Cultural Appropriation & Cultural Paternalism

Hallo!
Erstmal Danke an Reality Rags, dass ich als erste Gastautorin hier schreiben darf – zugleich ist das auch mein erster Blogeintrag überhaupt! Ansonsten kommentiere ich gelegentlich auf (feministischen) Blogs unter dem Namen Lady Lukara.
Das habe ich letztens auch bei der Mädchenmannschaft versucht , eine Diskussion anzuregen (zugegebenermaßen etwas aggro), leider erfolglos, es wurde nicht darauf eingegangen, was ich schade finde. Aber vielleicht hier?
Ich bin selbst person of colour und hätte zu dem Thema „Cultural Appropriation“ (also wenn gerade „westliche“ Menschen sich gedankenlos Dinge aus anderen Kulturen aneignen) vieles zu sagen, gerade weil ich auch betroffen bin. Und deswegen halte ich einen offenen, respektvollen Dialog für wichtig, der auf der Mädchenmannschaft leider nicht entstehen konnte.


(ein weiterer differenzierter Ansatz von „freshfeminism“)

Eins vorweg: Klar ist Cultural Appropriation scheisse. Gerade die besprochenen Kosmetiklinien, die „afrikanisch“ wirken sollen, sind eklig – immer wieder wird so getan, als sei Afrika ein einheitliches Land. Dabei ist es ein Kontinent mit vielen verschiedenen Ländern, Kulturen, Religionen, Ansichten. Es käme ja auch niemand auf die Idee, IsländerInnen und SpanierInnen in einen Topf zu werfen, nur, weil’s beides europäische Völker/Länder sind!

Ich selbst wurde in Bloemfontein, Südafrika geboren, meine Familie zog nach Deutschland, als ich 8 Jahre alt war. Vielleicht ist es nicht sonderlich bekannt, aber Südafrika hat die größte indische Community außerhalb Indiens selbst, aus meiner Kindheit kenne ich noch viele. Deshalb habe ich auch absolutes Verständnis für jede Hinduistin, die es ankotzt, wenn aus einem kulturell und eben auch religiös bedeutsamen Ritual wie dem Holi-Fest in letzter Zeit hier eine Farb-Techno-Party mit Besäufnis gemacht wird (und die Leute sich hinterher auch noch beschweren, wenn man hinterher eben auch nach Holi aussieht…) – das ist respektlos, ignoriert sämtliche Bedeutung, reduziert auf das, was feierwütigen IgnorantInnen hier in Deutschland gerade passt und verletzt religiöse Gefühle. Nur, um ein paar deutschen Partypeople etwas Abwechslung zu bieten – als ob es da keine andere Möglichkeit gäbe.
Genauso unsensibel finde ich es, wenn Warbonnets auf jedem Fastnachtsfest zu sehen sind – ist es doch eigentlich ein ganz besonderes Symbol mit tiefer Bedeutung, das eben nicht jeder tragen durfte und das auch nur zu besonderen Anlässen.
Es gibt also durchaus sehr gute und zahlreiche Gründe, weshalb Cultural Appropriation ein Problem ist und diskutiert werden muss!

Dennoch gibt es vieles, was ich an dem Artikel kritisieren möchte.
Die Formel „wenn Weiße es tragen, gilt es als weltoffen – wenn ppl of colour es tragen, als rückständig“ geht meiner Erfahrung nach nicht so einfach auf. Zum Teil ist es wahr – es ist kein Zufall, dass so viele schwarze Models nur mit geglätteten Haaren auftreten (wie viele Bilder von Naomi Campbell mit Afro gibt es denn?).
Andererseits mag es vielleicht in Großstädten wie Berlin so sein, dass Weisse mit Dreadlocks als weltoffen gelten und keine Einstellungsprobleme haben – in der tiefen Provinz, wo ich wohne, werden Dreadlocks, Cornrows oder Rastas (die gehn noch) bei Schwarzen als eher normal angesehen – bei Weißen wird das anders gewertet, das sind dann Freaks, Hippies oder Ungepflegte (klar, auch das ist Rassismus – aber es zeigt, dass das „weisse Privileg“ eben nicht immer 1:1 als Vorteil funktioniert). Weiße mit Dreadlocks würden hier noch nicht mal an der Supermarktkasse eingestellt! Höchstens in einer alternativen Szene gibt es keine Probleme damit.

