Archiv für Mai 2013

Schwangerschaft und Feminismus, 50/50-Quoten & All Women X-Men

All Women X-Men, häusliche Gewalt, Veranstaltungen gegen Rechts, 50/50-Quoten, Schwangerschaft und Feminismus, Sexismus in Kinderbüchern, Amina Tyler vor Gericht, Femen-Kritik und Facebook will nach Protest nun gegen Sexismus vorgehen.

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Andrej Holm vom Freitag nimmt die Studie unter die Lupe, die den Spiegel veranlaßt hat, zu behaupten, daß Männer öfter Opfer von häuslicher Gewalt seien. Letztendlich sagt die Studie etwas ganz anderes aus:

Schauen wir uns also auf der Suche nach den männlichen Opfern partnerschaftlicher Gewalt die Ergebnisse der Studie genauer an. Welche Fakten werden dort präsentiert:

Die Erfahrung von körperlicher Gewalt in der Partnerschaft liegt bei Frauen (1,2%) um ein Drittel höher als bei Männern (0.9%).
Während 1,3% der Frauen angeben, selbst körperliche Gewalt in der Partnerschaft ausgeübt zu haben, berichten nur 0.9% der Männer davon, diese erlebt zu haben.
Auf der anderen Seite haben 1,2% der befragten Frauen Gewalt in der Partnerschaft erfahren, aber nur 0,3% geben an, selbst gewalttätig gewesen zu sein.

Können diese Zahlen, die Männer-sind-häufiger-Opfer-These bestätigen? Nein. Sie zeigen jedoch,

a) dass mehr Frauen als Männer von Gewalterfahrungen in der Partnerschaft berichten und

b) Männer sich selbst in Bezug auf Gewalt in der Partnerschaft häufiger als Opfer denn als Täter sehen. Die Gewalterfahrungen von Frauen deuten jedoch auf eine erhebliche Dunkelziffer männlicher Gewalttäter in Partnerschaften.

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Sabrina Smiths „feministische Schwangerschaftsberatung“ im Wolverette Zine:

Pregnancy is one of the few things that most women will experience. What I mean is, most women will get pregnant at one stage or another in their lives; however feminism seems to turn a blind eye to this occurrence, especially third wave feminism and younger feminists. There are countless third wave feminist message boards and websites that speak about music, but very few that address pregnancy, motherhood and birth. This leaves feminists vulnerable to media-led and un-feminist views about one of the most natural and collective experiences of womanhood. Currently, All I would like to do is address some of the myths and some of the facts and perhaps generally discuss my overall experience of being pregnant and being a feminist. I’m not saying “rush out and get pregnant” or anything like that. I just want to express how it’s felt for me and perhaps one day you’ll think back to this article, if you ever get pregnant, and be armed with a little bit of extra knowledge that they don’t tell you!

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Die Aktion der Feministinnen, wegen FB-Seiten mit „Vergewaltigungswitzen“ über Werbungs“entzug“ Druck auf Facebook auszuüben, war erfolgreich. Nun will Facebook anfangen, gegen Sexismus auf ihrer Seite vorzugehen:

Das Social-Media Unternehmen kündigt nun Verbesserungen der Richtlinien für die Kontrolle von Beiträgen an und erklärte, dass es dabei auch die Unterstützung von ExpertInnen suche. Damit reagiert Facebook auf eine von Feministinnen gestartete Initiative: Sie forderten nicht nur Facebook auf, frauenfeindliche und gewaltverherrlichenden Content zu löschen, sondern haben gezielt Werbekunden von der Social-Media-Seite auf Facebook-Seiten hingewiesen, die Gewalt gegen Frauen verherrlichen.
(…)
Die Folge: Nach Medienberichten in den USA sollen mehrere Unternehmen angekündigt haben, wegen der Vorfälle ihre Werbung von Facebook zurückzuziehen. Unter ihnen sei auch der japanische Automobilhersteller Nissan, berichtete die „New York Times“.

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Kotzendes Einhorn kritisiert Femen:

Verkürzt und verknappt wird provoziert, bevormundigt und Rassismus gepflegt. So wurde gar mit Hakenkreuzen gegen Sexarbeit demonstriert und “Arbeit macht Frei” auf die Tore der Herbertstraße gesprüht. Irgendwie erinnert das absurderweise an den K.I.Z. Albumtitel “Sexismus gegen Rechts”. Nur, dass es bei Femen nahezu schon “Sexismus gegen Sexismus” heißen müsste. Und so finden sich lobende Artikel nicht nur in Publikationen von EMMA bis Spiegel, sondern auch auf Webportalen, die sonst hauptsächlich Nacktbilder nah an der Grenze zur Parthenophilie posten.

Dass Aufmerksamkeit ergattern auch intelligenter und noch vorführender geht, zeigte z.B. die Aktion tits4humanrights, bei der der Presse Brüste aus Solidarität zu den hungestreikenden Refugees am Brandenburger Tor im letzten Jahr versprochen wurden. Statt Titten gab es stattdessen die klare Aufforderung über das Asylrecht zu sprechen.

