Filmmonster, bedingungsloses Grundeinkommen und Philipp „Breaveheart“ Rösler

Trollparade/Gifparade, Breaveheart Rösler & die Zweitstimme, Frauen im Maschinenbau, bekloppte Filmmonster, warum die Medien kaputt sind (nicht wegen der Filmmonster), Feminismus & Überwachung, Schutzräume und bedingungsloses Grundeinkommen.

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Der Spiegel interviewt zwei Frauen, die jetzt in der Ausbildung sind bzw. es in den 50ern waren; unter einerseits komplett verschiedenen Umständen, aber eben auch mit vielen Ähnlichkeiten:

Heinzerling: Bei der Frage, warum ich eigentlich Maschinenbau studiert habe, da habe ich mir nach einiger Zeit angewöhnt zurückzufragen: Und warum haben Sie es gemacht? Plötzlich ist den Herren klargeworden, was das für eine Unverschämtheit war. In der Regel haben sie sich dann entschuldigt. Schon die Tatsache, dass Frauen die Studienwahl in einem technischen Fach immer wieder begründen müssen, ist beleidigend!

Dos Santos: Die Frage habe ich auch schon bekommen: Warum Frauenstudiengang? Und zurückgefragt: Warum nicht?

Heinzerling: Das ist gut! Immer zurückfragen!

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Sehr, sehr schöne Fotostrecke mit den bescheuertsten Horrorfilmmonstern:

Na schön, dann so: Ein kleiner, weißer, adrett frisierter Pudel frisst aus Versehen Körperteile eines zerstückelten Zombies und verwandelt sich daraufhin in einen gigantischen Zombie-Pudel mit rasiermesserscharfen Zähnen, Klauen – und rosa Schleifchen im Haar. Und der Clou: Fifi kann nur ins Jenseits befördert werden, indem man ihn eine Stange Dynamit apportieren lässt? Nein, stopp. Das ist auch schon dagewesen: In dem Film “ Boneyard“ von 1991.

Mein Liebling ist ja das Nuklearmutanten-Eichhörnchen.

Nur rage ich mich, wie Jack Frost es nicht auf die Liste schaffen konnte!

Das muß man aber eigentlich nicht auf dieses eine Genre beschränken:

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Zweitstimme & Happy FDP-Bashing mit 1a Braveheart-Finale!

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Yay, trollbashin‘ Gif Parade auf der Mädchenmannschaft!

Da die Mädchenmannschaft (MM) – alias Die Taliban Des Netzfeminismus’ (MM) – ja bekannt­lich nord­korea­nische Zu­stän­de™* pflegt in der Mo­dera­tions­poli­tik, was lei­der da­zu führ­te, dass be­stimmte Anti­feminist_innen trau­rig darüber sind nicht mehr mitdiskutieren [sic] zu können, dürfen wir uns nun an einer neuen Stalking-Strategie erfreuen: dem stali­nisti­schen Ju­bel­kommen­tar, schein­bar in­spi­riert durch in­ten­si­ves “Ko­mmu­nika­tions­guerilla”-Wiki­pedia­ein­trags-Stu­dium.

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Mein Raum, nicht Deiner:

Nen Typ und nen Mädel (sic!) kommen rein. Smalltalk. Sobald es zu einem technischen Thema kommt, reden plötzlich alle nur noch mit dem Typen. Das Mädel steht ignoriert daneben. Später sitzt der Typ mit seinem Tablet da und schaut Youtube Videos, während das Mädel (sic!) mit dem Laptop da sitz und programmiert.

Quasi ein Klassiker. Wer wird wie ernst genommen? Wem wird welche Kompetenz zugeschrieben? Vorfälle, die nicht ohne die Grenzziehung am binären Geschlechtssystem – basierend auf vom Äußeren abgeleiteten Geschlechtszuschreibungen – auskommen.

Wenn _ich_ solche Geschichten erzähle, bekomme ich meist zu hören, ich würde das überinterpretieren, oder noch besser: Irgendwer hat es nicht so gemeint, “vielleicht kannten sie die Frau* nicht”, oder oder, bla bla, sinnlose Ausrede xy. Insofern freue ich mich, wenn diese Beobachtung tatsächlich mal von einem Cis-Typen selbst kommt (ja, ich finde es auch traurig, dass das schon reicht, um mich zu erfreuen). Nur die Schlussfolgerung irritiert mich. Anstatt, dass sich Cis-Männer dafür einzusetzen, dass kommende „gemischte“ (hahaha, still funny. not) Veranstaltungen irgendwie inkludierend werden und nicht etwa das Gegenteil 2, möchten diese selbst auf die „Gegenveranstaltung“ gehen, verstehen dabei aber nicht, dass dies keine Lösung ist.

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Die Einsamen Schützen des bedingungslosen Grundeinkommens sozusagen:

Am Abend des Wahlsonntags werden sich die Anhänger der Parteien wieder in Parteizentralen und Wirtshäusern versammeln. Stefan Füsers, Joachim Fiedler und Wolfgang Heimann werden dann ihre eigene Wahlparty feiern: Die drei Hamburger treten bei der Bundestagswahl als Direktkandidaten an – ohne Partei im Rücken. Sie kämpfen nicht für schwarz, rot, grün oder gelb, sondern für ein Thema: Das bedingungslose Grundeinkommen.