Auch möchte ich auf den Unterschied hinweisen, ob jemand Dinge aus anderen Ethnizitäten gedankenlos als Modestück trägt, weil es „so hübsch“ ist und die Herkunft, Bedeutung etc. komplett ignoriert – oder ob sich wer wirklich damit auseinandergesetzt hat und das Symbol/die Tracht/… mit Respekt und Überzeugnung trägt.
Die Kommentatorin „indra*devi“ spricht an, dass sie Mehndis und Bindis trägt – eben weil sie, eine Weiße, Hindu ist! Doch die Autorin des MM-Artikels lehnt auch dies strikt ab. Und das kann ich nicht unterstützen – man kann niemandem verbieten, die Symbole seiner eigenen Religion, seines eigenen Glaubens, zu tragen, nur weil man nicht per Hautfarbe/Herkunft da „hineingeboren“ ist! Für Hindus sind Bindis auch eben nicht einfach nur Schmuckstücke, die man einfach ablegen kann, sie haben für viele eine tiefe spirituelle Bedeutung und darüber kann man nicht einfach so urteilen. Und sollte indra*devi wirklich einer hinduistischen Gemeinschaft angehören, hätten diese Leute sie inzwischen sicher darauf hingewiesen, wenn das für sie befremdend oder störend wäre. Die MM-Autorin hingegen packt sie sogleich in eine Klischee- Schublade: „hast du deine Bindis und Hennamehndi von deiner zehnmonatigen Backpacker-Asienrundreise mit nach Hause gebracht? (Es tut mir echt Leid, wenn ich dir mit meiner impliziten Vermutung Unrecht tue, aber damit habe ich eine 99%ige Trefferquote.)“, was ich nun doch unfair finde, Trefferquote hin oder her. Spiritualität, egal woher sie ursprünglich stammt, lässt sich nicht einfach abschalten und die zugehörige Symbolik hat oft eine enge Beziehung zum Glauben, einem das verbieten zu wollen, finde ich nicht gut.
Oder muss eine Muslima mit blauen Augen und heller Haut nun auch das Kopftuch ablegen? Oder ist es stattdessen okay, würde ich gedankenlos irgendwelche Voodoosymbole anlegen, nur weil ich sie hübsch finde (und die „passende“ Hautfarbe habe), auch wenn ich mit Haiti nun so gar nichts zu tun habe? Im Studium hab ich einen Typen kennengelernt, dessen Familie wohl schon seit Jahrhunderten „biodeutsch“ ist – als Diplomatensohn wuchs er aber in Taiwan auf und identifiziert sich sehr mit deren Kultur, fast mehr als mit der deutschen, was ist mit ihm?

Was mich persönlich so stark zu Feminismus und Antirassismus hinzieht ist mein starker Hang zu Individualität. Ich hasse und verabscheue Schubladen, Klischees und Objektifizierungen. Und das stört mich an dem Artikel – es wird auf Ethnizität und Hautfarbe reduziert und völlig ignoriert, was für ein jeweiliges Individuum dahintersteht. Handelt es sich bei dem Bindi tragenden Mädel um einen fashion-verrückten Hipster, der keine Ahnung hat, was da auf dem Kopf klebt – oder um jemaden, der eine enge spirituelle Beziehung dazu aufgebaut hat, die im „eigenen“ Kulturkreis so nicht zu finden ist (ein Kreuz hat ja nunmal eine ganz andere Bedeutung)? Wurscht, ist ja ne Weiße. Anders als die MM-Autorin meint, sage ich – es ist SEHR WOHL wichtig, was die jeweilige Person denkt und damit verbindet. Denn das ist es, was dieses Symbol ausmacht. Nicht Äußerlichkeiten wie Hautfarbe.
Klar, es wäre mir am Liebsten, wenn Weiße sich mehr mit ihren Privilegien beschäftigen würden, und wenn alle Menschen die ethnischen Symbole/Trachten, die sie tragen, hinterfragen, sich damit auseinandersetzen. Das gilt meiner Meinung nach für alle Symbole. Wenn ich ein Symbol auf dem Shirt hab und es nur hübsch finde und keine Ahnung hab, für was es steht, mach ich mich schnell zum Deppen. Es gibt auch echt hübsche Runen, aber mit etwas Pech trag ich dann Nazi-Propaganda auf mir rum!

