Trekkie Sexismus, Jungwähler_innen & Vergewaltigung als Kriegswaffe

Vergewaltigung als Kriegswaffe, häusliche Gewalt bei Facebook, väterliche Fürsorge wird vererbt, Vergewaltigungsmythen, homophobe französische Rechte, Fat Acceptance, Sexismus bei „Star Trek into Darkness“, Verhalten von Jungwähler_innen & „I will not let an exam result decide my fate“.

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Wichtige Aufklärung über den beschissenen, immer noch allgegenwärtigen Mythos, gewisse Kleidung/Verhaltensweisen/Blaah von Frauen würden „zur Vergewaltigung einladen“(Triggerwarnung):

Die Kleidung einer Frau wird während Vergewaltigungsprozessen oft dazu genutzt, ihre Reputation zu diskreditierten und anzudeuten, sie sei die “Art von Frau”, bei der es unwahrscheinlich sei, dass sie Zustimmung zu Sex verweigert.

“Ich fühle mich in diesem Outfit großartig – das Top sieht so viel besser aus ohne BH.” “Ich sehe eine spärlich bekleidete Frau, die geradezu darum bittet.” “Ihre Kleidung überlässt nichts der Vorstellungskraft. Sie fordert Ärger meiner Meinung nach heraus.” “Ich weiß, dass ich eine gute Figur habe und und kleide mich gerne sexy. Das gibt keinem Mann das Recht zu einem sexuellen Übergriff.”

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I will not let an exam result decide my fate:


Via Spreeblick

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„Laßt meinen fetten Körper in Ruhe!“:

Mein fetter Körper ist viel zu wertvoll, als dass er wie ein gebrauchtes Auto behandelt werden sollte, dessen Wert durch die eine oder andere Verschleißerscheinung reduziert ist. Er ist viel zu erstaunlich, um eine Metapher zu sein oder ein politisches Statement. Er ist viel zu komplex, um nach demselben Prinzip betrieben zu werden wie ein Rasenmäher. Er ist viel zu tiefgründig, um auf ein Verhältnis zwischen Gewicht und Größe reduziert zu werden. Und er ist viel zu großartig, um von irgendjemandem verurteilt zu werden.

Mein fetter Körper ist kein Abbild meines Versagens, meiner Sünden oder meiner Fehler. Mein fetter Körper ist kein Gradmesser für meinen Gesundheitszustand oder meine Fitness. Mein fetter Körper steht nicht zur Diskussion, öffentlichen Debatte oder Beurteilung. Mein fetter Körper ist kein Zeichen dafür, dass ich Hilfe brauche oder Hinweise benötige, um Entscheidungen über mein Leben oder meine Gesundheit zu treffen. Mein fetter Körper ist mein ständiger Begleiter, der mir dabei hilft, all das zu tun, was ich tagtäglich und jede Sekunde tue, und er verdient Respekt und Bewunderung.

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Ich kenne das Problem – inzwischen ist es manchmal nicht so einfach, feministischer Trekkie zu sein. Was „Into Darkness“ angeht, ist das auch keine Ausnahme:

Ich gestehe, ich hatte durchaus einigen Spaß an “Into Darkness”. Aber auch wenn keine absoluten Schmerzgrenzen überschritten werden, müssen Zuschauer_innen und Fans es nicht akzeptabel oder harmlos finden, wenn ihnen zwischendurch plumper Haha-Sexismus untergejubelt wird. Retrofuturismus, Nostalgie und das Spiel mit Genres und popkultureller Geschichte kann wunderbare (nerdige) Unterhaltung und Kunst hervorbringen. Aber gerade in Genrekategorien wie Science-Fiction oder Fantasy haben sexistische und rassistische Stereotype leider eine gewisse Tradition, die ein Ende finden und auf intelligente, kreative Art aufgebrochen werden sollten. Ein selbstironischer Scherz, eine “Nostalgie”-Fußnote als Disclaimer reicht nicht aus – auch ironisch offen gelegt werden dabei einschränkende, diskriminierende Klischees fortgeschrieben.

