Intersexualität, DIY-Blogs & Einfluß von Pornos aufs Sexleben

Objektifizierung, Sinti & Roma, Pornoeinfluß, generisches Femininum, DIY-Bloggerinnen, rechtsradikale Frauen und Intersexualität.

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Klaus-Michael Bogdal schreibt gegen Diskriminierung von Sinti und Roma:

Das Mahnmal für die während der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma, vergangenes Jahr in Berlin errichtet, sollte einen Schlussstrich unter die Geschichte ihrer Ausgrenzung ziehen. Als hätte dieser symbolische Akt aber niemals stattgefunden, drängen sich die alten Wahrnehmungsmuster und Vorurteile in die aktuelle Debatte und erschweren eine umsichtige Lösung der Probleme.

Sie vergiften das Klima. Um Lösungen zu finden, muss man zu den wirklichen Ursachen vordringen. Diese liegen in der komplexen Verflechtung des ungeklärten historischen Verhältnisses zwischen den Roma und den Mehrheitsvölkern in Europa mit den aktuellen, aus dem europäischen Einigungsprozess resultierenden Problemen.

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Enorm informativer Artikel über die Frauenrolle in autonomen rechten Gruppierungen:

Mit “Emanzipation” oder gar Feminismus hat der poli­tische Akti­vis­mus extrem rechter Frauen demnach aber nichts zu tun: Diese treten ihren na­tionali­stischen Kampf nicht an, um sich auf eine Art und Weise zu eman­zipieren, sondern, um für das Voran­schreiten ihrer rechten Ideo­logie ein­zu­treten. Man kann dennoch fragen, ob dies nicht auto­matisch, so ambivalent und gar teil­weise un­gewollt es sein mag, eine Stär­kung der Rolle von Frauen inner­halb der extrem rechten Szene mit sich bringt. Frauen er­höhen ihre Präsenz in jener, setzen selbst Themen, prägen Meinungen und beein­flussen somit Politik. Mehr noch: die Öffent­lichkeits­wirk­sam­keit der rechten Szene erhöht sich ins­gesamt, indem Frauen stra­te­gisch “bürger­liche” Themen auf­greifen und so­mit ver­suchen, in den mehr­heits­ge­sell­schaft­lichen Diskurs und “Main­stream­themen” ein­zu­grei­fen und extrem rechte Positionen weiter zu ent­tabui­sieren.

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Ein Linguist der Uni Leipzig lobt deren Entscheidung für das generische Femininum:

Er erzeugt Irritationen, und der erste Impuls ist, den angeblich unterdrückten Männern zu helfen. Die meisten Kritiker machen sich nicht klar, dass 99 Prozent aller Gesetzestexte, Verordnungen und Universitätssatzungen die männliche Form als allgemeingültig darstellen. Das ist genauso ungerecht. Viele Männer fühlen sich laut psycholinguistischen Untersuchungen schon benachteiligt, wenn beide Geschlechter genannt werden.

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Les Petits Plaisiers philosophiert über Pornos und deren Einfluß auf das Sexleben:

Von der Umsetzung her, sind die meisten Pornos ganz schön reaktionär. Die Mädels sind die dauergeilen „Schlampen“, um deren sexuelle Befriedigung sich keinen Deut geschert wird – was auch nicht nötig ist, da sie ja sowieso immer Bock haben und quasi auf natürliche Art und Weise durch die Befriedigung des Mannes selbst zu dieser gelangen.

Wenn also ein Mädchen meint, dass dieser Typ „verlangt“ wird, dann ist das ein Problem. Wenn ein Junge meint, dass in Pornos erfüllendes Sexleben gezeigt wird, ist das ebenfalls problematisch. Aber dann stimmt noch etwas anderes nicht: Nämlich die Kommunikation. Das ist doch immer der Knackpunkt: Ich kann mir noch so viel ansehen, anlesen, anhören – und im Zweifelsfall, im Fall der Fälle weiß ich überhaupt nichts darüber was die Person, an der ich konkret interessiert bin, gerne mag.

Oder was ich gerne mag.

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Antje Schrupp kritisiert die neue Gesetzeslage bei Intersexualität und Personenstandsrecht:

So wie es jetzt formuliert ist, erzwingt das Gesetz ein Zwangsouting intersexueller Kinder. Oft ist es aber besser, das Kind auch bei geschlechtlich uneindeutigen Körpermerkmalen sozusagen vorläufig einem Geschlecht zuzuordnen, dabei aber offen für die individuelle Entwicklung des Kindes zu sein und eventuell später das Geschlecht zu wechseln bzw. diese Entscheidung dem Kind, wenn es größer ist, selbst zu überlassen.

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Featurette über DIY-Blogerinnen:

Näh- und Strickbloggerinnen sind in mehrfacher Hinsicht Produzentinnen: nicht nur als Blogautorinnen und als Herstellerinnen konkreter Objekte, sondern auch als Produzentinnen ihres eigenen Selbstbildes.

Kleidung als die äußere, sichtbare Hülle der Person, die zu einem großen Teil bestimmt, wie die Person wahrgenommen wird, ist ein Mittel des Selbstausdrucks. Durch das Herstellen der eigenen Kleidung nach eigener Vorstellung, unabhängig von Modediktaten und dem Angebot in den Läden, wird das Selbstbild aktiv gestaltet. Anders als herkömmliche Modeblogs, die sich häufig an einer Imitation der von Frauenzeitschriften und Bekleidungsindustrie vorgeprägten Muster und Posen versuchen, schaffen sich Näh- und Strickblogs ihr eigenes Bezugssystem und ihr eigenes Bilderarsenal. Diese Blogs sind von Hypes und Moden nicht frei, sie entstehen aber im Zuge der Vernetzung „von unten“, aus der Bewegung selbst und lassen sich nur bedingt steuern.

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Objektifizierung ist mehr als nur sexy Bildchen
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Anyway, the cumulative effect of all this is that we are socialising generation after generation to view the world, and the women in it, from the point of view of men. As a result, only men are seen as full and complete human beings, not women. Women are objectified — this means we are denied agency, and are seen from the outside, our own consciousness, our thoughts and feelings, utterly overlooked.

It is because society tells us that women are objects, not subjects, that Tomb Raider’s executive producer, Rob Rosenberg, finds it natural to assert that players “don’t project themselves into [Lara Croft’s] character,” that they think “I’m going to this adventure with her and trying to protect her.” Even though they are actually playing as Lara.


1 Antwort auf „Intersexualität, DIY-Blogs & Einfluß von Pornos aufs Sexleben“


  1. 1 Sükryie 21. Juni 2013 um 8:54 Uhr

    Super Link-Auslese ;-)
    Da ist wirklich alles dabei: von Feminismus über DIY und Intersexualität.
    Vielen Dank!
    LG

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