Vielleicht liegt es daran, daß ich noch zu Apartheidzeiten in Südafrika aufgewachsen bin, aber die strikte Trennung von Kulturen nach Hautfarbe und Herkunft ist mir ein Greuel! Man konnte nicht mal in dieselben Restaurants gehen, es war teils verboten, dasselbe WC zu benutzen!
Ich erinnere mich, wie meine Freundinnen und ich „Verkleiden“ mit den Sachen unserer Mütter spielten und ich da auch mal einen Sari anhatte oder sie traditionelle Tswana-Kleidung und auch wenn es nur ein Kinderspiel war, gab es einem ein bißchen das Gefühl, aus der starren Schubladenordnung von Weiß/Schwarz/Nichtweiß der Apartheidsgesellschaft rauszukommen, die „da draußen“ allgegenwärtig war.
Ich liebe Multikulti, das ist für mich nicht nur ein Wort, es fühlt sich bis ganz tief in mir drin gut an, wenn Kulturen sich kennenlernen, verstehenlernen und vermischen, auf allen Ebenen! Ich bin Weltbürgerin, yes!!! Natürlich meine ich nicht die „Veroberflächlichung“ zu Fashionstatements. Wie oben schon erklärt finde ich es wichtig, dass der Ursprung und die Bedeutung der Symbole, Rituale und Trachten erhalten und respektiert werden muss, weil sie das Leben ungemein bereichern und ich bin dafür, dass diese respektvolle Bereicherung allen, unabhängig von Hautfarbe und Herkunft, zugänglich sein sollte, da dies – entgegen der ganzen beschissenen Abschottung – und uns zusammenführen mag, uns Verständnis und Gemeinsamkeiten unserer Kulturen entdecken lassen kann.
Ich habe besagten Artikel mit meiner Familie und im Freundeskreis besprochen, gerade weil er mich aufgeregt hat. Und die dort getätigte Aussage „Hört auf, euch am kulturellen Erbe nichtweißer Ethnizitäten zu bereichern. Ihr dürft unseren Kram nicht tragen.“ wollte keine_r so uneingeschränkt mittragen, auch wenn alle natürlich Auseinandersetzung und Respekt für die jeweilige Symbolik forderten (alles Ignoranten?). Nur bei religiösen Symbolen war die Meinung teilweise so, dass man schon der jeweiligen Religion angehören solle, wenn man diese Symbole tragen möchte. Und auch, dass Weiße sich öfters ihrer Privilegien bewusst sein sollten.
Meine Tante sprach ein Beispiel an, das gerade für Südafrika Bedeutung hat, und zwar die kleine Revolution, die Johnny Clegg damals auslöste, als er mit seiner Band Juluka nicht nur „weiße“ Musik mit „schwarzer“ mischte, sondern auch noch auf dem Albumcover als Weißer in traditioneller Zulutracht erschien. Aufgeregt haben sich da die Apartheidsanhänger – alle anderen haben applaudiert.
Überhaupt wird er gern „the white Zulu“ genannt und ist tief in diese Kultur eingewachsen, als Weißer, der noch nicht mal im Land geboren wurde – allein die Tatsache, daß seine Band Juluka „gemischtrassig“ war, galt als skandalös! Doch genau dieses Verhalten, diese Musik, diese Texte, haben für sehr viele Menschen enormes Empowerment bedeutet (noch heute werden in meiner Familie die Platten immer wieder aufgelegt), ein Empowerment, das so nur möglich war, weil sich die Kulturen in Musik, Text und Kleidung/Symbolik eben vermischt haben, ohne die Wurzeln und Bedeutungen zu vergessen. Wäre jeder bei „seiner“ Kultur geblieben, nichts wäre erreicht worden.
Auch meine Familie war aktiv im Widerstand und ich finde die Geschichten noch heute inspirierend – weil sich die verschiedensten Menschen gegen die Apartheid aufgelehnt haben, jeder auf seine Weise, aber irgendwie alle zusammen – egal welchen Stämme, welche Hautfarbe (auch Weiße!) oder Religion (auch den christlichen Kirchen ist da viel zu verdanken – fast schon undenkbar hier in Deutschland).

