärkere Farbe ist, die Jungen eher entspricht, während Blau, das zarter und eleganter ist, hübscher für das Mädchen ist.“

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Zeit Online erzählt die Geschichte eines algerischen Flüchtlings:

Was Asyl ist, wusste ich vorher nicht. Ich dachte, man kommt nach Europa und sucht sich eine Arbeit. Ich weiß aber, dass ich kein Asyl bekomme. Dass die Europäer Angst vor Flüchtlingen haben, kann ich verstehen. Aber ich kann nicht nach Algerien zurück, auch wenn meine Mutter mich anfleht, dass ich zurückkehren soll.

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Welcome to the dark side – über die „Manosphere“, wo Maskulisten sich auskotzen:

[W]hen a woman is on the receiving end of this misogyny, the Manosphere is unflinching in its attacks.

„Women who are targeted by these sites get a tidal wave of hate mail with rape threats and death threats,“ Jaclyn Friedman, founder of Women, Action & the Media, told „20/20.“

Anita Sarkeesian, a media critic and blogger, learned this the hard way after campaigning on Kickstarter to raise funds for a web series on the roles of women in video games. The attacks from the Manosphere were swift.

„It was … thousands of people coming after me,“ Sarkeesian told „20/20.“ „Threats of rape, threats of death, threats of violence,“ she said.

„They would Photoshop and manipulate pornographic images and put my face on them,“ Sarkeesian said. Her fellow gamers even designed a special video game about her named „Beat the [expletive] Up.“

„Players were invited to click on the screen, and an image of me would become increasingly battered and bruised,“ Sarkeesian said.

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In der taz läßt sich nachlesen, wie Sinti abseits der Klischees leben und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben:

Ein neues Selbstbewusstsein kann Reinhold Lagrene auch in seiner Familie beobachten. Einmal rief seine Tochter in einem Restaurant an, in dem sie ihre Tasche vergessen hatte. Man sagte ihr, die Tasche sei sicher geklaut worden: „Bei uns waren Zigeuner!“ Ihre Antwort: „Ich bin die Zigeunerin.“ Fiel wiederum in der Schule das Wort „Zigeuner“, stand Lagrenes 20-jährige Enkelin Jenise auf und diskutierte. „Ich spreche fließend Deutsch, ich weiß, was sich gehört, ich bin gut erzogen. Typische Klischees erfülle ich nicht. Deswegen finde ich es schwachsinnig, mich zu schämen, mich zu verstecken.“

Die jungen Sinti haben neue Gräben zu überbrücken: „Ich werde öfter mit den Armutseinwanderern aus Südosteuropa in eine Schublade gesteckt“, sagt Jenise, „das kläre ich dann aber auf.“

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Antje Schrupp analysiert, wie sie zu einer „unfreundlichen Person“ wurde:

Auf diese Weise begann es, dass ich unfreundlich wurde, unfreundlich zu Männern. Ich begann auch, Männer zu unterteilen in solche, mit denen ich gegebenenfalls Sex haben könnte und solche, mit denen ich das ausschloss. Und überhaupt nur mit ersteren fing ich irgendeine Art von freundschaftliches Verhältnis an. Ich dachte mir, wenn die mich dann irgendwann vergewaltigen würden, wäre es immerhin nicht so schlimm. Es war sozusagen eine Art kalkuliertes Risiko meinerseits (es gibt alte Tagebuchaufzeichnungen, die beweisen, dass ich wirklich so reflektierte).

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Wahre Worte von Noah Sow:

Wir verlangen, dass Flüchtlinge nicht allein aus wirtschaftlichen Interessen zu uns herüberkommen dürfen, sondern erst ihr eigenes Land auf die Reihe kriegen sollen. Gleichzeitig aber feiern wir in fünf verschiedenen Fernsehsendungen Weiße, die ohne guten Grund und ohne Kultur- oder Sprachkenntnisse in andere Länder gehen, weil sie sich davon mehr Wohlstand und ein glücklicheres Leben erhoffen. »Auswanderer« und »Abenteurer« nennen wir die dann und sind von ihrem Mut fasziniert. Sind sie aber Schwarz oder Afrikaner, sind Leute mit genau demselben Verhalten für uns plötzlich »Wirtschaftsflüchtlinge« und »naiv« und werden nicht als Helden oder mutig sondern als Bedrohung empfunden und dementsprechend behandelt.
Und wir denken uns nicht einmal etwas dabei.

HIV-Infektionen, Spiritual Appropriation & Fleischhauer-Bashing

Gelungene Integration ganz einfach, unwissende HIV-Infizierte machen 1/3 aus, Schüler blockieren Abschiebung, S21, Große Koalition, Mae Jemison, „Auf den 2. Blick“, Spiritual Appropriation, Gertrude Sandmann, Fleischhauer-Bashing und „Welcome to Night Vale“.

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Tausende Pariser Schüler blockieren ihre Schulen, um die Abschiebung einer Roma-Mitschülerin zu verhindern:

Aus Mülltonnen bauten sie Blockaden, auf Plakate schrieben sie ihre Forderungen, zum Protest reckten sie die Fäuste in die Luft: Tausende Pariser Gymnasiasten demonstrierten am Donnerstag in Paris gegen die Abschiebung einer 15-jährigen Kosovarin. An rund 20 Gymnasien der französischen Hauptstadt blockierten Schüler die Eingänge, wie die Schulbehörde mitteilte.