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Wichtig: die Mädchenmannschaft sammelt Termine gegen Rechtsextremismus:

m Rahmen unserer “Gender und Rechtsextremismus”-Reihe haben wir heute ein paar Veranstaltungshinweise zusammengestellt. Wir freuen uns über eure Ergänzungen in der Kommentarspalte!

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Nochmal Femen: die Tunesierin Amina Tyler steht nun vor Gericht

Das Gericht teilte mit, Amina werde nicht mehr nur der Besitz von Pfefferspray vorgeworfen, für den sie demnach eine Geldbuße von umgerechnet rund 150 Euro zahlen muss. Ihr würden zudem Sittlichkeitsvergehen, die Beteiligung an einer „kriminellen Verschwörung“ und die Schändung eines Friedhofs zur Last gelegt. Der Prozess solle am 5. Juni fortgesetzt werden. Amina bleibt demnach in Haft.
(…)Amina war am 19. Mai festgenommen worden. Sie hatte das Wort „Femen“ auf eine Mauer nahe einem Friedhof geschrieben, um gegen besonders konservative Islamisten zu protestieren, die sich in der Nähe versammeln wollten. Ihr drohen bei einer Verurteilung nach den neuen Vorwürfen der Verschwörung nun bis zu 18 Jahre Haft.

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Bitch Magazine interviewt Jeanine Schaefer
, Marvel-Herausgeberin der neuen All-Woman X-Men Serie:

I’ve long said that there’s nothing you have to make sure exists in your comic (or movie or TV show or book) to specifically get women interested, you just need to make sure there’s not a giant sign on it saying, “No girls allowed.” And I think my point of view is probably inherently one of being more sensitive to things that might turn women off from comics. Though I also can’t speak for all women, either. So while this isn’t aimed only at women, yeah, I hope that female readers who might be looking for something that could speak directly to them will find something here.

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Warum Leitmedium seiner kleinen Tochter nicht die heile Welt von Janosch & Co. zumuten möchte:

Es stellt sich generell die Frage, inwiefern ein kritischer Umgang mit historischen Kinderbüchern wichtig ist. Gerade erst lief eine Debatte über den weiteren Gebrauch von problematischen Begriffen. Diese Diskussion entfachte sich an klaren Kritikpunkten, da die strittigen Wörter einzeln benennbar sind. Doch wie steht es um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Kinderbüchern, wenn man vom Gebrauch einzelner Worte absieht?

Das kritische Hinterfragen einer Handlung ist weniger scharf zu umreißen, aufwändiger und wenn man ehrlich ist, bei Kinderbüchern nicht gerade ein attraktives Diskussionsthema. Doch es geht darum, wie wir Kindern ihre Umwelt vermitteln und man sollte sich davor hüten in retrospektiver Erinnerung zu schwelgen und über verstörende Elemente hinwegzusehen. Wenn einen das Gefühl beschleicht, eine Geschichte sei irgendwie nicht gut, sollte man sie einfach nicht vorlesen. Und das gilt sogar für Grimms Märchen. Die gehören zwar zu unserem Kulturerbe, sind aber sicher nicht Pflichtlektüre im Kinderzimmer. Brennende Hexen, tödliche Schwiegermütter, zu neugierige und sterbende Frauen können auch später noch rezipiert werden.

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Antje Schrupp nimmt die Idee von 50/50-Quoten kritisch unter die Lupe:

Das Streben nach halbe-halbe in einzelnen Bereichen (bei manchen Eltern, bei manchen Konferenzveranstaltern) wird also als Argument genommen, warum man sich politisch mit dem Gender-Gap in diesen Bereichen nicht mehr beschäftigen will. Das Streben nach halbe-halbe wird selbst schon als politische Lösung angepriesen. Es ist aber keine, und kann es rein mathematisch gar nicht sein.

Damit das öffentliche Sprechen nicht mehr von Männern dominiert wird, müsste es genauso viele Konferenzen mit Frauenüberschuss wie mit Männerüberschuss geben, und damit Kleinkinderbetreuung nicht mehr Frauensache ist, muss es genauso viele Kinder geben, die hauptsächlich von Männern versorgt werden, wie Kinder, die von Frauen versorgt werden. Und so weiter.

Gewalt gegen Männer, Chemo-WG & Patti Smith

Drohnen gegen Sprayer, Maskulistentrolle, politische Bildung nur noch auf deutsch, häusliche Gewalt gegen Männer, Belästigung im öffentlichen Raum, Chemo-WG, Vergewaltigungsanzeigen, Patti Smith, Kritik an Menschenhandelsstudie & „Lemmy, I‘m a feminist!“

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Inklusion sieht anders aus: da wird immer so getan, als würden die ach so bösen Migrant_innen sich nicht ums Verrecken in „die deutsche Gesellschaft“ integrieren wollen – und gleichzeitig legt man ihnen Steine in den Weg, um sie aus eben dieser Gesellschaft rauszudrängen. Ein besonderes Gschmäckle hat das, wenn es um politische Teilhabe geht – das Innenministerium will keine mehrsprachigen Wahlfibeln mehr rausgeben; politische Bildung gibt’s nur noch auf Deutsch:

Die Grüne Cramon verweist auf die unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung der Migranten und wirft Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) „borniertes, provinzielles Denken“ vor. „Natürlich haben eingebürgerte Deutsche gute deutsche Sprachkenntnisse“, räumt sie ein. Dennoch halte sie es „für extrem sinnvoll, über das komplizierte deutsche Wahlsystem in den Muttersprachen zu informieren – denn nur das, was ich genau verstehe, kann ich auch unterstützen“.

