Archiv für September 2013

Lydia Lunch, Star Wars Porn & die Google-Matrix

Klimaskeptiker AfD, hetero oder vielleicht doch nicht, Rassismus in Deutschland, die Google-Matrix, die politische Lage der Frauen in Ägypten, Lydia Lunch, E*Vibes gibt’s jetzt auch auf englisch & sucht Übersertzer_innen, Star Wars Porn und Kommunist_innen nach der Bundestagswahl.

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Das Frauen* Internationalismus-Archiv Dortmund beleuchtet die politische Situation der Frauen in Ägypten:

Da sich während der Verfassungsberatungen 2012 die Delegierten nicht einigen konnten, wurde aus der Verfassung damals ein Artikel über die Gleichstellung der Frau wieder herausgenommen. „Im neuen Entwurf ist ein entsprechender Artikel vorgesehen“, berichtet die Frankfurter Rundschau. „Er verpflichtet den Staat, der Frau bei der Erfüllung ihrer Aufgaben in Familie und Gesellschaft zu helfen und garantiert ihr gleiche Rechte wie dem Mann, es sei denn, so der entscheidende Einschub: ‚Dies widerspricht den Prinzipien der Scharia’. Frauenrechtlerinnen sehen darin einen Rückschritt im Vergleich zur vorherigen Verfassung.“2 Dieser neue Artikel ist offenbar der alte, der schon damals zu Protesten führte.

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Long live Lydia Lunch!

Ich habe gerade in Frankreich ein Stück für Virginie Despentes (Regisseurin von „Baise-moi“, Anm. J. Z.) geschrieben, sie hat eine Anthologie über Dominik Strauss-Kahn zusammengestellt. Nachdem ich das Stück in Los Angeles gelesen habe, hat der Hustler – Larry Flints Männermagazin – es gekauft. Sie drucken es nächsten Monat. Das könnte doch ein Hinweis für Veränderung sein! Mir kommt das zwar bizarr vor, aber immerhin. Und jetzt will Larry Flint, dass ich politische Kolumnen für den Hustler verfasse – ich schlug ihnen dafür den Titel „Cuntzilla vs the Cockocracy“ vor. Sie wollen, dass ich über die NSA und Edward Snowden schreibe. Dass ein Pornograf wie Flint so etwas gut findet, bedeutet ja nur, dass es im Ganzen nicht um Sex oder Pornografie geht. Sondern um Macht. Denn der Hustler war immer schon interessiert daran, politische Heuchelei aufzudecken.

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Die Wahlergebnisse aus tieflinker Sicht bei Kombinat Fortschritt:

Der in den aktuellen Analysen mit am höchsten gehandelte Aspekt, weshalb 41,5 % der abgegebenen Stimmen an die CDU/CSU gegangen sind, ist der Wunsch nach Stabilität. Angela Merkel hat es mit ihrer ganz spezifischen Herrschaftstechnik nicht nur geschafft so ziemlich jede Innovation in der parlamentarischen Parteiendemokratie der letzten Jahre aufzusaugen, bevor daraus ein Wahlkampfschwerpunkt der Opposition werden konnte (die Stichworte reichen von Atomausstieg bis Mindestlohn). Wann immer ein Thema das Potential hatte der CDU in Zukunft gefährlich werden zu können, hat Merkels CDU sich diesen Standpunkt einfach selbst zu eigen gemacht. Merkel hat es aber auch geschafft – und dies erscheint in vielen Analysen ein zentraler Punkt zu sein – den Eindruck von relativer Ruhe, Sicherheit und Stabilität zu vermitteln.

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Einen der besten Texte zu Rassismus in Deutschland gibt’s auf der Mädchenmannschaft:

Der Rassismusvorwerfer, nicht der Rassist zwingt uns dazu die Debatte erneut führen zu müssen. Die erste Reaktion auf diese Meldungen ist deshalb nicht „Oh nein! Schon wieder ein rassistischer Vorfall!“ sondern, „Mhm. Schon wieder so ein Rassismusvorwurf“ Fakt ist aber: Rassismus hätte nicht zum Gesprächsthema werden müssen, hätte es den rassistischen Aspekt in der Inszenierung nicht gegeben.

So wie die meisten Diskussionen um Rassismus aus der Mitte verlaufen, scheint es, als wäre nicht etwa die rassistische Herabwürdigung, sondern der Rassismusvorwurf die schwerstwiegende Beleidigung, die man machen kann.

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Und gleich nochmal Mädchenmannschaft (Ihr legt gerade richtig schön los): Viruletta knabbert an der Heteromatrix und in den Kommentaren wird zuhauf die eigene „stramme Heterosexualität“ aufgeweicht. Mission erfüllt, würd ich sagen!

Jahrelang habe ich mich selbst als heterosexuell bezeichnet und betrachtet, trotz meinen immer wiederkehrenden Liebesgefühlen Frauen* gegenüber. Erst als ich angefangen habe, mich in einem Umfeld zu bewegen, in dem Heterosexualität zumindest nicht immer die Norm darstellt, habe ich begonnen, diese Gefühle in einem anderen Kontext zu sehen, ihnen einen anderen Stellenwert zuzuschreiben. Und ich bekomme erst langsam ein Gefühl dafür, was es bedeutet, zu sagen, dass Heterosexualität und Heteronormativität mächtige, gesellschaftliche Konstrukte sind. Es ist weder Zufall noch etwas Natürliches™, dass ein Großteil unserer Gesellschaft sich selbst als heterosexuell wahrnimmt. Unser Begehren wird jahrelang geformt, manipuliert und beständig überwacht. Wir werden sanktioniert, positiv wie negativ. Uns wird vermittelt, dass es für uns Vorteile birgt, die heterosexuelle Matrix [s.u.] nicht zu verlassen. Und viele tuen es (deshalb) auch ihr Leben lang nicht.

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Die taz nimmt den Energieausschuß der AfD unter die Lupe und, da schau her, lauter Klimawandel-Leugner:

Darunter ist etwa Michael Limburg, Vizepräsident des Europäischen Instituts für Klima und Energie EIKE, die wichtigste Stimme der deutschen Klimaleugner. Im Internetdiskussionsforum des Instituts ist ein großer Teil der AfD-Arbeitsgruppe aktiv und wirbt dort teilweise für die Mitarbeit in der Partei.

Klar positioniert hat sich auch Günter Keil, der zunächst als Sprecher der Gruppe agierte. Er unterschrieb – ebenso wie zwei weitere der heutigen AfD-Energieexperten – 2009 einen offenen Brief, in dem Kanzlerin Angela Merkel aufgefordert wird, sich von der „Pseudoreligion“ des Klimawandels zu distanzieren, weil es „keine CO2-kausal begründbare globale Erwärmung“ gebe. Ähnlich argumentierte Keil in einem Aufsatz für das Magazin NovoArgumente.

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E*Vibes wird anglisiert und braucht noch Übersetzer_innen.

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Yay! Selber T-Shirts bedrucken! Das Frauen*Lesben*Trans-Café in Göttingen bietet am 3. November einen Workshop dazu an:

Ihr braucht kein Vorwissen oder kreatives Know-How, wir sind da und geben euch Tips und Unterstützung wo ihr sie braucht. Material, Vorlagen, einzelne Stencils zum direkt losdrucken und Stoffreste für Patches sind da. Das Einzige was ihr gerne zusätzlich mitbringen könnt sind eigene Motive und Kleidung, die ihr aufhübschen wollt! Im Umsonstladen gibt’s natürlich auch immer noch mehr Kleidung und Stoffe, vielleicht findet ihr ja was?