Die Jugendlichen zogen zu einer Demonstration an der Place de la Nation und von dort aus weiter zum Innenministerium. Es kam zu vereinzelten Zwischenfällen, die Polizei setzte dabei Tränengas ein. Die Demonstranten riefen unter anderem „Valls raus!“. Auslöser der Proteste war die Abschiebung der 15-jährigen Leonarda Dibrani; Frankreichs Innenminister Manuel Valls werfen die Demonstranten vor, unmenschlich entschieden zu haben.

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Die Phenomenelle schreibt über Gertrude Sandmann:

Lange fast vergessen, erlebt die Künstlerin, die so eindrücklich Frauen porträtierte, seit kurzer Zeit eine Renaissance. Museen in mehreren Städten widmeten ihr Ausstellungen. Am Mittwoch, dem 16. Oktober 2013, weihten Freundinnen einen Gedenkstein für Gertrude Sandmann und ihre langjährige Lebensgefährtin Tamara Streck auf dem Schöneberger Friedhof ein. Im gleichen Jahr gehört sie zu den Berliner_innen, der während des Berliner Themenjahres 2013 Zerstörte Vielfalt gedacht wird.

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Trekkie Feminist gratuliert Dr. Mae Jemison, der ersten schwarzen Frau im All:

„Some professors would just pretend I wasn’t there. I would ask a question and a professor would act as if it was just so dumb, the dumbest question he had ever heard. Then, when a white guy would ask the same question, the professor would say, “That’s a very astute observation.’”

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Amüsantes Fleischhauer-Bashing auf Zeit-Online:

Jan Fleischhauer ist ein Spiegel-Redakteur, der auf den Onlineseiten des Magazins seit Menschengedenken – genauer gesagt, seit dem Erfolg seines Buches Unter Linken – ein Blog unterhält, in dem er sich, nun ja: mit den Linken beschäftigt. Letzte Woche hat er sich überraschend der Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) zugewandt. Bisher hatten wir sie eher am bürgerlichen Rand der Sozialdemokratie verortet; aber das ist nicht der Punkt. Fleischhauers Pointe besteht vielmehr darin, dass er Gaschkes derzeitige politische Schwierigkeiten nicht auf den umstrittenen Steuerdeal zurückführt, den ihr die Opposition zum Vorwurf macht, sondern auf ihre Vergangenheit als Redakteurin der ZEIT.

Buffy

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Magda empfiehlt den Film „Auf den zweiten Blick“:

Ich besuchte die Premiere in Berlin und war sehr beeindruckt, da der Film auf mehreren Ebenen mit Seh- und Hörgewohnheiten im deutschen Film bricht. So besteht die Mehrheit der Besetzung aus Schwarzen Schauspieler_innen, die – welch eine Seltenheit in der weiß-deutschen Filmlandschaft – spannende, komplexe Charaktäre jenseits von stereotypen Rollen spielen. Auch die Tatsache, dass der Film die Geschichten von sehbehinderten bzw. blinden Menschen in den Vordergrund rückt, ist eine Rarität im Kino. Ein weiterer Bruch mit der Norm: Nicht alle Paare begehren hetero. Es gibt also doch noch Filme, die unterschiedliche Lebensrealitäten abbilden! Ich mochte die einzelnen, auf sehr schöne Weise miteinander verwobenen Geschichten, die erzählt werden, die verschiedenen Stimmungen des Films und die Filmmusik.

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1/3 aller europäischen HIV-Infizierten
wissen nichts von ihrer Infektion:

„Die Gleichung ist ganz einfach: Je früher die Diagnose gestellt wird und die Therapie beginnt, desto weniger Menschen müssen früh sterben“, sagt Lundgren. Seine Arbeitsgruppe hat kürzlich im Fachmagazin PLOS Medicine gezeigt, dass 54 Prozent der HIV-positiven Menschen in Europa zu spät behandelt werden. Besonders erschreckend: Die Rate der Neuinfektionen ist derzeit in Regionen Osteuropas wie beispielsweise der Ukraine höher als in den bisherigen Aids-Brennpunkten in Afrika. Dass eine HIV-Infektion erst sehr spät entdeckt wird, kommt besonders oft unter heterosexuellen Männern vor sowie in südeuropäischen Ländern.

Obwohl eine frühe Diagnose wünschenswert wäre, fordern die Aids-Forscher keine flächendeckenden Tests für geschlechtsreife Menschen. Vielmehr sind Hausärzte, Magen-Darm-Experten, Hautärzte und Mediziner in Klinikambulanzen gefragt. Denn etliche HIV-positive Menschen suchen zwar einen Arzt auf, aber ihre Infektion bleibt unentdeckt.

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In einem süditalienischen Dorf dürfen Flüchtlinge ganz normal arbeiten und wohnen – und alle profitieren davon:

Es begann alles 1998, als 200 kurdische Flüchtlinge an einem Strand in der Nähe von Riace landeten. Statt mitanzusehen, wie sie in eines der düsteren Auffanglager verfrachtet wurden, bot Lucano ihnen Häuser in seinem Dorf an, die aufgrund des Bevölkerungsschwunds leer standen. „Meine Eltern haben mich immer gelehrt, Fremde willkommen zu heißen“, sagt er.

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Kleinerdrei rezensiert den Podcast „Welcome to Nightvale“:

“Welcome to Night Vale” ist ein monatlich erscheinender Podcast, der sein Publikum mit Nachrichten aus einer fiktionalen Stadt beglückt, in der alle Verschwörungstheorien wahr sind und jeder Horror vorstellbar. Für mich dabei erstaunlich: Die Sendung findet sich derzeit stetig in den iTunes Charts, ist zeitweise sogar der meistabonnierte Podcast im US iTunes Store. Erstaunlich ist das deshalb, weil es sich weder um eine zweitverwertete Sendung eines (realen) Radiosenders – wie zum Beispiel “This American Life” – noch um einen der unzähligen “Nerds sprechen über Nerdzeug” Podcasts variierender Qualität handelt, die in der Regel die Charts anführen. Nein, “Welcome to Night Vale” ist ein minimalistisches Hörspiel, das innerhalb kurzer Zeit eine große und sehr aktive Fangemeinde um sich scharen konnte.