Und genau deswegen wehre ich mich auch dagegen, von der MM-Autorin als „ignoranter Uncle Tom“ bezeichnet zu werden. Weil ich nicht ihre Meinung vertrete, dass „Weiße unseren Kram nicht tragen dürfen“. Das ist total paternalistisch – gerade den people of colour hat man immer wieder vorgeschrieben, wie sie zu sein hätten, welche Meinung sie zu haben hätten – müssen wir das jetzt auch untereinander tun? Und sind wir schon wieder so weit, daß es die „guten“ Schwarzen mit der „richtigen“ Meinung gibt und die „bösen“ Schwarzen mit der „falschen“ Meinung (die man dann natürlich nicht anhören muss, weil die ja eh nur von den Weißen indoktriniert sind)??? Oder sind wir nicht viel eher alle mündige Menschen mit eigenem Hirn und eigener Meinung?
Und by the way: LEST Onkel Toms Hütte. Tom war nämlich nicht der Buhmann, als der er so gerne herhalten muss. Sicher gibt es an seinem Verhalten viel zu kritisieren, man wünscht sich sehr oft, er würde die Dinge anders handhaben! Aber er ist eben kein dummer Mitläufer, der nur den weißen Sklavenhaltern in den Arsch kriecht. Er hat sehr wohl seine Prinzipien und ist auf seine Art sehr mutig. Einen guten Kommentar dazu habe ich im Buch von (der ausgerechnet weißen, hah) Antje Schrupp, „Was wäre wenn“, gelesen:
„Die Titelfigur, der Sklave Tom, erträgt das Böse, er leistet seinen Herren keinen Widerstand. Deshalb gilt die Bezeichnung ‚Onkel Tom‘ unter Schwarzen in den USA heute als Schimpfwort. Dabei ist die Figur von Beecher Stowe durchaus als Held angelegt. Denn Tom achtet (…) sehr darauf, dass seine Seele durch das Böse nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Er weigert sich zum Beispiel, anderen Sklavinnen und Sklaven Befehle zu erteilen oder sie zu quälen. Er macht sich nicht zum Handlanger, egal wie hoch die Strafe ist. Er weigert sich aber auch, gegen seine Herren zu kämpfen, also seinerseits anderen Menschen Leid zuzufügen, und seien es auch die ‚Bösen‘. „ (S. 161)
Dazu mag man stehen, wie man will, aber ich finde es absolut unerträglich, eine solche Figur (die mit ihrer eigenen Art von Zivilcourage mehr Mut hatte als die meisten in unserer Gesellschaft es haben – und hätte JEDE_R sich wie Onkel Tom verhalten, wäre das auch eine Revolution gewesen, wenn auch ganz anderer Art!) ausgerechnet als Schimpfwort zu verwenden – (und das auch gerade noch in Bezug auf Mit-People of Colour, nur weil diese manche Dinge differenzierter sehen. Auch das ist mangelnder Respekt, vielen Dank auch); meiner Meinung nach zieht das alle Schwarze in den Dreck, die damals eben keinen offenen Aufstand machen konnten oder wollten (viele mussten da beispielsweise an das Wohl ihrer Kinder oder anderer Familienmitglieder denken!), aber im Kleinen sich dennoch viel getraut haben. Auch das ist anzuerkennen!

Abgesehen davon bin ich, wie gesagt, in einer Familie aufgewachsen, die sehr politisch ist und ganz bestimmt nicht dem Bild entspricht, das die Autorin der MM hatte, als sie das Bild von „ignoranten Uncle Toms“ ins Spiel brachte – ich genausowenig –, nur weil wir unter Umständen eben nichts dagegen haben, wenn „Weiße unseren Kram tragen“.

Was ich mir wünsche, ist, dass derartig paternalistische Aussagen, die eine Hierarchie zwischen „richtigen“ und „falschen“ Meinungen aufmachen, zwischen „ML Kings“ und „Uncle Toms“, durch eine konstruktive und respektvolle Debatte ersetzt wird, an der ALLE, denen dieses Thema nahe geht und sich damit beschäftigt habe (also: Hautfarbe WURSCHT, ich würde von allen, die sich ihrer Privilegien bewußt sind, (selbst)kritisch hinterfragen und einen respektvollen Dialog wollen, gerne die Gedanken dazu hören!), teilhaben können, damit ein wirklich praktikabler Umgang mit diesen sensiblen Dingen wachsen kann. Ohne „Schwarze sind urwüchsige Wilde“ oder „Weiße sind ignorante Hipster“-Vorurteile.
Zum Schluss noch ein Video von Johnny Clegg & Savuka, indem er sehr schön erzählt, dass wir, die aus Afrika stammende Menschheit, sowieso alle nur Flüchtlinge vom schwarzen Kontinent sind:

(P.S. die Liste unter dem MM-Artikel mit Kosmetikprodukten, die auch für dunkle Haut geeignet sind, ist übrigens großartig, Danke!)


18 Antworten auf „Cultural Appropriation & Cultural Paternalism“


  1. 1 Sharon DaSilva 02. September 2013 um 17:39 Uhr

    Wow, das ist eindrücklich geschrieben! Ich bewundere auch deine geduld (und kann ehrlich gesagt halt eben auch verstehen, wenn nicht alle p.o.c. diese geduld und das verständnis aufbringen!)
    aber: guter text.
    greetinx