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Kritik an der in der Presse vielzitierten Studie, die von liberalen Prostitutionsgesetzen auf einen Anstieg beim Menschenhandel schließen:

Auch der Heidelberger Wissenschaftler und seine KollegInnen sehen die Datenlage problematisch: für ihre statistische Querschnittsanalyse werteten sie einen Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2006 aus. Der „Report on Trafficking in Persons: Global Patterns“ trägt Daten von 113 internationalen Organisationen sowie Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen, Forschungseinrichtungen und den Medien zum Menschenhandel in 161 Ländern zusammen. Kritik an der Datenlage der Studie übte auch LEFÖ-IBF: Die lückenhafte Datenlage schränke die Aussagekraft enorm ein, hieß es. Um Aussagen über den Zusammenhang von liberalen Prostitutionsgesetzen und Menschenhandel treffen zu können, müsste eine Panelstudie durchgeführt werden, die unterschiedliche Zeitpunkte – etwa vor und nach Einführung eines Prostitutionsverbots – berücksichtigt, erläuterte die Opferschutzeinrichtung für Betroffene von Frauenhandel.

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Belästigung im öffentlichen Raum – Ninia LaGrande informiert darüber, was man alles tun kann:

Was kann ich tun, wenn ich als Mitfahrer/in oder Anwesende/r eine schwierige Situation miterlebe? Nur die wenigsten trauen sich, alleine zwischen Täter und Opfer zu gehen. Ich würde mich das, allein schon aus körperlichen Gründen, selbst auch niemals trauen. Was aber jede/r machen kann: Mitmenschen mobilisieren. Aufstehen und Menschen direkt ansprechen. Nicht sagen: „Da muss doch jemand was machen!“ Sondern auf Menschen zugehen und sagen: „Du und du und du! Ihr helft mir jetzt, wir gehen gemeinsam dazwischen.“ Gemeinsam zwischen Opfer und Täter stellen und verbal (!) auf die Täter einwirken. Währenddessen kann eine/r direkt aus der Situation heraus die 110 wählen und schildern, was passiert. Sollte es tatsächlich sehr brenzlig werden, gibt es außerdem die Möglichkeit, die Notbremse zu ziehen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Wenn das Opfer dies möchte, begleitet es bis zur Ziel- oder Endhaltestelle, bleibt als Gruppe zusammen und merkt euch so viele Details wie möglich.

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Das Mädchenblog
verweist auf ein geniales Video von Half Girl, in dem Julie Miess ausruft: Lemmy, I‘m a feminist!

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Der Guardian bringt ein Porträt der unvergleichlichen Patti Smith<3:

Then there was the way she announced her presence in the first line of the first song on Horses: „Jesus died for somebody’s sins, but not mine.“ She was such an iconoclast that she didn‘t even obey the newly formed rules of punk – rather than two-minute revolts against all that had gone before, Horses climaxed with a 10-minute, stream-of-consciousness tribute to the protagonist of a William Burroughs novel. She happily talked of herself in the same breath as Rimbaud, Whitman and Dylan.

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Und gleich nochmal Patti Smith-Coolness:

Patti

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Wir wußten es irgendwie schon immer – die Wahrheit über Maskulistentrolle ist, daß sie einfach nur traurige Leute mit zu viel Zeit sind, die nichts beizutragen haben:

I am not a prolific feminist writer, by any means, but I‘ve already experienced rape threats, death threats, and I have to wade through the daily fodder of sexist epithets and condescending remarks about how stupid I am. No wonder so few women speak out when this is what awaits them. I bet there are scores of young women who want to speak out, who want to fight for feminist values, but are too scared to do so because of the backlash they will face every day. I wish I could tell them that it wasn‘t this way, but the continual flood of anti-feminist trolls proves otherwise.

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Eindringlicher Bericht auf Don‘t degrade Debs, Darling!, über den Versuch, eine Vergewaltigung anzuzeigen (Triggerwarnung!):

Mein Hals krächzt „ich möchte eine anzeige machen“. Der Pförtner: „Kommen sie morgen wieder.“ Ich starre ihn an. Traue meinen Ohren nicht. Spüre den Boden unter meinen Füßen nicht mehr. Kann nicht atmen. Aber auch nicht weinen – gott sei dank. Ich starre ihn weiter an. „Aber ich möchte eine Anzeige machen.“. Ich weiß nicht was ich tun soll. „Ne, da müssen sie in den Abschnitt, hier ist maximal bis 15.00“ 15.02 ist es und ich bin immernoch wie festgewachsen. „Aber wo muss ich denn dann hin?“ „Worum geht‘s denn? Nur so‘n Stichwort.“ Nur ein Stichwort… Stichworte sind Randnotizen, klein. Vergewaltigung ist kein Stichwort. Mir würde kaum ein Wort einfallen, dass weniger ein Stichwort ist. „Vergewaltigung“ Ich kann es selbst kaum hören. „Wie bitte?“ „Vergewaltigung!“ jetzt sind sie da, die Tränen… „Jetzt gerade? Oder schon länger her?“ Er mustert mich und ich habe das Gefühl meine Knie geben gleich nach. „Länger her“ presse ich aus mir raus. „Dann tut‘s mir leid. Müssen sie morgen wieder kommen. Anzeige können sie wenn‘s länger her ist nur zwischen 9.00 und 15.00 machen. Naja lieber 14.00. Wenn die Beamten mal früher gehen.“