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Wolfgang Lieb fragt sich, ob die SPD aus den Fehlern der letzten Großen Koalition lernen wird:

Der Parteikonvent am Wochenende und danach die Mitglieder der SPD bei ihrem Votum über den ausgehandelten Koalitionsvertrag müssten eigentlich aus den ausgesprochen negativen Erfahrungen in der letzten Großen Koalition von 2005 bis 2009 gelernt haben. Sie sollten sich deshalb die Fehler, die die Sozialdemokraten damals in der Regierung gemacht und die zum Niedergang der SPD geführt haben, vor ihrer Abstimmung noch einmal in Erinnerung rufen. Der Parteikonvent müsste der SPD-Verhandlungsgruppe für die Koalitionsgespräche einen klaren Auftrag auf den Weg geben, den damaligen sozial- und steuerpolitischen Schaden wieder gut zu machen, der bis zur Bundestagswahl im September nachwirkte und wesentliche Ursache für das abermals schlechte Abschneiden der SPD war.

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Susanna14
analysiert Cultural /Spiritual Appropriation:

Ich sehe die Gefahr, dass eine solche Identität missbraucht werden kann: Dass auch hier jetzt ein Bild der jeweiligen Kultur aufgebaut wird, das statisch ist und keine Fragen erlaubt, sondern eben Identität bilden soll. Dass also auch hier von den historischen, gesellschaftlichen und sonstigen Kontexten dieser Kultur abstrahiert wird. Insbesondere wird dann nicht gefragt, welche Machtverhältnisse es innerhalb der eigenen Kultur gab, und welche Aspekte der eigenen Kultur die Aufgabe haben, diese Machtverhältnisse zu stärken.

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Die Gegner_innen von Stuttgart 21
geben nicht auf!!!

Das Bürgerbegehren „Storno 21“ befasst sich mit der deutlich überschrittenen Kostenobergrenze. Im Dezember 2012 hatte die Bahn eingeräumt, dass die Kosten bis um 2,3 Milliarden Euro steigen können. Die Bahn habe mit fälschlich behaupteten Einsparpotenzialen die Kosten „schön gerechnet“, heißt es in dem Bürgerbegehren. Damit hätte sie die Informations- und Gestaltungsrechte der Stadt als Vertragspartner grob verletzt. Dies sei eine grundlegend neue Sachlage, die der Stadt die Kündigung der Verträge ermögliche.

S21

Brillen, Mindestlohn & 25 Jahre Roseanne!

Die eßbare Stadt, Mindestlohn, Flowmarkt, Comiczeichnerinnen, Teamwork, Alice Munro, Hartz IV und Menschenrechte, Privatsphäre, Fallopian Fighter, Brillentragen, Herbst, Urheberideen, Feedback für die An.Schläge, obdachlose Osteuropäer und 25 Jahre „Roseanne“.

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Ute Hausmann erklärt im Zeit-Interview, weshalb die Hartz IV-Sanktionen ihrer Meinung nach menschenrechtswidrig sind:

Die größte Gruppe sind alleinerziehende Frauen. Sie leben besonders oft in Armut, und stecken häufig zurück, damit wenigstens ihre Kinder ordentlich zu essen bekommen. Für Kinder ist eine gesunde Ernährung ja besonders wichtig. Daneben Pflegebedürftige in Altenheimen, die stark vom Personal abhängig sind, das nicht die Zeit hat sich zu kümmern. Oder nehmen Sie Flüchtlinge, die mancherorts noch durch Essenspakete versorgt werden. Wie man sich ernährt, hängt auch mit kulturellen und religiösen Aspekten zusammen. Aber den Flüchtlingen wird nicht zugestanden, frei über ihr Essen zu entscheiden. Das kratzt an der Menschenwürde.

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Sieht so aus, als würde Deutschland demnächst doch endlich sowas wie einen Mindestlohn einführen – da schau her:

Als Gegenleistung fordert Seehofer, dass die Union bei dem Sondierungstreffen einen vergleichbaren Erfolg erzielt. „Denn sonst sagen unsere Leute, wer hat jetzt eigentlich die Wahl gewonnen?“ Dies könne in einer Einlösung des Unions-Versprechens bestehen, Steuern und Staatsschulden nicht zu erhöhen. „Für mich ist alles überragend: keine Steuererhöhungen und keine neuen Schulden“, sagte Seehofer. „Das ist für mich so wichtig im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum und auf die Arbeitsplätze.“

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Uuuund: Jubiläum!!! 25 Jahre Roseanne!!!