  2. 2 indra*devi 02. September 2013 um 18:15 Uhr

    Hallo! Hui, DankeDanke für diesen differenziert(eren) Post! Lustigerweise habe ich über den Trackback bei der Mädchenmannschaft hergefunden – ich wollte dort checken, ob ich auf meine Antwort eine reaktion gekriegt habe – aber anscheinend wurde meine Antwort nicht freigeschalten… na, ich versuch’s einfach hier (da scheint mir auch eine etwas, nunja… offenere(?) Atmosphäre zu sein).
    Tatsache ist, daß ich eben NICHT zu den Wohlstandskindern gehöre, die mal eben eine Rucksacktour durch Indien machen und „erleuchtet“ zurückkommen, so wie das von Salomé vermutet wurde.
    Dass ich Hindu bin steht sogar seit 10 Jahren in meinem Paß. Und sämtliche indischstämmige Leute/Hindus, die denselben Tempel wie ich besuchen finden es eigentlich klasse, dass ich meinen Glauben auch nach außen trage, mit Bindis und Mehndis. Ich trage keine Saris, ich „verkleide“ mich nicht als Inderin, ich lauf auch in Metallica-T-Shirts rum, könnte also leicht mit einem „Hipster“ verwechselt werden. Will aber nicht mit denen über einen Kamm geschert werden, gerade wenn Leute sich dadurch verletzt fühlen, wie anscheinend Salomé.
    Ihr Post ging mir schon etwas an die Nieren und habe das auch im Tempel angesprochen. Dort hieß es dann wiederum, ich soll mir nichts einreden lassen, sie wüßten um meine Motivation und fänden es gut, dass ich es trage (und das sind ja eben die Leute, denen diese Symbole auch enorm viel bedeuten – also bestimmt keine „ignoranten Onkel Toms“); eine sagte sogar, sie empfände es eher als beleidigend, wenn ich als gläubige Hindu mein Bindi wegen der Meinung anderer Leute ablegen würde. So einfach ist die Sache also nicht.
    So einfach ablegen wäre für mich auch allen Ernstes recht schlimm. Für Menschen, die nicht gläubig, religiös oder spirituell sind, ist es vielleicht nicht so nachvollziehbar, aber… ohne mein Bindi, ohne Mehndi, würde ich mich nackt, schutzlos, entwurzelt und aus der Balance gebracht fühlen. Wie du eben schreibst, sowas ist nicht nur ein Schuckstück, das ist ja genau der Punkt (soll kein Wortspiel sein…).
    Und JAAA, auch ich komm aus der Provinz und die Reaktion der (weißen) Bevölkerung ist meist „dreckiger Hippie“, nix von wegen schick oder weltoffen… vielleicht sollt ich nach Berlin ziehen (andererseits würd man mir wegen meinem Bindi dann „Rassistin!“ hinterherrufen…).

    Es tut mir wirklich leid, wenn sich jemand wegen meiner Glaubenssymbole in Kombi mit der „falschen“ Hautfarbe provoziert fühlt. Andererseits… man kann doch miteinander reden! Und einfach nachfragen (gerade als Weiße mit entsprechenden Privilegien muß ich mir das schon gefallen lassen und ich antworte auch gern!). Vielleicht wird man dann positiv überrascht und stellt fest, daß man keinen Fashionscenester vor sich hat. Und wenn’s doch eine ist, kann man ja auf das Problem hinweisen, dann denken sie vielleicht darüber nach. Und lernen was über die Herkunft und Bedeutung der Symbole und der Kultur etc.( was ja nur gut sein kann).
    Fände ich auf jeden Fall produktiver und fruchtbarer als ein generelles Verbot nach Hautfarbe.
    (Danke übrigens für den Hinweis auf Jonny Clegg, ich fand das Lied echt schön und hab die Lyrics rausgesucht =)

  3. 3 H.V. 02. September 2013 um 23:06 Uhr

    Ich finde beide Postings sehr nachvollziehbar. V.a. weil mir diese „Weiße dürfen nichts „schwarzes“ Tragen“ zu simplifizierend ist. Dürfen Schwarze und Weiße dann auch nicht in Hängematten sich vergnügen, weil die aus Südamerika kommen? Aber das nur am Rande. Schlimm finde ich, dass man mit solchen Parolen inhaltlich auf der Wellenlänge mit Rechtsradikalen steht. Die sagen auch, man dürfe keinen „schwarzen“ Kram tragen, das sei dann Kulturschande etc. Umgekehrt dann genauso der Gedanke in dieser Szene, dass ein schwarzer Mensch im Frack, als traditionelles europ. Kleidungsstück per se lächerlich aussehen würde etc.

    Konkret zur MM: Diese erbärmliche Behandlung, die den beiden Vorposterinnen dort entgegengebracht wurde, führt in meinen Augen nur dazu, dass irgendwann auch noch die geduldigsten Menschen sagen werden: Sorry, Euch Spinnern hören wir nicht zu. Denn wenn schon eine schwarze Person nicht mehr in der Lage sein soll, über ihren individuellen Umgang mit dem Themenkomplex Kultur/Hautfrage sich zu äußern, Herrgott, wer soll es denn dann bitte überhaupt noch?!

