Vag-Power-Blogschau, Brustkrebsaufklärung & Entpathologisierung von Transsexualität

Parallelen zwischen dem antik-römischen und dem heutigen Frauenbild, Vag-Power!-Blogschau, Kaitlyn Hunt angeklagt wegen einer lesbischen Teenagerbeziehung, Brustkrebs, das eigentliche Problem mit „Drosselkom“, Petition gegen die Pathologisierung der WHO von Transsexualität, und der Prügelpolizist im Fall Teresa Z. ist angeklagt.

____________________________

Maike kritisiert auf Kleinerdrei, daß trotz einer inzwischen erreichten Öffentlichkeit noch viel zu wenig zum Thema Brustkrebs bekannt ist - und daß das Problem bisweilen auf recht groteske und sexistische Weise behandelt wird:

Auf einer deutschen Webseite, die Frauen erklärt, wie sie sich präventiv abtasten, steht folgende Einleitung: “Sie ist unser ganzer Stolz, es gibt sie in allen möglichen Formen und Größen: Die weibliche Brust. Sie ist (neben einem schön geformten Po) der Inbegriff von Attraktivität und Weiblichkeit.” und vermittelt uns das Gefühl, dass mit dem Brustkrebs nicht nur eine Erkrankung, sondern mit einer Operation der Verlust unserer Weiblichkeit und somit Identität einhergeht. Dabei wäre es viel wichtiger, weibliche Oberkörper ohne Brüste zu enttabuisieren, wie es The Scar Project tut.

***********************

Vag-Power Blogschau
bei Lippy Answer:

Vag Power!

**********************

Nachdem Teresa Z. Opfer einer Prügelattacke durch einen Polizisten wurde, erhebt nun endlich die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Polizisten:

Ursprünglich hatte die 23-Jährige die Beamten zu Hilfe gerufen, weil sie sich von ihrem Freund bedroht gefühlt hatte. Auf der Fahrt zur Inspektion eskalierte die Situation, schließlich lag die Frau mit auf dem Rücken gefesselten Händen auf der Pritsche der Haftzelle. Dort bespuckte sie einen Beamten, woraufhin dieser zuschlug.

Der Beamte beruft sich auf Notwehr, er habe einen Kopfstoß befürchtet, sagte er. Durch den oder die Faustschläge erlitt Teresa Z. einen Nasenbein- und Augenhöhlenbruch. Jetzt hat das Polizeipräsidium München den Mann vom Dienst suspendiert.

********************

Absolut lesenswerte Analyse über die Parallelen zwischen Slut Shaming und die Definierung von Frauen über ihre Sexualität – in der heutigen Gesellschaft und in der antik-römischen – so viel hat sich seit damals nicht geändert:

Most importantly though, Clodia is a ruiner of men’s lives. Cicero basically tells us that anyone who falls for her charms or becomes entangled with her can’t be blamed for anything, because what else do you expect from a woman who consciously refuses to act like a virtuous wife? (Cael. 38, 42, 47, and especially 49). If a woman acts like a slut, then she’s only getting what comes to her, and the men who were involved with her can never, ever be blamed.

Sound familiar? While it’s sometimes more carefully veiled in our own society, those same ideas still ring true. Were that girl flirting with too many people in that bar, or wearing a top that was too revealing, or a skirt that was too short? Well, men can’t be blamed if they make unwanted advances on her. Was she drinking too much at a party? Well, then it’s her own fault that she woke up next to a stranger, was assaulted, was raped. She shouldn’t have been drinking or wearing those clothes or making out with someone. Sadly, these sorts of ideas still pervade our media and our way of thinking, as you can see in the recent Stubenville rape case. Victim blaming galore, and then a huge outcry at the lives of young men being ruined.

******************

Der 18jährigen Kaitlyn Hunt droht ein Prozeß – weil sie eine (lesbische) Liebesbeziehung zu einer 3 Jahre jüngeren Mitschülerin unterhielt:

Die beiden Mädchen spielten zusammen im Basketball-Team, Kaitlyn Hunt war 17, ihre Freundin drei Jahre jünger. Als die Trainerin herausfand, dass zwei ihrer Spielerinnen ein Paar waren, schmiss sie Hunt aus der Mannschaft, wie der „Examiner“ berichtet. Sie habe damit „unnötiges Drama“ vermeiden wollen, zitiert das Magazin Kaitlyn Hunts Vater. Die Trainerin sprach außerdem mit den Eltern der 15-Jährigen – und die erstatteten Anzeige.

Kurze Zeit später kamen Polizisten zu Kaitlyn Hunts Elternhaus und führten die junge Frau in Handschellen ab. „Sie wurde aus unseren Armen gerissen, in Panik, hysterisch weinend“, heißt es in einem langen Facebook-Post ihrer Mutter. Der Vorwurf: „lewd and lascivious battery on a child 12 to 16″. Übersetzt in etwa: Unzucht und sexueller Übergriff auf ein Kind zwischen 12 und 16 Jahren.

****************

Unterschreiben! Kim Schicklang startet eine Petition und fordert die WHO auf, Transsexualität nicht mehr als psychische Störung zu werten:

Die WHO ist aktuell dabei, die Klassifizierung erneut zu prüfen. Es ist an der Zeit, laut und deutlich zu fordern: Transsexuelle Menschen sind NICHT psychisch krank. Genauso wie Homosexualität 1990 von dieser Liste gestrichen wurde, ist jetzt der Moment gekommen, transsexuelle Menschen nicht länger zu diskriminieren.

Auch Menschen, die von einer geschlechtlichen Norm abweichen, brauchen einen Anspruch auf medizinische Leistungen, ohne als psychisch krank zu gelten. Die WHO sollte eine Klassifikation für Transsexualismus wählen, die transsexuellen Menschen ermöglicht, die medizinische Hilfe, die sie benötigen, auch zu erhalten, ohne transsexuelle Menschen dabei zu stigmatisieren.

****************

Was das eigentliche Problem ist, das hinter der Internetdrosselung der Telekom steckt, wird bei Journelle dargelegt:

Unsere Gesellschaft ist (noch) datenfeindlich. Die Notwendigkeit eines offenen, gut ausgebauten und allgemein zugänglichen Netzes ist überhaupt noch nicht im Bewusstsein der allermeisten Menschen angekommen.

Und ich spreche hier von den 90% der Bevölkerung. Das sind die Arbeitskollegen, die morgens in der Bahn Zeitung und nicht Blogs oder Onlinemagazine lesen, Eltern und Großeltern, die kein Facebook Account haben, Menschen, die nicht mindestens alle 30 Minuten ihre privaten Mails checken.

Leute, die davon sprechen, wie ungesund die Strahlen, das Internet, die neue Kommunikation sind, die sich fragen, warum das alles, wo es bisher doch auch gut mit dem Fax geklappt hat. Unternehmen, die keine wirtschaftlichen Perspektiven im Netz sehen oder deren Horizont nicht über Google-Ads hinaus geht.


0 Antworten auf „Vag-Power-Blogschau, Brustkrebsaufklärung & Entpathologisierung von Transsexualität“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


drei − eins =