Tabubrüche am laufenden Band

Gegen den Willen von ABC schrieb Roseanne Barr mehr und mehr schwule und lesbische Figuren in die Serie – ihr Antrieb dafür waren die Homosexualität ihres Bruders und ihrer Schwester. Für Aufregung sorgte in der sechsten Staffel die Folge „Don‘t Ask Don‘t Tell“, in der eine lesbische Figur Roseanne Conner auf den Mund küsst. ABC weigerte sich, die Episode auszustrahlen. Im Anschluss an eine mediale Auseinandersetzung mit Roseanne Barr lief die Folge im März 1994 doch – versehen mit einer Warnung für Erziehungsberechtigte. Mehr als 30 Millionen Zuschauer schalteten ein. In einem Artikel in der New York Times stand 1997 anlässlich des Endes der Sitcom, sie habe das Bewusstsein der Massen verändert. Darüber hinaus hieß es: „Die Show hatte dadurch sogar Einfluss auf Menschen, die die Show niemals gesehen hatten.“

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Obdachlos und „falsche“ Herkunft
– und man ist doppelt beschissen:

Bertold Reetz, Leiter der Wohnungslosenhilfe der Inneren Mission Bremen, kennt die „Jakobushaus-Camper“. „Was unser Innenminister über diese Menschen sagt, ist absoluter Quatsch“, sagt er. Damit meint er das von Hans-Peter Friedrich (CSU) kolportierte Bild von ArmutsmigrantInnen, die nur herkommen, um das Sozialsystem zu schröpfen: „Die Menschen wollen arbeiten und für ihr Leben aufkommen“, sagt Reetz. Bloß: Viele dürfen nicht, „und sie dürfen auch nicht dauerhaft im Jakobushaus unterkommen.“

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Bei Ms Pr0 wird über Privatsphäre diskutiert:

Der Kontrollverlust trifft alle gleich. Doch nicht alle haben das gleiche zu verlieren. Der Politiker bekommt größere Probleme, als der Normalmensch, wenn beispielsweise amoralische Dinge über ihn ans Licht kommen. Auch die Eintrittswahrscheinlichkeit ist höher. Sein Leben, seine Vergangenheit (und zum Beispiel seine wissenschaflichen Arbeiten) werden stärker durchleuchtet. Eine Institution wie die NSA ist vom Kontrollverlust mindestens genau so getroffen, wie sie Vorteile aus ihm zieht. Seit Snowden ist die NSA quasi gelähmt. Alle Prozesse und Clearings müssen überprüft werden. Keiner vertraut mehr irgendwem. Alexander will aus Angst vor Leaks den Großteil aller Systemadministratoren wegautomatisieren. Viel Glück kann man ihm da nur wünschen.

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„Eßbare“ Stadt
– interessantes Projekt:

“Es ist eine Revolution”, sagt Pam Warhurst, “aber wir sind sanfte Revoluzzer. Alles, was wir tun, basiert auf Güte.” Die Bewohner des englischen Städtchens Todmorden “revoluzzen” mit Kartoffeln und Bohnen, Himbeeren und Salat. Unter dem Motto “Incredible edible” (unglaublich essbar) haben die Bürger 70 private und brachliegende Grundstücke mit Obst und Gemüse bepflanzt. Das Besondere: Jeder kann selbst pflanzen – und ernten, was er braucht.

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Auf Gleisbauarbeiten gibt’s Kommentare zu Alice Munro:

So, wie ich sie auch für mich entdeckt habe, im New Yorker, mit diesen Erzählungen, die eher mit Tschechow zu tun haben, als mit der nordamerikanischen Form der Short Story, wie sie etwa Hemingway geschrieben hat. Munro hat die Architektur einer Erzählung, die Art und Weise, wie die Zeit im Erzählen vergeht und als Raum durchschritten wird, geradezu revolutioniert, aber auf eine Weise, die der Leserin erst im Nachhinein bewusst wird, wenn sie erkennt, dass die Zeiten, von denen und in der sie sich erzählen ließ, vergangen sind, auf je verschiedene Weise, und zugleich nie vergehen können. Munro hat in einem festumrissenen Territorium und in scheinbar eindeutigen historischen Bezügen Geschichten von zeitloser Gültigkeit geschaffen, weil sie die Wahrheit über das, was zwischen den Menschen geschieht, die sich lieben und schlagen, hassen und behüten, erzählt hat. Neben Jane Austen und Virginia Woolf ist sie die für mich bedeutendste Autorin.

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Die an.schläge wollen Feedback:

Seit wann lest ihr die an.schläge, was gefällt euch besonders, was fehlt euch in den an.schlägen? Wir freuen uns auf eure Antworten! Und schenken euch dafür wiederum etwas: Unter allen Teilnehmer_innen verlosen wir Büchergutscheine von ChickLit, Comics vom avant-verlag, Musik von Fettkakao und Monika Records und vieles mehr!

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Radikale Urheberidee eines Drehbuchautors:

Fred Breinersdorfer ist nicht nur (Dreh)buchautor (sein bekanntester Film ist vermutlich Sophie Scholl – Die letzten Tage), sondern auch Anwalt – er kennt sich mit Urheberrechtsfragen daher aus verschiedenen Richtungen aus. Und er ist ganz offenbar ein kluger Kopf, denn in der SZ schlägt er nicht nur vor, den illegalen Film-Angeboten Konkurrenz zu machen, sondern – das ist sehr wichtig – er fordert auch radikale Maßnahmen, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

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Heng macht sich Gedanken über Teamfähigkeit:

Vor allem bei Gruppenprojekten wie dem Theater, in dessen Kostümgruppe ich aushelfe, oder beim Sport bin ich verunsichert, ob ich mit dem ganzen Uni- und Arbeitsstress, dem Aktivismus und meinen sich abwechselnden Depressions- und Manieschüben fähig bin, mich zu verpflichten. Ich will es, ich will es so unglaublich gern. Ich habe nur die Befürchtung, dass ich mich in schwierigen Zeiten nicht dazu bringen kann, ehrlich zu sagen, dass mir alles über den Kopf wächst. Diese Angst hält mich zum Beispiel davon ab, endlich mit Roller Derby anzufangen. Ich hab so unglaublich Lust drauf, diesen Sport zu machen und in einer Mannschaft zu spielen. Gleichzeitig will nicht ständig das Gefühl haben müssen, egoistisch zu sein und das Team in Stich zu lassen, weil ich es zum Training nicht schaffe. Und überhaupt, wie viel Belastung ist gewöhnlich? Wie viel Zeit für mich darf ich mir überhaupt nehmen?