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Wegen ihrer Krebserkrankung mußte Friederike Kaup wieder zu ihren Eltern ziehen – nun will sie aber eine WG für Krebskranke gründen, um der Eigenständigkeit und gegenseitiger Unterstützung willen:

Jetzt, wo es der Soziologie-Studentin wieder besser geht, entwickelt sie in Koblenz genau das, was sie damals so dringend gesucht hat. Eine Wohngemeinschaft für junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen: die Chemo-WG.

Dort sollen drei bis vier Patienten zusammenwohnen. „Andere Krebspatienten können viel besser nachvollziehen, was man während einer Chemotherapie erleiden muss“, sagt Friederike. Doch für Erkrankte in Friederikes Alter gibt es kaum spezielle Angebote, das Gesundheitssystem unterstützt vor allem alte Menschen und Kinder. Für die Kinderkrebshilfe gelten Anfang Zwanzigjährige nicht mehr als Kinder. Dabei kommt die Erkrankung bei jungen Erwachsenen in einer Phase, in der sie gerade erst gelernt haben, einigermaßen selbstständig zu leben.

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Willkommen bei George Orwell! Die Deutsche Bahn will mit Mini-Drohnen aufrüsten, um gemeingefährliche Graffity-Sprayer aus der Luft zu verfolgen:

In einer Höhe von rund 150 Metern soll die Drohne fast geräuschlos auf Abstellgleisen und Güterbahnhöfen nach Sprayern suchen: „Überall dort, wo die Sprayer besonders aktiv sind“, so Voß. Wo genau der Mini-Helikopter eingesetzt werden soll, ist noch geheim: „Das soll ein Überraschungseffekt sein.“ Klar ist aber, dass die Bahn die Drohne aus Datenschutzgründen nur im Luftraum auf ihrem eigenen Gelände einsetzen wird.

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Laut einer Studie des Robert Koch Instituts geht häusliche Gewalt öfter von Frauen aus:

„Gewalt ist nicht ausschließlich eine Erfahrung von Frauen“, sagt Hölling. „Uns haben die Ergebnisse überrascht.“ Der Befund: Frauen sind „häufiger als Männer Ausübende körperlicher Partnergewalt, aber auch Ausübende von Gewalt gegenüber sonstigen Familienmitgliedern“.

Konkret war etwa nach Schlägen, Ohrfeigen, Tritten und an den Haaren ziehen gefragt worden. Auch psychische Gewalt – Beleidigungen, Bedrohungen, Beschimpfungen, Schikanen – ging in Partnerschaften häufiger von Frauen als von Männern aus. „Psychische Gewalt kann in ihren Folgen mindestens genauso dramatisch sein wie körperliche“, sagt Hölling.

Die Ergebnisse zeigen einen wenig beachteten Aspekt der Diskussion über Gewalt auf, wie die Autoren schreiben: „Die Themen ‚Frauen als Gewalttäterinnen‘ und ‚Männer als Gewaltopfer‘ sind gesellschaftlich noch weitgehend tabuisiert“ – erst allmählich richte sich der Blick der Forschung darauf.

Trekkie Sexismus, Jungwähler_innen & Vergewaltigung als Kriegswaffe

Vergewaltigung als Kriegswaffe, häusliche Gewalt bei Facebook, väterliche Fürsorge wird vererbt, Vergewaltigungsmythen, homophobe französische Rechte, Fat Acceptance, Sexismus bei „Star Trek into Darkness“, Verhalten von Jungwähler_innen & „I will not let an exam result decide my fate“.

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Wichtige Aufklärung über den beschissenen, immer noch allgegenwärtigen Mythos, gewisse Kleidung/Verhaltensweisen/Blaah von Frauen würden „zur Vergewaltigung einladen“(Triggerwarnung):

Die Kleidung einer Frau wird während Vergewaltigungsprozessen oft dazu genutzt, ihre Reputation zu diskreditierten und anzudeuten, sie sei die “Art von Frau”, bei der es unwahrscheinlich sei, dass sie Zustimmung zu Sex verweigert.

“Ich fühle mich in diesem Outfit großartig – das Top sieht so viel besser aus ohne BH.” “Ich sehe eine spärlich bekleidete Frau, die geradezu darum bittet.” “Ihre Kleidung überlässt nichts der Vorstellungskraft. Sie fordert Ärger meiner Meinung nach heraus.” “Ich weiß, dass ich eine gute Figur habe und und kleide mich gerne sexy. Das gibt keinem Mann das Recht zu einem sexuellen Übergriff.”