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Ja, Google. Von Scientology kommt man wahrscheinlich leichter weg:

Google hat immer betont, dass die Suchmaschine selbst sich passiv verhält, dass sie nur unsere Schwarmintelligenz, also unseren Herdentrieb abbildet. Das stimmt. Und es stimmt auch nicht. Denn Google verstärkt die Trampelpfade der Massen, indem es mit großen „Hier entlang!“-Pfeilen immer nur genau auf diese Pfade hinweist. Dabei entsteht ein sich selbst verstärkender Mainstream aus Faktenfetzen, Neuigkeiten und Gerüchten, der in Sonntagsreden gerne als „transparente Wissensgesellschaft“ gelobt wird.

15 Jahre Google: Wir denken anders, wir schreiben anders, wir forschen anders, wir bilden uns unsere Meinungen über Mitmenschen anders, seit die Suchmaschine sich einen festen Platz im Alltag erobert hat.

Und, das wird gerne übersehen: Google tut alles, um diese Entwicklung voranzutreiben. Um unserer Bequemlichkeit mit immer neuen Innovationen entgegenzukommen, könnte man wohlwollend sagen. Um uns in immer größere intellektuelle Abhängigkeit und Unmündigkeit zu stürzen, würde der Kulturpessimist erwidern.

Kann ich bestätigen. Ich komm zum Teil auf ganz andere Seiten, seit ich die Suchmaschine gewechselt habe. Mir ist auch aufgefallen, daß es gar nicht so einfach ist, sich das Verb „googeln“ abzugwöhnen, ist fast schon peinlich…

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Gefunden:

Star Wars Porn

Überwachungserfahrungen, Frauen bei Apple & 20 Jahre In Utero

Bundestagswahl in Gifs, Gewalt in Teenagerbeziehungen, 20jähriges Jubiläum von Nirvanas „In Utero“, deutsch-moslemische Blogsphäre, Sexismus bei „Grand Theft Auto“, gewalttätige Frauen, homophober „Barilla“-Chef, Zeugen im NSU-Prozeß, Frauen bei „Apple“, Kommentieren auf Blogs, Überwachungserfahrungen, Einkommen, Tolokonnikova in Hungerstreik, Frauen & Merkel und Buchrezension „Verschieden Sein“.

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Die taz interviewt eine Kriminologin über gewalttätige Frauen:

taz: Frau Steffes-enn, gerade findet in Berlin ein Kongress des Vereins Wildwasser statt, der sich mit sexualisierter Gewalt an Mädchen und Frauen beschäftigt. Sie werden dort über gewalttätige Mädchen und Frauen reden. Frauen und Gewalt, das scheint sich zu widersprechen.

Rita Steffes-enn: Gewalt ist kein ausschließlich männliches Phänomen. Beide Geschlechter tragen zu gleichen Teilen Aggressionen in sich. Das ist auch gut so, sonst hätten Frauen nämlich keine Energiequelle.

Frauen üben Gewalt als Gegenwehr aus?

Es gibt Frauen, die sich durch Schlagen und Prügeln verteidigen, wenn sie beispielsweise von ihrem Partner angegriffen werden. Aber es gibt auch welche, die brauchen keinen Anlass, die versuchen, einen Konflikt gewaltsam zu lösen, weil sie andere Lösungen für nicht geeignet halten. Andere Frauen schlagen ihre Kinder. Manche Mütter machen ihre Kinder dafür verantwortlich, dass ihr Leben nicht so ist, wie sie es gerne hätten. Und es gibt Mädchen, die üben als Clique Gewalt aus. Das heißt, sie ziehen durch die Straßen und schlagen andere, um zu zeigen, dass sie der Boss sind.

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Zeuge bei NSU-Untersuchung
; es ist erschreckend, wie sehr und viele Menschen unter dem Scheiß leiden mußten und müssen. In diesem Zeiten zurück nach Griechenland zu gehen, lieber als in Deutschland bleiben, sagt schon was aus.

Auch F.s Leben hat die Tat grundlegend verändert. Monatelang sei er nach dem Mord vorgeladen worden, habe auf der Polizeiwache immer wieder die gleichen Fragen beantworten müssen, auch seine Mitarbeiter seien befragt worden. „Die Polizei hat mich schikaniert, sie wollte uns in den Dreck ziehen“, sagt der 46-Jährige. So hätten ihn Beamte gefragt, ob Theodoros Boulgarides sex- oder spielsüchtig gewesen sei. Die Vernehmungen hätten sich im Kreis gedreht. Erst habe er Kunden verloren, dann Geld und sein Geschäft, schließlich seine langjährige Lebensgefährtin.

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Noch eine Wahlanalyse:

Eine mir nahestehende Person weiblichen Geschlechts (outen kann man sowas ja nicht!) hat ein Kreuzchen für Angie gemacht. Warum, weiß eigentlich keiner. Ihre politischen Ansichten haben mit denen Merkels eigentlich nichts zu tun.
Aber irgendwie identifiziert sie sich mit ihr. Nicht wegen gleicher Geschlechtsteile. Obwohl…. Merkel erscheint ihr als Mensch. Mit Menschen hat man mehr Nachsehen als mit Politiker_innen.

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Einen Aspekt, der sonst oft vergessen wird, wird in der Süddeutschen behalndelt: Gewalt in Beziehungen entsteht als Muster schon in der Jugend. Klar, kommt jetzt ne Triggerwarnung hier:

Jenny heißt eigentlich anders. Ihren richtigen Namen möchte das Mädchen nicht veröffentlicht sehen. Dabei hat sie nichts getan, wofür sie sich schämen müsste – sie hat sich nur verliebt. Bedingungslos und Hals über Kopf, wie man das nur mit 15 kann. In einen Jungen, von dem sie bis heute behauptet, dass es nicht der falsche war. Er hat Blumen mitgebracht zum ersten Date, hat ihr in einer Nacht 24 SMS geschrieben und zum ersten Jahrestag einen Kuchen in Herzform gebacken. Dieser Junge war Jennys erste große Liebe. Und er hat sie geschlagen. Immer wieder.

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Tschüs Barilla-Produkte:

Guido Barilla mag nicht so gerne homosexuelle Kundschaft. In einem Interview mit dem italienischen Sender „Radio 24“ sagte der Vorstandsvorsitzende des italienischen Unternehmens Barilla: „Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familien unterstützen.“

Barilla selbst ging in dem Radiointerview so weit, dass er sagte: „Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Nudeln eines anderen Herstellers essen.“ Und in der Tat forderten auch schon die ersten Menschen auf Twitter den Boykott von Barilla-Produkten – mit dem Hashtag #boicottobarilla.

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Die Fuckermothers beschäftigen sich mit dem sensiblen Thema (Haupt-) Einkommen:

Nach wie vor wird bei 53 % der unverheirateten Paare klassische Rollenverteilung ausgeübt: der Mann ist also meist Vollzeit und die Frau Teilzeit berufstätig. Im Fall einer Trennung erhöht das das Armutsrisiko für viele Frauen massiv. Zugleich stellt sich aber auch die Frage, wie das Geld verteilt wird, während das Paar (noch?) zusammen lebt.