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Herbstempfehlungen von den Travelettes:

The Travelettes of the Northern hemisphere can’t deny it any longer – autumn is going strong! And while we wishfully browse through the Flickr and Instagram accounts of our Australian or South African friends, we gotta admit that this season has its advantages as well. Finally a chance to wear that cute knit again, great excuses to spend a night inside instead of wandering the city’s rainy streets, all those delicious flavors from seasonal fruit and vegetables – I could go on and on.

In order to enjoy these weeks of autumn, we put together a Travelettes Guide to Autumn including our favourite survival strategies for a cozy day at home, the desire to taste fall and some of those last sunny days of the year!

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Bei der Spiegeleule gibt’s schöne Bilder vom „Flowmarkt“:

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Ashley Reese fragt sich: Finden Kerle Brillen unattraktiv? Und weshalb sollte einen das interessieren??

I’ve worn glasses since I was in 2nd grade, back when Spice Girls ruled the airwaves and it was still cool to wear light-up shoes. My first pair were circular, wire framed monstrosities and I felt so dorky with them, but there was still a sense of novelty that came with wearing them that only a seven-year-old can really appreciate.

As I’ve gotten older and as glasses have become cool, my glasses pride has grown. I mean, I think that I look pretty cute in them, if I do say so myself. But has that ever stopped my parents from suggesting that I invest in some contacts or making sure that I took my glasses off for all of my yearbook pictures? No. Have I always listened to them? Definitely not.

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Gefunden:
Fallopian Fighter

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Comic makin‘ Ladies – eine Auswahl, darunter wohl die (momentan) bekannteste, Marjana Satrapi:

Satrapi is one of the only female graphic novelists to take on the important socio-politial topic of growing up a woman in a Middle Eastern, muslim country. Persepolis is set in Iran, shortly after the Iranian Revolution, in which the last Shah of Iran was deposed and muslim extremists took power over the country. Satrapi’s parents were Marxist revolutionaries, which gives her a unique perspective on the events which unfolded during the late 1970s in Iran. She takes on topics which range the gamut with bravery and wisdom, making the story, which is told through the innocent voice of a child, even more the powerful.

21st Century Riot Grrrl, Dirndlcontest & Brief an Petra Kelly

Papst gegen Homophobie?, Alltag im Seniorenheim, sexistischer Dirndlwettbewerb, Erfinderinnen, 21st Century Riot Grrrl, taz (vs.) Norbert Gleis, Brief an Petra Kelly, Rezension zu „Reisen ins Reich“, neuer Missy-Gastblog und dunkelhäutige Filmkoparsen im 3. Reich.

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Theodor Michael spielte unter Goebbels zahlreiche „schwarze“ Statistenrollen:

Theodor Michael spielte den Diener, den „wilden“ Afrikaner, den „Exoten“. Und er war nur einer von vielen. Für die Dreharbeiten zu „Carl Peters“, einem Propagandafilm über die deutsche Kolonialgeschichte, wurden 1940 und 1941 Hunderte schwarze Komparsen angeheuert. Da die Statisten aus Deutschland nicht ausreichten, waren zusätzlich etwa 200 Kriegsgefangene, die aus den französischen Kolonien stammten, ans Set geholt worden. Wer nicht dunkel genug war, wurde nachgeschminkt. Rassistische Anfeindungen im Studio, sagt Michael, habe er damals, zumindest in den ersten Jahren beim Film, nicht erlebt.

Doch 1942, bei den Dreharbeiten zu „Münchhausen“, kippte Michaels Gefühl. Als er am Set mit den anderen schwarzen Statisten zusammen war, dachte er sich: „Jetzt hätte die nazistische Regierung die Möglichkeit, die ganze Gruppe einzukassieren.“ Zu einer Razzia kam es nicht. Michael wurde jedoch ein Jahr später zur Zwangsarbeit in einer Fabrik verpflichtet, wo er bis zur Befreiung durch die Russen ausharrte.
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„Man hat immer versucht, mir das Baströckchen hinterherzutragen.“

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Blick auf die „dunkle Seite der Macht“ – die taz interviewt Norbert Gleis von der CSU zu seinen nicht gerade homofreundlichen Ansichten:

Und den Kindern, die bei homosexuellen Paaren aufwachsen, geht es schlechter?

Das kann man so nicht sagen, aber der Gesetzgeber muss ja generalisieren, wenn er ein Gesetz machen will. Es ist nun mal Lebenserfahrung, Menschheitserfahrung, dass Kinder bei Vater und Mutter aufwachsen. Nur weil das ein paar Leute wollen, kann man das nicht in den Papierkorb werfen. Denen geht es nicht um die Kinder, sondern nur um sich selbst. Man sollte die Natur nicht außen vor lassen.

Fast schon wieder lustig.

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Julia Schramm
rezensiert „Reisen ins Reich“ von Oliver Lubrich:

Wie haben Ausländer, die das Dritte Reich bereisten, das System wahrgenommen und analysiert? Haben sie die Gefahr des Nationalsozialismus erkannt oder ließen sie sich zunächst auch von der Propaganda blenden? Und wie wurde das Regime beurteilt, als der Krieg bereits ausgebrochen war?