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I will not let an exam result decide my fate:


Via Spreeblick

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„Laßt meinen fetten Körper in Ruhe!“:

Mein fetter Körper ist viel zu wertvoll, als dass er wie ein gebrauchtes Auto behandelt werden sollte, dessen Wert durch die eine oder andere Verschleißerscheinung reduziert ist. Er ist viel zu erstaunlich, um eine Metapher zu sein oder ein politisches Statement. Er ist viel zu komplex, um nach demselben Prinzip betrieben zu werden wie ein Rasenmäher. Er ist viel zu tiefgründig, um auf ein Verhältnis zwischen Gewicht und Größe reduziert zu werden. Und er ist viel zu großartig, um von irgendjemandem verurteilt zu werden.

Mein fetter Körper ist kein Abbild meines Versagens, meiner Sünden oder meiner Fehler. Mein fetter Körper ist kein Gradmesser für meinen Gesundheitszustand oder meine Fitness. Mein fetter Körper steht nicht zur Diskussion, öffentlichen Debatte oder Beurteilung. Mein fetter Körper ist kein Zeichen dafür, dass ich Hilfe brauche oder Hinweise benötige, um Entscheidungen über mein Leben oder meine Gesundheit zu treffen. Mein fetter Körper ist mein ständiger Begleiter, der mir dabei hilft, all das zu tun, was ich tagtäglich und jede Sekunde tue, und er verdient Respekt und Bewunderung.

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Ich kenne das Problem – inzwischen ist es manchmal nicht so einfach, feministischer Trekkie zu sein. Was „Into Darkness“ angeht, ist das auch keine Ausnahme:

Ich gestehe, ich hatte durchaus einigen Spaß an “Into Darkness”. Aber auch wenn keine absoluten Schmerzgrenzen überschritten werden, müssen Zuschauer_innen und Fans es nicht akzeptabel oder harmlos finden, wenn ihnen zwischendurch plumper Haha-Sexismus untergejubelt wird. Retrofuturismus, Nostalgie und das Spiel mit Genres und popkultureller Geschichte kann wunderbare (nerdige) Unterhaltung und Kunst hervorbringen. Aber gerade in Genrekategorien wie Science-Fiction oder Fantasy haben sexistische und rassistische Stereotype leider eine gewisse Tradition, die ein Ende finden und auf intelligente, kreative Art aufgebrochen werden sollten. Ein selbstironischer Scherz, eine “Nostalgie”-Fußnote als Disclaimer reicht nicht aus – auch ironisch offen gelegt werden dabei einschränkende, diskriminierende Klischees fortgeschrieben.

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Eine US-amerkianische Studie findet heraus, daß väterliche Fürsorge vererbt wird:

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Söhne dieses nachlässigere Verhalten später auch bei ihrem eigenen Nachwuchs zeigten. Sie kümmerten sich weniger um ihre Kinder, wenn die Mutter abwesend war. Sie packten die Kleinen auch deutlich häufiger am Nacken und trugen sie im Käfig von einem Ort zum anderen. Früheren Studien zufolge gilt dieses Verhalten bei Mäusen als eher rau und scheint den Nachwuchs später aggressiver werden zu lassen. Umgekehrt waren Mäuse, die von einem nicht kastrierten – also fürsorglichen – Vater aufgezogen worden waren, später selbst fürsorglicher.

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Die französischen rechten Homophoben rüsten weiter auf:

Vor der für Sonntag in Paris geplanten neuen Demonstration gegen die Ehe für Lesben und Schwule sind in Frankreich Sorgen vor Ausschreitungen aufgekommen: Innenminister Manuel Valls warnte vor Provokationen, die von einer Gruppe namens „Printemps français“ (Französischer Frühling) aus besonders radikalen, rechtsgerichteten GegnerInnen der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgehen könnten. Er prüft nun, ob diese Gruppe aufgelöst werden kann.

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Flannel Apparel betrachtet die fehlende Politisierung von Jungwähler_innen:

Bei Familienfeiern werden die Enkelkinder weit auseinandergesetzt; ich solle bloß nicht die gleichgeschlechtliche Ehe thematisieren, den Großeltern zu Liebe, so meine Mutter. In diesen Räumen auseinanderklaffender Werte, denen ein Schweigen gut tun soll, wächst meine kleine Schwester auf und wird unpolitisch. In einem konservativen sozialen Kontext ist ein Piercing schon rebellisch genug, eine abweichende Meinung am Mittagstisch, eine Mitgliedschaft bei der Piratenpartei braucht es da nicht.

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Die Anwältin Saran Keïta Diakité über Vergewaltigung als Kriegswaffe in Mali:

The Islamists perform religious marriages in order to escape the clutches of international criminal justice. They carry out a form of “marriage” so that, at night, you can be treated as a sexual slave. During the day, you are there to serve tea to the men and attend to their every need. This is why I always say that what’s happened in Mali is unprecedented.

It’s true to say that rape is being used as a weapon of war.

Imagine, in Gao, armed men bursting in on a family. The husband is there. They seize his wife, rape his wife and his daughter. I warn you, what I’m going to say is hard but they force him to rape his daughter. It’s dreadful. When you do that to a man, it takes away his humanity. Even if he wants to resist, he can’t. It’s to be expected, it’s human.