Wie macht das der statistische Hauptverdiener und die Neben- oder Nicht-Verdienerin? Und wie macht man es selber? Gibt es ein gemeinsames Konto? Und ist das nur dazu da, Lebensmittel und Miete zu bezahlen? Oder wird damit alles bezahlt, also auch Eiskaffes, Bahnfahrten, Rotwein und Sommerschuhe? Ist es das gemeinsame Konto das einzige, oder gibt es noch zusätzlich zwei getrennte? Und wird auf denen abhängig vom Einkommen gespart? Bedeutet das, dass sich der Hauptverdiener z.B. den teuren Wintermantel kaufen kann und dass die Nebenverdienerin lieber die Jacke von vor drei Jahren weiter aufträgt? Oder kauft ihr der Hauptverdiener von ‘seinem’ Ersparten eine neue Jacke? Und, wenn ja, wie geht sie damit um? Fühlt sie sich abhängig und schuldig oder kann sie das nüchtern als ‘ihr’ Geld betrachten, weil sie ja mehr Arbeit in die Kinder steckt?

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Helen Lewis schreibt im Freitag über den Sexismus bei Grand Theft Auto:

Die Videospielserie Grand Theft Auto, deren jüngste Folge GTA 5 vergangene Woche erschien, ist bestimmt nicht frauenfreundlich. Weibliche Charaktere, mit denen man mitfiebern oder von denen man sich beeindrucken lassen könnte, gibt es nicht. Frauen sind bei GTA dazu da, einem auf die Nerven zu gehen oder damit man sie – gegen ein Abendessen oder Geld – ins Bett kriegt. Wenn man dann bedenkt, dass man einmal eine Prostituierte aufsuchen und sie dann umbringen konnte, um sein Geld zurückzukriegen, nehmen die entsetzen Reaktionen sich nicht verwunderlich aus.

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Pussy Riot Mitglied Tolokonnikova ist sein Montag im Hungerstreik:

I turned to the administration with a proposal for dealing with the conflict. I asked that they release me from the pressure manufactured by them and enacted by the prisoners they control; that they abolish slave labour at the colony by cutting the length of the workday and decreasing the quotas so that they correspond with the law. The pressure has only increased. Therefore, beginning 23 September, I am going on hunger strike and refusing to participate in colony slave labor. I will do this until the administration starts obeying the law and stops treating incarcerated women like cattle ejected from the realm of justice for the purpose of stoking the production of the sewing industry; until they start treating us like humans.

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Auf Phenomenelle wird das Buch „Verschieden Sein – Nachdenken über Geschlecht und Differenz“ rezensiert:

Der herrschende universelle Bezug auf Gleichheit entzieht die Idee der Gleichheit geradezu einer Kritik. Dem stellt Maihofer die Idee einer positiven, nicht hierarchisierenden Anerkennung der Geschlechterdifferenz gegenüber, die zu einer Erweiterung und Reformierung des bestehenden Gleichheitsverständnisses beitragen könnte. „Wie kann es gelingen, in der Verschiedenheit als gleichberechtigt anerkannt zu werden“ – so lautet wohl eine der wichtigsten Leitfragen ihres wissenschaftlichen Lebens. Die Formel „Differenz in Gleichheit … und Gleichheit in Differenz“ bringt es für sie auf den Punkt.

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DieStandard nimmt sich den Frauen beim Apple-Konzern an:

Erkundigt man sich über das Management von Apple, wird man auf der Webseite des Unternehmens schnell feststellen, dass die Führungspositionen des Unternehmens allesamt von Männern besetzt sind. Wer beim iPhone-Hersteller Frauen in Führungspositionen finden will, muss sich schon über inoffizielle Kanäle informieren.

Eine, die noch vergleichsweise einfach und schnell zu finden ist, ist Andrea Jung. Sie sitzt im Vorstand des Unternehmens und ist als Beraterin tätig. Bis 2012 war sie CEO des Kosmetikunternehmens Avon, wo sie bis heute im Vorstand sitzt. Zusätzlich zu Apple und Avon hat Jung denselben Posten auch noch bei General Electric und Daimler inne.

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Natalie Brunner über den 20. Geburtstag von Nirvanas „In Utero“:

Es ist das dritte und letzte Album von Nirvana. Bei seinem Erscheinen wurde es „ein von Grund auf verwirrtes Album“ genannt. Es ist nicht „Nevermind zwei“ und es ist auch nicht ein Ausbruch an destruktivem Selbsthass. „In Utero“ ist zu einer Zeit entstanden, als Kurt Cobain gezeichnet war von Überdosen, Krankenhausaufenthalten, dem Wunder der Reproduktion und seiner Ehe mit Courtney Love. Eine Platte zwischen Geburt und Tod, Hochzeit und Koma.

Das von Cobain gestaltete Backcover des Albums ist voll von Referenzen an Tod, Geburt, Entäußerung, Drogen, herausfallenden Eingeweiden. Sieht man sich allerdings alte Interviews mit Nirvana an, stellt man fest, dass Cobain immer wieder darauf hinweist, dass dieses Album kein Tagebuch ist, nicht so persönlich wie die Welt es gerne hätte. „In Utero“ ist streckenweise ein „ medizinisches“ Album, meint er.

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Kübra schreibt über die deutsch-moslemische Blogsphäre:

Seitdem (2011/2012) hat sich die muslimische Blogsphäre gewandelt, sie ist gewachsen. Es sind neue Themen hinzugekommen, unter anderem muslimische Modeblogs. Die Gut-Betucht-Autorin hat bereits eine kleine Liste mit deutsch-muslimsichen Mode-Bloggern erstellt (siehe unten). Allerdings drängt sich hier die Frage der Kanäle auf: Eine der aufgelisteten Modebloggerinnen betreibt statt eines Blogs ein Facebook-Account. Würde man nun Facebook in die Suche einbeziehen, würde man auf sehr viel muslimische Seiten stoßen. Beispielsweise erfreuten sich muslimische Fb-Seiten in der Kategorie Fotografie & Lifestyle in den vergangenen 2 Jahren besonders großer Beliebtheit in Deutschland. Prominentestes Beispiel hierfür ist vermutlich Emine von Butterfly Photography. Als weiterer Kanal kommt Instagram hinzu, auch dort sind spannende muslimische Mode-, Fotografie-, Einrichtungs-, Design- und Lifestyle-Szenen entstanden.

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Auch auf kleinerdrei wird die Bundestagswahl kommentiert – mit Gifs!