Oliver Lubrich hat sich dieser Fragen angenommen und unterschiedlichste Berichte von ausländischen Autoren zusammengestellt, die während der Nazizeit in Deutschland waren. Manche waren nur kurz auf Durchreise, manche lebten mehrere Jahre dort (in der Regel als Korrespondenten), einige kannten Deutschland schon zur Weimarer Zeit, andere lernten nur das Dritte Reich kennen.

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Neues Gastblog beim Missy:

Im Missy Gastblog möchte ich mit Euch meine Begeisterung für afrikanisch inspirierte Mode, Design und Kunst teilen. In den nächsten Wochen bekommt Ihr hier also Features zu neuen Kollektionen, Hinweise auf thematisch passende Bücher, Interviews mit Designer_innen, Künstler_innen und vieles mehr zu lesen.

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21st Century Riot Grrrl:

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In den kommenden Jahren stimmt die Schweiz über ein bedingungsloses Grundeinkommen ab; auch woanders macht man sich darüber Gedanken:

Gegner befürchten natürlich, dass die Wirtschaft zusammenbricht, weil ohne den Zwang zu arbeiten, (oder wie manche es ausdrücken: ohne Leistungsanreize) jeder nur noch die Füße hochlegen würde. Aber das bedingungslose Grundeinkommen ist keine abgehobene Idee von sozialreformerischen Basisgruppen wie Attac. Die unterstützen das Anliegen zwar auch, allerdings trommeln eher wirtschaftsliberal orientierte Unternehmer wie Hans Peter Haselsteiner oder der dm-Gründer Götz Werner schon weit länger für diese Idee.

Und es gibt einige Beispiele weltweit, dass ein Grundeinkommen funktionieren kann: In Südamerika und Afrika laufen schon seit einiger Zeit Pilotprojekte, in Brasilien steht das Recht auf ein Grundeinkommen sogar in der Verfassung, in Alaska werden die Gewinne aus der Ölförderung über einen Fonds gleichmäßig an die Bevölkerung ausgeschüttet – von einem Grundeinkommen kann man dort bei Beträgen von 850 bis 2.500 $ im Jahr zwar noch nicht sprechen, der Grundgedanke ist aber derselbe.

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Human Rights Watch fordert den Papst auf, gegen Homophobie in den eigenen Reihen vorzugehen:

In einem Brief an Franziskus verwies die Organisation nach eigenen Angaben unter anderen auf Erzbischof Samuel Kleda und andere Bischöfe in Kamerun.

Diese stellten sich hinter die Strafverfolgung bestimmter sexueller Minderheiten und versäumten es, auf Gewalt gegen diese Gruppen hinzuweisen. Vertreter der katholischen Kirche gäben „ihre stillschweigende oder ausdrückliche Unterstützung für diskriminierende Gesetze und Praktiken“ gegen Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender.

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Vorarlberger_innen protestieren gegen einen sexistischen „Dirndl-Wettbewerb“:

Die Wann&Wo ist eine Vorarlberger Gratiszeitung “für Junge” ist, die seit 1977 jeden Mittwoch und Sonntag an eine große Zahl von Haushalten in Vorarlberg verteilt wird. Laut ihren eigenen Statistiken (PDF-Link) (ja, wer’s glaubt, trotzdem) hat die Zeitung in Vorarlberg eine Reichweite von 82,5%. Selbst in Tirol ist sie zum Teil ein Begriff.

Vom Niveau sieht es allerdings seit einiger Zeit so aus, dass ein für ein Gewinnspiel zwar nicht explizit Fotos von Dekolletés in Dirndln gesucht wurden, aber die Beispielbilder unter “Sende uns dein Bild” suggerieren, dass bitte einzig die Brüste der Frauen fotografiert werden sollten. Der 1. Preis war ein Gutschein über 300 Euro für ein Dirndl, der 2. Preis eine Shoppingfahrt nach Mailand und der 3. Preis ein Gutschein über 100 Euro vom Messepark.

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Für mehr Feminismus an der TU Wien!

And now, at the beginning of the current semester, our professor in Statistics and Probability Theory thought it would be funny to say the following: “You see, women grow, statistically speaking, 7 years older than men. In Austria, they are allowed to retire 5 years earlier than men. And then THEY are asking for equal rights?”

Statistics: You’re doing it wrong. As a Statistics teacher. Oh my.

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Mother Jones präsentiert Erfindungen, die fälschlicherweise oft Männern zugeschrieben werden:

Ada Lovelace, computer programming: The daughter of Lord Byron, Lovelace was steered toward math by her mother, who feared her daughter would follow in her father’s „mad, bad, and dangerous“ literary footsteps. Luckily, she loved the subject, and remained devoted throughout her brief life—she died in 1852 at age 36, soon after an ambitious, proto-Moneyball attempt to beat the odds at horse racing by developing mathematical models to help place her bets.

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Fräulein Sonnenschein schreibt an Petra Kelly:

Ich hoffe sehr, dass du an deinem jetzigen Aufenthaltsort glücklich und zufrieden bist, weiß aber leider nicht, ob dir ein Blick auf die politische Entwicklung in unserem Land gestattet ist; daher möchte ich dir auf diesem Wege kurz mitteilen, was sich nach deinem Tod bei uns so alles ereignet hat: Also, zunächst konnten die Kapitalisten ihre Helfer noch weitere 6 Jahre auf den Regierungssesseln platzieren, aber 1998 hat`s dann doch geklappt. Deine GRÜNEN haben -zusammen mit der SPD- die absolute Mehrheit im Bundestag erlangt und wir alle waren überzeugt, nun würde eine neue,demokratischere, gerechtere Zeit beginnen -nach den 16 Jahren dieser miefigen schwarz-gelben Regierung von Helmut KaBunzler.