  4. 4 H.V. 02. September 2013 um 23:09 Uhr

    p.s. In jedem ernsthaften Beruch hat man übrigens auch in Berlin keine Chancen mit Dreadlocks als Weißer (und wohl auch als Schwarzer). Diesen Eindruck können nur Menschen bekommen haben, die sich in sehr, sehr speziellen alternativen Kreisen tummeln und nicht aus selbigen herauskommen.

  5. 5 asta 03. September 2013 um 10:31 Uhr

    So politisch/kulturgeschichtlich versteh ich das ja, aber meiner meinung nach nehmen diese ganzen traditionen und religionen und blub sich eh viel zu ernst, ganz egal, woher sie kommen; da so ein gewese zu machen ist für mich unverständlich.

  6. 6 Mina 03. September 2013 um 10:42 Uhr

    hm also ich bin nicht wirklich Asiatin, sondern Deutsche. Meine Eltern kommen aus Asien, ich bin hier aufgewachsen. Ich versteh schon irgendwie, was Salom‘e da meint (übrigens, an den Vorposter oder Vorposterin, ich glaube nicht, das es im Sinne von Lukara ist, die ja eine respektvolle Diskussion will, wenn du die Mädchenmannschaft Spinner nennst und wenn das hier ein Forum mit Beleidigungen und so wird, bin ich auch gleich raus, hab ich kein Bock drauf); ist ja auch oft so, das Leute mich als Chinesin betiteln oder ich beim Abiball gefragt wurde, ob ich nicht einen Kimono tragen will. Bloß bin ich von koreanischer Abstammung…. also diese Ignoranz geht mir schon auch auf den Keks.
    Andererseits, wenn Weiße „nichtweiße“ Sachen tragen und in Mode bringen hat das ja auch irgendwie den Effekt, dass es irgendwie für alle „normaler“ wird, sowas auf der Straße zu sehen, und eben nicht nur bei den als „rückständig“ gelabelten „Ausländern“. Auf (zugegeben irritierende) Art schafft das auch Toleranz für Nichtweisse, die das dann tragen.

  7. 7 Mina 03. September 2013 um 10:46 Uhr

    Ich hab auch die Wikilinks angeklickt, ist eigentlich recht interessant, was über die Geschichte dieser Dinge zu erfahren und ja is dann auch echt schade, wenn die Leute sich nicht drüber informieren, also wer das alles nur als hohles Modeassesoire sieht oder bloß als ne andere Frisur, der verpasst da echt was.

  8. 8 Koschti 03. September 2013 um 15:23 Uhr

    Schöner, differenzierter Artikel. Danke dafür.

    Vielleicht werden meine Kommentare ja hier veröffentlicht ;)

    Schade um die Lagerbildung. Wir sind doch eigentlich alle einig, dass es nicht in Ordnung ist, sich undifferenziert und respektlos an anderen Kulturen zu bedienen.

    Es bleibt aber auch heutzutage nicht aus, dass sich Kulturen, Religionen, Kulturen und Hautfarben sich berühren, austauschen und vermischen, wenn wir global kommunizieren, reisen, lieben und arbeiten. Es bereichert unser Leben sowie es auch zwangsläufig für Konflikte sorgt.
    Aber die Lösung kann und darf nicht sein, Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe eine eindeutige und unveränderliche Identität aufzustempeln und entsprechende Verbote aufzustellen.

    Ich habe auch keine eindeutige Vorstellung davon, wie man diese Konflikte löst, ohne irgendwem Unrecht zu tun. Das Thema ist im Detail auch zu kompliziert, um eine allgemeingültige Lösung zu finden (wobei das obige Diagramm schon ein guter Leitfaden ist).

    So abgedroschen es auch klingt: Es bleibt uns wohl nur die Möglichkeit, respektvoll und offen miteinander zu reden. Die Bereitschaft zum Dialog ist nur ein Anfang, keine Lösung. Den Rest müssen wir ganz individuell erarbeiten.

    Meine persönliche Meinung dazu ist übrigens, dass es am Wichtigsten ist, dass es einem persönlich etwas bedeutet, man sich der ursprünglichen Bedeutung bewusst ist, und es und nicht einfach nur modisches oder hippes Accessoire ist.