Anyone who turns a woman’s body into a trophy of war, he’s already won the battle. He doesn’t need any other weapons. He’s already won.

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Nacktheit bei Facebook? Keine Chance, wird in kürzester Zeit gelöscht. Brutale häusliche Gewalt abfeiern? Bei Facebook kein Problem; da reicht ein Disclaimer, daß es ja nur Humor sei:

Die Facebook-Seite heißt „Domestic Violence – Don‘t make me tell you twice“ (Häusliche Gewalt – Wehe, ich muss es dir zweimal sagen). Die Frauen, die auf den Bildern zu sehen sind, haben Blutergüsse im Gesicht, Schwellungen, blutende Lippen.

Es gibt noch mehr solche Seiten (…). Die Aktivistengruppe Women, Action and the Medianennt in ihrem offenen Brief an Facebook unter anderem die Seiten „Fly Kicking Sluts in the Uterus“, „Violently Raping Your Friend Just for Laughs“ und „Raping your Girlfriend“ als Beispiele. Seiten, die inzwischen nicht mehr erreichbar sind – jedoch der Google-Trefferliste zufolge noch bis vor Kurzem existierten. Dass die Seiten weg sind, besänftigt die Initiatorinnen Laura Bates, Soraya Chemaly und Jaclyn Friedman jedoch kein bisschen, schließlich würden sich die Gruppen schnell unter einem neuen Namen zusammenfinden.

Vag-Power-Blogschau, Brustkrebsaufklärung & Entpathologisierung von Transsexualität

Parallelen zwischen dem antik-römischen und dem heutigen Frauenbild, Vag-Power!-Blogschau, Kaitlyn Hunt angeklagt wegen einer lesbischen Teenagerbeziehung, Brustkrebs, das eigentliche Problem mit „Drosselkom“, Petition gegen die Pathologisierung der WHO von Transsexualität, und der Prügelpolizist im Fall Teresa Z. ist angeklagt.

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Maike kritisiert auf Kleinerdrei, daß trotz einer inzwischen erreichten Öffentlichkeit noch viel zu wenig zum Thema Brustkrebs bekannt ist - und daß das Problem bisweilen auf recht groteske und sexistische Weise behandelt wird:

Auf einer deutschen Webseite, die Frauen erklärt, wie sie sich präventiv abtasten, steht folgende Einleitung: “Sie ist unser ganzer Stolz, es gibt sie in allen möglichen Formen und Größen: Die weibliche Brust. Sie ist (neben einem schön geformten Po) der Inbegriff von Attraktivität und Weiblichkeit.” und vermittelt uns das Gefühl, dass mit dem Brustkrebs nicht nur eine Erkrankung, sondern mit einer Operation der Verlust unserer Weiblichkeit und somit Identität einhergeht. Dabei wäre es viel wichtiger, weibliche Oberkörper ohne Brüste zu enttabuisieren, wie es The Scar Project tut.

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Vag-Power Blogschau
bei Lippy Answer:

Vag Power!

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Nachdem Teresa Z. Opfer einer Prügelattacke durch einen Polizisten wurde, erhebt nun endlich die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Polizisten:

Ursprünglich hatte die 23-Jährige die Beamten zu Hilfe gerufen, weil sie sich von ihrem Freund bedroht gefühlt hatte. Auf der Fahrt zur Inspektion eskalierte die Situation, schließlich lag die Frau mit auf dem Rücken gefesselten Händen auf der Pritsche der Haftzelle. Dort bespuckte sie einen Beamten, woraufhin dieser zuschlug.

Der Beamte beruft sich auf Notwehr, er habe einen Kopfstoß befürchtet, sagte er. Durch den oder die Faustschläge erlitt Teresa Z. einen Nasenbein- und Augenhöhlenbruch. Jetzt hat das Polizeipräsidium München den Mann vom Dienst suspendiert.

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Absolut lesenswerte Analyse über die Parallelen zwischen Slut Shaming und die Definierung von Frauen über ihre Sexualität – in der heutigen Gesellschaft und in der antik-römischen – so viel hat sich seit damals nicht geändert:

Most importantly though, Clodia is a ruiner of men’s lives. Cicero basically tells us that anyone who falls for her charms or becomes entangled with her can’t be blamed for anything, because what else do you expect from a woman who consciously refuses to act like a virtuous wife? (Cael. 38, 42, 47, and especially 49). If a woman acts like a slut, then she’s only getting what comes to her, and the men who were involved with her can never, ever be blamed.

Sound familiar? While it’s sometimes more carefully veiled in our own society, those same ideas still ring true. Were that girl flirting with too many people in that bar, or wearing a top that was too revealing, or a skirt that was too short? Well, men can’t be blamed if they make unwanted advances on her. Was she drinking too much at a party? Well, then it’s her own fault that she woke up next to a stranger, was assaulted, was raped. She shouldn’t have been drinking or wearing those clothes or making out with someone. Sadly, these sorts of ideas still pervade our media and our way of thinking, as you can see in the recent Stubenville rape case. Victim blaming galore, and then a huge outcry at the lives of young men being ruined.