Angesichts des Wahlergebnisses von vor wenigen Tagen, fehlen vielen von uns oft noch die Worte. Aber wir wären ja nicht kleinerdrei, wenn wir stattdessen keine GIFs bemühen würden, um diese Wortlücke zu füllen. Hier kommt die Zusammenfassung unserer Gemütszustände, nachdem das Wahlergebnis am vergangenen Sonntag feststand, die Spekulationen über mögliche Koalitionen begannen und mittlerweile schon ein paar Personalentscheidungen fielen…

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Manche Kommentator_innen sollte definitiv bei der Opalkatze nochmal nachlesen, wie das so mit dem Kommentieren gedacht ist:

-Kurz nachdenken: Worum geht es hier?
-Bei Verdacht, der Beitrag passe womöglich nicht ins eigene Weltbild: Blog durch Klicken verlassen.
-Tipp: Dazu am besten eigene, bewährte Bookmarks verwenden (Kopp-Verlag, etc.)
-Bei genügender seelischer Festigkeit und Interesse weiterlesen
-Text aufmerksam durchlesen, dabei nicht innehalten, wenn ein Reizwort vorkommt (“Feminismus”, “Beschneidung”, “Demokratie”, “Netzgemeinde”, etc.)
-Jemand hat sich die Mühe gemacht, ganze Sätze zu formulieren? Tapfer sein: einfach weiterlesen.
-Bei Sichtung eines unbekannten Arguments rasch und beherzt handeln: Finger schnell von der Tastatur nehmen, einen Kaffee trinken oder draußen eine rauchen gehen

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Annalist zeigt Innenansichten von Überwachungserfahrungen:

Seit den Leaks von Edward Snowden ist das Thema Überwachung wieder sehr präsent. Weil es nicht viele Menschen gibt, die darüber reden, dass sie überwacht wurden und was das für sie bedeutet, werde ich viel danach gefragt. Ich habe dieses Blog vor sechs Jahren begonnen, um unseren Alltag mit Überwachung aufzuschreiben und werde immer mal wieder danach gefragt, wo diese Geschichte eigentlich zu finden ist, die viele gar nicht und manche nur ungefähr kennen. Ich habe deswegen hier die wichtigsten Blogposts nochmal zusammengestellt.

Wahlkommentar 2013. Das Land ist immer noch verrückt.

Also wieder Mutti…
als Schwabe war es immer nett, sich über die Last der Bayern mit Stoiber lustig zu machen. Dann bekamen wir Öttinger.
Das rächt sich jetzt so ähnlich… was haben wir alle fassungslos geguckt und die Amis für bekloppt gehalten, als die nochmal mit Bush jun. daherkamen! Der Ami aus unserem Wohnheim tat mir da echt leid. Der hat den bestimmt nicht gewählt, aber hui, mußte der in der Folgezeit häufig peinliche Fragen über sich ergehen lassen, der Arme!
Jetzt müssen wohl alle Deutschen im Ausland stellvertretend erklären, was wir uns dabei gedacht haben, uns einen zweiten Kohl ranzuzüchten. Und dann will’s wieder keiner gewesen sein. Wie beim Öttinger.
Andererseits war’s schon klar: die Deutschen sehen sich wohl wirklich lieber in der von Angie repräsentierten Gartenzwergidylle. Wer so ist wie Steinbrück… wenn der in den Garten kommt, müßte man womöglich die Dinger zur Sicherheit vorher wegräumen. Sonst macht der noch die Gartenzwerge kaputt.
Chefzwerg
Schon klar, wer gerade mehr gefragt ist: nicht der polternde Papa, der schreit „Scheiß Laden! Machwer jetzt anders!“ ist das, wonach man sich grad sehnt, eher die gurrende Mutti, die suggeriert, „Och guck, ist doch alles wieder gut!“ Grüß Gott, Herr Freud.
War Steinbrück als Papa Schlumpf mit dem Hauch Bart Simpson gegen Ende gar nicht unüberzeugend, aus seinem Schlumpfdorf ist grad die Luft raus.
Wird aber wohl ohne Peer mit Gargamel koalieren…
Kann auch daran liegen, daß die meisten Koalitionsforderungen der Linken (wegen denen die SPD es ablehnt, mit der Linken zu koalieren) einst selbst typische SPD-Forderungen waren.
Die Linke hat sich hingegen so schlecht nicht geschlagen, aber mit Regierung wird’s wohl nichts.
Pädovergangenheit, Steuer und Veggieday hat wohl die Grünen ruiniert. Andere Gründe fallen mir so spontan nicht ein.
Dafür, wie die Welt nach Snowden ihr Augenmerk auf die Spezialthemen der Piraten gelenkt hat, sind die echt abgesoffen. Schade irgendwie. In dem Bereich müßte zumindest etwas aufgemischt werden. Aber da die Welt sich oft langsamer dreht als der durchschnittliche Nerd – die Themen Daten, Macht, Abhörung werden wichtig bleiben und sie haben jetzt ein paar Jahre, um sich zusammenzureißen, aufzuholen und sich dann richtig reinzuhängen. Möglicherweise aber auch utopisch. Oder die Enthüllungen haben sie derart geschockt, daß sie jetzt die Hosen voll haben und sich nicht mehr trauen, „auf Ernst“ Poiltik zu machen? Derart enttäuscht will man ja nun aber auch nicht werden.
Daß die FDP abkackt, war klar. Aber krass – seit 1949 hocken die doch ununterbrochen in der Regierung – und jetzt sind die unter der 5%-Hürde. Das macht noch nicht mal mehr Spaß, die zu bashen. Aber nein, ich weine nicht. Es könnte sie retten, würden sie auf Daniel Bahr setzen. Da wär evetuell ein Rest Kompetenzshow und Charisma im Ärmel. Wenn nicht, isses aber eigentlich auch wurscht. Ich brauch die FDP jetzt nicht unbedingt.
Intuitiv will man das als positives Signal sehen, daß die Leute die wohl unsozialste Partei überhaupt regelrecht massakrieren.
Aber dann wählen die auch noch AfD. Vergessen wir das also mit dem positiven Signal.
Ja, ich war überrascht.
Ich hätte ehrlich nicht gedacht, daß es tatsächlich so viele Menschen gibt, die eine Partei wählen, die für mich unwählbar ist. Reality Check.
Nun gut.

Nach der Wahl bei Jauch: der AfD-Kandidat darf vom Publikum aus etwas mit in die Runde kläffen, auch als Jauch die AfD als rechts der CSU bezeichnete und Schäuble daraufhin zu Republikanern und NPD überleitete.
Lucke hält das für Diffamierungsversuche, um der AfD zu schaden. Sicher auch nicht ganz falsch, aber nochmal langsam…

Es ist schön, daß wir alle auswendig gelernt haben, daß „rechts“ böse ist. Der Meinung bin ich ja auch, aber wenn wir Begriffe wie „links“ oder „rechts“ oder meinetwegen auch „liberal“ rein deskriptiv und objektiv anschauen, könnte man wohl salopp sagen, „rechts“ bezeichnet die Nationalisten.
Nationalismus kann man jetzt finden, wie man will, für mich ist es nichts, aber per se hat das in Deutschland halt auch Gschmäckle, klingt halt fast so wie Nationalsozialismus. Das haben wir ja nun hoffentlich gründlich gelernt, daß das Pfuibäh war.
Nationalsozial ist die AfD sicher nicht. Da findet sich nicht viel mit sozial.
Keine echten Nazis schonmal, ist doch gut.
Aber national? Somit eben „rechts“ laut meiner Definition? Auf jeden Fall. Schließlich geht es ihnen ja ja speziell um Deutschland und Deutschlands Interessen, das sie über die europäischen Interessen stellen, also sich sehr national abzugrenzen, statt Deutschland als lebendes Gewächs innerhalb eines zusammenarbeitenden Europas zu begreifen.
So national ist nicht mal die CSU, brauch die auch nicht sein, hat den Freistaat eh sicher. Fazit: rechts der CSU ist keine Diffamierung. Ey, steht doch wenigstens dazu.
Wie gesagt: es ist echt schön, wie wir alle gelernt haben, daß „rechts“ pfui ist und als Schimpfwort zu verwenden. Wenn man aber nicht mehr weiß, daß man der Logik nach eben in der Richtung steht, in der auch andere schon mal standen, wäre es geraten, sich zumindest mal damit auseinanderzusetzen.

