Zweigeschlechtlichkeit & Rape Culture, Antifa & Feminismus und eine Lobrede auf die digitale Jugend

Feminismus & Antifa, Brav_a #2 bereit zum Download, wie Zweigeschlechtlichkeit Rape Culture fördert, Jüdischer Weltkongreß verlangt Verbot von Naziparteien, die Frage nach dem eigenen Begehren, ein Loblied auf die digitale Jugend, wie der Kinderwunsch die Beziehung von Vätern zu ihren Teenagerkindern prägt und Gedenken an den 8. Mai als Befreiungstag.

____________________________

Im Mädchenblog wird versucht, zu analysieren, wie die Fokussierung auf Zweigeschlechtlichkeit die Rape Culture aus der Mitte der Gesellschaft fördert :

Vergewaltiger kommen aus der Mitte der Gesellschaft, sind normale Menschen. „Normal“ in dem Sinne, daß sie einer Norm folgen, die in unserer patriarchalen Gesellschaft ganz selbstverständlich ist: die Einbildung, seine Männlichkeit dadurch definieren zu müssen, daß man Frauen abwertet, um sich selbst als Mann aufzuwerten. Frauen nicht als Menschen zu sehen, sondern als Objekte, die zur eigenen Triebbefriedigung da sind. Die Einbildung, daß man das Recht hätte, Frauen nach Belieben zu benutzen.

******************

Die zweite Ausgabe der brav_a gibt’s jetzt als Download:

Brav_a #2

*****************

Im n+1 mag fragt sich Emily Witt in einem interessanten Essay, was sie eigentlich von Sex erwartet, wo ihr Begehren liegt:

I had made no conscious decision to be single, but love is rare and it is frequently unreciprocated. Because of this, people around me continued to view love as a sort of messianic event, and my friends expressed a religious belief that it would arrive for me one day, as if love was something the universe owed to each of us, which no human could escape. I had known love, but having known love I knew how powerless I was to instigate it or ensure its duration. Whether love was going to arrive or not, I could not suspend my life in the expectation of its arrival. So, back in New York, I was single, but only very rarely would more than a few weeks pass without some kind of sexual encounter.

What even to call these relationships? Most of my friends had slept with one another and I had slept with many friends, too. Sometimes years separated sexual encounters. Things thought buried in the past would cycle around again, this time with less anxiety and greater clarity, in a fluid manner that occasionally imploded in horrible displays of pain or temporary insanity, but which for the most part functioned smoothly. We were souls flitting through limbo, piling up against one another like dried leaves, circling around, awaiting the messiah.

****************

Je bewußter der Kinderwunsch vorhanden, desto engagierter die Beziehung von Vätern zu ihren Teeniekindern:

Für die Beziehung zu ihren Kindern scheint der frühere Kinderwunsch der Väter eine massgebliche Rolle zu spielen. Je bewusster sich dieser damals geäussert hat, desto klarer haben die Väter heute eine Vorstellung von ihrem Verhältnis zum Kind.

Solche «äquivalenten Väter» nehmen dabei auch eher damit verbundene Mühen und Einschränkungen auf sich, zum Beispiel eine langsamere Karriereentwicklung. Zudem sehen sie die Teenager stärker als individuelles Gegenüber als etwa die von der Autorin ebenfalls beschriebenen «supplementären Väter» und «Satellitenväter».

*******************

Spreeblick bricht eine Lanze für die digitale Jugend:

Die Generation der digital Aufwachsenden
Ist die erste Generation,
die vielleicht unbewusst,
aber völlig selbständig
die Zeichen der Zeit erkennt
und die Zügel in die Hand nimmt.
Die sich selbst ausbildet.
Freiwillig.
In ihrer Freizeit.
Ohne die Hilfe und sogar gegen den Widerstand derer,
die sie auf ihr zukünftiges Leben vorbereiten sollen.
Die sagen:
Dieser Generation fehlt die Tugend.

Wir sagen:
Applaus für diese Jugend!

*******************

Die Mädchenmannschaft feiert den 8. Mai, den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus:

Für Antifaschist_innen war schon immer klar, dass der Tag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands Befreiung bedeutet(e); Eingang in einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs fand die Idee der Befreiung vom Nationalsozialismus (und nicht einer zu betrauernden nationalkollektiven Niederlage) allerdings erst mit der Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Jahr 1985.

*********************

Der Jüdische Weltkongreß verlangt ein europaweites Verbot rechtsextremer Parteien:

Zum Abschluss seiner Jahrestagung hat der Jüdische Weltkongress (WJC) die Regierungen in Europa zum Verbot rechtsextremistischer Parteien gedrängt. Die Staaten sollten erwägen, Neonazi-Parteien und Organisationen zu untersagen, die die demokratische Ordnung stürzen wollten und Minderheiten bedrohten, erklärte der WJC in Budapest.

Der WJC nannte in seinem Bericht „Der Aufstieg des Neonazismus im politischen Parteiensystem“ drei Beispiele rechtsextremer Parteien: die deutsche NPD, die rechtsextreme ungarische Parlamentspartei Jobbik (Die Besseren) und die ultranationalistische Partei Goldene Morgenröte in Griechenland.

Der antisemitische Diskurs, der aggressive Chauvinismus und die anti-kapitalistische und anti-sozialistische Rhetorik dieser politischen Organisationen wiesen starke Gemeinsamkeiten mit der Ideologie der nationalsozialistischen NSDAP auf, sagte der Autor des Berichts, der Brite Robin Shepherd. „Deshalb ist die Bezeichnung Neonazi-Parteien angebracht.“

Neben einem Verbot empfiehlt der Bericht, diese Parteien zu isolieren. Vertreter der demokratischen Kräfte sollten sich strikt weigern, mit Personen aus diesen Parteien bei öffentlichen Ereignissen zusammenzutreffen oder privaten Umgang mit ihnen zu pflegen.

**************

Wie funktioniert Feminismus plus Antifa? Die Junge Welt rezensiert das Buch »Fantifa – Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik«:

Antifa ist der Kampf ums Ganze«, ertönt es immer wieder vollmundig aus der autonomen Bewegung. Doch wie paßt dies mit einer Szene zusammen, die in aller Regel ziemlich männlich, weiß, heterosexuell und akademisch zusammengesetzt ist? Ein dieser Tage erschienenes Buch »Fantifa – Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik« macht fundiert deutlich, wie die herrschenden Geschlechterverhältnisse auch die radikale Linke durchdringen und welche Antworten Feministinnen gegen Sexismus in ihren Strukturen parat haben.


0 Antworten auf „Zweigeschlechtlichkeit & Rape Culture, Antifa & Feminismus und eine Lobrede auf die digitale Jugend“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× acht = sechzehn