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Der 18jährigen Kaitlyn Hunt droht ein Prozeß – weil sie eine (lesbische) Liebesbeziehung zu einer 3 Jahre jüngeren Mitschülerin unterhielt:

Die beiden Mädchen spielten zusammen im Basketball-Team, Kaitlyn Hunt war 17, ihre Freundin drei Jahre jünger. Als die Trainerin herausfand, dass zwei ihrer Spielerinnen ein Paar waren, schmiss sie Hunt aus der Mannschaft, wie der „Examiner“ berichtet. Sie habe damit „unnötiges Drama“ vermeiden wollen, zitiert das Magazin Kaitlyn Hunts Vater. Die Trainerin sprach außerdem mit den Eltern der 15-Jährigen – und die erstatteten Anzeige.

Kurze Zeit später kamen Polizisten zu Kaitlyn Hunts Elternhaus und führten die junge Frau in Handschellen ab. „Sie wurde aus unseren Armen gerissen, in Panik, hysterisch weinend“, heißt es in einem langen Facebook-Post ihrer Mutter. Der Vorwurf: „lewd and lascivious battery on a child 12 to 16″. Übersetzt in etwa: Unzucht und sexueller Übergriff auf ein Kind zwischen 12 und 16 Jahren.

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Unterschreiben! Kim Schicklang startet eine Petition und fordert die WHO auf, Transsexualität nicht mehr als psychische Störung zu werten:

Die WHO ist aktuell dabei, die Klassifizierung erneut zu prüfen. Es ist an der Zeit, laut und deutlich zu fordern: Transsexuelle Menschen sind NICHT psychisch krank. Genauso wie Homosexualität 1990 von dieser Liste gestrichen wurde, ist jetzt der Moment gekommen, transsexuelle Menschen nicht länger zu diskriminieren.

Auch Menschen, die von einer geschlechtlichen Norm abweichen, brauchen einen Anspruch auf medizinische Leistungen, ohne als psychisch krank zu gelten. Die WHO sollte eine Klassifikation für Transsexualismus wählen, die transsexuellen Menschen ermöglicht, die medizinische Hilfe, die sie benötigen, auch zu erhalten, ohne transsexuelle Menschen dabei zu stigmatisieren.

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Was das eigentliche Problem ist, das hinter der Internetdrosselung der Telekom steckt, wird bei Journelle dargelegt:

Unsere Gesellschaft ist (noch) datenfeindlich. Die Notwendigkeit eines offenen, gut ausgebauten und allgemein zugänglichen Netzes ist überhaupt noch nicht im Bewusstsein der allermeisten Menschen angekommen.

Und ich spreche hier von den 90% der Bevölkerung. Das sind die Arbeitskollegen, die morgens in der Bahn Zeitung und nicht Blogs oder Onlinemagazine lesen, Eltern und Großeltern, die kein Facebook Account haben, Menschen, die nicht mindestens alle 30 Minuten ihre privaten Mails checken.

Leute, die davon sprechen, wie ungesund die Strahlen, das Internet, die neue Kommunikation sind, die sich fragen, warum das alles, wo es bisher doch auch gut mit dem Fax geklappt hat. Unternehmen, die keine wirtschaftlichen Perspektiven im Netz sehen oder deren Horizont nicht über Google-Ads hinaus geht.

Vag-Power-Blogschau, Brustkrebsaufklärung & Entpathologisierung von Transsexualität

Parallelen zwischen dem antik-römischen und dem heutigen Frauenbild, Vag-Power!-Blogschau, Kaitlyn Hunt angeklagt wegen einer lesbischen Teenagerbeziehung, Brustkrebs, das eigentliche Problem mit „Drosselkom“, Petition gegen die Pathologisierung der WHO von Transsexualität, und der Prügelpolizist im Fall Teresa Z. ist angeklagt.

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Maike kritisiert auf Kleinerdrei, daß trotz einer inzwischen erreichten Öffentlichkeit noch viel zu wenig zum Thema Brustkrebs bekannt ist - und daß das Problem bisweilen auf recht groteske und sexistische Weise behandelt wird:

Auf einer deutschen Webseite, die Frauen erklärt, wie sie sich präventiv abtasten, steht folgende Einleitung: “Sie ist unser ganzer Stolz, es gibt sie in allen möglichen Formen und Größen: Die weibliche Brust. Sie ist (neben einem schön geformten Po) der Inbegriff von Attraktivität und Weiblichkeit.” und vermittelt uns das Gefühl, dass mit dem Brustkrebs nicht nur eine Erkrankung, sondern mit einer Operation der Verlust unserer Weiblichkeit und somit Identität einhergeht. Dabei wäre es viel wichtiger, weibliche Oberkörper ohne Brüste zu enttabuisieren, wie es The Scar Project tut.

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Vag-Power Blogschau
bei Lippy Answer:

Vag Power!