Ganz perfide wäre nun ja so langfristig eine Verbrüderung von AfD und FDP. So wie aus PDS und WASG einst recht erfolgreich die Linke gezeugt haben. Da wär halt nur die Euro-Sache, gell…
CDU & AfD wär natürlich Alptraum, geht so ja nu auch nicht, aber da halt ich den CDUlern auch zu Gute, daß sie die AfD irgendwie eigentlich immer noch nicht ernst nehmen können. Geht mir genauso, höflich schüttle ich einfach nur stetig den Kopf.

Ganz groß auch der Satz vom Schäuble „…heute ist nunmal Tag des Wählers und…“ – okay. Die Formulierung find ich jetzt schon bemerkenswert. Ich weiß noch nicht ganz, was ich damit anfang, aber irgendwie war da ein „Oha“. Klingt verdächtig nach „Tag des Baumes“. Nur… was hat der den Bäumen je groß gebracht?

Da wären ja dann nochmal die Grünen – wenn die mit der CDU? Grünes Pflänzchen in schwarzer Erde?
Schon ein Experiment, das schiefgehn kann. Die Gefahr, daß die Grünen noch mehr verspießern, ist immer gegeben. Aber es könnt auch was dabei rumkommen.

We‘ll see.

Filmmonster, bedingungsloses Grundeinkommen und Philipp „Breaveheart“ Rösler

Trollparade/Gifparade, Breaveheart Rösler & die Zweitstimme, Frauen im Maschinenbau, bekloppte Filmmonster, warum die Medien kaputt sind (nicht wegen der Filmmonster), Feminismus & Überwachung, Schutzräume und bedingungsloses Grundeinkommen.

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Der Spiegel interviewt zwei Frauen, die jetzt in der Ausbildung sind bzw. es in den 50ern waren; unter einerseits komplett verschiedenen Umständen, aber eben auch mit vielen Ähnlichkeiten:

Heinzerling: Bei der Frage, warum ich eigentlich Maschinenbau studiert habe, da habe ich mir nach einiger Zeit angewöhnt zurückzufragen: Und warum haben Sie es gemacht? Plötzlich ist den Herren klargeworden, was das für eine Unverschämtheit war. In der Regel haben sie sich dann entschuldigt. Schon die Tatsache, dass Frauen die Studienwahl in einem technischen Fach immer wieder begründen müssen, ist beleidigend!

Dos Santos: Die Frage habe ich auch schon bekommen: Warum Frauenstudiengang? Und zurückgefragt: Warum nicht?

Heinzerling: Das ist gut! Immer zurückfragen!

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Sehr, sehr schöne Fotostrecke mit den bescheuertsten Horrorfilmmonstern:

Na schön, dann so: Ein kleiner, weißer, adrett frisierter Pudel frisst aus Versehen Körperteile eines zerstückelten Zombies und verwandelt sich daraufhin in einen gigantischen Zombie-Pudel mit rasiermesserscharfen Zähnen, Klauen – und rosa Schleifchen im Haar. Und der Clou: Fifi kann nur ins Jenseits befördert werden, indem man ihn eine Stange Dynamit apportieren lässt? Nein, stopp. Das ist auch schon dagewesen: In dem Film “ Boneyard“ von 1991.

Mein Liebling ist ja das Nuklearmutanten-Eichhörnchen.

Nur rage ich mich, wie Jack Frost es nicht auf die Liste schaffen konnte!

Das muß man aber eigentlich nicht auf dieses eine Genre beschränken:

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Zweitstimme & Happy FDP-Bashing mit 1a Braveheart-Finale!

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Yay, trollbashin‘ Gif Parade auf der Mädchenmannschaft!

Da die Mädchenmannschaft (MM) – alias Die Taliban Des Netzfeminismus’ (MM) – ja bekannt­lich nord­korea­nische Zu­stän­de™* pflegt in der Mo­dera­tions­poli­tik, was lei­der da­zu führ­te, dass be­stimmte Anti­feminist_innen trau­rig darüber sind nicht mehr mitdiskutieren [sic] zu können, dürfen wir uns nun an einer neuen Stalking-Strategie erfreuen: dem stali­nisti­schen Ju­bel­kommen­tar, schein­bar in­spi­riert durch in­ten­si­ves “Ko­mmu­nika­tions­guerilla”-Wiki­pedia­ein­trags-Stu­dium.

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Mein Raum, nicht Deiner:

Nen Typ und nen Mädel (sic!) kommen rein. Smalltalk. Sobald es zu einem technischen Thema kommt, reden plötzlich alle nur noch mit dem Typen. Das Mädel steht ignoriert daneben. Später sitzt der Typ mit seinem Tablet da und schaut Youtube Videos, während das Mädel (sic!) mit dem Laptop da sitz und programmiert.

Quasi ein Klassiker. Wer wird wie ernst genommen? Wem wird welche Kompetenz zugeschrieben? Vorfälle, die nicht ohne die Grenzziehung am binären Geschlechtssystem – basierend auf vom Äußeren abgeleiteten Geschlechtszuschreibungen – auskommen.

Wenn _ich_ solche Geschichten erzähle, bekomme ich meist zu hören, ich würde das überinterpretieren, oder noch besser: Irgendwer hat es nicht so gemeint, “vielleicht kannten sie die Frau* nicht”, oder oder, bla bla, sinnlose Ausrede xy. Insofern freue ich mich, wenn diese Beobachtung tatsächlich mal von einem Cis-Typen selbst kommt (ja, ich finde es auch traurig, dass das schon reicht, um mich zu erfreuen). Nur die Schlussfolgerung irritiert mich. Anstatt, dass sich Cis-Männer dafür einzusetzen, dass kommende „gemischte“ (hahaha, still funny. not) Veranstaltungen irgendwie inkludierend werden und nicht etwa das Gegenteil 2, möchten diese selbst auf die „Gegenveranstaltung“ gehen, verstehen dabei aber nicht, dass dies keine Lösung ist.

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Die Einsamen Schützen des bedingungslosen Grundeinkommens sozusagen:

Am Abend des Wahlsonntags werden sich die Anhänger der Parteien wieder in Parteizentralen und Wirtshäusern versammeln. Stefan Füsers, Joachim Fiedler und Wolfgang Heimann werden dann ihre eigene Wahlparty feiern: Die drei Hamburger treten bei der Bundestagswahl als Direktkandidaten an – ohne Partei im Rücken. Sie kämpfen nicht für schwarz, rot, grün oder gelb, sondern für ein Thema: Das bedingungslose Grundeinkommen.