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Eine US-amerkianische Studie findet heraus, daß väterliche Fürsorge vererbt wird:

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Söhne dieses nachlässigere Verhalten später auch bei ihrem eigenen Nachwuchs zeigten. Sie kümmerten sich weniger um ihre Kinder, wenn die Mutter abwesend war. Sie packten die Kleinen auch deutlich häufiger am Nacken und trugen sie im Käfig von einem Ort zum anderen. Früheren Studien zufolge gilt dieses Verhalten bei Mäusen als eher rau und scheint den Nachwuchs später aggressiver werden zu lassen. Umgekehrt waren Mäuse, die von einem nicht kastrierten – also fürsorglichen – Vater aufgezogen worden waren, später selbst fürsorglicher.

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Die französischen rechten Homophoben rüsten weiter auf:

Vor der für Sonntag in Paris geplanten neuen Demonstration gegen die Ehe für Lesben und Schwule sind in Frankreich Sorgen vor Ausschreitungen aufgekommen: Innenminister Manuel Valls warnte vor Provokationen, die von einer Gruppe namens „Printemps français“ (Französischer Frühling) aus besonders radikalen, rechtsgerichteten GegnerInnen der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgehen könnten. Er prüft nun, ob diese Gruppe aufgelöst werden kann.

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Flannel Apparel betrachtet die fehlende Politisierung von Jungwähler_innen:

Bei Familienfeiern werden die Enkelkinder weit auseinandergesetzt; ich solle bloß nicht die gleichgeschlechtliche Ehe thematisieren, den Großeltern zu Liebe, so meine Mutter. In diesen Räumen auseinanderklaffender Werte, denen ein Schweigen gut tun soll, wächst meine kleine Schwester auf und wird unpolitisch. In einem konservativen sozialen Kontext ist ein Piercing schon rebellisch genug, eine abweichende Meinung am Mittagstisch, eine Mitgliedschaft bei der Piratenpartei braucht es da nicht.

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Die Anwältin Saran Keïta Diakité über Vergewaltigung als Kriegswaffe in Mali:

The Islamists perform religious marriages in order to escape the clutches of international criminal justice. They carry out a form of “marriage” so that, at night, you can be treated as a sexual slave. During the day, you are there to serve tea to the men and attend to their every need. This is why I always say that what’s happened in Mali is unprecedented.

It’s true to say that rape is being used as a weapon of war.

Imagine, in Gao, armed men bursting in on a family. The husband is there. They seize his wife, rape his wife and his daughter. I warn you, what I’m going to say is hard but they force him to rape his daughter. It’s dreadful. When you do that to a man, it takes away his humanity. Even if he wants to resist, he can’t. It’s to be expected, it’s human.

Anyone who turns a woman’s body into a trophy of war, he’s already won the battle. He doesn’t need any other weapons. He’s already won.

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Nacktheit bei Facebook? Keine Chance, wird in kürzester Zeit gelöscht. Brutale häusliche Gewalt abfeiern? Bei Facebook kein Problem; da reicht ein Disclaimer, daß es ja nur Humor sei:

Die Facebook-Seite heißt „Domestic Violence – Don‘t make me tell you twice“ (Häusliche Gewalt – Wehe, ich muss es dir zweimal sagen). Die Frauen, die auf den Bildern zu sehen sind, haben Blutergüsse im Gesicht, Schwellungen, blutende Lippen.

Es gibt noch mehr solche Seiten (…). Die Aktivistengruppe Women, Action and the Medianennt in ihrem offenen Brief an Facebook unter anderem die Seiten „Fly Kicking Sluts in the Uterus“, „Violently Raping Your Friend Just for Laughs“ und „Raping your Girlfriend“ als Beispiele. Seiten, die inzwischen nicht mehr erreichbar sind – jedoch der Google-Trefferliste zufolge noch bis vor Kurzem existierten. Dass die Seiten weg sind, besänftigt die Initiatorinnen Laura Bates, Soraya Chemaly und Jaclyn Friedman jedoch kein bisschen, schließlich würden sich die Gruppen schnell unter einem neuen Namen zusammenfinden.


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