  9. 9 LaStrega 03. September 2013 um 19:52 Uhr

    „… man kann doch miteinander reden!“
    so simpel das klingt, irgendwie ist das der schlüssel zu allem, oder? (respektvoll/freundlich könnt man noch einfügen)
    deshalb find ich auch schön, dass das gemacht wird hier.
    mir geht da einiges durch den kopf dazu, aber irgendwie noch recht… wirr?
    haha ich weiss noch nicht mal, ob ich (so von aussehen her) „weiß“ oder „of color“ bin, von abstammung hier aus sizilien (also hauptsächlich genervt von den mafiaklischees), also irgendwas so dazwischen, „of little color“, aber ich bin aufgewachsen/lebe in österreich. mir ist schon klar, woher das bedürfnis kommt, das in dem anderen post zum ausdruck kommt. als ausländer wird man (von den meisten eigentlich nicht, aber die minderheit ist schon arg präsent) zu regelrechter borg-assimilation (haha da sind ja auch alle dann weiß… übrigens cooler name, das mit lady lukara!) gedrängt, manchmal fühlt man sich dann sehr rausgedrängt, unwillkommen und zieht sich dann in eine trostzone in der anderen kultur, aus der man halt auch kommt, zurück, das ist einem ja auch wichtig, das pflegt man dann auch irgendwie, allein schon aus identitätsfindung und wenn sowas dann von mitteleuropäer_innen zu stereotypen verwurschtelt wird, damit es besser in eine (vermarktbare) mode passt, da kann man schon das kalte kotzen kriegen!!!
    aber ich fänd’s auch echt doof, wenn ich, weil ich daundda geboren bin und soundso ausseh, in dieser süd/mitteleuropäischen box drinbleiben müsste. so mit label aufm kopf. oder im kopf, k a
    Dass ich mich manchmal in meine andere herkunft oder kultur zurückziehen kann (oder die mit einbring, so ganz auseinanderhalten kann man das ja nun nicht),wenn mich die österreichische gesellschaft grad massiv ankotzt, das empfind ich auch als vorteil; „monokulturell“ aufgewachsene, wo ziehen die sich dann hin zurück? da ist es dann doch gut, wenn die sich vielleicht anderen kulturen und denkweisen zuwenden (können/dürfen). ein freund von mir ist der volle japan-fan, schon wegen mangas und interessiert sich auch sehr für japanische kunst ansonsten und hat auch mehrere schriftzeichen als tätowierung. ich find so ne begeisterung eigentlich cool (kann da jetzt natürlich nicht für japaner_innen sprechen), ich würd dem das nicht wegnehmen wollen.

    „Dürfen Schwarze und Weiße dann auch nicht in Hängematten sich vergnügen, weil die aus Südamerika kommen? “
    na, eine hängematte ist ja nun nicht gerade ein bedeutsames kulturelles oder religiöses symbol, ich glaub nicht, dass mit cultural appropriation sowas gemeint ist…

    aber ich frag mich auch… wie viel respekt muss ich denn kulturen oder religionen entgegenbringen, die ich (zumindest teile davon) kacke find? gerade die rastageschichte… den white priviledge teil versteh ich ja, aber (ich häng jetzt mal den agent provocateur raus)wieso soll ich denn die beleidigten gefühle von irgendwelchen hardcore-rastafaris berücksichtigen, wenn der er als beleidigung auffasst, wenn ich als (aus seiner sicht ja nun wirklich weiße) frau sowieso die hure babylon bin und rastas trage? white priviledge und religiöse verletzlichkeit hin oder her, das will ich ehrlich gesagt nicht respektieren. vielleicht würd ich’s mir überlegen, ob ich so wirklich durch kingston latschen muss… aber in st. pölten ist das ja wohl was anderes.

    diese juluka und johnny clegg fand ich übrigens auch sehr eindrucksvoll, das ist ehrlich gesagt ziemlich inspirierend! ich hab da weiter geklickt und ein video vom „warrior tanz“ entdeckt :
    http://youtu.be/3IEViv6DVYY
    ey, ankucken! ich bin echt mitgerissen, das ist nicht nur echt kraftvoll, sondern auch symbolisch toll: ein weißer und ein schwarzer tanzen zusammen einen kriegertanz und fallen sich hinterher in die arme – super cool!

  10. 10 erzaehlmirnix 04. September 2013 um 22:34 Uhr

    Ein toller Artikel. Ich wollte grade irgendwas dazu schreiben, aber du hast alles schon gesagt. Ein gutes Gegengewicht und ich finde es schön, dass er bei der Mädchenmannschaft als Link in den Kommentaren freigeschaltet wurde.

  11. 11 trippmadam 06. September 2013 um 7:22 Uhr

    Danke für diesen sehr schönen und differenzierten Text.

    Das Thema „cultural appropriation“ bewegt mich immer mal wieder. Ich habe privat und (neben-)beruflich mit Roma zu tun und habe dabei häufig das Gefühl, mich auf dünnem Eis zu bewegen. Was ich an mir selbst bemerke: man übernimmt mitunter unwillkürlich Sichtweisen und Gewohnheiten der „anderen Seite“ und wundert sich dann über sich selbst. Es fallen mir z.B. beim Kochen oder im Umgang mit (Roma-)Männern all diese Reinheitsvorschriften ein, die ich bei Roma kennen gelernt habe, und die zum Teil früher durchaus einen praktischen Sinn hatten. Dann frage ich mich selbst: darf ich das jetzt übernehmen? Beweise ich damit Lernfähigkeit oder bin ich einfach nur arrogant, penetrant und besitzergreifend?