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Nachdem Teresa Z. Opfer einer Prügelattacke durch einen Polizisten wurde, erhebt nun endlich die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Polizisten:

Ursprünglich hatte die 23-Jährige die Beamten zu Hilfe gerufen, weil sie sich von ihrem Freund bedroht gefühlt hatte. Auf der Fahrt zur Inspektion eskalierte die Situation, schließlich lag die Frau mit auf dem Rücken gefesselten Händen auf der Pritsche der Haftzelle. Dort bespuckte sie einen Beamten, woraufhin dieser zuschlug.

Der Beamte beruft sich auf Notwehr, er habe einen Kopfstoß befürchtet, sagte er. Durch den oder die Faustschläge erlitt Teresa Z. einen Nasenbein- und Augenhöhlenbruch. Jetzt hat das Polizeipräsidium München den Mann vom Dienst suspendiert.

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Absolut lesenswerte Analyse über die Parallelen zwischen Slut Shaming und die Definierung von Frauen über ihre Sexualität – in der heutigen Gesellschaft und in der antik-römischen – so viel hat sich seit damals nicht geändert:

Most importantly though, Clodia is a ruiner of men’s lives. Cicero basically tells us that anyone who falls for her charms or becomes entangled with her can’t be blamed for anything, because what else do you expect from a woman who consciously refuses to act like a virtuous wife? (Cael. 38, 42, 47, and especially 49). If a woman acts like a slut, then she’s only getting what comes to her, and the men who were involved with her can never, ever be blamed.

Sound familiar? While it’s sometimes more carefully veiled in our own society, those same ideas still ring true. Were that girl flirting with too many people in that bar, or wearing a top that was too revealing, or a skirt that was too short? Well, men can’t be blamed if they make unwanted advances on her. Was she drinking too much at a party? Well, then it’s her own fault that she woke up next to a stranger, was assaulted, was raped. She shouldn’t have been drinking or wearing those clothes or making out with someone. Sadly, these sorts of ideas still pervade our media and our way of thinking, as you can see in the recent Stubenville rape case. Victim blaming galore, and then a huge outcry at the lives of young men being ruined.

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Der 18jährigen Kaitlyn Hunt droht ein Prozeß – weil sie eine (lesbische) Liebesbeziehung zu einer 3 Jahre jüngeren Mitschülerin unterhielt:

Die beiden Mädchen spielten zusammen im Basketball-Team, Kaitlyn Hunt war 17, ihre Freundin drei Jahre jünger. Als die Trainerin herausfand, dass zwei ihrer Spielerinnen ein Paar waren, schmiss sie Hunt aus der Mannschaft, wie der „Examiner“ berichtet. Sie habe damit „unnötiges Drama“ vermeiden wollen, zitiert das Magazin Kaitlyn Hunts Vater. Die Trainerin sprach außerdem mit den Eltern der 15-Jährigen – und die erstatteten Anzeige.

Kurze Zeit später kamen Polizisten zu Kaitlyn Hunts Elternhaus und führten die junge Frau in Handschellen ab. „Sie wurde aus unseren Armen gerissen, in Panik, hysterisch weinend“, heißt es in einem langen Facebook-Post ihrer Mutter. Der Vorwurf: „lewd and lascivious battery on a child 12 to 16″. Übersetzt in etwa: Unzucht und sexueller Übergriff auf ein Kind zwischen 12 und 16 Jahren.

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Unterschreiben! Kim Schicklang startet eine Petition und fordert die WHO auf, Transsexualität nicht mehr als psychische Störung zu werten:

Die WHO ist aktuell dabei, die Klassifizierung erneut zu prüfen. Es ist an der Zeit, laut und deutlich zu fordern: Transsexuelle Menschen sind NICHT psychisch krank. Genauso wie Homosexualität 1990 von dieser Liste gestrichen wurde, ist jetzt der Moment gekommen, transsexuelle Menschen nicht länger zu diskriminieren.

Auch Menschen, die von einer geschlechtlichen Norm abweichen, brauchen einen Anspruch auf medizinische Leistungen, ohne als psychisch krank zu gelten. Die WHO sollte eine Klassifikation für Transsexualismus wählen, die transsexuellen Menschen ermöglicht, die medizinische Hilfe, die sie benötigen, auch zu erhalten, ohne transsexuelle Menschen dabei zu stigmatisieren.

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Was das eigentliche Problem ist, das hinter der Internetdrosselung der Telekom steckt, wird bei Journelle dargelegt:

Unsere Gesellschaft ist (noch) datenfeindlich. Die Notwendigkeit eines offenen, gut ausgebauten und allgemein zugänglichen Netzes ist überhaupt noch nicht im Bewusstsein der allermeisten Menschen angekommen.

Und ich spreche hier von den 90% der Bevölkerung. Das sind die Arbeitskollegen, die morgens in der Bahn Zeitung und nicht Blogs oder Onlinemagazine lesen, Eltern und Großeltern, die kein Facebook Account haben, Menschen, die nicht mindestens alle 30 Minuten ihre privaten Mails checken.

Leute, die davon sprechen, wie ungesund die Strahlen, das Internet, die neue Kommunikation sind, die sich fragen, warum das alles, wo es bisher doch auch gut mit dem Fax geklappt hat. Unternehmen, die keine wirtschaftlichen Perspektiven im Netz sehen oder deren Horizont nicht über Google-Ads hinaus geht.