Wieder ein schöner Kommenatr herausgepickt, für alle, die sich nicht ins triggerverseuchte SpOn-Forum wagen will:

45. Weiterdenken
spotmakesmyday gestern, 23:36 Uhr
[Zitat von 9813205uxbxdjrgfjanzeigen…]
Ich wäre eine großartige Altenpflegerin. Ich kann sehr gut mit alten Leuten. Es wäre auch eine wesentlich erfüllendere Arbeit als der jetzige Schreibtischjob, würde meinem Leben mehr Sinn geben und ich könnte damit mehr „in der Welt bewegen“, wie man so schön sagt, wie das jetzt der Fall ist. ABER WARUM SOLLTE ICH SO BLÖD SEIN – wenn ich da unter miesen Bedingungen kaum den Lebensunterhalt zusammenkratzen kann? HÄTTE ich meinen Lebensunterhalt schon (mit bedl. Grundeinkommen) sicher, wäre ich wesentlich eher bereit, auch Nachts für ein kleines (jetzt ja nun „zusätzliches“) Entgeld alte Menschen zu versorgen. Wie hat Sie Ihr Vater zum Rasenmähen gelockt, so daß unbequeme Arbeiten erledigt wurden? Er übernahm Ihre Grundicherung, gab Ihnen aber noch ein Taschengeld, das für Sie ausreichend genug Motivation war, den Rasen auch ordentlich zu mähen. Der Mensch arbeitet Notwendiges gern auch für wenig, wenn die Rahmenbestimmungen stimmen. Bei vielen notwendigen Jobs wie Altenpflege ist es moemntan in Gegensatz aber so, daß diese Arbeit stets unter miesen Bedingungen gemacht wird und dann entweder für mieses Geld oder gar kein Geld (die meisten Altenpfleger, die in dieser Republik Arbeit leisten, werden nicht bezahlt, nämlich die, die die Altenpflege an ihren Angehörigen oder sich selbst selber leisten müssen). Ihre Mutter ist auch nicht bezahlt worden, um Sie auszutragen, zu säugen, zu erziehen,… trotzdem hat sie es aus Notwendigkeit gemacht, wegen Motivation einer (ich hoffe doch) erfüllenden und mit Liebe getanen Arbeit und Unterstützung gab’s durch „Taschengeld“ wie Kindergeld, Ehegattensplitting und süße Bilder von Ihnen am Kühlschrank oder so. Wir machen den Fehler, „Arbeit (die getan werden muß)“ stets mit „Lohnarbeit“ gleichzusetzen, weil uns suggeriert wird, je mehr Geld man dafür kriegt, desto wichtiger ist die Arbeit. Das ist aber eine Illusion. Mit bedingungslosem Grundeinkommen würde auf Dauer wohl die Altenpflege mehr motivierten Zulauf bekommen (Prinzip: ich muß ja nun nicht mehr zwingend arbeiten, um Geld zu verdienen, also – was muß getan werden? Was davon kann ich gut und macht mir Spaß?) als die Zunft der Börsenmakler. Seh ich als gute Entwicklung.

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Antje Schrupp erläutert, was an den Medien so unrettbar kaputt ist:

Die Medien sind so männerdominiert wie kaum noch eine andere gesellschaftliche Organisation. 98 Prozent Männeranteil in den Chefredaktionen von Tages- und Wochenzeitungen, das ist eine Dominanz wie im 19. Jahrhundert, vor der Frauenemanzipation. Beim Fernsehen, Online-Medien und Radio ist es nicht ganz so krass, aber auch da sind mehr als 80 Prozent der Redaktionen von Männern geleitet.
(…)
Diese Medien, so sehe ich es, sind kaputt, und zwar unrettbar. Sie gehen mich, da ich eine Frau bin, nur bedingt etwas an. Sie haben keine Autorität, mir die Welt zu erklären, weil sie die Welt, die mich interessiert, überhaupt nicht kennen. Es gibt ganz hin und wieder auch mal was anderes, aber das muss man suchen wie die Nadel im Heuhaufen.

Es hat aus meiner Sicht keinen Zweck, da noch Energie reinzustecken.

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Warum Überwachung sogar Reproduktionsrechten schadet:

Beispielsweise hab ich eine gute Freundin, die nach Österreich ausgewandert ist (nein, nicht deswegen). Die Feministin denkt: die könnt ich doch eigentlich mal fragen. Wäre ja optimal im Notfall, also wenn man die Dinger wirklich mal braucht, eventuell nur eine Tür weiter ins Badezimmer zu müssen und diese Pille so schnell wie möglich in sich hineinzubefördern.
Als konservative Netzfeministin würd ich normalerweise Kontakt über E-Mail aufnehmen. Evtl. tät’s auch ne SMS. Oder ich könnt sie auch eh mal wieder anrufen.

Dann liest man irgendwo (tazblog? Find’s wohl eh nicht mehr. Selber groß, selber suchen), was für ein Bullshit dieses „Wir brauchen Überwachung wegen den Terroristen“ ist. Daß die Terroristensuche/-überwachung minimalen Anteil an der Sache hat. Und daß sich der aller-, allergrößte Teil der Überwachung von Internet, Handy, Telefon und sämtlichen Mischformen um Drogenkonsum und -handel dreht.

Muttiblogging, Wahl und Paypal-Sicherheitslücke

Bedingungsloses Grundeinkommen, Fat Shaming/Mobbing, Assads Chemie stammt auch aus Deutschland, Phänomen „Mamablogs“, Paypal jucken Sicherheitslücken nicht so wirklich, „Ummah – Neue Freunde“, Google+ ist die Matrix, Bundestagswahl, Allensbachzahlen, Nachruf auf den Kritikerpapst, Rassismusdoku „Blue Eyed“ und Star Trek Bridge Battle.

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Die Süddeutsche reviewt wohlwollend den Film „Ummah – unter Freunden“:

Frederick Lau spielt diesen Daniel als schweigsamen, verstörten jungen Mann, in dessen Zügen sich auch die Zweifel an den Institutionen von Überwachung und Verbrechensbekämpfung spiegeln, die auch schon vor der NSA-Affäre schwelten. Die ersten Begegnungen in der neuen Umgebung sind noch von berufsmäßigem Misstrauen vergiftet, gegenüber der hübschen Nachbarin, die ihn freundlich willkommen heißt oder dem Besitzer des Gebrauchtelektronikladens (Kida Khodr Ramadan), der ihm ein altes Fernsehermonstrum aufschwatzt. Doch dann dauert es nicht mehr lange, bis Vorurteile und Berührungsängste aufgeweicht werden, durch die unkomplizierte Freundlichkeit, mit der ihm hier in einem Akt umgekehrter Integration die Türen zur fremden Kultur geöffnet werden.

Dabei ist es auch nett, in Foren von Onlinezeitungen auch mal einen schönen Kommentar zu lesen, wie den hier:

mattijoon vor 5 Stunden

Ich als Wahlberliner habe das Integrationsproblem ehrlich gesagt noch nicht gesehen.

Die Segregation in türkische und deutsche Viertel wurde von der deutschen Regierung vor Jahrzehnten so veranlasst, das kann man den Türken nicht ankreiden. Die haben ihre eigenen Geschäfte und Essbuden, ich geh da manchmal einkaufen, die sprechen alle Deutsch und ich wurde immer freundlich behandelt.

Dass die ein wenig ihre eigene Kultur erhalten wollen, finde ich natürlich. Wenn ich selbst im Ausland bin, umgebe ich mich gerne mit Deutschen und freue mich, wenn ich irgendwo eine deutsche Bäckerei finde.

Das Kriminalitätsproblem schließlich ist ein Problem der sozialen Klasse – die meisten Türken in Deutschland sind nunmal keine Akademiker sondern einfache Arbeiter, die vom Dorf in der Türkei stammen. Ich erwarte nicht, dass die Goethe rezititieren können. Ich wette, Deutsche aus ähnlichen sozialen Verhältnissen weisen eine ähnliche Kriminalitätsstatistik auf.

Also was genau ist das Problem nun eigentlich?