  12. 12 indra*devi 06. September 2013 um 14:40 Uhr

    @koschti
    Es bleibt aber auch heutzutage nicht aus, dass sich Kulturen, Religionen, Kulturen und Hautfarben sich berühren, austauschen und vermischen, wenn wir global kommunizieren, reisen, lieben und arbeiten.“
    Da hast du recht – aber eigentlich war das schon immer so (auch wenn die Globalisierung das natürlich intesiviert) – Yoga beispielsweise, das ist ja eigentlich nicht nur „Gymnastik“, die Asanas (Körperübungen) sind nur ein Teil von Yoga; und da hat sich je nach Einfluß/Zeit die verschiedenen Aspekte entwickelt; eine Zeit lang war in Indien der meditative Teil des Yogas sehr wichtig oder die richtige Ernährung (ist alles Teil von Yoga), dann wieder war der Fokus auf der richtigen Atmung, Pranayama (auch ein sehr wichtiger Teil von Yoga),
    Durch den westlichen (vor allem britischen) Einfluß wurde dann immer mehr der Fokus auf die Asanas gelegt, die körperlichen Übungen, die ja dann auch weltweit übernommen werden, und auch in Indien hat sich die Asanabedeutung in den Vordergrung gerückt.
    Ich mein… alle Kulturen beeinflussen sich gegenseitig und es entsteht was Neues, das aus verschiedenen Einflüssen anderer Kulturen gewachsen ist, aber trotzdem mit den ursprünglichen Wurzeln verbunden bleibt.
    Kulturen sind ja kein monolithischer Block, sie sind lebendig und wachsen und entwickeln sich und repräsentieren so ja auch, wie die Menschen gerade „ticken“, was ihnen wichtig ist. Man lernt voneinander, differenziert, integriert,…
    Und eigentlich ist das doch was sehr schönes.
    (Ich hoffe, ich schweife hier nicht zu sehr vom eigentlichen Thema ab, aber ich fand den Satz von Koschti echt gut und wollt halt was dazu sagen… :)

  13. 13 furly 08. September 2013 um 0:50 Uhr

    Vielen Dank für den Text.

    Ich finde das Argument „wenn Weiße das machen ist es von der Mehrheitsgesellschaft akzeptiert, bei PoC nicht“ irgendwie interessant. Also zum einen lebe ich auch im ländlichen Gebiet und kann mir nur schwer vorstellen, dass irgendwo Weiße total akzeptiert werden (außerhalb des Bekanntenkreises), wenn sie zum Beispiel Dreadlocks tragen.
    Nur weil ich es mir schlecht vorstellen kann, heißt das aber nicht, dass diese Erfahrungen nicht existieren. An diesem Punkt weitergedacht kommt mir das aber umso merkwürdiger vor: Was sind das für Orte, die einerseits so weltoffen sind, weiße Personen mit „unnatürlichem“ Geschmeide vollkommen in Ordnung zu finden, aber gleichzeitig PoC gegenüber so komplett ablehnend reagieren?

    Es gibt so viele Lebensrealitäten, ich verlier da manchmal den Überblick.

    Und zweite Sache: (da bin ich mir echt nicht so sicher, also widersprecht meinen Überlegungen auch gerne) Ab einem gewissen Punkt existieren bestimmte Symbole und Praktiken auch unabhängig voneinander, oder? Beispiel Irofrisur. Kann ich der 13jährigen Punkröhre wirklich vorwerfen, dass sie eine Frisur trägt, die in einem anderen Kontext was anderes bedeutet? Für das Mädchen ist es ja vielleicht ein Ausdruck der Verbundenheit zur Punkszene (das kann schon spirituelle Züge annehmen^^), während sie von den indigenen „Irokesen“ vielleicht noch nie was gehört hat…

  14. 14 Mina 09. September 2013 um 3:54 Uhr

    Ich hab mich ja durch die Wikilinks hier geklickt und wie das bei Wikipedia so ist, klickt man sich immer weiter von Artikel zu Artikel und da gibtes so interesante Geschichten und hintergründe, bei ganz vielen Dingen, die wir so nur als schmuck oder so sehen.
    Irgendwer sollte mal so eine Blogreihe oder serie machen, mit einzelnen Posts zu den Sachen, das wär wahnsinnig interessant! ich wusste vorher auch nicht, dass es Rastas nicht nur bei den Rastafaris gibt, sondern das das auch in Indien Tradition hat oder sogar im Islam.

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