Wieder ein schöner Kommenatr herausgepickt, für alle, die sich nicht ins triggerverseuchte SpOn-Forum wagen will:

45. Weiterdenken
spotmakesmyday gestern, 23:36 Uhr
[Zitat von 9813205uxbxdjrgfjanzeigen…]
Ich wäre eine großartige Altenpflegerin. Ich kann sehr gut mit alten Leuten. Es wäre auch eine wesentlich erfüllendere Arbeit als der jetzige Schreibtischjob, würde meinem Leben mehr Sinn geben und ich könnte damit mehr „in der Welt bewegen“, wie man so schön sagt, wie das jetzt der Fall ist. ABER WARUM SOLLTE ICH SO BLÖD SEIN – wenn ich da unter miesen Bedingungen kaum den Lebensunterhalt zusammenkratzen kann? HÄTTE ich meinen Lebensunterhalt schon (mit bedl. Grundeinkommen) sicher, wäre ich wesentlich eher bereit, auch Nachts für ein kleines (jetzt ja nun „zusätzliches“) Entgeld alte Menschen zu versorgen. Wie hat Sie Ihr Vater zum Rasenmähen gelockt, so daß unbequeme Arbeiten erledigt wurden? Er übernahm Ihre Grundicherung, gab Ihnen aber noch ein Taschengeld, das für Sie ausreichend genug Motivation war, den Rasen auch ordentlich zu mähen. Der Mensch arbeitet Notwendiges gern auch für wenig, wenn die Rahmenbestimmungen stimmen. Bei vielen notwendigen Jobs wie Altenpflege ist es moemntan in Gegensatz aber so, daß diese Arbeit stets unter miesen Bedingungen gemacht wird und dann entweder für mieses Geld oder gar kein Geld (die meisten Altenpfleger, die in dieser Republik Arbeit leisten, werden nicht bezahlt, nämlich die, die die Altenpflege an ihren Angehörigen oder sich selbst selber leisten müssen). Ihre Mutter ist auch nicht bezahlt worden, um Sie auszutragen, zu säugen, zu erziehen,… trotzdem hat sie es aus Notwendigkeit gemacht, wegen Motivation einer (ich hoffe doch) erfüllenden und mit Liebe getanen Arbeit und Unterstützung gab’s durch „Taschengeld“ wie Kindergeld, Ehegattensplitting und süße Bilder von Ihnen am Kühlschrank oder so. Wir machen den Fehler, „Arbeit (die getan werden muß)“ stets mit „Lohnarbeit“ gleichzusetzen, weil uns suggeriert wird, je mehr Geld man dafür kriegt, desto wichtiger ist die Arbeit. Das ist aber eine Illusion. Mit bedingungslosem Grundeinkommen würde auf Dauer wohl die Altenpflege mehr motivierten Zulauf bekommen (Prinzip: ich muß ja nun nicht mehr zwingend arbeiten, um Geld zu verdienen, also – was muß getan werden? Was davon kann ich gut und macht mir Spaß?) als die Zunft der Börsenmakler. Seh ich als gute Entwicklung.

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Antje Schrupp erläutert, was an den Medien so unrettbar kaputt ist:

Die Medien sind so männerdominiert wie kaum noch eine andere gesellschaftliche Organisation. 98 Prozent Männeranteil in den Chefredaktionen von Tages- und Wochenzeitungen, das ist eine Dominanz wie im 19. Jahrhundert, vor der Frauenemanzipation. Beim Fernsehen, Online-Medien und Radio ist es nicht ganz so krass, aber auch da sind mehr als 80 Prozent der Redaktionen von Männern geleitet.
(…)
Diese Medien, so sehe ich es, sind kaputt, und zwar unrettbar. Sie gehen mich, da ich eine Frau bin, nur bedingt etwas an. Sie haben keine Autorität, mir die Welt zu erklären, weil sie die Welt, die mich interessiert, überhaupt nicht kennen. Es gibt ganz hin und wieder auch mal was anderes, aber das muss man suchen wie die Nadel im Heuhaufen.

Es hat aus meiner Sicht keinen Zweck, da noch Energie reinzustecken.

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Warum Überwachung sogar Reproduktionsrechten schadet:

Beispielsweise hab ich eine gute Freundin, die nach Österreich ausgewandert ist (nein, nicht deswegen). Die Feministin denkt: die könnt ich doch eigentlich mal fragen. Wäre ja optimal im Notfall, also wenn man die Dinger wirklich mal braucht, eventuell nur eine Tür weiter ins Badezimmer zu müssen und diese Pille so schnell wie möglich in sich hineinzubefördern.
Als konservative Netzfeministin würd ich normalerweise Kontakt über E-Mail aufnehmen. Evtl. tät’s auch ne SMS. Oder ich könnt sie auch eh mal wieder anrufen.

Dann liest man irgendwo (tazblog? Find’s wohl eh nicht mehr. Selber groß, selber suchen), was für ein Bullshit dieses „Wir brauchen Überwachung wegen den Terroristen“ ist. Daß die Terroristensuche/-überwachung minimalen Anteil an der Sache hat. Und daß sich der aller-, allergrößte Teil der Überwachung von Internet, Handy, Telefon und sämtlichen Mischformen um Drogenkonsum und -handel dreht.


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