=)

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Herrliche Gifparade bei Trekkie Feminist – starring a battle scene on the bridge:

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Weil seine Zwillingsschwester wegen ihres Gewichts in der Schule gemobbt wird, schreibt ein amerikanisches Kind eine Bitte an den Weihnachtsmann (dafür übles Fatshaming und Victim Blaming in den Kommentaren…):

„Amber wird in der Schule wegen ihres Gewichts gehänselt. Sie tut nichts, um dagegen anzukämpfen. Wie die meisten Kinder, die gemobbt werden, schluckt sie es hinunter“, berichtet Posnanski in dem Leserportal. „Als ich acht Jahre alt war, wog ich selbst 100 Kilo. Ich weiß, wie es ist, in die Schule zu gehen und auf die verletzenden Kommentare der anderen zu warten. Aber mit Menschen wie Ryan, die wahre Schönheit sehen und das Beste für andere Menschen wollen, können die Tyrannen bekämpft werden.“

CNN griff die Geschichte auf und kontaktierte die Mutter. „Ich versuche, das Selbstbewusstsein meiner Tochter zu stärken und sage ihr, dass sie schön ist. Die Leute sagen auch zu mir verletzende Dinge, weil auch ich ein Gewichtsproblem habe“, sagte Karen S. CNN. „Trotzdem kann ich mir kaum vorstellen, was sie durchmacht.“ Ihre Tochter habe nie direkt gesagt, dass sie gemobbt werde.

Es gibt darunter allerdings auch gute Kommentare, wie den hier:

48. Gefährlicher Unfug
feuercaro1 heute, 19:23 Uhr
Über einige Kommentare und ihre komplett ahnungslosen Verfasser hier bin ich wirklich entsetzt. Die MUTTER ist SCHULD? Dicke mobben ist okay, denn die können ja abnehmen? Na bravo! Das Mädel ist 8 Jahre alt und dick. Was es bedeutet, wenn man ein Kind, welches möglicherweise aus psychischen oder endokrinologischen Gründen (schon einmal etwas von „Hashimoto“ gehört? Nicht? Googeln Sie!) auf eine Diät setzt, kann ich mir jeden Tag im Spiegel betrachten. Ich war in ungefähr dem gleichen Alter, als meine Eltern mich -wohlmeinend- und auch noch auf Rat meines Klassenlehrers auf Diät setzten und im Turnverein anmeldeten. Die Diät führte zur Senkung meines Stoffwechsel-Grundumsatzes. Das bedeutet, dass mein Körper gelernt hat, mit sehr wenigen Kalorien zu funktionieren – auf deutsch: alles über 1.200 cal am Tag lässt mich zunehmen. Im Turnverein bin ich noch schlimmer gemobbt worden, als in der Klasse. Mir hätte es viel besser getan, wenn sich mein Lehrer und meine Eltern auf meine Seite gestellt und meine Körperlichkeit als mein unveräußerliches Recht verteidigt hätten. Stattdessen wurde ich als mangelhaft und „reparaturbedürftig“ hingestellt. Meine Eltern gestatteten sogar meinem Bruder, sich hämisch nund abfällig mir gegenüber zu verhalten. Später darauf angesprochen verteidigten sie sich mit „Wie dachten eben, du könntest alle Motivation gebrauchen!“. Meine Kindheit war jedenfalls versaut. Und wenn ich hier lese, wie anmaßend und selbstgerecht Erwachsene meinen, das kleine Mädchen hätte abzunehmen, dann würde sich das mit dem Mobbing schon geben, bekomme ich Gewaltphantasien.

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„Captain! Der Worpreaktor explodiert!“ – „Ach was… na, vielleicht kommwer nächste Woche mal dazu, das Ding zu reparieren…“

Millionen Menschen vertrauen dem Bezahldienst PayPal ihr Geld an und verschicken darüber mehr als 40 Milliarden Dollar im Quartal. PayPals Website ist der Zugang zu ihren Konten. Die Sicherheit dieser Website sollte für das Unternehmen daher an erster Stelle stehen. Dass selbst so große und so verletzliche Netzdienste bei der Technik Fehler machen, haben dem Unternehmen gerade zwei junge Männer gezeigt.
(…)
In dem Ordner standen keine Passwörter, aber an dieser Stelle hörten sie auf und informierten PayPal. „Wir hätten mehr herunterladen können“, sagt Schäfers. „Das waren die Root-Server, da läuft alles drüber. Wir hätten den gesamten Quellcode von PayPal auslesen können.“ Doch sie sind white hats – gute Hacker. Sie wollen nichts kaputt machen, sondern nur zeigen, dass es theoretisch möglich ist. Was es nicht leichter macht, die Betroffenen zu überzeugen, dass sie ein Problem haben.
(…)
Nach einigem Hin und Her änderte das Unternehmen doch etwas an seiner Website; genau genommen nach drei Monaten. Mit dem Ergebnis, dass Neef und Schäfers ihren Augen wieder nicht trauten. Sie konnten die neuen Einstellungen umgehen, alles war wie zuvor. Wieder meldeten sie sich bei den Technikern der Firma. Erst dann wurde die Lücke geschlossen. Da waren erneut ein paar Wochen vergangen.

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Man wünscht der Regierung in Deutschland die Einsicht eines Iron Man – Syrien hat für seinen Chemiebaukasten in Deutschland eingekauft:

Der Rüstungsexperte der Linkspartei, Jan van Aken, erhob schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der rot-grünen sowie der schwarz-roten Regierung zwischen 2002 und 2006. „Es kann und darf nicht sein, dass diese Chemikalien ausgerechnet nach Syrien geliefert wurden, von dem man damals schon wusste, dass es ein riesiges Chemiewaffenprogramm unterhält“, sagte van Aken. Allen Beteiligten müsse klar gewesen sein, dass sie für die Produktion von Sarin eingesetzt werden könnten.

Gregor Gysi, Bundestagsspitzenkandidat der Linken, nahm auf seinem facebook-Profil ebenfalls Stellung: „Deutschland ist offenkundig mitschuldig an dem Tod von über 1.400 Kindern, Frauen und Männern durch den nun festgestellten Chemiewaffenanschlag vom 21. August bei Damaskus.“

Bei einem Angriff mit Sarin waren am 21. August im Raum Damaskus 1.400 Menschen getötet worden. Westliche Regierungen machen die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad dafür verantwortlich.

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auf Zehenspitzen macht sich Gedanken übers „Muttibloggen“:

Mütter im Internet geben viel Diskussionsstoff – meistens, weil abfällig oder negativ über ihr Tun kommentiert wird. Zusammenfassend lauten Feuilleton-und Mainstream-Tenor und Alphablogger_innen-Sicht: Muttiblogs sind der Wäh-Pfui-Pink-Bereich im Netz. Triviale Problemchen werden dort zerredet und das eintönige Heimchen-am-Herd-Privatleben instagram-isiert. Außerdem: Mommy Wars hoch drei. Manche schaffen den Sprung zur mehr oder weniger anerkannten Fashion-Lifestyle-Bloggerin. Und alle so: Yeah! Immerhin.