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Über den Alltag im Altersheim, aus drei Perspektiven:

Die Entscheidung, in ein Pflegeheim zu gehen, macht sich niemand leicht. Die Senioren kommen immer später, sie sind älter und kränker als früher. Einmal eingezogen, greift in deutschen Heimen das Prinzip: sicher, sauber, satt. Die alten Menschen werden gelagert und gefüttert, gewendet und gewindelt. Begleitet werden sie nicht. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung hat ausgerechnet, wie lange ein Heimpfleger für einzelne Betreuungsschritte brauchen darf.

Prostitution in Norwegen, sexuelle Unterdrückung & Menstruationsgebiete

Sexy(ness)-Podcast, Geek Ladies, Schwanger beim Vorstellungsgespräch, Anarchistische Theorie, Schulleistungsvergleich, Globetrotterinnen, Situation norwegischer Sexarbeiterinnen, Spacenight wg. Shutdown verschoben, Rat Park Experiment Comic, sexuelle Unterdrückung, Antidiskriminierung in Disneyland, Bootstour Brandenburg, Spacelinks, Menstruationsgebiete auf T-Shirt und Pimp my Rolli Gewinner.

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Liebevolles Comic über das Rat Park Experiment:

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Interview mit Regisseur Radu Mihăileanu über sexuelle Unterdrückung in arabischen Ländern:

Sie haben Sex vor der Ehe und der Mann sagt der Frau: ‚Kein Problem, in der Hochzeitsnacht tun wir so, als ob du noch Jungfrau bist. Wir besorgen uns einfach ein bisschen Hammelblut.‘ Oft entscheidet die Mutter des Mannes daraufhin aber, dass er eine andere Frau heiraten soll. Die frühere Freundin muss das Dorf dann verlassen. Denn wenn alle wissen, dass sie keine Jungfrau mehr ist, kann sie da nicht mehr leben.

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Frollein Europa räumt mit dem Mythos „alleinreisende Frau“ auf und gibt sinnvolle Tips; auch für nicht-Traveller schön zu lesen:

Noch immer höre ich viel zu oft, dass alleine reisende Frauen leichtsinnig oder sogar dumm sein. Wenn ein Mann um die Welt reist beglückwünscht man ihn dazu, wenn eine Frau alleine reist wird sie meist bestürzt gefragt, was denn passiert sei. Eine Frau muss mindestens ein Kind verloren, eine grausame Trennung durchgemacht haben oder sich nach einer gewalttätigen Kindheit ohne Elternliebe selber finden müssen, um sich zu entscheiden alleine zu reisen. Abenteuerlust? Allerhöchstens im Eat Pray Love Modus um einen Mann zu vergessen. Außerdem würde ich gerne mal wissen, ob männliche Reisende auch so oft gefragt werden, wie sie die ganze Reiserei denn ihrer Mutter antun könnten.
Manchmal sitze ich mit Familien im Auto und höre von den Eltern, dass sie ihrer Tochter das nicht erlauben würden während die Tochter meinen Rucksack interessiert beäugt. Immer wieder treffe ich Mädchen, die eigentlich ja gerne los wollen würden, aber nicht so genau wüssten, ob das überhaupt gehe und außerdem hätte grade niemand Zeit mit ihnen zusammen zu reisen. Wenn ich nach dem Thema “alleine reisende Frauen” suche, finde ich leider vorallem Ratschläge a la: Nimm keinen Föhn mit und wenn dann nur einen kleinen Reiseföhn. Hier also sieben Ratschläge für alle, die den Föhn schon ausgepackt haben

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Geschlechterunterschiede beim Schulleistungsvergleich:

Besonderes Augenmerk wird bei der Auswertung der diesjährigen Studie auf die Unterschiede der Geschlechter gelegt. Seit Jahren wird immerhin diskutiert, wie es gelingen kann, Mädchen für die sogenannten MINT-Fächer zu begeistern – also die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, die im vergangenen Jahr abgefragt wurden. Das Ergebnis? Die Jungen erzielen im Bereich Mathematik deutlich bessere Werte als die Mädchen, insgesamt sowie in sämtlichen abgefragten Teilbereichen. In den Naturwissenschaften können hingegen die Mädchen punkten – speziell im Fach Biologie liegen sie mit deutlichem Abstand vorn.

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Skandal im Feuchtgebiet
: menstruierende Möse auf T-Shirt!

Petra hat für American Apparel ein T-Shirt designt, das mit einfacher Strichführung eine behaarte, menstruierende, masturbierende Frau zeigt. Zumindest den wichtigsten Teil von ihr. Einige Leute, die mit weiblicher Sexualität nicht umgehen können, haben das Shirt „abscheulich“, „abstoßend“ oder „ekelhaft“ genannt und noch ein „ew wtf“ drangehängt. Über Petras Shirt, das es für 32 Euro gibt, wurde schon von Daily Mail, Huffington Post, Time und einigen anderen Blogs und Medien berichtet, die alle versuchen, diese Kontroverse „zu verstehen“.

Weil ich eine rationale und intelligente Unterhaltung über eine Zeichnung auf einem T-Shirt, von der sich ein paar verrückte Leute angegriffen fühlen, führen wollte, habe ich Petra angerufen und mit ihr darüber gesprochen.