Ich selber spähe mit gemischten Gefühlen aus der feministischen (Mütter)-Bloggerinnen-Ecke auf Mamabloggerinnen. Ich rate jeder ab, Rat auf Elternfragen in einem parents.at-Forum zu suchen und bin in meiner Spätschwangerschaft an den Blogs verzweifelt, in denen Mütter ihre Mühen und Nöte humorvoll verpackt – immer einen nachsichtigen Seitenhieb auf den in Babysachen überforderten und in Haushaltsangelegenheiten zaudernden Kindsvater parat – als Anekdoten preisgeben. Diese “Humor ist, wenn man trotzdem lacht”-Mentalität machte mir Gänsehaut. Das tut sie nach wie vor. Denn sie sagt auch, “So ist das Leben” und “Finde dich damit ab”.

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„Emanzipiert sind wir selber“? Frauenpolitik brauchen wir nicht mehr? Die neuen Allensbachzahlen:

Die Gretchenfrage lautet: für wen spricht die Ministerin? Für eine schweigende Mehrheit der Frauen in diesem Land, die Feministinnen schon immer unsympathisch fanden und Quoten geradezu kontraproduktiv? Oder doch eher für eine bestimmte Gruppe konservativer Frauen, die dem medial verkündeten Zeitgeist folgen. Denn das darf man nicht vergessen, die Mehrheit der Medien findet Geschlechterpolitik bestenfalls lächerlich, schlechteren falls erklären sie sie für gefährlich – weil sie angeblich „den neuen Menschen“ heranzüchten soll und die „Identität von Jungen und Männern zerstören“ wolle. Ja, das sind Originalzitate aus Spiegel und Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung.
(…)
Über die Hälfte der befragten Frauen sehen einen zunehmenden Mangel an Gleichberechtigung, mehr als in den Jahren zuvor. Zwei Drittel aller repräsentativ befragten Frauen finden, dass in der Gleichstellungspolitik noch viel zu tun ist. Nur ein Viertel der Befragten meinte, dass sie die gleichen Karrierechancen haben wie Männer. Und sogar die Männer, die dazu neigen, die Geschlechterverhältnisse als prima anzusehen, waren zu 41 Prozent der Ansicht, dass für die Gleichberechtigung noch viel getan werden muss. Ja man könnte sagen, dass Männer mehr Gleichstellungspolitik wollen als unsere Frauenministerin.

Mit anderen Worten: ja, wir sind ein geschlechterpolitisch konservatives Land, aber im Gegensatz zu Kristina Schröder und einigen Herren in der Qualitätspresse hat doch eine Mehrheit der repräsentativ befragten Menschen den Eindruck, dass wir daran etwas ändern sollten.

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Zita Bereuters Nachruf auf Marcel Reich-Ranicki:

Der Kritikerpapst ist tot. Lange lebe der Kritikerpapst!

„Man soll die Kritiker nicht für Mörder halten. Sie stellen nur den Totenschein aus“, erklärte Marcel Reich-Ranicki 1996 im Rahmen des Cicero-Preises.

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Ninia LaGrande, fünf Tage vor der Wahl:

Am Vorabend sitzt ein Kanzlerkandidat bei zwei sich selbst sehr liebenden Fernsehfuzzis. Er verrät, dass er mit einem der Moderatoren ein Bier trank (das soll ihn cool wirken lassen, weil Angie nur Kirschschnaps trinkt) und stellt klar, dass einer mit Sicherheit nicht schuld sei, sollte er nicht gewinnen: Er selbst.
In einem anderen Studio sitzen fünf alte, weiße Männer mit einem alten, weißen Moderator und diskutieren über die Zukunft. Es sind die gleichen Menschen, die auch schon vor zwanzig Jahren über Zukünfte diskutiert haben und es hat sich kaum etwas geändert. Ein bisschen runzliger sind sie geworden, aber das sind Äußerlichkeiten. In der Politik beschäftigen wir uns doch mit Inhalten. Oder?

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Auch Nele Tabler ist gedanklich bei der Bundestagswahl:

Sehen, hören und beißen zu können, gehört für mich zu den Menschenrechten. Ich halte es für einen Skandal sondergleichen, dass in einem reichen Land wie unserem Brillen, Hörgeräte und Gebisse zum reinen Privatvergnügen geworden sind. Unvergessen die arrogante Empfehlung der ehemaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Wenn Sie kein Geld für eine Brille haben, nehmen Sie einen Kredit auf!“

Werde ich mir Zukunft eine Brille leisten können oder nicht, beantwortet mir aber kein Wahlprogramm der Parteien und ist somit als Wahlkriterium ungeeignet. Ähnliches gilt für Rente oder Pflege.

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Kübra empfiehlt die Dokumentation „Blue Eyed“:

An diesem Tag behandelte sie alle ihre blau-äugigen Schüler wie Weiße, privilegiert und überlegen gegenüber den nicht-blau-äugigen Schülern, die sie so behandelte wie schwarze Kinder in den USA behandelt wurden, so als seien sie weniger intelligent, weniger fleißig und fähig. Schon bald übernahmen die Kinder diesen Umgang, die “Überlegeneren” verhielten sich arrogant und überheblich gegenüber ihren Klassenkameraden. Ihre Leistungen verbesserten sich, sie wurden selbstbewusster. Auch die “Unterlegeneren” veränderten sich; selbst jene, die vorher dominant und durch ihre guten Leistungen hervorstachen, nahmen sich zurück, ihre Leistungen wurden schlechter.

Seit jeher setzt Elliott diese Experimente fort. In der Dokumentation “Blue Eyed” wird man Zeuge dieses Experiments bei Erwachsenen. Erwachsene, die in Tränen ausbrechen, weil sie für wenige Stunden lediglich im Rahmen eines Experiments wie Schwarze behandelt werden.

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Google +
– willkommen in der Matrix:

if you create a Gmail account, you‘ll automatically get a Google+ account. Even if you don‘t ever do anything with it, the Google+ account will track you wherever you‘re signed in to your Google account.

If you‘re not signed in when you visit it, Google’s front page has a „SIGN IN“ button in red and white in the top right: prime colouring and location to grab your attention.

Maps? If you want to save locations, Google+ is pushed at you (for sharing too, though you can avoid it). You have to sign into your Google+ account to edit anything with its Mapmaker facility. (You have to have an account to edit OpenStreetMap too, though there are lots of accounts you can use – an OSM one, or Google, Yahoo, Wordpress, AOL.)

YouTube? You can use it without signing in (you‘ll get a „Sign in“ label in the top) but of course you can‘t participate by, say, commenting. Drive? Shopping? Wallet? The soon-to-come paid music service? Google+ demands that you log in, so it can sees it all, and log it.

The reason why it doesn‘t seem like much of a social network is that the „friending“ and „following“ are just an accidental outgrowth of what it really does – being an invisible overlay between you and the web, which watches what you‘re doing and logs it and stores that away for future reference.

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Antje Schrupp hat über das bedingungslose Grundeinkommen geschrieben; das Kapitel nennt dabei einen zentralen Punkt, „Erkennen, was notwendig ist“; dazu gibt’s Links zu den ersten Feedbacks:

Ina Praetorius hat das Buch schon gelesen und hier ein bisschen was darüber geschrieben. Lustig fand ich auch diesen Verriss in der NZZ, in dem ich mit der Aussage zitiert werde, zur Ökonomie gehöre nicht nur das Tauschen, sondern auch, Dinge ohne Gegenleistung zu bekommen. Was man dort offenbar völlig absurd findet. Wahrscheinlich sind die Redakteure der NZZ niemals Kinder gewesen, sondern von irgendwoher voll funktionstüchtig auf die Erde geplumpst, sodass sie jederzeit für sich selber sorgen konnten.