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Meiner Meinung nach der größere Skandal:

Der für den ersten November geplante Neustart der beliebten Sendung Space Night muss verschoben werden, wie der Bayerische Rundfunk (BR) am Montag mitteilte. Grund dafür sei, dass sich die US-Haushaltsblockade auch die US-Raumfahrbehörde NASA auswirkt, auf deren Filmmaterial die Macher der Space Night angewiesen sind.

Die NASA ist besonders stark vom „Government shutdown“ betroffen, mussten bislang doch rund 97 Prozent der Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub gehen – auch die Angestellten des Archivs der Behörde, von dem der BR neues Filmmaterial mit Weltraumaufnahmen von der Erde erhalten sollte. Der Sender verschiebt den Neustart der Space Night daher auf den 15. November, in der Hoffnung, bis dahin die Aufnahmen erhalten zu haben.

Buuuuh!

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Ragen schreibt darüber, wie eine neue Richtlinie im Disneyland Behinderte vorläßt - und wie die Leute darauf reagieren, wenn diejenige Person dick ist:

Based on the comments I read, most people seem to agree with me about this, except when it comes to fat people, who they seem to think don’t deserve basic accommodations. One comment I read was from a woman who claimed that her father had arthritis and had therefore “earned” a scooter while “it would do some good” for the fat woman in front of her to have to walk.

Super lesenswert!

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Fuckermothers berichten über Vorstellungsgespräche mit Nachwuchs im Bauch:

Kommuniziere ich die Schwangerschaft während des Vorstellungsgesprächs nicht und stelle meine künftige Chefin vor vollendete Tatsachen? Das Recht wäre auf meiner Seite. Aber auch wenn die Uni meine Arbeitgeberin ist – es sich mit der Lerhstuhlinhaberin zu vermiesen, ist ganz ganz doof. Und sowas wird dann doch als Vertrauensbruch gewertet, bringt das Forschungsprojekt aus dem Zeitplan und und und. Will ich mir das antun, weil ich das Recht dazu hätte? Grade habe ich das Gefühl, an meinen eigenen Ansprüchen zu scheitern: mit viel viel Aufwand wäre sicherlich Einiges möglich. Aber wie viel von mir wird dann noch übrig sein? Kann ich noch eine halbwegs ‘gute’ Mutter sein wenn ich ständig auf dem Zahnfleisch gehe?

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Shoes & Starships schreibt sozusagen eine Ode an fellow Geek Ladies:

For all the rest of you lovely geek ladies – stop comparing yourselves to the masses. Stand apart and hold your head high while you love what you love. If your universe becomes still, peaceful, and perfect in the moments when you watch Firefly, play DnD, or read a Batman comic, then revel in your enjoyment and screw the haters. If you are a writer or an artist or a chef, get your zen on and create. If you are sewing that next cosplay costume, fistbump sistah! I am hear to cheer for you and tell you it is ALL GOOD.

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Sina schreibt über die Lage norwegischer Sexarbeiterinnen:

In Norwegen herrscht wie in Schweden das Modell der Kundenbestrafung. Es gibt aus verschiedenen politischen Lagern jedoch Kritik am Gesetz, da Klagen von Sexarbeiter/innen und Hilfsorganisationen bezüglich gestiegener Gewalt und Diskriminierung ernst genommen werden und nicht einfach als Kollateralschaden im Kampf gegen Sexarbeit(erinnen) akzeptiert werden. Deshalb hat das Justizministerium eine Evaluierung der geltenden Rechtslage beschlossen.

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Die Femgeeks kümmern sich rührend um die Space-Fangirls:

Erfreuliches für alle Raumfahrt-Geeks: Das Cover der aktuellen an.schläge mit dem Thema “Gender und Naturwissenschaft” zeigt Mae Jamison, die die erste WoC im All gewesen war.

…und mehr, viele nette Links zum Rumnerden.

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Ninia präsentiert die Gewinner der Pimp my Rolli-Aktion:

Vor einiger Zeit habe ich euch vom Wettbewerb „Pimp my Rolli“ erzählt. Nun sollt ihr natürlich auch erfahren, wer gewonnen hat. Während ich im Urlaub weilte, fand in Düsseldorf die Preisverleihung statt.

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Bei Spreeblick gibt’s hübsche Fotos von der Brandenburger Bootstour:

Mit einem Hausboot und wenig Ahnung ließen wir uns drei Tage lang durch die Spree treiben, absolutes Natur-Highlight dabei war der oben gezeigte Seddinsee, die einzige Seele, der wir dort begegneten, gehörte einem Adler. Und überhaupt: ein wunderschönes Fleckchen. Auch toll zum Baden. Im Sommer.
Das Spree-Schippern macht wirklich Spaß, zumal wir wirklich Glück mit dem Wetter hatten, viel Sonne, rund 14 Grad: Voll okay für eine Bootstour im Herbst.

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Aus der Rubrik „Antje hat fast immer Recht“: wir brauchen mehr anarchistische Theorie!

Bei der Debatte ging es unter anderem auch um die Frage, warum anarchistische Theorie in Deutschland so wenig bekannt ist und kaum rezipiert wird und welche Auswirkungen das auf die Linke insgesamt hat. Ich schreibe die angesprochenen Punkte mal auf, um sie festzuhalten. Auch wenn die natürlich alle etwas plakativ und verkürzt sind.

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(Sexy) neuer lila Podcast!

Frauen sollen sexy sein. Das wird ihnen von allen Seiten vermittelt. Im Fernsehen, in den Frauen- wie auch in den Männerzeitschriften, im Netz. Sexy und sinnlich. Aber bloß keine Schlampen! Und das ist ein Problem. In dieser Folge nähern wir uns der zweischneidigen Angelegenheit “Sexyness”.